Sommerabend

Die große Sonne ist versprüht,
der Sommerabend liegt im Fieber,
und seine heiße Wange glüht.
Jach seufzt er auf: ‘Ich möchte lieber …‘
Und wieder dann: ‘Ich bin so müd …’

Die Büsche beten Litanein,
Glühwürmchen hangt, das regungslose,
dort wie ein ewiges Licht hinein;
und eine kleine weiße Rose
trägt einen roten Heiligenschein.

–Rainer Maria Rilke, Sommerabend, Quelle

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