Super Tuesday

Super Tuesday

Auch wenn ich ein politisch interessierter Mensch bin, maße ich mir nicht an, die Vorwahlen in den USA großartig zu bewerten — da ich den Wahlkampf der Kandidaten nur oberflächlich in den deutschen Medien verfolgt habe. Laut der hiesigen Journaille läuft es angeblich darauf hinaus, dass die Amerikaner die Wahl zwischen Afroamerikaner und Frau treffen, der Republikaner McCain wird nur am Rande erwähnt, er hat aufgrund des Wirkens seines Parteifreundes George W. Bush angeblich keine Chance. Ich würde da rein vom Gefühl her die Konservativen, die Neocons nicht unterschätzen, erst recht nicht, da es sich um einen Kriegshelden handelt — und die genießen beim Amerikanischen Kriegsstamm großes Ansehen. Der Spiegelfechter kommt zu dem Schluss, dass Barack Obama wohl das kleinere übel ist — und nimmt sich in einem anderen Artikel den Manchurian Candidate vor. McCain, Clinton oder Obama — einer dieser Personen wird maßgeblich die Weltpolitik in den nächsten Jahren bestimmen. Bei der Macht, die insbesondere nach 9/11 dem Präsidenten der USA zugefallen ist, kann man schon ein klein wenig Angst bekommen… Dank an den Spiegelfechter — nicht nur für Statistiker, die aktuellen Ergebnisse aus den USA:

Election 2008 National Head-to-Head Polls

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10 Antworten zu “Super Tuesday”

  1. Unterschätze bloß McCain nicht! Sollte (was ich nicht hoffe) Miss Clinton als «Demokratin» antreten, dürfte er der Top-Favorit sein. Obama hätte gegen ihn eine recht ordentliche Chance. Ich persönlich würde (wie Du ja schreibst) Obama für das kleinste Übel halten und könnte sogar mit McCain leben — er ist ein Krieger, aber seriös und realistisch und kein «Auserwählter». Miss Clinton wäre das Schlimmste, was der Welt passieren könnte. Außer Idioten, die tatsächlich der Meinung sind, ihre aufgeklärte Haltung dadurch zu zeigen, eine Frau zu wählen, dürfte nur die Rüstungsbranche (nicht die Armee!) und Israel hinter ihr stehen.

  2. Chris sagt:

    Bei Clinton habe ich auch ein ungutes Gefühl. McCain als Kriegsheld mit den Fundamentalisten und Neocons im Hintergrund — args. Und Obama — immer wenn von einem Heilsbringer gesprochen wird, irgendwo habe ich gelesen, ein zweiter Kennedy — dann schrillen bei mir alle Alarmglocken. Aber okay — ähnlich geht es mir bei deutschen Bundestagswahlen… 😉

    Ich bin ja mal gespannt, wie sensationell die deutschen Medien es verkaufen werden, wenn McCain gleichauf oder knapp vor, knapp hinter dem Kandidaten der Demokraten liegt. *g*

  3. Man sollte den deutschen Medien mal diese streng geheime Seite empfehlen, die die aktuellen demographischen Ergebnisse recht übersichtlich darstellt 😉

  4. EuRo sagt:

    Mc Cain war aber, bevor er Präsidentschaftskandidat wurde, eher Realist. Vielleicht «spielt» er wie neulich Koch in Hessen nur mit dem Populismus, um am rechten Rand abzugrasen. Mit dem Unterschied, dass die Amis keine Hessen sind, dummerweise.
    Aber vielleicht ist da bei mir auch mehr der Wunsch der Vater des Gedankens. Und — ich bin gar nicht heiß drauf zu erfahren, ob ich vielleicht recht habe.
    Vorher fänd’ ich einen Obama auch eher erträglich, als noch eine dieser Flintenweiber (das ist nicht sexistisch gemeint).
    Wenn Obama nur halb so gut ist, wie er tut, wird er dereinst in guter amerikanischer Tradition erschossen.
    Sorry, aber ich bin zurzeit einfach Scheiße drauf.

