
clap’s Bulo … wer sonst?
Deutschland ist stark. Es gibt Vertrauen in die, die politisch handeln, in Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände.
Die Deutschen sind nicht wirklich unzufrieden, dieses Murren ist das täglich Brot in dieser biedermeierschen Lethargie – man hat sich daran gewöhnt, die da oben und die da unten in ihrem Sing-Sang. Tendentiell mag dieses Murren derzeit an Stimmgewalt zunehmen, über viele Jahre betrachtet wäre ein jeder Konzern jedoch mit einem derart gleichmäßigen Verlauf zumindest in krisengebeutelten Zeiten mehr als zufrieden. Das nun eine kleine Minderheit, teils im Netz und teils da draußen, tatsächlich den real existierenden Aufstand probt – zumindest auf dem Papier – mag für die werten Mitmenschen mitunter etwas besonderes darstellen – zumindest für jene im unmittelbaren Dunstkreis dieser lauten Minderheit. Allgemein jedoch gab es in der Geschichte dieser Republik weitaus höhere Ausschläge auf der Unzufriedenheitsskala.
Was also bleibt ist der here Traum einiger Aktiven – diverse Generationen träumten ihn schon und vermochten mehr zu bewegen und erlagen dennoch dem allgemeinen Versagen. Andererseits vielleicht liegt Müntefering gar nicht so falsch, würde es denn dem Deutschen tatsächlich schlecht gehen, wären diese herablassenden, beschwichtigenden Worte wahrscheinlich schon Anstoß genug mehr zu wagen als ein Haufen gedrechselter Worte, wie die meinen.
Träumen wir also weiterhin den heren Traum von Demokratie und Freiheit – lassen wir uns also weiterhin beherrschen, dirigieren, manipulieren. Carpe diem … andererseits, morgen ist auch noch ein Tag …
Natürlich ist die Spanne zwischen denen, die bei uns nicht ruhig schlafen können, weil sie für ihr ererbtes Millionenvermögen Steuern zahlen müssen, und denen, die mit Hartz IV auskommen sollen, gewaltig. Aber wenn wir uns anschauen, wie die Lebenschancen für Chinesen, für Inder oder für Südamerikaner sind, relativiert sich das.
Ich denke, menschenverachtender und zynischer kann man sich zur Armut in diesem Land nicht äußern. Es zeigt die gesamte Perversität der Union. Da hungern Menschen, Kinder, Alte in diesem Land – und alles, was Wolfgang Schäuble dazu einfällt, ist dieser Satz. Ich gerate fast in Versuchung, von einem neuen Sozialfaschismus zu reden. Besser kann man die eigene Verkommenheit nicht darstellen…
Spekulationen, Bankenkrise, Immobilienkrise, Arbeitsplatzvernichtung, Goldgräberstimmung, Kapital fließt und es fließt schnell, kontrolliert von globalen Spielern. Der einhergehende Kolateralschaden ist immens, die Zockermentalität setzt sich bis in kleinste Kreise fort, teils gezwungenermaßen, um zu überleben. Letztere besitzen jedoch keinerlei Buffer, um die Risiken und Nebenwirkungen dieses äußerst fragilen Systems abzufangen und auch keine Bank wird willentlich diesbezüglich aufklären. Ein hochinteressanter Podcast, welcher die Zusammenhänge relativ wertfrei näher beleuchtet.
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Auf F!XMBR wurden schon immer sehr früh die Zeichen der Zeit erkannt – und so entstand bereits Mitte 2006 die Kategorie Das Ende der SPD, schon die Jahre vorher haben wir immer wieder auf diversen Foren darauf hingewiesen. Nicht ein Kurt Beck, bei aller notwendigen und sachlich korrekten Kritik, nicht ein medial aufgebauschter, nicht vorhandener Linksruck, haben die SPD dorthin gebracht, wo sie heute steht – es war die Schröder’sche Politik, die Agenda 2010, Hartz IV. Wenn heute annähernd 50% der SPD-Mitglieder sich für eine Fortsetzung dieser Politik aussprechen, ist das nicht wirklich ein Wunder, bei mehreren Hunderttausend, die die Partei bereits wegen dieser Politik verlassen haben. Sie zählen in diesen Umfragen nicht mehr. 2005 haben die Menschen nicht für Gerhard Schröder oder gar für die SPD gestimmt, eine Argumentation, die man immer wieder hört – sie haben gegen Angela Merkel und den Leipziger Parteitag gestimmt, sie haben gegen Paul Kirchhoff gestimmt. Zudem hatte Gerhard Schröder das unglaubliche Glück, dass Angela Merkel mit George W. Bush in den Krieg ziehen wollte – so wurde der sogenannte Friedenskanzler geboren. Und man sollte nie vergessen, dass Angela Merkel trotz des Leipziger Parteitages, trotz des Irak-Krieges, trotz Paul Kirchhoffs, trotz der nicht schmeichelhaften Attribute, die man ihr nachgesagt hat, trotz verlorener TV-Duelle die Wahl gewonnen hat. Die Menschen haben trotz dieser ganzen Punkte Angela Merkel zur Kanzlerin gemacht. Dieses Wahlergebnis nun zu einem Sieg Gerhard Schröder machen zu wollen, wie es FORSA-Chef Güllner in jedem Interview heutzutage tut, bedeutet in meinen Augen nichts anderes, als Geschichtsklitterung.
