StudiVZ — AGB’s reloaded

Liebe Besucher — der aktuelle Artikel (Dezember 2007) zu den StudiVZ-AGB’s finder sich hier.

Ach liebe Freunde vom StudiVZ — eigentlich waren wir doch mit dem Thema durch, oder? Holtzbrinck hat ein wenig Monopoly-Geld auf den Tisch gelegt, es wurde mit Euch noch ein wenig gespielt, Euch wurde gezeigt, welchen Einfluß Ihr auf das richtige Leben da draußen haben könnt, dann wolltet Ihr von Euch aus mal wieder in die Schlagzeilen, die Gebrüder Bots waren bei Euch zu Besuch und (fast) zum Schluß der Beginn des GAU’s — Holtzbrinck musste Stufe 1 der Bremsanlage zünden. Nachdem was davor alles so passiert ist, ist Euch das immer noch nicht genug? Wohl nicht, gestern kamen Eure neuen AGB’s per Mail — okay, here we go… 😀

2.1 […] Der Betreiber ist berechtigt, die Personalien,
insbesondere das Alter des Nutzers anhand geeigneter amtlicher
Papiere zu prüfen.

Nur ein Kopfschütteln, ein Link — Geburtsurkunde & Spermaprobe meines Dads folgen dann. In was für einer Welt lebt Ihr? Hallo, das ist das Internet, da gibt es noch was da draußen, so richtig mit anfassen und so, nennt sich RealLife. 😉

2.4 studiVZ bietet die Dienste seiner Plattform ausschließlich für private Zwecke an. Eine gewerbliche Nutzung ist nicht erlaubt.

Das müsste doch für *beide* Seiten gelten, oder? Explizit für den Nutzer ist hier nicht erwähnt. Das ist ja mal spannend. 😉

3.3 […] Das Vortäuschen einer fremden Identität sowie beleidigende, herabsetzende oder rassistische Äußerungen laufen dem Sinn des Dienstes von studiVZ zuwider und sind deshalb verboten.

Ich möchte mir doch verbitten, dass profane Fakeaccounts mit Rassismus, Beleidigungen, etc. pp. gleichgesetzt werden, gehts noch? Da hörts echt auf. Wenn das StudiVZ untergeht, werde ich laut singen. Das geht gar nicht.

3.5 Der Betreiber behält sich vor, im Datenbanksystem von studiVZ Programme zu verwenden, welche Rückschlüsse auf das Kommunikationsverhalten der Nutzer ermöglichen. Diese Programme dienen ausschließlich der Erhöhung der Sicherheit der Kommunikation im Netzwerk von studiVZ.

Aber natürlich gehts um die Sicherheit — Nachtigall ick hör dir trapsen. Wer es jetzt von den Studis noch immer nicht kapiert, dem ist nicht mehr zu helfen.

4.1 […] Bis auf weiteres bleiben auch alle Dienste und Features von studiVZ kostenlos.

Bremsstufe 5 wenn dem nicht mehr so ist… *g*

5.2 Sämtliche datenschutzrechtlichen Gesetze und Bestimmungen werden von studiVZ genauestens befolgt. Zu diesen Bestimmungen zählen vor allem das Teledienstedatenschutzgesetz (TDDSG) […].

Kleine Anmerkung von einem kleinen, nicht allzu wichtigen Blogger: Das TDDSG gibbet nicht mehr, dafür ist das Telemediengesetz am 01. März diesen Jahres in Kraft getreten. Schon sehr professionell, was Ihr da macht. Omg…

6.1 Der Betreiber haftet nicht für den Inhalt der Veröffentlichungen
der Nutzer; dies gilt insbesondere für Fälle, in denen die von Nutzern eingestellten Inhalte gegen das geistige Eigentum (Markenrechte, Urheberrecht, etc.) oder gegen das Persönlichkeitsrecht Dritter verstoßen.

Das könnte das AG Hamburg unter dem netten Richter Buske — besonders bei positiver Kenntnis — anders sehen. Auch wenn negative Kenntnis vorliegt, bei bereits erfolgten Auffälligkeiten steht man auch ebenso unter besonderer Beobachtung. 😉

6.7 Der Betreiber ist jederzeit berechtigt, die Dienste von studiVZ ohne Angabe von Gründen unter Ausschluss jeglicher Schadenersatzansprüche der Nutzer mit sofortiger Wirkung ganz oder teilweise einzustellen und sämtliche gespeicherten Nutzerdaten zu löschen.

Das könnte mal sehr, sehr wichtig werden… *fg*

7.6 […] Jeder Verstoß gegen die Vertraulichkeit […] wird rechtlich verfolgt.

