staatliche Verfolgung von Linken

Haftbefehle gab es nicht, es weiß auch niemand so recht, ob überhaupt belastendes Material gefunden wurde: Das ist das vorläufige Ergebnis einer bundesweiten Polizeiaktion, zu der am Mittwoch rund 900 Beamte ausschwärmten und vor allem in Hamburg und Berlin rund 40 Büros und Wohnungen von Linken durchsuchten.

junge welt

Ein staatlicher Willkürakt, der mit Hilfe ausgweiteter Kompetenzen zur Terrorbekämpfung(!) demokratische Prinzipien zu untergraben sucht. Unter fadenscheinig vorgeschobenen Verdächtigungen wurden so reguläre Kritiker und Demonstranten aufgerieben.

Der staatliche Kampf gegen die demokratische Opposition im Land. Sooft schon versuchte man in Deutschland Kritik im Keim zu ersticken, indem man diese Kritik in der Öffentlichkeit kriminalisierte.

Wo ist der Aufschrei der SPD beispielsweise? Deren Angehörige wurden auch in einer dunklen Zeit verfolgt, die Argumente waren identisch …

Falls irgendjemand, der den LinuxTag besuchen möchte, nur den Hauch einer demokratisch/freiheitlich Gesinnung besitzt, sollte dieser zumindest diese Veranstaltung meiden, der unter der Schirmherrschaft Schäubles steht.

Der Schockwellenreiter: Demokratischen Widerstand kriminalisieren

Felix von Leitner: Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie die Stasi 2.0 ihre Terrordatenbanken befüllen will, für den habe ich jetzt eine Antwort

New York Times: Germany Conducts Raids Ahead of G-8 Summit

Babelfish Cafe: Little Brother is Watching, Too

Spreeblick: G-8-ung

4 Antworten zu “staatliche Verfolgung von Linken”

  1. Chris sagt:

    Es ist wieder soweit — politisch Andersdenkende werden in unserem Land verfolgt und müssen mit Repressalien rechnen…

  2. itti sagt:

    ’01 war ich auf ner demo in münchen, eben auch gegenveranstaltung zum G8.

    da war das bild das selbe. in der kundgebung vor ort erfuhr man noch wie am tag vorher sämtliche «übliche verdächtige» von der polizei aufgesucht/durchsucht wurden und wie entsprechende planungsstätten (für ne friedliche anti-kriegsdemo) pauschal ohne angabe von gründen geräumt wurden.

    oder denke man zurück an den bush besuch, bei dem deutsche bürger in ihren eigenen wohnungen von beamten überwacht/festgesetzt wurden.

    man muss feststellen, dass es der staat (und die justiz) seit der weimarer republik nicht weit gebracht haben. nach wie vor ist man auf dem rechten auge blind, während «die linken» als feindbild #1 gelten, vorallem auch bei der bevölkerung.

    rein logisch verstehe ich das nicht. ich kann verstehen wenn machthaber versuchen die aufstrebenden/umrührerischen elemente stumm zu machen. ich kann aber nicht verstehen warum die braven herren müller und frauen schmidt angst haben vor linkem gedankengut, während man am wochenende ohne problem tisch an tisch zu den rechts-tendierenden stammtischbrüdern sitzt.

  3. Oliver sagt:

    Und nicht nur im dritten Reich, auch davor wurden Linke verfolgt. Selbst in der Weimarer Republik mochte man echte Linke nicht so sehr, die Pseudo-Linken der SPD (Achtung deja vu) zählten zumindest in dieser Zeit nicht dazu.

  4. housetier sagt:

    Die Verfolgung Linker gabs doch schon damals zu Adolfs Zeiten, als äh «Polizeieinheiten» Kommunisten verhafteten…

    Disclaimer: Sie sind vielleicht nicht hinter mir her, aber ich kann trotzdem paranoid sein.

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