Systemmanagement

Nun nicht ganz, im Englischen würde man wohl sagen sort of 😉 aber es betrifft einzelne Teile des Systems: sicheres Löschen von Daten, eventuelle Datenrettung, Systeminfos, Backup ganzer Partitionen, Test des Speichers und auch des Rests des Systems usw. Der Clou bei der Sache, alles natürlich Opensource und unabhängig vom Betriebssystem.

Als erstes wären da einmal die quasi omnipotenten LiveCDs zu nennen: Frenzy, auf FreeBSD basierend, und grml, auf Debian Linux basierend. Beide setzen auf unterster Ebene an, d.h. sie sind für den Admin gedacht, der ohnehin mehr Zeit in der Konsole zubringt. Windowmanager existieren natürlich auch. Wer es da ein wenig bequemer haben möchte, jedoch auch ein wenig eingeschränkter, kann zu Knoppix (Linux) in der CD Version greifen oder FreeSBIE (FreeBSD), die zuvor vorgestellte NetBSD LiveCD Jihbed tut es da ebenso. Ich bevorzuge da ganz klar Frenzy oder grml, einfach ob der inne wohnenden Mächtigkeit.

Weiter gehts mit den Tests, größtes Übel und meist schwer auszumachen sind Fehler im Speicher. Da schafft Memtest+ Abhilfe, das als eigenständige mini-ISO daherkommt bzw. auch u.a. bei Knoppix als Boot-Option integriert ist. Man läßt das ganze nach dem Boot-Vorgang ein paar Stunden laufen und hofft darauf keine Fehler zu finden, ansonsten werde diese en detail angezeigt.

Für den globalen Test der Stabilität halten die oben erwähnten Admin-CDs Frenzy und grml jede Menge Tools bereit zum Streßtest. Da sollte sich letztendlich jeder Fehler offenbaren, ob nun der Rechner zu heiß wird, das Netzwerk Daten verschluckt, SMART für die Platten seltsame Werte liefert oder ob der Rechner bei hoher Last ins digitale Nirwarna übergeht. Die Tests sind natürlich nicht gleich jenen die viele der Windows-Übertakter-Riege verwenden, sprich man erhält hier auch aussagekräftige Informationen in diversen Bereichen und kann problematische Bereiche tatsächlich eingrenzen.

Wer seine Daten sichern möchte kann dies natürlich ebenso mit den Admin-CDs verrichten oder aber man greift zu speziell darauf abzielenden LiveCDs wie g4u. ghost4unix basiert auf NetBSD und erlaubt das Klonen von Festplatten, unabhängig vom System und somit auch vom verwendeten Filesystem.

Natürlich kann es auch sein das man klonen und die Platte danach säubern möchte, z.B. um diese zu entsorgen, whatever. Dafür bietet sich NetBSD/Schrubber an. Drüben auf get-privacy schrieb ich schon einmal etwas zu dieser CD, Grundlagen findet man dort ebenso.

Die Nessus-LiveCD vom BSI dient der Überprüfung von Netzwerken und deren Sicherheit. Grundlage ist hier das Programm Nessus. Dazu kommen noch andere Tools wie der Virenscanner clamav zum Einsatz, näheres erfährt man dort.

Zur Partionierung vorhandener Festplatten bietet sich GParted an, die LiveCD kann so ziemlich mit allen Filesystemen umgehen, außer mit UFS, da ist diese ziemlich eingeschränkt.

Imo teils weniger leistungsfähig aber durchaus für einige praktisch ist die UltimateBootCD, die ebenso mit Freeware Tools daherkommt, teils aus dem DOS-Bereich, teils aus dem Umfeld von diversen Firmen (Testtools für diverse Festplatten-Marken). Selten Opensource, aber immerhin free as in free beer.

Speziell für die Datenrettung findet man noch SystemRescueCD, basiert auf Linux und beinhaltet teils einige der erwähnten Tools, wie z.B. Paritionsmanager usw. Auch einen Blick wert, da recht speziell, auch klein (knapp 120Mb) im Download.

Zum Abschluß noch, der Vollständigkeit halber, GaG. GaG ist ein universeller und sehr leicht zu bedienender Bootmanager. Schaut zwar nicht unbedingt hübsch aus, ist aber gerade auch bei mehreren Betriebssystemen und teils frickeligen hauseigenen Bootmanagern die bequeme und problemlösende Alternative.

Alles in allem sollte man damit alle erdenklichen Probleme in puncto Sicherheit und Technik analysieren können — sofern das eigene Wissen keine Grenzen setzt.

Ich bitte auch davon abzusehen hier illegale Tool-CDs in den Comments zu posten. Diese werden zwar im Netz gerne genutzt, basieren jedoch auf nicht-lizensierter Software.

Bild: Wikipedia, GNU FDL

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