Gilt das auch für die bei Euch hinterlegten Fotos? Ihr habt das Problem immer noch nicht im Griff. Noch immer sind alle Fotos von draußen erreichbar. Wie lange wisst Ihr nun um das Problem, lasst mich nachschauen: Seit dem 06. Dezember letzten Jahres mindestens, da erschien der Artikel auf .get privacy. Macht verdammt nochmal Euren Job und kümmert Euch um die Probleme, anstelle solche inhaltsleeren sinnfreien großartigen AGB’s zu verschicken!

Spannend auch die neuen Paragraphen übers Massengruscheln bis hin zum Hacken und die neuen Vertragsstrafen. Man sollte das StudiVZ umbennen — PraragraphenVZ oder auch StrafenVZ, 6000VZ gefällt mir auch — oder auch Web 2.0-BlaseVZ. Für mich stellt sich nur noch die Frage, wie lange die Blase noch mit Luft gefüllt werden kann, sprich, wie lange Holtzbrinck da noch Gelder reinbuttert — ertragreich ist der Laden bestimmt nicht. Wie man beim Don lesen konnte, läuft das SchülerVZ auch nicht an — und das, meine Damen und Herren aus Berlin, ist ganz grandios. Studenten, die kann man untergehen lassen, aber Kinder, das ist ein absolutes No-Go. Schämt Euch!

Rechtlich kann ich aufgrund fehlendem Jurastudium wenig zu dem neuen AGB’s sagen, das kann Udo viel besser. Vernichtender kann ein Fazit dann auch nicht ausfallen:

Gegenüber Verbrauchern sind Vertragsstrafenregelungen nur sehr eingeschränkt zulässig. Selbst wenn man diese Klippe umschifft, stellt sich immer noch die Frage, ob die verwendete Vertragsstrafenklausel überraschend ist, den Nutzer unangemessen benachteiligt und damit unwirksam ist.

Ich beantworte das mit einem klaren Ja.

Die AGB’s im kpl. Wortlaut bei Karsten.

it-guerilla kommentiert die neuen AGB’s auch sehr fein.

F!XMBR-Suche StudiVZ

.get privacy-Suche StudiVZ

Blogbar-Suche StudiVZ

25 Antworten zu “StudiVZ — AGB’s reloaded”

  1. Kasi-Blog sagt:

    Sehr schön! Ich glaube ja, dass die einfach nur die AGBs irgendwo abgeschrieben haben, ohne selbst richtig nachzudenken. Ein Anwalt hätte vielleicht geholfen, zumindest den juristischen Kram richtig hinzukriegen.

  2. […] ist auch, wie Christian schreibt, dass die ABGs schon heute veraltet sind, weil auf Gesetze Bezug genommen worden sind, die […]

  3. Chris sagt:

    Ich habe gerade nochmal drübergelesen. Die haben alte, vorhandene AGB’s abgeschrieben, und das Verhaltenskodex-Gedöns dazwischen platziert — dieser Eindrück könnte zumindest entstehen.

    Ob es wohl ein Zufall ist, der Abgang Darianis und 2 Tage später kommen die AGB’s, wo besonders Bezug auf den Nazi-Dreck genommen wird. 😉

  4. stimme sagt:

    Die Kommunikation zur Presse ist eine Praktikantenstelle.
    Die Person die mit dem CampusCaptain spricht: Praktikantenstelle.

    Liegt doch schon nahe das ebenfalls ein Praktikant für die Erstellung der AGBs verantwortlich war 😉

  5. Chris sagt:

    Aber lustige Fehlerseiten haben sie 😉

  6. Chris sagt:

    @Chris: Letzten Comment gelöscht, da vorherigen korrigiert. Wenn Du mir jetzt noch übersetzt, was dieses Script-Gedöns soll, dann lasse ich den Link auch stehen. 😉

  7. Chris sagt:

    Naja, typischer Versuch für XSS halt, aber da scheinen sie ja schon (zumindest teilweise) etwas gegen getan zu haben…

  8. Chris sagt:

    Gut, nicht hier. Hier der Screenshot:

    406

  9. Falk sagt:

    Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass studiVZ Mitarbeiter in Extremfällen, in denen der akute Verdacht besteht, dass die AGB nicht eingehalten werden oder unzulässige Inhalte über die Plattform verbreitet werden, diese Nachrichten einsehen können.

