SPD geht auf F!XMBR los

Steinmeier

Verantwortungslos, erbärmlich, brutalstmöglicher Populismus — Vizekanzler Steinmeier nimmt sich das Weblog F!XMBR vor. Wie der Spiegel schreibt, reicht das Wort F!XMBR mittlerweile aus, um einen ganzen Saal in Rage zu versetzen. Vizekanzler und Außenminister Franz-Walter Steinmeier hat gerade in Hessen Wahlkampf betrieben und jenes Weblog erwähnt, welches brutalstmöglich gegen ausländerfeindliche und populistische Politiker vorgeht — und der Saal, voll mit SPD-Anhängern, bebt. Die Basis hat die Kampagne zum Ende der SPD nicht vergessen. F!XMBR schürt Vorurteile gegenüber der Politik, das sei verantwortungslos, so Steinmeier. F!XMBR ist eine Beleidigung für jeden politischen Stammtisch, redet er sich in Rage. Die Frisur hält, minutenlanger Applaus.

Die SPD fragte in Richtung F!XMBR, was denn los sei in der Blogosphäre. Nichts, kam schnell die Antwort aus Hamburg. Größtenteils schweigende Zustimmung. Man spreche für die schweigende Mehrheit der Menschen in diesem Lande, so die Verlautbarung. Steinmeier weiter: Es sollte den Menschen doch wohl zu denken geben, dass F!XMBR von keiner Partei Beifall gefunden hätte. Gerade am Mikrofon, redet sich der Vizekanzler weiter in Rage, er spricht Klartext. Der 6-Punkte-Plan F!XMBR’s sei Kaufhausmusik, den CEO’s von F!XMBR warf er vor, der schnellen Schlagzeile wollend, erbärmliche Artikel zu schreiben.

Bilderstrecke:

F!XMBR ist der neue Lieblingsfeind der Sozialdemokraten. Das Weblog hat die SPD mal wieder mitten ins Herz getroffen. Seit das Weblog eine Artikelserie unter dem inoffiziellen Motto Schluss mit ausländerfeindlichen und populistischen Politikern in die Fernuniversität des Terrors gestellt hat, toben die Genossen. Nicht nur in Hessen, Hamburg und Niedersachsen, wo der Wahlkampf bald den Höhepunkt erreicht — in der gesamten Republik schaut man auf das Weblog. Zum Kotzen sei dieses F!XMBR, heißt es im Berliner Willy-Brandt-Haus.

Doch dieses brutalstmögliche Vorgehen gegen den Populismus, wird sich nicht auszahlen, so der SPD-Vize vor einer grölenden Menge. Steinmeier könnte Recht behalten: Laut eine Umfrage lehnt die Mehrheit der Menschen in diesem Land das Vorgehen F!XMBR’s ab. Man sollte dazu allerdings anmerken, dass beim Thema Weblog Umfragen mit besonderer Vorsicht zu genießen sind. Viele Menschen haben da ein bestimmtes Bild im Kopf, so F!XMBR. Wenn sie zu uns kommen, mit uns reden, stellen sie auf einmal fest, das sind ja ganz normale Menschen. Menschen wie du und ich.

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Einen Erfolg jedenfalls kann F!XMBR verbuchen: Es hat nicht nur die SPD, insbesondere Roland Koch kalt erwischt — auch viele andere Politiker kochen. Roland Koch und die CDU tun sich mit einer Gegenstrategie schwer. In Hessen ist man empört über die Stimmungsmache gegen ausländerfeindliche und populistische Politiker, aber vor allem geschockt, dass das Weblog plötzliche die Schlagzeilen dominiert. Der eigene Wahlkampfschlager Ausländer raus rückte schlagartig in den Hintergrund. Zunächst versuchte es Roland Koch mit Ignorieren. Bloß keine Debatte aufdrängen lassen, lautete die Devise. Lieber sich auf Ausländer raus konzentrieren. Doch dies erwies sich als illusorisch, je länger die Debatte um die Politiker dauerte. Politiker wurden als abgehoben wahrgenommen — ein Desaster für Roland Koch, die CDU, die gesamte Politik. Nun äusserte sich Roland Koch das erste Mal zum Thema. Er signalisierte Gesprächsbereitschaft — was von F!XMBR mit der spöttischen Bemerkung, jetzt habe eventuell auch Roland Koch die Brisanz des Themas erkannt, kommentiert wurde. Das dürfte das Klima zwischen Politik und Weblogs auf einen neuen Tiefpunkt bringen.

F!XMBR hat somit weiter Oberwasser: Seit Tagen protzt das Weblog mit neuen Enthüllungen. Doch Roland Koch will sich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Der Kampf ist hart geworden, so der Ministerpräsident. Ich lasse mir meine Themen nicht von F!XMBR kaputt machen. Ausländer raus, Ausländer abschieben, Ausländer wegschließen — ich habe es nicht nötig, mit Populismus Vorurteile zu schüren, so Koch weiter. Ich mache Politik mit Hoffnung für alle Deutschen. Der anfänglichen Sprachlosigkeit gegenüber der Chuzpe F!XMBR’s ist einer neuen Angriffslust gewichen. In Hessen verwies der Regierungschef auf seine erfolgreiche Sicherheitspolitik: Jugendhilfe gestrichen, mehr als tausend Polizeistellen gekürzt, zwölf Polizeireviere zugemacht, weitere 20 vor der Schließung, 160 Stellen in der Justiz gekappt. Ich weiß, wovon ich rede, so Roland Koch vor einer sprachlosen Presse.

