Shoppero — Das ist kein Spiel

AssDas war ein Tag. 😀 Mehrfach bin ich über den Boden gerollt, und nur meine Arbeitskollegen konnten mich zum Schluß noch aufhalten. Worum es geht? Nun, Shoppero, was sonst, seine Macher, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Hier hatte ich mich bereits das erste Mal über Shoppero geäussert. Ich hatte einen durchaus reellen Scherz von lanu aufgegriffen — Gerüchteküche, Blogger pushen eCommerce — das war einfach zu verführerisch. Später hatte ich ein wenig im Internet recherchiert, und interessante Dinge zu einem der Beteiligten gefunden — Jens Kunath. Es war schon sehr interessant zu sehen, was der STERN zum Shoppero-Finanzier schreibt, oder auch off the record, und auch im Forum kanzlei.de gab es interessante Einsichten — und das ist nur eine kleine Auswahl.

Bei lanu gab es noch weitere Recherchen, die die Wörter Staatsanwaltschaft, Ermittlungen, Verfahren und Strafe beinhalteten — natürlich per Google Cache erreichbar. Hm, da kann ich ja jetzt gar nicht diesen Artikel empfehlen, naja, vielleicht einfach mal als Tipp nebenbei — vielleicht braucht ihn ja mal wer. :) lanu fasst es dann perfekt zusammen:

1. kunath reicht mir
2. edelman und deren reaktion reicht mir
3. die bloggerverarsche reicht mir
4. sperrfristengequatsche reicht mir
5. das jubelnde blogvieh reicht mir
6. das buzzword-placement reicht mir
7. «kein affiliate» und «keine werbung»-getue reicht mir
8. und dass sie mich hier ignorieren, obwohl sie mir gerade ganz hektisch die bude einrennen, das kann ich leider nicht mit aufmerksamkeit belohnen

Edelmann ist auch dabei — ich fass das nicht. Aber gut, nicht lange aufhalten — weiter im Text. Als wenn das alles noch nicht genug wäre, beschreibt lanu dann, was Shoppero wirklich ist — und vermiest Nico damit wohl die Show auf der next07 — worauf meine Wenigkeit einfach mal in den Raum wirft, dass wir dann nächstes Jahr die next08 organisieren — wir haben die Buzzwords. Charts und PPT-Präsentationen sind kein Problem — here we are — there we go — to the top. Ich bin so schlecht, könnte glatt von einem Business-Kasper sein. 😀

Als wenn das alles für Shoppero nicht schon peinlich genug ist, setzen die Macher, Nico Lumma und Jens Kunath, noch einen drauf. Das schallende Lachen und das Kopfschütteln gab es heute im Wechsel bei mir. Es wirkt schon sehr befremdlich, wenn ein bloggender Geschäftsführer für seinen bloggenden Finanzier in die Bresche springen muss, aber okay, vielleicht muss das ja so sein. Wenn man dann aber so abgewatscht wird, sollte man sich Gedanken machen:

p.s. und nein, es ist kein affiliate-programm, das wir auflegen wollen.»

Das weiß ich doch. Ihr verkauft ja auch keine Werbung, sondern «werbeähnliche Inhalte».

Natürlich geht es nicht um Werbung, wo kommen wir denn da hin, wenn es um Werbung gehen würde, nein Social Commerce heißt das Stichwort welches von den ganzen Jubelpersern weitergetragen wird — Falk indes stellt da schon die richtige Frage, nur beantworten wird sie ihm keiner der Angesprochenen. Ob nun allerdings in Hamburg das große Zittern losgeht, ist bis jetzt nicht überliefert, Stichwort Staatsanwaltschaft und die Aufforderung eine bestimmte Behauptung zu streichen. Wie gut, dass sich sowas nachprüfen lässt. Tja, und was mache ich Döspaddel in meinem immer wiederkehrenden Web 1.0-Wahn? Werde völlig Off Topic — nein, sowas aber auch.

War es das? Aber nicht doch, denn nun wird es ernst. Man kann mal unterschiedlicher Meinung sein, keine Frage. Man kann sich auch mal Arschloch entgegen schleudern. Auch keine Frage. Als Beispiel krame ich da mal den Rene von Nerdcore raus — egal, ob nun Blogfundamentalist, Blutblogger oder auch oller Kommerzblogger — ich glaube nicht, dass wir uns mit gezückten Waffen gegenüberstehen, wenn wir uns mal im RealLife treffen. Es gibt aber IMHO im Web 2.0, gerade unter Bloggern, absolute No-Go’s. Das ist unter anderem diese Formulierung:

Da der Eintrag nicht der Wahrheit entspricht, fordere ich Sie nun auch auf unverzüglich den Screenshot und auch den Link zum Beitrag zu entfernen.

Es ist scheißegal, ob ein Screenshot nun der Wahreheit entspricht oder nicht — die Wortwahl, die hier verwendet wurde, ist entscheidend. Unverzüglich ist Amts– und Gerichtsdeutsch. Hier wird ein rechtliches Szenario begonnen, um evtl. später den Blogger abmahnen oder gar verklagen zu können — und das, lieber Jens bestätigt in der Gegenwart IMHO Deine Vergangenheit. Und das lässt für die Zukunft von Shoppero ganz Schlimmes vermuten. Die erste Kontaktaufnahme hat IMHO *immer* anders zu laufen. Ganz klare Kiste.

