Sind Raucher Selbstmordattentäter?

KrebsLeider muss ich die Überschrift in Frageform verpacken — ich habe nicht die finanziellen Mittel, um bis vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen und wie 1995 auf ein positives Urteil zu hoffen, welches bekanntermaßen die Äußerung Soldaten sind Mörder von dem Recht aus Art. 5 Abs. 1 S. 1 Grundgesetz auf Meinungsfreiheit gedeckt sah. Das Bundesverfassungsgericht hat heute wieder geurteilt — und wieder gab es — wie so häufig in der Vergangenheit — eine schallende Ohrfreige für die Politik. Das sogenannte Rauchverbot wurde gekippt. Und das ist auch gut so — die bisherige Form war ein typischer Mix aus kruden Gesetzen, Ausnahmeregelungen — andere Bundesländer, andere Sitten. Unsere Politik hatte sich mal wieder selbst übertroffen — wieder zeigt das Bundesverfassungsgericht, wie unfähig der Bundestag, der Bundesrat, die Politik allgemein ist. Nebenbei sei im Übrigen gesagt, dass die Raucherlobby wie schon die Atomlobby bei den Begriffen Atomkraft/Kernkraft ganze Arbeit geleistet hat. Das Wort Rauchverbot wurde über die Medien jedem Bundesbürger eingehämmert — Rauchverbot, das klingt negativ, will und soll die Menschen gegen die Gesetze aufbringen. Der Begriff Rauchverbot ist aber falsch. Es heißt schlicht und ergreifend Nichtraucherschutz. Menschen sollten geschützt werden, Raucher nicht bevormundet werden. Das ist der Punkt um den es geht.

Jens, der Spiegelfechter hat eine große Schwäche: das Rauchen. Während seine Artikel in der Regel grandios (recherchiert) sind, seine Glossen mich jedes Mal laut auflachen lassen, sind seine Pamphlete rund ums Rauchen meiner Meinung nach pure Stimmungsmache. Eine private, kleine Schwäche, die ihn aber umso sympathischer macht. Aber — es amüsiert mich dann doch, dass sein neuester Artikel auch auf der Homepage der FDP seinen Platz finden könnte. Lieber Jens, ich mag Dich — aber in dem Artikel fehlt wirklich nur, dass Du Dich hinstellst und laut ausrufst, hier steht die Freiheitsstatue der Raucher dieser Republik. 😉

Wie Jens schon befürchtet, könnte, wenn die Politik einmal in ihrem Leben Mut beweist und konsequent handelt, dieses Urteil zu einem strikten Nichtraucherschutz führen. Diese Ausnahmen, die das Bundesverfassungsgericht zu dem Urteil schon fast genötigt haben, müssen meiner Meinung nach nun gestrichen werden. Ein öffentlicher Nichtraucherschutz, in allen Bereichen unseres Landes, würde unsere Gesellschaft modern in die Zukunft führen. Dieses Land könnte endlich einmal Vorbild für andere Länder und Gesellschaften sein. Lasst uns beweisen, dass Deutschland nicht nur Rüstungsgüter, Überwachungstechniken und die neoliberale Lehre exportieren kann. Das wäre ein großartige Chance. Niemanden darf es interessieren, was die Bürger in den eigenen vier Wänden veranstalten — wird dort geraucht, bitte sehr. In der Öffentlichkeit jedoch muss der Nichtraucherschutz Vorrang haben. Deutschland hat die Chance, diese Möglichkeit vom Bundesverfassungsgericht aufgezeigt bekommen. Lasst sie uns nutzen.

