Söder streicht entgültig das S aus dem Parteinamen der CSU

CSU-General Söder hat es zur Zeit nicht leicht. Sein Förderer Ede Stoiber wurde abgesägt, ein Nichtpolitiker, in Form von Uli Hoeness, hat ihm bei Christiansen derart die Ohren langgezogen, so dass auch dem einfach denkenden Menschen klar wurde, Söder produziert nur heiße Luft — die beiden potentiellen Nachfolger Stoibers haben bereits zwischen den Zeilen klargestellt, dass sie sich einen neuen General wünschen, wenn sie die Amigos in Bayern anführen. Und so muss man sich ins Gespräch bringen — erst folgte der grüne Söder, lächerlich wie eh, nun aber ist er wieder dabei das zu tun, was er am besten kann — das soziale Feuer entfachen. Immer feste druff auf die, die sich nicht wehren können, die, die dankbar sein sollen, wenn man sie nicht einsperrt, zusammenfercht, ausweist, notschlachtet — die Hartz IV-Empfänger.

Natürlich soll nicht der Regelsatz gekürzt werden, nein, die unzähligen Zusatzleistungen, die die Sozialschmarotzer erhalten und deshalb nicht arbeiten, die müssen gekürzt werden. Genau, wie fern der soziale Brandstifter mittlerweile von seinen Auftraggebern, den Menschen entfernt ist, zeigt, welche Zusatzleistungen es überhaupt noch gibt. zerrspiegel hat diese aufgeführt:

Hartz IV Mehrbedarfe § 21/§28 SGB II:

  1. Schwangere ab Beginn der 13. Woche (17 %): 59,-- ?
  2. allein Erziehende 1 Kind U 7 oder 2 ? 3 U 16 (36 %) 124,-- ?
  3. allein Erziehende mehr als 3 Kinder (pro Kind 12 % = 41 Euro; max 60 %) max. 205,-- ?
  4. Schwerbehinderung mit Merkzeichen ?G? / ?aG? (ausserg.) gehbehindert ? 17 %) 59,-- ?
  5. erwerbsfähige Behinderte mit Leistungen zur Teilhabe/Eingliederung (35 %) 121,-- ?
  6. krankheitsbedingte Zusatzkost (zunehmend restriktiv): je nach Krankheit 25,56 bis 61,-- ?

Das sind natürlich unverschämte Beträge, wie kann man nur Behinderte, Mütter und Schwangere unterstützen — so scheint der Herr Söder zu denken. Aber es gibt noch Einmalleistungen:

Abweichende «einmalige» Leistungen §23 SGB II:

  1. ggf. Darlehen für eigentlich von der RL umfassten Bedarf
  2. Wohnungserstausstattung ? nicht zeitlich bezogen, sondern bedarfsbezogen
  3. Bekleidung und Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt ?130 Euro
  4. mehrtägige Klassenfahrten - in Bochum unzulässigerweise gedeckelt mit 260,-- ?

Das geht natürlich nicht, dass die Sozialschmarotzer auch noch Möbel finanziert bekommen, Kleidung oder gar Spaß — die Klassenfahrt der Kinder. Feine Denke, Herr Söder.

Söder offenbart mit seinem neuerlichen Vorstoß nicht nur seine unglaubliche Unkenntnis, auch seine weiteren Aussagen zeigen, welch Geistes Kind er ist und dass er nur das soziale Feuer weiter entfachen möchte, zum Thema Hungerlohn und Mindestlohn gibt der Noch-CSU-General zu Protokoll, dass eben nicht die Hungerlöhne erhöht werden müssen, nein, wie kann man nur auf so eine Idee kommen — Hartz IV muss gesenkt werden, damit die, die noch Arbeit haben nicht so viel Tage am Ende des Monats hungern müssen, wie die, die auf Unterstützung des Staates angewiesen sind.

