Sun ZFS auf dem Desktop

ZFS wird ja immer nachgesagt das es für den Server sinnvoll ist, aber für den Desktop-Rechner eines Home-Users kaum etwas an Mehrwert bringt.

Ich möchte diese These nicht vollständig umdrehen, allerdings ist ZFS gerade für den Desktop-Rechner eines Home-Users interessant.

grUNIX

So schreibt Axel auf seinem Blog und ich möchte ihm da gar nicht derart vehement wiedersprechen. Die Terabytes rücken selbst in heimischen Gefilden immer mehr in greifbare Nähe, die Datenflut ist teils gigantisch zu nennen — ein Ende ist kaum abzusehen. Das dafür nun adäquate Verwaltungsmethoden gefunden werden müssen, um das Handling zu erleichtern ist nur mehr als konsequent. Was liegt also näher als sich bei ZFS zu bedienen? ZFS, Suns Filesystem, wird selbstredend unter Solaris/OpenSolaris ausgeliefert und ist auch in FreeBSD 7 integrales Bestandteil.

PC-BSD7 beispielsweise bietet eine einfache Nutzung dieses Filessystems an und das auf dem Desktop. Die Erprobung dort dürfte also der erste größere Desktop-Einsatz überhaupt sein, sieht man mal von OpenSolaris ab. Ein anderer Knackpunkt bei ZFS ist jedoch aber der hohe Ressourcenverbrauch und die Empfehlung für 64 Bit. Sprich letzteres sollte es schon sein und mehrere Gigabyte Speicher wären auch nicht schlecht damit alles rund läuft.

Nun gut mehrere Gigabyte nenne ich mein eigen, 64 Bit bei Bedarf ebenso und dennoch weiß ich das selbst auf dem Windows-Desktop 2Gb1 immer noch mehr oder weniger nicht dominieren und in unioxiden Desktop-Gefilden ohnehin als rar anzusehen sind. Bei letzteren nur allzu verständlich, viele Kisten rennen mit 512Mb bis 1Gb je nach Anspruch einwandfrei. 64 Bit ist in beiden Fällen als eher grenzwertig zu betrachten. Und die Mär vom billigen Speicher als Grund für einen grassierenden Speicher-Fetisch und der Aufrüstung ob Vista trug trotzdem zu keiner Besserung bei. Vista hat keine derartig große Verbreitung2 und ist auch tatsächlich nicht der vermutete Ressourcenfresser wie propagiert3 , wenn auch hungriger als Windows XP.4

Wie man sieht kann also ZFS irgendwann in naher Zukunft die Lösung sein, dazu gehört jedoch auch eine Menge Finetuning oder mehr Speicher, mehr 64 Bit auf Seiten des Users. Nicht verschweigen möchte ich auch, daß es mit eben etwas Finetuning5, 2Gb und selbst 32 Bit ganz famos läuft — nur würde ich dafür auch nicht meine Hand ins Feuer legen. Es ist noch als heiß und fettig anzusehen und ob man damit die geringen Halbwertszeiten der Marke halbes Terabyte geschickt zu kompensieren vermag wage ich durchaus anzuzweifeln. Am Ende tun sich zwei Baustellen auf 😉

  1. siehe auch die Valve-Statistik und dort betrachten wir Spieler! []
  2. OEM-Absätze VS tatsächlichem Einsatz []
  3. es besitzt jedoch eine andere Speicherverwaltung, die so einiges an Verwirrung stiftete []
  4. in einem Aufwasch kann ich da auch das Blafasel von Trittin (Grüne) beseitigen — Schuster bleib bei deinen Leisten []
  5. einiges davon ist schon obsolet, die Entwicklung schreitet bei Sun ebenso wie bei FreeBSD voran []

, ,

5 Antworten zu “Sun ZFS auf dem Desktop”

  1. Solarix sagt:

    Um mal meine 2 Cents abzugeben. 😉

    ZFS ist mit Sicherheit DAS ultimative Dateisystem von den Features her, kann es fast mit Veritas konkurrieren und vom Handling her ist es fast schon idiot proof.

    Allerdings bedingt durch predictive Self Healing hat es bei «kaputter Hardware» auch ein paar unschoene Nebeneffekte, d.h.es kann die Maschine zum panicen bringen, wenn ZFS der Meinung ist die Datenintegritaet wird gefaehrdet. Andere Filesysteme wie ext3 NTFS und co. schreiben lustig Schrott auf die Platte. ZFS tut dies nicht und laesst prophylaktisch die Maschine abrauchen. Man kann was die Performance angeht viel am ARC drehen.

    IMHO hat ZFS die Feuertaufe bei einigen meiner Kunden bestanden. Allerdings kam es auch zu den oben genannte Effekten wie panics, bei «schlechter Hardware» veraltetem |Firmwarestand, Patchlevelprobleme usw.

    Was die sonstige Zuverlaessigkeit des Filesystems angeht, das ist absolut konkurrenzfaehig. Nur man sollte nicht auf die Idee kommen das mit Fuse auf der Linuxbox nutzen zu wollen.

  2. Warum nicht unter FUSE auf Linux?
    Ich selbst kenne das unter Linux nicht, was gibt es denn da für Probleme?

  3. Oliver sagt:

    Ich denke die Aussage des Developers gibt diesbezüglich zu genüge Auskunft: ZFS on FUSE/Linux

  4. Solarix sagt:

    @Axel,
    in dem Link steht eigentlich alles drin.
    Ich hab das vor ca. Acht Monaten mal mit Ubuntu ausprobiert, vom extrem bescheidenen I/O bis zum Datencrash war alles dabei.
    Stabil war das nicht wirklich. Das Caching war praktisch nicht zu gebrauchen.

    Eigentlich jammerschade. Ich bin gespannt wie sich die Entwicklung fortsetzt.

RSS-Feed abonnieren