Die Gesundheit der Raucher selbst darf dabei in der Argumentation der Befürworter eines Nichtraucherschutzes weniger eine Rolle spielen — diese Risiken müssen ebenso von der Allgemeinheit getragen werden, wie andere Suchtkrankheiten, die Gesundheitsprobleme übergewichtiger Menschen oder chronisch Kranke. Wenn wir hier erst anfangen, wird unsere Medizin noch viel mehr zu einer Zwei-Klassen-Medizin, wie es sowieso schon der Fall ist. Nein, hier darf nicht angesetzt werden. Es geht schlicht und ergreifend um das Leben der Nichtraucher. Viele Nichtraucher können eben nicht frei entscheiden, ob sie sie Zigarrettenqualm einatmen oder nicht. Sei es auf der Arbeit (in der kleinen Eckkneipe) oder auf öffentlichen Veranstaltungen. Die Argumentation, Du weißt, dass dort geraucht wird, darf nicht zugelassen werden. Sollen Nichtraucher auf öffentliche Veranstaltungen verzichten müssen, nur weil dort geraucht wird? Nein — andersrum wird ein Schuh daraus. Wenn wer rauchen möchte, soll er zu Hause bleiben. Und an den ursprünglichen Willen der Politik, die Angestellten, die Mitarbeiter zu schützen, sei auch erinnert. Im Gaststättengewerbe beherbergt viele Studenten, Menschen mit Zweitjobs oder Menschen mit geringer (Berufs-) Bildung. Jens, Du solltest mal in Dein eigenes Archiv schauen, wie es auf dem deutschen Arbeitsmarkt in den prekären Arbeitsverhältnissen ausschaut. Niemand wird ernsthaft daran glauben, dass ein Arbeitsloser eine Kellnertätigkeit ablehnen darf, mit der Argumentation, in der Kneipe werde geraucht. 😉

Natürlich geht es dabei auch ums liebe Geld. Die Umsatzverluste der letzten Jahrzehnte haben der Zigarrentenindustrie nicht wirklich geschadet — der Globalisierung sei Dank. Dieser Part ist zu vernachlässigen. Jens spricht einen anderen Part an — die Umsätze der Gastronomie. Zahlen sind Schall und Rauch — ob ich der Lobbyvertretung der Gastronomie, dem niedersächsische Hotel– und Gaststättenverband, Glauben schenke oder der INSM in anderen Dingen, kommt aufs gleiche raus. Richtig ist: Die Gastronomie hat Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Das war zu erwarten, das bezweifelt niemand. Und doch — wie war das noch mit den Statistiken. Letztenendes ist es aber auch unwichtig. In anderen Ländern, die bereits den Nichtraucherschutz eingeführt haben, stiegen die Umsätze wieder nachdem sie zunächst zurückgegangen waren. Ein temporärer Umsatzrückgang ist ein akzeptabler Preis für den Schutz der Nichtraucher. In dem einen Punkt geht es um den schnöden Mammon, im anderen Punkt um die Gesundheit von Menschen. Ich weiß, wofür ich mich entscheiden würde. Und nein, verrauchte Eckkneipen sind kein Stück regionale Kultur. Sie sind einfach nur gesundheitsschädlich, eben auch für Menschen, die keine Wahl haben. Sie sind ein flüchtiger Gedanke aus dem vergangenen Jahrhundert. Wir sollten es besser wissen. Wir sind moderne Menschen und leben im modernen 21. Jahrhundert — wir sollten es (uns selbst) beweisen, dass dem genau so ist.