    Moment mal, seit wann darf ein Betreiber einer solchen Plattform von sich aus aktiv werden und *private* Nachrichten lesen? Ob man es *könnte* ist in dem Falle unerheblich, wenn sie es tun, haben sie imho aber ein ganz großes Problem am Hals. Das wär ja genauso, als wenn mein Mailprovider mal aus einem «Verdacht» heraus meine Mails mitliest.

  10. Juergen sagt:

    Weniger zu AGBs, aber bezugnehmend auf den Punkt 3.5 von oben… bei Xing (ex OpenBC) sind sie sogar schon einen Schritt weiter. Da wird die (Meta-)Datenbankschnittstelle nicht mehr nur als Admin-Sicherheitsfeature propagiert, sondern die gibts in Zukunft gleich als Goodie dazu. Mit der kann sich dann jeder auf Xing vertretene, unglaublich wichtige «early adopter» die Daten direkt in seine interne IT-Infrastruktur laden. Der Elektrische Reporter hat da mal den Xing-Gründer interviewt. Das Filmchen zeigt ganz nett, was für Raketen bei solchen Unternehmen als Entscheider agieren. Absolut sehenswert… aber vergesst das Beißholz nicht.

  11. Chris sagt:

    Wenn sich Unternehmen, Business-Kasper bei Xing zum Affen machen, bitteschön, zur Zeit verlieren sie alle neben ihren Daten massig Kohle, die Aktie fällt und fällt und fällt. *fg*

    Bei den Studis sehe ich das noch differenzierter, die sind teils unbedarft, auch wenn ich mittlerweile frage, wie blöd muss man sein. Und Schüler, das geht gar nicht.

    @Falk: Das Zitat von Dir kann ich offiziell nirgends finden, ich frage nebenan mal nach…

  12. Falk sagt:

    Deswegen ja die Bitte, es gegenzuchecken. Die Quelle wäre schon interessant.

  13. Oliver sagt:

    >Wenn sich Unternehmen, Business-Kasper bei Xing zum Affen machen

    Hat doch Methode, die Yuppies hatten das mit ihren Visitenkarten, bei den Bayern nennt man das Amigos usw. 😀

  14. Chris sagt:

    Falk will wohl nicht — sein Zitat kommt aus den — kein Scherz — Datenschutzbestimmungen… 😀

    Wie geil, was für Vollpfosten…

    http://www.studivz.net/po.….info.php

  15. Falk sagt:

    Doch ja, das hat was. Ein Anbieter, der mal eben auf Verdacht meine privaten Nachrichten mitliest und dies auch noch auf der Webseite so publiziert. Na okay, wer von den angeblich 1,9 Millionen hat das gelesen und noch wichtiger, wieviel davon verstanden?

  16. felle sagt:

    Ist es eigntlich rechtswirkend, das Einverständnis mit den AGB’s durch ein Nicht-Antworten auf eine E-Mail zu erlangen?

  17. Chris sagt:

    Das kann Dir nur ein Anwalt beantworten. 😉

    Ich würde aber meinen, dass es für StudiVZ schwierig wird, überhaupt zu beweisen, dass Du die Mail bekommen hast.

    Das müssen aber Anwälte beantworten.

  18. Falk sagt:

    Ist es eigntlich rechtswirkend, das Einverständnis mit den AGB?s durch ein Nicht-Antworten auf eine E-Mail zu erlangen?

    Wenn ich das an der Blogbar vorhin richtig gelesen habe, scheint wohl ein Einverständnis durch Nicht-Reaktion vorzuliegen. Dieser Punkt dürfte unkritisch sein. Ob dies dann insgesamt wirksam sind, steht ja auf einem anderen Blatt.

  19. […] habe ich nur leicht drüber ausgelassen. An anderer Stelle wurde darauf genauer eingegangen, einige haben sich Gedanken zu diesem Wirrwarr gemacht. Andere haben sich auf das Wesentliche im Leben […]

  20. […] bei StudiVZ und Holtzbrinck eigentlich nur Praktikanten? Gestern hatte Udo den neuen AGB’s des Berliner Bonkers ein vernichtendes Urteil ausgestellt, noch mal […]

  21. […] geliebten StudiVZ wird ja an genügend anderen Stellen geschrieben und diskutiert, z.B. hier, oder hier. Abgesehen davon das ich die Praxis des Akzeptieren durch “Nichts tun” etwas […]

  22. […] meinen studivz.net — Account gelöscht, nachdem ich das hier gelesen habe. schuelervz.net fällt damit mit Sicherheit auch […]

  23. […] haben so einige Leute ein heftiges Ding an der Welle. Irgendwie versucht StudiVZ, sich nach den seltsamen AGB-Änderungen auch noch auf andere Weise unbeliebt zu […]

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