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Nachtreten

Zur Seite sprang dem Ministerpräsidenten die Bundeskanzlerin Angela Merkel. F!XMBR wiederholte daraufhin die Kritik und die Rücktrittsforderung. Es ist schade, dass sich die Kanzlerin von Koch hat treiben lassen. Null Toleranz gegenüber ausländerfeindlichen und populistischen Politikern — das muss auch und gerade für die Bundeskanzlerin gelten. Schafft sich es nicht, Kanzlerin für alle Menschen dieses Landes zu sein, muss sie sofort das Bundeskanzleramt verlassen. Die Menschen machen sich in unserem Land mehr Sorgen darüber, ob sie den Politikern noch vertrauen können, statt über Burka tragende Mitmenschen. Das muss auch die Kanzlerin endlich mal zur Kenntnis nehmen. Zusätzlich Öl ins Feuer gegossen hat F!XMBR, als es am Wochenende der Kulturzeitschrift BamS ein Interview gegeben hat:

BamS: Liebes F!XMBR, ihnen wird gerne einmal Zensur vorgeworfen. Wird Ihnen das gerecht oder ist das ein Fehlurteil?

F!XMBR: Das ist eine Interpretation von ein paar Deppen, die wir nicht teilen. Unsere Position zu solchen Leuten ist bekannt und mehrmals aufgeschrieben worden. Wir würden uns wüschen, dass andere ebenso konsequent und ohne sich zu verbiegen ihren Weg gehen würden.

BamS: Bundespräsident Horst Köhler lehnt den von Ihnen vehement geforderten Mindestlohn kategorisch ab. Was sagen Sie dazu?

F!XMBR: Horst Köhler wäre ein perfekter Bundespräsident für eine menschenfeindliche Schwarz-Gelbe Regierung gewesen. Dass es nicht so gekommen ist, ist sein Pech. Man muss sich nur die letzten Jahr in der Geschichte dieses Landes anschauen und dann wird man verstehen, dass Horst Köhler offensichtlich einer der größten politischen Versager der jüngeren Geschichte unseres Landes ist. Und genau so führt er auch Schloss Bellevue.

BamS: Nach den jüngsten Exzessen der Politik haben sie Warnarrest und andere Maßnahmen gegen ausländerfeindliche und populistische Politiker gefordert. Roland Koch, Angela Merkel und die SPD lehnen dies ab und behaupten, sie würden sich nur marktschreiend an den Wahlkampf hängen. Wer hat recht?

F!XMBR: Wir fordern schon lange eine Verschärfung des Politikerstrafrechts und haben wiederholt konkrete Vorschläge vorgelegt. Bislang ist dies an der Politik gescheitert. Sie sollten sich endlich gesprächsbereit zeigen. Auch die Politik kann nicht die Augen davor verschließen, dass 43% der Politiker in diesem Land ausländerfeindlich und populistisch veranlagt ist.

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BamS: Mit Warnarrest und speziellen Camps?

F!XMBR: Warnarrest und Erziehungscamps können durchaus eine sinnvolle Ergänzung zum Politikerstrafrecht sein. Sie können ausländerfeindliche und populistische Politiker früher zum Umdenken bringen, damit diese nicht sofort aus dem Amt gejagt werden müssen. Wir müssen uns zudem in die Perspektive der Opfer hineinversetzen. Es kann doch nicht sein, dass viele ausländische Mitbürger Angst vor der Politik, vor den Menschen in diesem Land haben. Viele haben nicht das Geld, sich per Gericht gegen diese Hetze und diese Diffamierung zur Wehr zu setzen. Wir brauchen in Deutschland wieder das Gefühl erlebter Menschlichkeit.

BamS: Roland Koch sagt, Sie missbrauchen das Thema um Vorurteile zu schüren.

F!XMBR: Das ist absurd. Die jüngste ausländerfeindliche und populistische Hetze hat doch stattgefunden. Seit Jahren schreiben wir über die Politik. Dass über ein solches Thema, das viele Menschen interessiert, auch im Wahlkampf geredet wird, ist selbstverständlich.

BamS: Unser Land steht stramm rechts der Mitte. Hat sich der Zeitgeist gegen F!XMBR gewendet?

F!XMBR: Ein wenig Angst muss man schon haben. Wir können nur hoffen, dass Roland Koch aus dem Amt gejagt wird und dass Ole von Beust, der sich vom Rechtspopulisten Ronald Schill zum Bürgermeister von Hamburg hat machen lassen, ebenso abgewählt wird. Die Chancen, dass auch der geschiedene Christian Wulff seinen Posten räumen muss, sind leider sehr gering.

BamS: Trauen Sie Roland Koch und seiner Ankündigung, auf keinen Fall mit der NPD zu koalieren?

F!XMBR: Ich traue dieser Zusage nicht. In Hamburg hat sich die CDU mit der rechtsradikalen Schill-Partei ins Koalitions-Bett gelegt. Diese Aussage ist wie das meiste von Roland Koch: Schall und Rauch.

BamS: Wir danken für das Gespräch.

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Grafiken: F!XMBR. Screenshots: ARD, ZDF (Verfremdung F!XMBR). Fotos Roland Koch: partykamera unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend. Foto Franz-Walter Steinmeier: Stephanie B unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend.

Imageloop: Plakate: Spiegelfechter unter dieser Creative-Commons-Lizenz stehend. Fotos: Marcel K unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend. SFG unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend. partykamera unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend. Grafiken: F!XMBR.

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Eine Antwort zu “SPD geht auf F!XMBR los”

  1. KlausS sagt:

    Wenn das nur nicht alles so nah an der Realität wäre, könnte man meinen, du hättest die Profession verfehlt und solltest eigentlich ins Kabarett wechseln.
    Danke für Beiträge dieser Art und nur nicht aufhören …

    BTW: Wann kann man auf Wahlzetteln endlich sein Häkchen bei [ ] F!XMBR machen? 😉

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