LeckerEine moderne Gesellschaft, die Vorbild sein will, Vorbild in der Welt, insbesondere aber auch für unsere Kinder, braucht einen konsequenten Nichtraucherschutz. Es muss heißen: Nichtraucherschutz an allen öffentlichen Orten, in allen öffentlichen Gebäuden, bei öffentlichen Veranstaltungen, in den Unternehmen dieses Landes und auch ein strikt angewandter Nichtraucherschutz in der Kneipen dieser Republik. In der Öffentlichkeit zu Rauchen bedeutet nicht, Freiheit für den Einzelnen, sondern Gefahr für Leib und Leben des Anderen. Am liebsten wäre es mir, Raucher würden dies von sich aus einsehen — und eben nur in ihren vier Wänden ihrer Sucht frönen. Leider zeigt die Erfahrung, dass dies nicht möglich ist. Darum muss der Staat eingreifen und die Nichtraucher schützen. Es geht nicht um marginales wie Lärmbelästigung oder verschiedene Geschmäcker — es geht um die Gesundheit der Nichtraucher. Es geht um unsere Gesellschaft, um die Frage, ob wir den Mut dazu haben, uns als moderne Gesellschaft zu präsentieren. Die Zukunft liegt nicht in verrauchten Eckkneipen wie im letzten Jahrhundert — die Zukunft liegt in einem gemeinsamen Miteinander. Einem Miteinander, welches eines unserer höchsten Güter schützt: unsere Gesundheit. Sind Raucher Selbstmordattentäter? So lautete die initiale Frage dieses Artikels. Werden Raucher nicht einsehen, dass sie mit jeder Zigarette, die sie in der Öffentlichkeit genießen, andere gefährden, ist die Frage mit einem klaren Ja zu beantworten. Ja, dann sind Raucher Selbstmordattentäter.

Disclosure: Der Autor dieses Artikels hat 15 Jahre lang geraucht und ist alles andere als neomilitanter Nichtraucher. Er kann sogar damit umgehen, wenn in seiner Gegenwart geraucht wird. 😉

Bild Krebs: Klaus D. Peter, Wiehl, veröffentlicht auf der Wikipedia unter dieser Creative Commens-Lizenz stehend. Foto Zigarettenschachtel: dolescum unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend.

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23 Antworten zu “Sind Raucher Selbstmordattentäter?”

  1. Lieber Chris,
    ich mag Dich auch — aber ein wenig liberaler Sinn täte allen ganz gut 😉
    Ich bin ein Genießer und liebe den Genuß — die Vernunft schalte ich da gerne mal ab. Und, um mit Wowi zu sprechen, das ist auch gut so *g*

  2. Chris sagt:

    Genießen ist etwas wunderbares… :)

  3. tante sagt:

    Schön zusammengefasst, genau die von Dir beschriebene Form der Berichterstattung macht es so lächerlich.

    Natürlich kommen Statistiken raus, die uns zeigen sollen, dass auf einmal weniger Geld in die Gaststätten getragen wird: Dass viele Leute einfach eh weniger Geld haben, oder dass einige Leute das Rachverbot in Kneipen nutzen, um dann lieber zu hause zu trinken (was ja auch billiger ist), aber das kann nicht die Begründung sein.

    Ich persönlich finde die «Ausnahmeregelung» mit dem Raucherraum OK, so lange man die Dinger auch wirklich abriegelt, solange die ne eigene Luftversorgung haben und so weiter, denn dann haben sie auch ne abschreckende Qualität (es gibt hier in Oldenburg nen Laden mit nem Raucherbereich, den man nur mit einem verqualmten Aquarium vergleichen kann, das macht Rauchen dann endlich so unattraktiv, wie es sein sollte).

  4. Ein Mensch sagt:

    Wäre Rauch sofort tödlich, könnte man Raucher mit einiger Berechtigung als Selbstmordattentäter bezeichnen. Das ist es aber nicht. Für den privaten Rauchclub ist das aber auch völlig uninteressant, da es keinen Zwang gibt, sich dort aufzuhalten. Die prekären Arbeitsverhältnisse als Alibibegründung vorzuschieben, gilt nicht. Das ist ein anderes Problem, das unabhängig vom Nichtraucherschutz gelöst werden muss. Selbstverständlich muss ein Arbeitsamt akzeptieren, wenn ein Nichtraucher einen gesundheitsgefährlichen Arbeitsplatz ablehnt.