Der Spiegelflecher konstatiert:

Das Söder zur Schließung der vermeintlichen Lücke zwischen Hartz-IV und Niedriglohn eine Senkung der Bezüge der Hartz-IV Empfänger fordert, ist ebenso schäbig wie billig, hat in der CSU aber schon traurige Tradition. Wenn die ?soziale? Komponente der CSU daraus besteht, denen die haben zu geben und denen die unten stehen zu nehmen, so ist dies nicht sozial sondern asozial. Das lässt Söder aber wohl nicht gelten, schließlich ?will er auch keine sittenwidrigen Löhne? — da er mit 3,82 pro Stunde anscheinend keine Probleme hat, sollte er doch mal sagen, wo für ihn die Sittenwidrigkeit anfängt.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Während sich bei der CSU in der Vergangenheit oftmals nur die braune und asoziale Suppe beim Thema Ausländer(recht) zeigte, ist dies nun schon seit einigen Jahren auch beim Thema die Schwachen unserer Gesellschaft der Fall. Asoziale, ekelerregende Scheiße, aber das sind wir von Söder ja nicht anders gewohnt, neben den braunen Ministerpräsidenten der Union — der soziale Brandstifter unseres Landes.

7 Antworten zu “Söder streicht entgültig das S aus dem Parteinamen der CSU”

  1. Billig und vor allem schäbig sind die passenden Bezeichnungen für Söders Ergüsse. Man könnte denken, er leide unter Realitätsverlust oder hat einfach Null Ahnung, wovon er redet. Oder man könnte einfach einen Spruch bemühen, den er vielleicht aus seiner Kindheit / Jugend kennt und deshalb solche ein Menschenfeind geworden ist: «Niemand ist blöder als Söder»

    Gruß

    Alex

  2. Weddige sagt:

    Wenn das S wenigstens durch ein D ersetzt würde…
    Demokratie ist nämlich ein weiterer Punkt, der der bayrischen Einheitspartei nicht schaden würde.

    Gerhard Polt hat die Selbsteinschätzung der CSU einmal gut auf den Punkt gebracht: Ich brauche keine Opposition, ich bin schon Demokrat.

    Konstantin

  3. Oliver sagt:

    >die geht bis zu Horst Seehofer

    Der überholt die SPD einzig in Phrasendrescherei, ist er in Amt und Würden kommt er als ebensolche Nullnummer daher.

  4. Chris sagt:

    Seehofer ist und bleibt ein Nullinger — Beweise? Er war maßgeblich an der Jahrhundertreform im Gesundheitswesen beteiligt, ja, genau die von 2001, die JAHRHUNDERTreform, die nun schon wieder geändert werden musste…

    Halt son typischer Politikversager…

  5. Oliver sagt:

    >Wer wird bei der Reform 2001 wohl federführend gewesen sein?

    Schon einmal über die Wahlverhältnisse nachgedacht? Ohne den Rest im Parlament wäre nichts mit Änderungen gewesen. Im Prinzip dauert eine Art große Koalition schon seit damals an.

    http://de.wikipedia.org/w.….ahl_1998

    40.9% (SPD) plus Grüne (6.7%) zu 35.1%(CDU/CSU)

    http://de.wikipedia.org/w.….ahl_2002

    38.5% (SPD) zu 38.5% (CDU/CSU)

    Jeweils Grüne, FDP den jeweiligen Pappnasen zugerechnet plus die einhergehende Wankelmütigkeit dieser beiden kleinen Wendehälse und man sieht das quasi eine Art status quo seit 1998 andauert.

  6. Grainger sagt:

    Richtig was geleistet hat der Seehofer ja noch nie, sogar er selbst betrachtet (nach eigenen Aussagen) seine damalige Gesundheitsreform als bereits im Ansatz gescheitert.

    Muss das Selbstwertgefühl eines Ministers ja enorm steigern wenn die bekannteste Leistung ein grandioses Scheitern ist.

    Ansonsten hat er seinem vielgelobten sozialen Engagement nie Taten folgen lassen, in den Medien hin und wieder die Klappe weit aufreißen und sich anschließend als braver Parteisoldat wieder auf Parteikurs bringen zu lassen zählt imho nicht so richtig.

  7. Hilfen nach SGB XII und nach SGB II im Vergleich…

    Die Sozialhilfe kommt nicht zur Ruhe. Mit Gesetz vom 2. Dezember 2006, in Kraft getreten am 7. Dezember 2006 bzw. am 1. Januar bzw. am 1. April 2007, wurde das SGB XII erneut geändert. Das SGB II wurde erneut mit Gesetz vom 22. Dezember 2006, in Kraft…

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