T-Geheim

In den letzten Tagen bewegt alle Datenschützer und mündigen Bürger ein Thema, die Bespitzelungsaktion der Telekom. Nicht nur das diese anscheinend schon seit anno 2000 in vollem Gange war und neben Managern auch Journalisten, deren private Kontakte etc. durchleuchtete, nein man plazierte auch mittels einer Detektei einen Maulwurf in der Redaktion des Wirtschaftsmagazins Captial. René Obermann soll beispielsweise schon 2007 davon Kenntnis gehabt haben, ließ dabei auch Köpfe rollen, vermied es jedoch die Capital-Redaktion zu informieren. Während im Zuge dieser unglaublichen Vorfälle, gerade im Zusammenhang mit einem beinahe Kommunikationsmonopolisten, weite Kreise ziehen, versuchen auch schon die ersten Kapital daraus zu schlagen und die Verbindungsdatenspeicherung zentral unter die Aufsicht des Staats zu stellen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hingegen hält davon verständlicherweise nichts und plädiert für eine unabhängige Kontrolle: Um Missbrauch vorzubeugen, könnten die bei den Unternehmen anfallenden Verbindungsdaten dort verschlüsselt werden. Der Schlüssel zur Freigabe ließe sich bei einer unabhängigen Treuhänderstelle, einer Art Datennotar, hinterlegen. Währenddessen übt sich die Telekom selbst wohl eher in Schadensbegrenzung und gibt sich dem internen Schlagabtausch in der Chefetage hin, wer denn nun verantwortlich sei und wem man den schwarzen Peter wohl geschickt in die Schuhe schieben könne. Interessant dabei, das wie so oft in derlei Konzernen anscheinend keinerlei Unrechtsbewußtsein vorhanden ist, weder im Vorfeld noch danach, jeder versucht nur den eigenen Vorteil zu mehren respektive die eigene Haut zu retten.

Nach dem allgemeinen Desaster das Vater Staat unlängst anrichtete in diesen Gefilden, wundert nun auch eine solche Aktion nicht mehr wirklich. Und wie immer bleibt hier der schale Beigeschmack über, wenn schon in derlei Kreisen solche Aktionen laufen, wen kümmert dann wohl die Privatssphäre von Otto-Normal-Bürger?

Bild: DryIcons Free License

Update:

Zentrale der Deutschen Telekom durchsucht

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7 Antworten zu “T-Geheim”

  1. Bogus sagt:

    Wenn man genau bedenkt, können die eigentlich dicht machen. Welcher Kunde glaubt einen Unternehmen, der seine Mitarbeiter bespitzelt ?

    Ich bin bei der Telekom, als Kunde, aber leider kann ich nicht so ohne weiteres wechseln. Wenn ich einen neuen Provider suche würde, ich würde die Telekom meiden.

  2. Oliver sagt:

    >aber leider kann ich nicht so ohne weiteres wechseln.

    Exakt, deshalb auch die Bemerkung bezüglich des Monopols.

    >ich würde die Telekom meiden.

    Und du glaubst bei anderen wärst du sicher? Ich versuche mit derlei Beispielen eigentlich nur eines aufzuzeigen, Firmen sind weder sozial, noch menschenfreundlich, noch hilfsbereit etc., sie sind gewinnorientiert. Das heißt nicht das diese per se böse sind, aber sie beschreiten allenfalls genehme Wege so lange diese dem eigentlichen Ziel genügen.

  3. […] mag es kaum glauben, aber die Telekom bespitzelte was ihnen vor die bespitzelungstechnische Flinte kam, u.a. auch Bankdaten. Komplette Bewegungsprofile wurde erstellt etc. Aber who cares, in Zeiten in […]

  4. […] Spitze die auch wohl diversen Unternehmen zur Vorbildfunktion gereichte. Ist im Moment noch das Telekomgate in aller Munde und offenbart täglich neue unglaubliche Details, sind Praktiken um LIDL & […]

  5. […] zu bleiben und gibt sich gepflegter Ignoranz hin. Zwar hat bisher nur die Telekom eine derartige beinahe-Geheimdiensttätigkeit offenbart, aber auch der eine oder andere der kleineren Vertreter der Branche nahm es in der […]

  6. […] Schäubles am vergangenen Montag anberaumter Gipfel im Rahmen von Telekomgate in der Branche nur auf wenig Gegenliebe stieß, darüber berichtete ich schon. Genauer […]

  7. […] hier sich einer derartigen Argumentation befleißigt. Wie wir wissen ist dies jene Telekom, die es mit den Daten ihrer Mitarbeiter und auch Kunden nicht so wirklich genau nimmt und u.a. dabei mithalf nicht nur das Sommerloch zu stopfen, sondern die berühmt, […]

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