    Insofern plädiere ich liberal für das Recht jedes Menschen sein eigenes Leben zu gefährden oder sich das Leben zu nehmen, und das Mittel dazu frei wählen zu dürfen, sofern er die Gesundheit oder Freiheit anderer nicht unverhältnismässig gefährdet oder einschränkt. Daraus folgt ein ausnahmsloses Rauchverbot an öffentlichen Orten, an denen man sich dem Rauch nicht entziehen kann. Ein spezielles oder allgemeines Rauchverbot an nicht-öffentlichen Orten kann man daraus nicht ableiten. Das gilt für eine designierte Raucherkneipe/Raucherclub/Coffeshop genauso wie für das private KFZ. Wenn sich Kinder im KFZ befinden, sollte man den Raucher selbstverständlich wegen Körperverletzung anzeigen können.

    Dort liegt vielleicht auch eine alternative Lösung des Problems. Man verzichtet auf ein Rauchverbot und fasst das Rauchen an öffentlichen Orten als Körperverletzung auf.

  5. Reinhard sagt:

    «Wenn sich Kinder im KFZ befinden, sollte man den Raucher selbstverständlich wegen Körperverletzung anzeigen können.»

    Oh, schau da lassen Eltern ihre Kinder ohne Helm Fahrrad fahren. ANZEIGEN! Oh schau, da lassen Eltern ihre Kinder nackisch im Park herumspringen. ANZEIGEN! Oh schau, da kauft jemand im Beisein seiner Kinder Bier. ANZEIGEN!!!

    Himmelnochmal! Und ich bin sogar Nichtraucher, aber irgendwo hört es auf.

  6. phoibos sagt:

    mir wurst, einen besuch in kneipen kann ich mir schon lange nicht mehr leisten.

    du sagst, in den eigenen vier wänden darf jeder, wie er will. nur der wirt darf in _seiner_ kneipe als raucher nicht mehr rauchen, auch wenn nur raucher in selbiger sind? lasst sowas doch die freie marktwirtschaft regeln…

    nur wann kommt endlich die verdammung der nächsten droge: alkohol?

    letztlich bin ich für die eigenverantwortlichkeit. wer rauchen will, tut es, wer nicht, halt nicht. wen rauch stört, der sorgt halt für eine rauchfreie umgebung. aber in deutschland muss ja mal wieder reglementiert werden, was das zeug hält.

  7. Ein Mensch sagt:

    Unfug. Rauchen ist vorsätzliches Einwirken und nicht lediglich Unterlassen. Ich bin der letzte, der Kinder in Watte packen will.

  8. Falk sagt:

    Hättest keinen Disclosure schreiben brauchen. Solche Artikel bekommen nur Ex-Raucher hin 😀 Und den Gedankengang, daß ein allumfassender Nichtraucherschutz, eine Gesellschaft moderner machen würde, bekomm ich absolut nicht hin…Für mich hat das was mit Respekt zu tun, den in dieser Debatte verdammt viele scheinbar vermissen lassen.

  9. db sagt:

    Schwieriges Thema

    Kampagnenthema, polarisiert gut, eignet sich hervorragend für ein kleines Herrsche-und Teile Spielchen.

    Aber die Frage ist doch: Soll die Gesellschaft eine sein, die einzelne Gruppen, die eine offensichtliche Schwäche haben, auch noch zusätzlich vertreiben und diskriminieren? Natürlich kann man auf den Rauchern wunderbar rumhacken. macht bestimmt auch Spaß, aber wem hilft es denn? Arbeitslose und Muslime haben auch eine gesellschaftlich konstruierte Schwäche, die eignen sich auch ganz ausgezeichnet zum bashen. Klar: das passiert hier auf F!xmbr natürlich nicht, aber Erklärungen, warum ausgerechnet diese Gruppe dem Volkskörper mehr schadet, als alle «Normalen», lassen sich immer finden.

    Irren ist menschlich. Wie lange tragen wir diese Weisheit schon im Kulturgepäck? Vielleicht ist Tabakkonsum ein Irrgweg, aber wer diesbezüglich die eigene Unfehlbarkeit, die er für sich schon insgeheim proklamiert hat, auf andere zwanghaft übertragen will, mal ernsthaft, der hat sie doch nicht alle.