  5. Oliver sagt:

    Ich habe mit Obama keine Probleme, er ist noch zu jung und «unverbraucht» und das die Kennedys bzw. auch Schwarzeneggers Frau für ihn Werbung machen, trotz langjähriger Freundschaft mit den Clintons, nun die liebe Clinton stand noch nie für die gleichen Ziele wie ihr Mann und das ist eben bekannt. Zudem ist der Wahlkampf des fast schon greisen Ehepaars, zumindest wird Miss Clinton am Ende ihrer Amtszeit der 70 entgegen lächeln, mehr als fragwürdig — wer zur Hölle tritt da eigentlich an und vor allem mit welchen Themen? Die Majorität der Leute verwechselt Miss Clinton mit ihrem Mann und dieser hatte nun einmal kein arg konservatives Wahlprogramm.

    Ehrlich gesagt ich würde Obama direkt wählen, auch hätte ich *damals* Clinton gewählt. Und im Nachhinein bleibt bei Clinton gar nicht soviel politisch über wie man denken möchte, aber er ging mit Esprit an die Sache heran und versprühte eine positive Aura. Nach den arg konservativen 80ern mit Ronald Reagan und Bush Senior war es einfach ein positives Signal. Man muß sich z.B. in Erinnerung rufen, daß Microsoft beispielsweise Anfang der 90er die erste schwarze Frau überhaupt beschäftigte und das war keineswegs Zufall wie wir heute wissen. Heute stehen die USA als Lachnummer in der Welt da und das wegen eines einzigen GAUs, dem Junior der zu gar nichts taugt, es ist halt wieder an der Zeit für ein positives Zeichen und hoffentlich für zwei Amtszeiten. Das braucht die USA, aber auch die Welt. Heilsbringer? Sicher ist er daß, er kann es nicht richten, aber er kann wie einstmals Clinton dem Land Esprit geben und _dann_ hängt der Rest an der Bevölkerung dort. Gute Könige die alles richten gibts nur im Märchen, in der Realität müssen halt alle anpacken und einer markiert den Start — mehr nicht.

    Und Angst? Im Moment fürchte ich mich mehr vor dem russischen Bären, der sich arg ruhig verhält, Gasgerds Kumpel …

  6. Oliver sagt:

    «erst recht nicht, da es sich um einen Kriegshelden handelt»

    Erinnern wir uns mal schnell an John Kerry :)

    –Lieutenant
    –drei Purple Hearts und diverses anderes Lametta in Vietnam

    sprich die höchsten Ehrungen überhaupt.

    Und rate mal wer ihn besiegte? Nun der Junior, der sich daheim drückte vor Vietnam mit Hilfe seines Vaters.

  7. Chris sagt:

    Stimmt schon, aber ich wollte doch das Wort Kriegsstamm unbedingt mit einflechten… 😀

    Ahja, und der lupenreine Demokrat aus dem Osten? 😉

    Ich persönlich würde auch Obama wählen — bei der Clinton hab ich immer das Gefühl, die setzt sich auf den nächsten Besen und fliegt davon… 😀

  8. Grainger sagt:

    Obama hat aber angeblich im tiefen Süden tatsächlich Schwierigkeiten, die Stimmen der farbigen Bevölkerung zu bekommen.

    Denn seine Vorfahren sind scheinbar nicht als Sklaven nach Amerika gekommen, sondern erst nach dem Sezessionskrieg freiwillig eingewandert und haben es zu einem gewissen Wohlstand gebracht.

    Und das macht ihn für die Farbigen im Süden (die wohl zum größten Teil von ehemaligen Sklaven abstammen) schon fast zu einem Weißen (zumindest ist er für diese Bevölkerungsgruppe irgendwie kein richtiger Schwarzer).

  9. Oliver sagt:

    Wenn jemand der Erfolg hat, wiederum deswegen geächtet wird, was erwartet man dann eigentlich? Aus dem Elend gibts so jedenfalls keinen Ausweg. Und unter dem Rassismus hatten seine Eltern auch extrem zu leiden, selbst heiraten mußten sie anderswo. Wenn damals ein Farbiger eine Weiße heiratete, wenn überhaupt möglich, dann waren diese Leute geächtet. Ob viele die sich heute als ehemalige Sklaven fühlen überhaupt wissen was es heißt tatsächlich geächtet zu sein, trotz Erfolg, wage ich zu bezweifeln.

  10. Chris sagt:

    Es läuft alles auf Clinton und, wie erwaret, McCain hinaus…

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