Schlagwort ‘1984‘

Begehrlichkeiten

 

Anno 2006 schrieb ich «wir haben etwas zu Verbergen», eine Replik auf diverse ausufernde Forderungen der Politik seit Mitte der 90er Jahre. Viel geschah dazwischen, u.a. 9/11, aber der ausschlaggebende Moment für die Begehrlichkeiten der Politik war weder 9/11 noch eine neue politische Agenda, sondern schlicht und ergreifend die Verfügbarkeit diverser Technologien.

Nennen wir die Zeit vor dem «Start» des Internets als «Massenphänomen» profan das «analoge Zeitalter» — es ist schlicht eine Hausnummer und adäquat für eine gedachte Zäsur, die dem Aufzeigen diverser Merkmale dient. Die Zeit danach, also ca. 1995, ist folglich das «digitale Zeitalter». In dieser sogenannten analogen Zeit war es mit erheblichem Aufwand verbunden Daten auszuspähen und auch die Menschen in jener Zeit nutzten nicht die zahlreichen Kommunikationswege der heutigen Zeit. Heute hingegen, im digitalen Zeitalter, sehen wir uns einem stetigen Datenstrom gegenüber gestellt. Überall, zu jeder Zeit fließen Daten, digital aufbereitet, meist im «Klartext», d.h. für nahezu jeden mit ein wenig Knowhow abgreifbar. Was in irgendeiner Form online geschieht ist somit auch irgendwo gespeichert, diese Daten sind angreifbar, aber auch schlicht abgreifbar und eben diese Möglichkeiten weckten enorme Begehrlichkeiten in der Politik. Hinzu kommen GPS-Daten, die ungefähre Positionierung via WLan, wenn GPS keine Option ist, etc. pp.

Seit frühesten Zeit gab es in der Politik die Machtmenschen, die «Beschützer», aber auch die Bürokraten — ein unheiliges Triumvirat. Jene, die nach Macht streben, straucheln oftmals, die Bürokraten hingegen sind die pflichterfüllten Steigbügelhalter, aber die «Beschützer», dass sind jene, die an ihre Sache glauben und wer glaubt, der ist gefährlich. Zusammen ist diese Dreifaltigkeit nahezu unschlagbar, denn in der Öffentlichkeit kommen oftmals nur die Beschützer zu Wort, die Machtmenschen ziehen die Fäden im Hintergrund und der Bürokrat ist das Bindeglied zwischen diesen beiden Gruppen.

Selbst wenn, wie in den letzten Jahren wiederholt festzustellen, der Beschützer verbal «Amok läuft», Nonsense in Reinkultur postuliert, usw., so hat dieser Wahnsinn doch Methode. Fortwährend wiederholt man gewisse Schlüsselwörter, die beim gemeinen Volk eine bestimmte Reaktion triggert, dazu gesellt sich Neusprech, welches die Politik zum moving target geraten läßt, nie wirklich greifbar, immer nebulös.

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YouTube kippt das Zeitlimit

Als Google vor gut 4 Jahren YouTube übernahm, war die negativste Begleiterscheinung, dass man bei YouTube plötzlich vor einem Zeitlimit von 10 Minuten, später 15 Minuten stand. Google Video hatte dies noch liberaler gehandhabt, kannte kein Zeitlimit. So musste man auf andere Plattformen, wie Burdas Resterampe Sevenload, ausweichen, wenn man beispielsweise Vorträge vom Chaos Communication Congress verbreiten und der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte. Nach 4 langen Jahren hat Google nun endlich YouTube an die Realität angepasst — und das Zeitlimit für YouTube gekippt. Ältere Accounts sind bereits umgestellt, nach und nach werden alle User Videos ohne Zeitlimit auf YouTube einstellen können. 35 Stunden Material werden derzeit pro Minute weltweit auf YouTube hochgeladen — ein unendlicher Fundus an Wissen und Kultur. Bei all den unzähligen Web-2.0-Diensten verbringe ich heute so manchen Abend auf der alten Dame YouTube, suche, genieße und denke an alte Zeiten… 😉

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Post-Privacy oder die Selbstaufgabe

In letzter Zeit vernimmt man desöfteren die Mär, um die sogenannte «Post-Privacy», also diese Zeit «nach der Privatsphäre». Hauptsächlich wird diese von jenen propagiert, die ein existenzielles Interesse an den zu «befreienden» Daten besitzen, diese in eine «erweiterte Öffentlichkeit» überführen möchten — «freie Fahrt, für freie Surfer». Daß in diesem Bereich Journalisten wie Jeff Jarvis federführend sind oder andere gar glauben mit der Diskussion um einen stetigen Kontrollverlust quasi eine selbsterfüllende Prophezeiung losstoßen zu können, ist somit recht einleuchtend.

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1984 war das Leben auf dem Ponyhof

Heute ist 2009 und unsere Elite hat aus den Misserfolge zweier vergangener Systeme gelernt. George Orwell war ein kleiner Witzbold und Kinderbuchautor gegen das, was heute technisch möglich ist und umgesetzt wird. Das wissen wir nicht erst seit Anne Roth und Andrej Holm.

So geht die Freiheit zugrunde – mit donnerndem Applaus.
(Padme, Star Wars: Episode III — Die Rache der Sith)

 

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Bitte nicht stören #4

1984

Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten –, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.

- George Orwell, 1984

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