    Interessant sind übrigens die Minderheitenvoten zum Urteil. Da wir dnämlich sehr schön dargelegt, wie nun auf einmal ein Schutzrecht des Einzelnen vor den Eingriffen des Staates, zu einer Verpflichtung des Einzelnen wird, ein «gutes» Verhalten an den Tag zu legen.

    Da empfehle ich:

    FAZ

    Denk mal drüber nach, Chris!

    db

  10. BlackVivi sagt:

    Hab selber mal hier irgendwo gelesen:

    «Erst habe ich zugeschaut, wie die Raucher diskriminiert wurden — mir war es egal, denn ich rauchte nicht.

    Dann habe ich zugeschaut, wie den Trinkern übel mitgespielt wurde — mir war es egal, denn ich trank nicht.

    Doch dann kam ich dran und niemand war mehr da, der mich verteidigen konnte.»

    In dem Sinne, ich habe in meinem Leben nicht einmal eine ganze Schachte Zigaretten geraucht und ich mag den Geruch von Rauch nicht. Trotzdem finde ich ein Gesetz zum Schutze der Nichtraucher in Gaststätten, insbesondere in diesem kleinen irischen Pubs nicht besonders klug. Viele Menschen besitzen nicht mehr viel in ihrem Leben, was sie genießen können… Und das manche rauchen, manche trinken oder manche sich gerne auspeitschen lassen, mein Gott… dann sollen sie es doch da machen, wo es hinpasst.

    Und eine Kneipe ohne einen kleinen Rauchgeruch ist keine. Dort gehört es hin, dort gehört das trinken hin, dort gehört auch manchmal vulgäre Sprache hin. So ist das Leben und damit müssen wir alle klarkommen, auch die Leute die Rauchen nicht mögen. Es den Menschen wegzunehmen finde ich aber… Naja, nicht toll. Rauchverbot in Supermärkten und eine sehr strikte Trennung zwischen Rauchern und Nichtrauchern in Restaurants finde ich sehr angebracht, immerhin gehört das zu Genießerzonen von Leuten, die Rauch auch oft verabscheuen, wo auch sehr oft Kinder sind und Menschen, die unseren Schutz benötigen.

    Natürlich ist das vielleicht stures Denken von meiner Seite, aber ist nicht jeder Mensch dann auch selbst für sich verantwortlich? Ich habe noch nie einen Raucher erlebt, der es doof fand wenn ich ihn bat, seine Kippe auszudrücken. Er hat’s getan oder ging weg, gar kein Problem. Für viele ist Rauchen ein Stück Freiheit… Es zu nehmen wäre irgendwie traurig für mich, auch wenn ich es überhaupt nicht mag. Weil der Staat dann wieder den Finger über uns hat…

    Also mein Abschluss: Starker Nichtraucherschutz in öffentlichen Gebäuden wie Staatszentren und auch Einkaufsmärkten… Strinke Trennung in den Restaurants und Imbissbuden und sowas… Aber keine Verfolgung von Rauchern auf der Straße oder in den genannten Eckkneipen, die eh nur Leute betreten sollten, die über 18 sind und wissen, was auf sie zukommt. Sonst ist es für mich doch irgendwie ein Kontrollstaat.

  11. Plusculus sagt:

    Eine Investition zum Schutze der Raucher fände ich da besser. In Form von Unterstützung auf dem Weg zum Nichtmehrraucher. Richtige Unterstützung. Die Kalender und sonstigen Hilfsmittelchen (darunter auf sogenannte «Du-zerstörst-Deine-Gesundheit»-Kampagnen) bringen nichts. Raucher sind Suchtkranke. Es wird nicht der Moment kommen, der einem zum Nichtmehrraucher macht. Ich als Raucher würde ein Verbot von Zigaretten begrüssen. DAS ist «Nichtraucher»- und Raucherschutz.

