Stasi-Methoden gegenüber Bloggern?

Um die Meinungsbildung innerhalb der Blogosphäre zu beobachten und um eine strategische Früherkennung solcher, möglicherweise kritischer Themen zu gewährleisten, bevor sie die klassischen Print– und Rundfunkmedien erreicht haben, ist ein Scanning und Monitoring von Weblogs und Co. erforderlich.

So die Johanssen + Kretschmer Strategische Kommunikation GmbH auf ihrer Hompage zum Monatsthema April: Weblogs und Krisenkommunikation

Es begann (für mich) ganz harmlos, auf Nercore fand ich einen Hinweis zu den Comments bei Basic Thinking. Von dort aus landete ich bei Don Alphonso, der festgestellt hatte, dass das Unternehmen seine Urheberrechte verletzte. Die Ankündigung von ihm war schnell geschrieben, doch, womit der Don evtl. nicht gerechnet hatte, er wird tatsächlich überwacht, und so wurde das angeprangerte Bild tatsächlich von der Homepage des Unternehmens gelöscht. Es wird interessant sein, den Fall weiter zu beobachten.

Was mich aber sehr stört, ist hier die Selbstverständlichkeit der Werbung, dass hier die Blogger, wie damals die Bürger der guten, alten — jetzt die Augen zu, Honnies Stimme vorstellen — Deutschen Demokratischen Republik - Augen wieder auf - überwacht werden sollen. Das sind meiner Meinung nach Stasi-Mehoden und sagt (neben der lt. Don Alphonso begangenen Urheberrechtsverletzung) viel über das Unternehmen aus.

Btw, ich finde es verdammt affig, über A-Lister zu sprechen — manche Blogger können das ja auch sehr gut - da kommt bei mir immer der Gedanke auf, solche Leute am besten in den Dschungel schicken, zu den C-Promies. 😀

3 Antworten zu “Stasi-Methoden gegenüber Bloggern?”

  1. Oli sagt:

    Na was heißt Überwachung — man «nimmt», läßt sich inspirieren, ist doch usus in der Industrie. Ich muß hier keine Namen als Beispiele nennen, derer gibt es zu genüge von klein bis groß.
    Man «überwacht» auf zu verwertende Infos, eventuelle Abmahnmöglichkeiten ;), sowie mögliche Kritik — sprich wie wirkt der Konzern in der Öffentlichkeit.
    In den USA ist das die Regel und nicht selten wird mal ein besonders eifriger Blogger von der schreibenden Zunft, sprich Zeitung, abgeworben. «Überwachung» pur, aber nicht wirklich schlimm.

    Schlimmer wäre es wenn irgendein Innenminister derlei Dinge vorantreiben würde :)

  2. Chris sagt:

    Falsch Oli :) Es geht hier de facto um die Überwachung, nicht um den «Diebstahl» von Content. Unternehmen sollen als Kunden gewonnen werden, falls dann sowas wie mit Transparency oder Jamba geschieht, dann reagieren unsere PR-Berater (sollen angeblich auch das Krisenmanagement von Hartz IV managen) angeblich ganz schnell.

  3. Oli sagt:

    So falsch wohl auch nicht, wenn man denn mal für einen kurzen Augenblick die Paranoia Signallampe abschaltet.
    Was wird denn mit den erhaltenen Infos gemacht? Blogger weggesperrt, nein der der zahlt bekommt diese und hat wohl diverse Interessen für die Anwendung. Ob Staat, Firma, Plagiat etc. oder etwa nicht?
    Was meint eigentlich die ganze Bloggergemeinde womit Google ihr Geld verdient und welche Organisationen all die erlangten Infos verwerten? Sorry aber das ist Naivität pur …

    »Doch Weblogs sind mehr als ein nettes Online-Instrument. Weblogs können Krisen verursachen. Sie können Organisationen und Unternehmen ebenso wie Einzelpersonen mit wenigen Mausklicks in die kommunikative Defensive treiben. Damit rücken Weblogs in den Fokus der Krisenkommunikation.« ..bemerkte ich btw. mit dem Punkt «Abmahnung», «Info» usw. Der Verwendungszweck der Information ist wohl jedem freigestellt… Vielleicht besser für alle verständlich die nun dem Paranoia-Trip anhängen, der sonst mein Bereich ist ;), Blogs werden schon seit Ewigkeiten ausgewertet — nun kommt man so langsam auch in Deutschland auf den Trichter.

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