Stoppt die Elbphilharmonie!

elbphilharmonie
Foto: Andre080582 | CC-Lizenz

Wenn Kleingeister sich selbst ein Denkmal setzen wollen, kommt selten etwas Gutes dabei raus. Die Elbphilharmonie in Hamburg war das Lieblingsprojekt des ehemaligen Ersten Bürgermeisters der Stadt, Ole von Beust. Die CDU und Ole von Beust wollten mit Sidney und anderen Metropolen in einer Liga spielen, man sprach bescheiden von hanseatischer Weltarchitektur. Die Hansestadt Hamburg ist für die Seriosität und Integrität ihrer Kaufleute bekannt — und so gab es kaum Kritik als die Stadt Hamburg und das Konsortium Adamanta den Vertrag zum Bau der Elbphilharmonie unterzeichneten. 77 Mio. Euro sollte das Meisterwerk den Steuerzahler kosten, 2010 sollte die Elbphilharmonie eröffnet werden. Wie bekannt, ist weder der Eröffnungstermin eingehalten worden, noch die ursprünglich veranschlagten Kosten.

Aktuell wird damit gerechnet, dass der Bau 2014, eventuell 2015 fertiggestellt wird. Aber auch diese Zahlen sind unsicher — werden doch immer wieder neue Zahlen veröffentlicht. Die Kosten sind mittlerweile explodiert, von einem Desaster zu sprechen, wird der Sache nicht annähernd gerecht. Die Kosten sollen mittlerweile knapp 500 Mio. Euro betragen, aber auch diese Zahl ist mit Vorsicht zu genießen, in den Hamburger Medien gibt es monatlich neue Horrormeldungen zu den Kosten der Elbphilharmonie zu lesen.

Die Elbphilharmonie ist ein Skandal und straft alle Vorurteile über seriöse und integre Hamburger Kaufleute Lügen. Das Gebäude ist schon heute ein Schandmahl — in einer Stadt, in der Armut immer weiter zunimmt, wird für die Oberklasse auf Kosten der Steuerzahler ein Veranstaltungsort zum Ringelpiez mit Anfassen gebaut. Diesen Makel wird die Elbphilharmonie niemals loswerden. Es ist an der Zeit, die Reißleine zu ziehen. Es wundert, dass nicht der Hamburgische Mittelstand gegen diesen Wahnsinn protestiert, schließlich geht es um den Ruf einer ganzen Stadt und dem Unternehmertum der Hansestadt. Ole von Beust ist nicht mehr Erster Bürgermeister von Hamburg. Der Skandal rund um die Elbphilharmonie wird aber immer mit seinem Namen verbunden bleiben.

Stoppt die Elbphilharmonie!
Und lasst den Bau so stehen, wie er ist!
Als Mahnmal gegen Geltungssucht und Größenwahn!

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10 Antworten zu “Stoppt die Elbphilharmonie!”

  1. Thomas sagt:

    Völlig falscher Ansatz, die Elbphilharmonie muss fertiggebaut werden. Aber sie muss dann vor allem Heavy-Metal-Bands zur Verfügung stehen. Das Wacken Open Air 2015 wird dann teilweise in der Elbphilharmonie stattfinden.

  2. Otto Normalverbraucher sagt:

    Wir haben einige Milliardäre in Hamburg — die sollen mal kurz zusammenlegen und haben dann auf Lebenszeit freien Eintritt. Das letzte Hemd hat keine Taschen, Herr Otto.

    Alle anderen sollten mind. 500 Euro Eintritt bezahlen. Die Elbphilharmonie darf keine Subventionen zu Lasten der anderen richtig guten und etablierten Kulturstätten bekommen.

  3. Avatara sagt:

    Ohne sowas wärs doch garkein richtiges Opernhaus. Wenn schon Weltarchitektur, dann muss man auch mit Sydney mithalten und zwar in jeder hinsicht.

  4. Wanderer sagt:

    Das Beste hast du noch gar nicht erzählt. Das Ganze ist ja nur deshalb so teuer, weil man für den Konzertsaal eine freischwebende Konstruktion braucht. Diese nur deswegen, damit die zukünftigen Bewohner der Elbphilharmonie nicht durch die Konzerte gestört werden. Bezahlt werden kann die Philharmonie nämlich nur dann, wenn Geld über die verkauften Wohnungen im Gebäude reinkommt.

    Hi,hi,hi..da waren echte Strategen am Werk!

  5. Finmike sagt:

    Falscher Ansatz, wohl wahr. Die E. geht zurück auf Henning Voscherau (SPD) — wie auch die Hafencity als solche. Und das Prinzip «Wirf Geld aus dem Fenster, damit es zur Haustür wieder reinkommt» musste dazu auch nicht neu erfunden werden. Dat mok wi jümmers so. Hats eigentlich zwischenzeitlich schon mal funktioniert, irgendwo?

  6. FF sagt:

    Mittlerweile ist es doch gängige Praxis, bei Projekten aller Art die Budgets auf Biegen und Brechen runterzurechnen, um den Zuschlag zu kriegen.

    Wenn die Tinte trocken ist, explodieren plötzlich die Kosten. Zähneknirschend wird nachgeschossen, man will ja keine Bauruine.

    Mafiamethoden sind das.

  7. saschirulo sagt:

    Ich hab mal etwas im Internet geschaut:
    Die Architekten sind bei einigen ihrer Projekte mit den Baukosten weit über ihr Ziel hinausgeschossen.
    Beispiele: Nationalstadion Peking, 56 Leonard Street New York(Bau unterbrochen)und Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst Duisburg.
    Die Hamburger lassen sich, nach meiner Ansicht, am heftigsten über den Tisch ziehen. In Bezug auf die Architekten stellt sich bei mir nur die Frage: Wie haben die Münchner es beim Bau ihrer Arena gemacht, daß es trotz der gleichen Archtekten keine erwähnten Mehrkosten hatten?
    Vielleicht lag es daran, daß der Euro damals noch etwas besser im Saft stand?

  8. Georg sagt:

    Oder daran, daß man Hoeneß zwar als selbstverliebten Unsympathen bezeichnen kann aber er von Finanzen wohl mehr Ahnung hat als viele Politiker und Banker, und man ihn weniger übern Tisch ziehen konnte…

  9. Ein Mensch sagt:

    Vielleicht sollte man die Vergaberegeln mal so neu fassen, dass sobald das Budget um 10% überschritten wird, der komplette Auftrag neu ausgeschrieben werden muss und der vorherige Unternehmer nicht mehr mitbieten darf.

  10. Birgit sagt:

    Gibt es irgendwo im Netz eine Seite, wo man Unterschriften GEGEN die Elbphilharmonie sammelt?

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