    Am Besten fordern wir einen Abgasschutz auf den Strassen. Sollen die Autos doch künftig unterirdisch fahren und die Abgase irgendwie per «Rohr» ins All geblasen werden. Aber ich schweife ab… :)

  12. Falk sagt:

    Aber keine Verfolgung von Rauchern auf der Straße…

    Wird aber irgendwann auch noch kommen, während du dann an der Bushaltestelle ein Knöllchen bekommst, weil du geraucht hast, düsen auf der Straße nebenan die Umweltverpester an dir vorbei.

    Worüber ich gestern echt gedanklich gestolpert war, ist der Satz von Chris

    Am liebsten wäre es mir, Raucher würden dies von sich aus einsehen — und eben nur in ihren vier Wänden ihrer Sucht frönen.

    Ähm, konsequent zu Ende gedacht gilt dies dann aber auch wieder nur für Haushalte ohne Kinder. Die mit Kindern, nach deiner Argumentation, dürften dies dann eben auch nicht..hmm…und da war der Knoten im Gehirn.

    Sorry, aber das riecht nicht nach Zigaretten, sondern nach Abgrenzung im negativen Sinne für mich.

  13. Oliver sagt:

    >düsen auf der Straße nebenan die Umweltverpester an dir vorbei.

    Meist ebenso mit der Kippe im Mundwinkel …

    >Am liebsten wäre es mir, Raucher würden dies von sich aus einsehen — und eben nur in ihren vier Wänden ihrer Sucht frönen.

    Wo ist der Knoten? von sich aus einsehen aka Vernunft, na klingelts? Ich kenne jedenfalls ein paar Leute die hörten konsequent mit dem Rauchen auf als der Nachwuchs in Planung war und fingen auch nicht wieder an. Eher seltene Ausnahmen kamen mir unter die daheim neben den lieben Kleinen qualmten. Meist war es dann sogar der Balkon. Ich denke Vernunft ist da gar nicht so selten anzutreffen und die Arschlochmentalität draußen ist ja kein besonderes Kennzeichen der Raucher, aber es ist auch kein Grund alles bis zum Erbrechen zu relativieren.

  14. Leto sagt:

    Ach ja was ein Thema. Es ist nur gut und richtig die Nichtraucher zu schützen ich frage wann war hier bitte irgendjemand von euch in einer Disco? Da ist es nämlich ganz schnell besonders in den etwas kleineren (und imho auch angenehmeren) ganz schnell so verquamlt das es schlicht und ergreifend nicht mehr auszuhalten ist. Ach und alle über 18 ist totaler Unsinn weil das erstens einfach nicht der Fall ist und zweitens nur weil ich am Wochende mal weg gehen will heißt das noch lange nicht das ich bereitwillig zum Passivraucher erkläre weil eine Nichtraucherdisco gibt es hier schlicht und ergreifend nicht.
    Abgetrennte Raucherräume sind ja von mir aus vollkommen in Ordnung ich bin Tolerant genug es hinzunehmen wenn andere sich die Lungen verpesten wohlen. An die Raucheraquarien hab ich mich schon gewöhnt man kann den Leuten die drin sind ja mal nett winken in der Zeit in der sie ihre Sucht befriedigen 😉
    Auch hätte ich nichts gegen ein paar Ausnahmen aber genau hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Zum Beispiel war ich doch sehr irrtiert las ich in Shisha Bar die Teilung gesehen habe ich meine ein Nichtraucherraum in einer Shisha Bar ist nun wirklich etwas seltsam denn da geht nun wirklich keiner hin wenn er sich dem Qualm nicht aussetzen will. Aber das selbe Argument zieht nun mal nicht gleich für allen Eckkneipen und genau da liegt das Problem. Kaum gibt es die Möglichkeit einer Ausnahme schon schmeißen sich alle drauf und unterhöhlen das ganze…
    Kurz Trennung wie in Bremen Ja! aber ausnahmen für Raucherkneipen Nein! denn auch wenn es sinnvolle Ausnahmen gibt so lassen sich diese nich von den unsinnigen abgrenzen also darf man gar keine Ausnahmen zu lassen.
    Ach und was das Rauchen in der Öffentlichkeit angeht kommt es auch da auf die Frage an wo. Am Bahnsteig oder an der Bushaltestelle kann ich mich dem Qualm nicht oder nur schlecht entziehen also Nein! ansonsten wo genug Luft ist und ich einen Bogen um Raucher machen kann gilt von mir aus…

  15. Oliver sagt:

    >Es ist nur gut und richtig die Nichtraucher zu schützen ich frage wann war hier bitte irgendjemand von euch in einer Disco?