Die Folgen der Armut – Jesuitenpater Friedhelm Hengsbach im Gespräch
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Wahlkampfmittel Armutsbericht, gemachte Armut – sprich selbstverschuldet, Blickpunkt Mensch und nicht Industrie bzw. die Stärkung internationaler Finanzströme, Förderung von Bildung, Investion in den Menschen. Ein recht interessanter Podcast bezüglich der Problematik in Deutschland auf Deutschlandradio. Würden nur all jene die jetzt abermals ihre Flaggen zeigen nur einmal menschlich über derlei Dinge nachdenken und gegenüber dem Staat Flagge zeigen, dann wäre wohl der Sache per se mehr als geholfen. Denn zu panem et circenses gehört nicht nur das Spiel, sondern auch das Brot, welches vielen heutzutage streitig gemacht wird in dieser Republik.
Arbeitsminister Olaf Scholz wird morgen den Armutsbericht von einem der reichsten Industrieländer der Welt vorstellen – natürlich den der Bundesrepublik Deutschland. Ganz seinem Niveau entsprechend hat der gute Herr Scholz aber vorab schon die wichtigsten Passagen veröffentlicht – in einem Interview mit der BILD am Sonntag. Der Armutsbericht hat für interessierte F!XMBR-Leser keine Überraschungen bereit. Die Kluft zwischen reich und arm wächst rasant, jeder vierte Deutsche ist arm, jeder achte Deutsche lebt in Armut. Zynisch die Argumentation des Arbeitsministers zu nennen, wäre noch harmlos ausgedrückt. Durch Sozialtransfers wie Kindergeld oder Arbeitslosengeld II werden die Menschen in diesem Land vor dem Abrutschen in Armut bewahrt. Und ja, Ihr lest richtig – die Agenda 2010 und ihre asozialen Auswüchse bewahrt die Menschen vor der Armut – sie ist keinesfalls Grund dafür, Gott bewahre. Jedem halbwegs intelligenten Menschen ist klar, und das wurde schon von der einen oder anderen Studie nachgewiesen, dass die Agenda 2010, Hartz IV für die Umverteilung von unten nach oben verantwortlich ist – mit diesen Instrumenten lässt sich ganz hervorragend Druck auf die unteren und mittleren Einkommen ausüben. Kinder hungern dank der SPD und der Union in diesem Land. 2,6 Mio. Kinder haben praktisch per Geburt keine Zukunft – in keinem anderen Land ist die Chance niedriger, aufzusteigen, wie in dem ach so fortschrittlichen Deutschland.
Die SPD fürchtet um die eigene Existenz. Nicht nur die Partei selbst, insbesondere die Ortsvereine und die Menschen, die in den Kommunen und Städten wirklich etwas bewegen wollen. Nun hat die Panik auch die Bundestagsfraktion erreicht. Schadenfreude ist die beste Freude und ich kann nicht verhehlen, dass ich bei den Worten im Stern breit gegrinst habe. Natürlich werden die aktuellen Umfragewerte, auf der sich der Stern bezieht, die der FORSA, sich nicht bestätigen – dennoch wird ein großer Teil der Abgeordneten nach der Bundestagswahl 2009 die Koffer packen müssen. Die Wahl ist schon jetzt verloren, da muss man kein Prophet sein, auch die Damen und Herren der Bundestagsfraktion sehen das ähnlich. Deutschland wird auch ab 2009 von Angela Merkel als Bundeskanzlerin geführt werden. Und wie das so ist – für den Niedergang wird nicht das eigene Verhalten, die Politik der letzten Jahre verantwortlich gemacht, das Händchenheben, die Abstimmungen. Nein, nicht doch die SPD – innerhalb der SPD glaubt man noch an Alice im Wunderland, dem Mann im Mond und Freddy Krueger. 1, 2 – der Kurt kommt vorbei. 3, 4 – verschließe Deine Tür. 5, 6 – Es holt Dich gleich die Hex. 7, 8 – Es ist gleich Mitternacht. 9, 10 – Die SPD wird lange schlafen gehn.

Ich denke, die wesentlichen Dinge hat Oliver hier schon geschrieben. Ich denke, mit Kurt Beck als Kanzlerkandidat können wir uns auf 4 weitere Jahre Große Koalition einstellen – wenn nicht sogar auf Angie als Kanzlerin und Guido als Außenminister…

Wer mich kennt, weiß, dass ich selten ein Blatt vor dem Mund nehme – und mir eigentlich zu jeglichen politischen Dreck etwas einfällt, ich schon so manchen Artikel verfasst habe. Nun bin ich aber einfach sprachlos. Selbst das hätte ich von der SPD nicht erwartet. Ich empfinde gar nicht mal eine Empörung, eine Wut, wie auch immer man das bezeichnen möchte, was sich bei mir als altem SPD-Wähler seit der Regierung Schröder angesammelt hat. Ich empfinde nur noch ein ganz tiefgehende Verachtung gegenüber dieser Partei. Wir reden hier über Menschen, nicht über den Speiseplan eines Affen im Berliner Zoo. (via Prospero)