Shoppero — Wie Edelmann den PR-Gau steuerte

AssMorgen stellt Nico das neue super-duper grandiose Social Commerce-Web 2.0-Startup Shoppero vor. Ich frage mich allen ernstes, wie die Gäste bei SinnerSchrader ernst bleiben können. Wer da nicht schallend anfängt zu lachen, muss Smalltalk und das PR-Biz in Perfektion beherrschen. Da kann man dann nur anerkennend mit dem Kopf nicken. Aber darum soll es nicht gehen. Der Werbeblogger beschreibt heute, wie es zu diesem PR-Gau von Shoppero — von Edelmann gesteuert — kommen konnte. Mir dünkt, als hätten die geschätzte lanu und andere in manchen Dingen gar nicht mal so unrecht (gehabt). Werbeblogger Patrick kommt für sich zu dem Schluß:

Über Shoppero bloggen darf ich also schon — aber bitte erst dann, wenn es das Unternehmen und sein PR-Berater für richtig hält. Auf solche Dinge kann und will ich mich in Zukunft nicht mehr einlassen. Ich möchte kein Spielball der PR-Agenturen sein, die meinen, man könne Blogkommunikation beinflussen und zeitlich steuern. Ich möchte auch nicht ?Everybody?s Darling? sein und nur deshalb als ?persönliche Beziehung? kategorisiert werden, nur weil ich ein paar Zeilen gewechselt und ein Telefonat mit jemanden geführt habe. Ich möchte Abstand halten von Vorabinformationen der PR-Agenturen, die ich nicht weitersagen darf.

Das ist eine klare Ansage an alle PR-Pfeifen da draußen um mal weg von den Edelmännern zu kommen — die sollte sich jeder Blogger in sein Buch schreiben.

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Achtung werbeähnlicher shoppero–Inhalt:
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Meine Empfehlung für heute:

lanu — Heul nicht! Sag was! Ein Blog, welches Emotionen, Informationen und Spaß aktueller, spannender und unterhaltsamer als jedes Buch auf dem Bildschirm bringt.

Besuche lanu noch heute und genieße Deinen Feierabend auf eine andere Art und Weise wie bisher.

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Achtung werbeähnlicher shoppero–Inhalt:
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Gleichzeitig der Aufruf, Sperrfristen dahin zu kippen, wo sie hingehören: in den Lokus. Chapeau Patrick. Sperrfristen töten IMHO ein stückweit das Bloggen — Bloggen lebt davon, zu schreiben, wenn man die Idee hat, wenn man eine Information hat, wenn die Emotion frisch ist. Wenn ich warten muss, geht allein schon ein großes Stück der Spannung verloren. Sobald ein Thema bei mir z. B. auf der To-Do für später landet, wird meist daraus kein eigener Artikel mehr. Wenn überhaupt noch, landet das Thema in den del.icio.us-Links. Klare Ansage an alle PR-Pfeifen da draußen: Hört auf damit, Blogger zu beeinflussen — das geht nicht gut. 😉

In seinem neuesten Blog-Eintrag beschreibt Jens Kunath, dass es bei Shoppero wohl um persönliche Empfehlungen geht, sie deshalb sehr authentisch rüberkommen, als Beispiel führt er sein Handy-Kauf an, da haben Bekannte, Freund so ein Nokia-Teil empfohlen, nach kurzer Recherche auf anderen Blogs, hat er es dann gekauft.

So weit, so richtig — aber wieder mal nicht zu Ende gedacht. Omfg…

Eine persönliche Empfehlung hört auf eine zu sein, wenn mein Gegenüber damit Geld verdient — dann wird es profane Werbung, vielleicht sogar für den, der empfielt eine Bürde, schreiben, empfehlen zu müssen. Sobald ein Blogger Geld bekommt, weil er z. B. ein Buch empfielt (man denke an die Ref-Links von Amazon), muss ich da nicht mehr draufklicken. Die Empfehlung verliert für mich und sicherlich auch für viele andere völlig die Glaubwürdigkeit. Woher weiß ich, dass der Kollege für ein Empfehlung von Microsoft nicht mehr Geld bekommen hat, als für eine Empfehlung von Adobe. Woher weiß ich, dass Blogger Y Produkt X nicht empfielt, weil er gerade keine andere Idee hatte, eine Empfehlung aber die Kassen füllt.

Ach geht weg. Ihr macht Euch da was vor, Ihr lebt in einer Scheinwelt, in der ich nicht mal ansatzweise eintauchen möchte. Ihr lebt dabei auf Kosten anderer, denn die Zeche zahlt der Konsument, der diesen Dreck von profaner Werbung mitbezahlen muss. Da könnt Ihr Tausend Blogeinträge verfassen, wie neu und anders Ihr doch seid — es wird gelacht, manchmal abgewatscht, und manchmal habe ich mit dem einen oder anderen Kollegen auch einfach nur Mitleid.

Shoppero ist und bleibt profane Werbung — wenn es nun Empfehlung genannt wird, sorry, das ist schlicht und einfach lächerlich und PR-Gewäsch. Es soll Männer geben, die nennen die Hure, welche sie abends besuchen, die beste Freundin. Im Gegensatz zur Frau hört sie ja zu und ist so einfühlsam — doch solange Geld im Spiel ist, wird sie eines immer bleiben: eine Nutte.

Bild: Jason White unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend.

3 Antworten zu “Shoppero — Wie Edelmann den PR-Gau steuerte”

  1. The Exit sagt:

    Übrigens, Knüwer schreibt heute über Shoppero im Handelsblatt.

    Ist wohl ein Dings, wo man Rezensionen zu Produkten einstellen kann (auch ins eigene Blog) und wenn dann einer das Produkt kauft, wird zwischen Shoperro und Blogger geteilt.

  2. Falk sagt:

    Na das doch mal eine geniale neue Idee sowas. Produktempfehlungen und man kriegt Kohle, wenn Jemand drauf einsteigt. Sowas hat die (Online-)Welt noch nicht gesehen. Wow, ich bin begeistert 😀

  3. Chris sagt:

    *gröööööhl*

    Noch profanerer Werbedreck als vermutet — für sowas brauche ich doch kein Shoppero — sowas hab ich schon vor Jahren mit meinem Provider damals in unserem Forum angeleiert. Ein Link, ein Code, der nur den Forumsteilnehmern bekannt war und gut.

    Das ist ja sowas von innovativ — ich fass das nicht.

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