    Ja recht regelmäßig aber zu jener Zeit war es auch noch nicht derart verqualmt, selbst in Kinos hielt es sich in Grenzen. Obwohl ich es schon amüsant fand einen Raucherbereich zu sehen, der so gut wie nutzlos war.

  16. Leto sagt:

    Nun ja heute ist es verquamlt soweit zumindest meine Erfahrung. Wobei ja sowieso immer mehr Jugendliche rauchen wenn ich mich nicht täusche. Mag an meinem Alter liegen (22) aber ich kannte Discos und «in» Kneipen bis vor kurzem nur als verqualmt.
    Ach und spezielle in Kneipen sind mir eher nutzlose Nichtraucherräume untergekommen einen wirklich nutzlosen Raucherraum hab ich noch nicht gesehen. Wobei es sher praktisch ist wenn die besten Plätze im Nichtraucherbereich sofort frei sind.
    BTW Rauchen im Kino kenn ich gar nicht wobei ich sogar essen und das trinken von nicht geruchsneutralen Getränken verbieten weil ich nicht gestört werden möchte =)

  17. Oliver sagt:

    >Wobei ja sowieso immer mehr Jugendliche rauchen wenn ich mich nicht täusche.

    Scheint wieder in zu sein. Kneiben ja, das waren wohl schon immer die ausgesprochenen Räucherbuden zu jeder Zeit.

    >BTW Rauchen im Kino kenn ich gar nicht wobei ich sogar essen und das trinken von nicht geruchsneutralen Getränken verbieten weil ich nicht gestört werden möchte =)

    Stimmt und die Sitze sind zu klein und die Kleinwüchsigen zeterten immer hinter mir das sie nichts sehen würden usw. Ich entschloß mich dann einfach ein wenig zu warten und daheim bequem zu genießen 😉

  18. Falk sagt:

    von sich aus einsehen aka Vernunft, na klingelts?

    Das war auch nicht der Punkt. Aber grad einem Raucher erzähl mal was von Vernunft, da kommste schlicht nicht weiter. Was mich an dem Gedankengang störte, war lediglich die Tatsache, daß dies zu Ende gedacht zu einer Totalüberwachung für rauchende Mitmenschen führen muss, wenn der Nichtraucherschutz so konsequent ausgelegt werden würde, wie Chris den gern hätte. Und da hab ich den Knoten im Hirn. Nicht beim Thema Akzeptieren oder Respektieren von Mitmenschen.

  19. Oliver sagt:

    >Aber grad einem Raucher erzähl mal was von Vernunft

    Ich war nie Raucher, aber meine Frau war es, Chris war es und ich kenne jede Menge andere. Vernunft ist da auch keine Pacht der Nichtraucher.

    >daß dies zu Ende gedacht zu einer Totalüberwachung für rauchende Mitmenschen führen muss

    Es existiert ja nicht nur entweder/oder, sonst dürften wir uns überhaupt nicht mehr bewegen. Telefonieren mit dem Mobiltelfon am Ohr ist während der Fahrt untersagt, dennoch sehe ich es fortwährend. Aber ich sehe auch keine Horden von Staatsdienern die Autos abfilmen diesbezüglich. Konsequent zu Ende gedacht müßte auch da die totale Überwachung folgen, ebenso an der heimischen Mülltonne usw.

    Ergo ist konsequent zu Ende gedacht das ganze System unschlüssig, denn irgendwie kann man ein Teil davon doch immer umgehen. Ich sehe da jetzt auch nicht was Chris Aussage diesbezüglich markanter macht. Es ist immer eine Gratwanderung zwischen Regulierung und Vernunft.

