Sie nannten ihn Mücke

FischerbootEin jeder von uns hat den Spielfilm — den Spielfilm, den er sich immer wieder anschauen kann, wenn er ihn einschaltet oder auch nur zufällig reinzappt. Oftmals ist dieser Film für andere der pure Trash, man wird belächelt, ausgelacht, und doch: läuft der Spielfilm, ist die vielleicht vorhandene schlechte Laune wie verflogen. Mein persönlicher Diesen-Film-schaue-ich-mir-immer-wieder-im-Fernsehen-an heißt Sie nannten ihn Mücke. Bud Spencer in Höchstform und Raimund Harmstorf als der sympathische Bösewicht machen den Film zu einem grandiosen Spaß für die ganze Familie.

Fischer Mücke lebt auf seinem Fischerboot an der italienischen Küste und führt ein beschauliches und geruhsames Leben. Bis, ja bis ein U-Boot sein Periskop ausfährt und das Boot von Mücke stark beschädigt — schon diese erste Szene, und ich liech lang. Mücke muss den Hafen von Neapel ansteuern, bekommt dort Ärger mit amerikansichen Soldaten und als ehemaliger Football-Profi führt er die einheimischen Jungs zu einem Footballmatch eben gegen die bösen Amerikaner.

David gegen Goliath, auch soziale Kritik, Antiamerikanismus, die Arroganz der Amerikaner, Freundschaft, Einer für alle, Alle für Einen — der Film hat — man mag es kaum glauben — mehr zu bieten, als profane Prügelorgien, wie man sie eigentlich von Bud Spencer gewohnt ist. Mücke ist im gesamten Film hindurch der ruhige Pol — beim Armdrücken, als Coach kann vor allen Dingen seine Mimik überzeugen, auch wenn er zum Schluß dann doch den Lukas rausholen muss. Doch der Lukas ist immer nur die letzte Wahl — wenn Mücke keine Wahl gelassen wird, wenn er dazu gezwungen wird.

Bud Spencer wurde 1929 als Carlo Pedersoli in Italien geboren, und bevor er an der Seite von Terence Hill weltberühmt wurde, gewann er im Schwimmen 7 Jahren in Folge die italienische Meisterschaft in 100m Freistil — bei Olympia 1952 in Helsinki reichte es nur zu einem fünften Platz im Halbfinale — und nein, die Gerüchte um eine Medaille sind nicht wahr. 1967 wurden dann Bud Spencer und Terence Hill geboren. Mario Girotti (Hill) und Carlo Pedersoli standen das erste Mal gemeinsam vor der Kamera — Gott vergibt — wir beide nie.

Sie nannten ihn Mücke läuft gleich um 15.00h auf Kabel 1 — weitere Highlights, die immer wieder zum Einschalten einladen, sind: Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen oder auch Das Krokodil und sein Nilpferd (Montag, 20.15h auf Kabel 1). Schon schade, dass Bud Spencer immer auf die Prügelorgien reduziert wird, hat er doch viel mehr erreicht in seinem Leben, Schauspieler, Schwimmer und sogar Komponist — der Soundtrack zu Sie nannten ihn Mücke wurde zum Beispiel zum Teil von ihm selbst komponiert.

Und bevor jemand meckert — manchmal muss so etwas einfach sein, jawohl. 😀

Bild: Nordthy unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend.

7 Antworten zu “Sie nannten ihn Mücke”

  1. joki sagt:

    «Banana Joe» und «Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle» sind meine beiden Favoriten, obwohl ich fast alle Filme noch jedes Mal verschlungen haben.

    Herrlich diese beiden Akteure vor der Kamera zu sehen.

  2. Oliver sagt:

    Pfft, trash — in dem war ich damals im Kino, wie in sovielen Bud Spencer Filmen und ich möchte keinen missen. Auch heute noch schaue ich mir gerne die Western mit den beiden an oder auch Plattfuss :)
    Das einzige was trashing ist, das ist die Übersetzung, das habe ich mir von Muttersprachlern sagen lassen 😀

  3. Grainger sagt:

    Da gehen unsere Geschmäcker nun aber auseinander, die Bud Spencer & Terence Hill Trashgranaten tue ich mir heutzutage wirklich nicht mehr an. 😀

  4. Oliver sagt:

    Wir sind alt, du bist uralt Grainger 😀

  5. Grainger sagt:

    Daran wird es wohl liegen! 😀

    Schließlich hatte mein Geschmack beträchtlich mehr Zeit sich zu entwickeln, junger Padawan!

  6. Oliver sagt:

    Du weißt ja das mit dem alten Wein und der Reife … kann auch leicht zu Essig werden 😀 😀

  7. Grainger sagt:

    Wenn bei mir irgend etwas zu Essig geworden sein sollte dann ist es aber allerfeinster Balsamico geworden. 😀

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