Spam von der literarischen Zukunft Deutschlands

Die literarische Zukunft Deutschland steht groß geschrieben über einem neu gestarteten Gemeinschaftsblog. Und wie das bei einem neuen Projekt so ist, es wird natürlich auch gleich Werbung gemacht. Was auf den einzelnen Blogs kein Problem ist, wird zu einem, wenn eine Mail neben Viagra, Poker und den tollen Bösentipps in meinem Postfach landet. Die einzelnen Heimatblogs der Protagonisten Dr. Sno*, Nilz Bokelberg, MC Winkel, Roman Libbertz und Rose sind schon an Langeweile nicht zu überbieten, ich lese nicht mal einen, und sei es nur den Feed, dieser — Eigenaussage — Topblogger. Nun folgt also ekelerregender Spam für ein kommerzielles Blog — der ganze Humbug wird präsentiert von einem Unternehmen, welches dann wohl Lesereisen veranstalten soll.1 Soll ich da meine Rechnung hinschicken, oder wo hättet Ihr es gerne? 😉

Pappnase — das Wort habe ich mir mit dem guten Cosmo Connor immer hin– und hergeschoben, war halt son Running Gag zwischen uns beiden. Wenn diese Bezeichnung aber wohl passt, dann auf die Protagonisten des neuen kommerziellen Gemeinschaftsblogs. Wie peinlich ist denn das, wenn ich Blogger anschreiben muss, weil wohl noch niemand das tolle neue Blog gefunden hat — und jetzt kommts, die Lesereise begann bereits am 10. April und endete am 14. April. Ja hallo erstmal — Lesereise beendet, dann noch Spam rausjagen? Wie peinlich ist das?

Inhalt hat das Blog auch schon bekommen — ganze 6 Artikel (inkl. einem Video) in 13 Tagen bei 5 Autoren, ich bin begeistert, ja ehrlich, ich grinse wie ein Honigkuchenpferd, da kommt man mit dem Lesen kaum hinterher — und mal ganz im Ernst: Über Qualität lässt sich streiten, die Texte sind durchaus länger, als mancher Text auf anderen Blogs — aber: Wenn das die literarische Zukunft Deutschlands sein soll, Gott bewahre, dann habe ich sie gefunden, die Universität des Terrors. Ja ehrlich jetzt. Da kann man dann im Ansatz nachvollziehen, warum mancher Politiker von der Pumpgun auf der Parkbank spricht oder gleich von Kontrolle oder Abschaffen, wenn das Thema Internet angesprochen wird.

Mal ganz im Ernst Leute: Mit Lesereisen und Bloggen Geld verdienen, Eintritt, Fanartikel, etc. das geht IMHO in die richtige Richtung — nur muss ich dafür auch die richtigen Leute haben, und nicht Blogger, die jeden Furz annehmen, der angeboten wird, wenn sogar Blutblogger dabei sind, dann hört es natürlich ganz auf. Das funktioniert dann nicht wirklich. Wenn man es dann als Topblogger noch nichtmal schafft, das neue Blog — zumindest in den bekannten Kreisen in der Blogosphäre — bekannt zu machen, stellt man sich selbst ein Armutszeugnis aus. Wenn man dann profanen Spam rausjagt, der nun in meinem Spamordner neben Viagra, Poker und den Börsentipps des heutigen Tages gelandet ist, kann man wahrscheinlich nur den Rat geben: Mit dem Bloggen und Euch wird das nichts, versucht einfach mal was anderes. 😉

Und zur rechtlichen Geschichte: 13 Fragen zum neuen Telemediengesetz

Nachtrag: Kommerziell gestrichen und gerade aus dem Jabber gefischt:

[xx] aber die Zukunft der Literatur in Deutschland — nein, wie geil, ich bin vorhin nur bei dem ersten artikel da hinten übergekippt
[xx] das ist vergewaltigung der deutschen sprache
[xx] mein gott, mal im ernst, hab ich auch so ne proletenschreibe wie die da?

  1. Man mag mich korrigieren, wenn ich dieses XY präsentiert falsch verstanden habe. Nachtrag: Siehe Comment von Roman. []

9 Antworten zu “Spam von der literarischen Zukunft Deutschlands”

  1. Chris sagt:

    Omg, Du schenkst den Deppen auch noch nen Link… Du bist zu gut für diese Welt… 😀

  2. Chat Atkins sagt:

    Naja — die Leute müssen doch mal gucken kommen. In Bezug auf diese Linkwährung im Web 2.0 denke ich seit längerem ganz ‘ackermännisch’: Lauter Peanuts — ob nun A-Blogger oder F-Blogger! Und selbst wenn, dann spricht solch ein Link doch eine andere Sprache als der verlinkte Blog …

  3. nix kommerzielles nur geschichten, die wir immer noch mögen, die agentur veranstaltet ganz andere sachen, hat aber das geld für die lesereise besorgt,
    versteh deine aufregung und deinen groll nicht, sorry to make u wütend

  4. Chris sagt:

    Ich stehe nicht so auf Spam — obwohl ein Sponsor darsteht, im Artikel kommerziell gestrichen.

    @Chat: Und ich sag noch, Du bist zu gut für diese Welt… 😀

  5. Falk sagt:

    Mein Mitleid für die Mehrheit…

  6. Chat Atkins sagt:

    Tschaja, Roman — die Aufregung blieb bekanntlich weitgehend aus: Aber meinst du nicht, dass diejenigen, die es dort so hochtrabend unter einer ‘literarischen Zukunft’ nicht tun, wenigstens ein ganz klein bisschen schreiben können sollten? Oder genügt dafür schon ein schwarzer Gerd-Gerken-Gedächtnis-Rollkragen?

  7. […] literarische Zukunft Deutschlands … R.I.P. Spam, Yahoo und andere Sachen vertragen sich halt nicht mit so einem […]

  8. […] Lektor Chat Atkins nimmt mal wieder die Spammer der Literarischen Zukunft Deutschlands auseinander. Das Niveau wird schon immer offenbar, wenn man z. B. diesen Nilz irgendwo […]

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