  20. Wolf-Dieter sagt:

    Lieber Chris, du polarisierst. Beweis: die Kommentare über meinem.

    Deine Forderung, das Rauchen auch in Räumen zu verbieten, die vom gestzlichen Hausrecht geschützt sind, induziert mein Stirnrunzeln. Sag mir bitte, was danach kommen soll — Verbot des offensichtlichen Genusses von Alkohol? Bitte quantifiziere, wo du aufhörst mit der Verbotsorgie!

    Meine Güte. Das Leben endet mit dem Tode. Wer nicht an Lungenkrebs stirbt, stirbt an Arschkrebs (Zitat vom Kleinen Arschloch, glaube ich).

    Gruß Wolf-Dieter

    PS bis 2001 (+-1Jahr) habe ich auch geraucht, aber ich setze mich — genau wie du — gerne mitten zwischen die Qualmer.

    PS2 Dass wir uns nicht missverstehen — ich war wählerisch: ausschließlich Kette! Gruß Wolf

  21. Oliver sagt:

    >Das Leben endet mit dem Tode. Wer nicht an Lungenkrebs stirbt, stirbt an Arschkrebs (Zitat vom Kleinen Arschloch, glaube ich

    Und das ist gewiß nicht unser Niveau. Ciao!

  22. from hades sagt:

    Rauchen ist genuß…

    Ach laß doch mal, nicht immer diese Verbotsorgien etc. Wir kennen es so und nicht anders, stante pede wird nach Freiheit geschrien, wenn mal jemand sagt hey Leute ihr müßt nicht überall alles vollqualmen, aber für wichtige Di…

  23. phoibos sagt:

    @ oli: dein rundumschlag ist nur begrenzt richtig imo.
    in eckkneipen gehört rauchen für mich zur kultur dazu. wie lächerlich sieht heutzutage ein salon in einem hotel aus, dem man noch ansieht, mal ein raucherzimmer gewesen zu sein, in den alte herren zigarrenrauchend (humidor ist noch da) und whiskeytrinkend sowie mondäne damen mit zigarettenspitzen in ohrensesseln saßen mit einem zentralen kamin…
    auf der anderen seite kann ich sehr gut nachvollziehen, dass in gewissen bereichen rauchen verboten sein sollte, eigentlich gar muss. im umfeld von kindern, essen, schwangeren, nichtrauchern, … wer rauchen will, soll dafür bestimmte räume oder das freie aufsuchen. so bin gegen ein rauchverbot in kneipen, eher für dedizierte raucherkneipen.
    das problem ist leider dabei, dass weder raucher noch nichtraucher sich auf ein verständnisvolles miteinander einlassen könne. es gibt da wohl kaum eine möglichkeit, den markt sich selbst regulieren zu lassen. also hat der gesetzgeber zum schutze der nichtrauchenden — ich hoffe — mehrheit entsprechende gesetze erlassen. mir soll’s recht sein…
    kneipen werden halt sterben, es wird irgendwelche merkbefreiten lücken ausgenutzt, ich sag nur vereinslokale (da sollte überhaupt der gesetzgeber mal ein auge richten).
    nun ja, tempus fugit und alles verändert sich. ich seh hier grad, dass einer der vorposter keine kinos kennt, in denen rauchen erlaubt war (mein letzter film in einem raucherkino war zugleich ein lustiges erlebnis: starship troopers passivstoned 😀 ).
    dennoch möchte ich, dass dem alkohol eine gleichartige aufmerksamkeit gewidmet wird. dieser ist als droge noch schlimmer und, so denke ich, verbreiteter. dass der gesetzgeber kann, wenn er denn will, hat er letzt bei den alcopops gezeigt.
    ciao
    phoibos

    ps: disclaimer: weiterhin genussraucher, mittlerweile fünf jahre ohne einen tropfen alkohol (ja oli, auch das geht 😉 )

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