Wenn Du lieber Jens im Web 2.0 in Zukunft Dein Geld machen willst, dann muss ich Dir ganz ehrlich sagen, dass Du dafür IMHO sehr schlecht geeignet bist. Ich schrieb es bereits hier an Deine Kollegen in Berlin — Kommunikation, Dialog sind die Stichworte, nicht Aufforderung, Drohung, auch nicht zwischen den Zeilen. Lieber Jens, aufgrund Deiner Vergangenheit — bei der kleinen Google-Recherche hast Du mich erschreckenderweise an einen andern bekannten Fall erinnert — hast Du dafür zu sorgen, dass neues Vertrauen aufgebaut wird, da kannst Du keinen Vertrauensvorschuss erwarten. Das nennt man Emotionen, Subjektivität, Meinungsäusserung — und ja, sicherlich auch ein stückweit Vorurteil. Aber völlig ohne schlechtes Gewissen, schließlich habe ich Deine Vergangenheit und — und das ist heute *das* Erschreckende gewesen — Deine Gegenwart nicht zu verantworten.

nicht so garstig bitte, herr kunath
erst lesen, dann schreiben.

(hier stand für einige sekunden ein wütender kommentar des businessangels «das ist kein spiel», den er offensichtlich nach nochmaligem hinsehen wieder gelöscht hat. darin erklärte er unter anderem, dass er sich nicht zu einzelheiten äussern würde und verwies auf einen seiner blogeinträge, die ich hier bereits heute vormittag verlinkt habe.)

«natürlich war es keine dreistellige zahl von anzeigen» wäre auch echt ein zu langer satz.

Das ist kein Spiel — Zitat Jens Kunath in seinem von ihm wieder gelöschten Kommentar. Doch, ist es. Web 2.0 ist ein Spiel, mehr nicht. Nur die wenigsten Business-Kasper werden es schaffen, Geld aus dem zu ziehen, was uns alle so fasziniert — doch muss man vorher dieses Spiel spielen, Vertrauen aufbauen, und ich wiederhole mich, Web 2.0 leben. Mal eben ein Unternehmen gründen, die Plattitüde Trafficveredelung draufpappen, widersinnig von Social Commerce plappern, das reicht und und wird nicht funktionieren. Diese Blase wird platzen — und das liebe Genossinnen und Genossen Bloggerinnen und Blogger ist auch gut so. Mag Sinner und Schrader für son Dreck so einen Blödsinn (s)eine Plattform zur Verfügung stellen, die Wahrheit ist aufm Platz, hier draußen auf den Blogs, bei den (potentiellen) Usern. That’s it.

Last but not Least sei hier das Zitat des Tages angebracht. hockeystick schrieb heute:

Jetzt haben die extra gewartet, bis der Don außer Landes ist, und nix war´s.

Ich habe schallend gelacht, als ich das gelesen habe. Jedoch zeigen die Fälle Metaversum und Shoppero auch eines: Es gibt sie noch, die kritischen Blogs — man muss sie teilweise wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen — aber auch der Don darf mal Urlaub machen, den hat er sich redlich verdient. 😉

Bild: Jason White unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend.

7 Antworten zu “Shoppero — Das ist kein Spiel”

  1. Sehr gut.…mit spitzer Feder. Hat wohl gesessen.

    Warum zum Teufel fällt mir spontan «gruscheln» ein? Warum denk ich an Parasiten?

  2. digitalnext sagt:

    Also das ist für uns unverständlich, wie man so die Beherrschung verlieren kann und sich so gehen lässt. Kritik ist möglich, doch sollte sie sachlich sein und auch noch mit gesundem Menschenverstand nachvollziehbar. Vielmehr hat man den Eindruck es ginge um eine persönliche Meinungsverschiedenheit mit Herrn Kunath. Sollte dies der Fall sein, dann haben Sie hier einige tausend Zeichen zuviel Dampf angelassen.
    Bereits nach wenigen Absätzen scrollt man zu den Kommentaren weiter, da man sich mit ihrem Posting einfach nicht sachlich auseinandersetzen kann. Ich würde Ihnen empfehlen, eine Nacht über alles zu schlafen, und dann erneut ein (diesmal sinnvolles und sinnenthaltendes) Posting zu machen. Alles andere ist überflüssige Polemik.

  3. Chris sagt:

    1. Hier wird sich geduzt.

    2. Ich kenne Herrn Kunath nicht.

    3. Lesen kannst Du schon — brauchst jemand, der es Dir erklärt?

    4. Zitat von mir, ganz am Anfang:

    Das war ein Tag. 😀 Mehrfach bin ich über den Boden gerollt, und nur meine Arbeitskollegen konnten mich zum Schluß noch aufhalten.

    Ich gebe ja zu, es ist schwierig zu verstehen, diese hohe Kunst der Literatur, aber ich versuche es nun ganz einfach, in für Dich hoffentlich verständlichen, Worten Buchstaben:

    *rofl*

    Alles klar soweit? *g*

  4. Chris sagt:

    Liebes digitalnext,

    Satire und Humor erkennen Sie [sic!] nicht mal, wenn man es Ihnen [sic!] auf die Stirn tätowieren würden — und jetzt verschwinden Sie [sic!]. Solche Leute wie Sie [sic!] sind hier unerwünscht! Ich verzichte auf weitere Worte in Ihre [sic!] Richtung — es gibt ja Menschen Ihres [sic!] Schlages — womit ich Sie [sic!] nicht direkt anspreche — die schnell anwaltlich schießen.

    Alles klar soweit?

  5. Chris sagt:

    Nachtrag: Wie fühlt man sich eigentlich, wenn man so verarscht wird, wie Sie [sic!]? 😀

  6. Jerry sagt:

    Find ich albern. :)

  7. […] Ihr Euch noch an Shoppero? Ich war von Anfang an nicht begeistert, doch man stellte schnell klar, das ist kein Spiel. Wir lernten, dass nicht Nico selbst für die Kommunikation verantwortlich ist, man hat diese […]

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