Sevenload will uns User nicht [Update 2]

Sevenload

Als YouTube in vergangenen Zeiten, damals, vor Google, unter massiven Performance-Problemen litt, habe ich mir bei Sevenload einen Ausweichaccount für das eine oder andere Video angelegt. Dieser Account wird nun brach liegen — mal schauen ob ich die Zeit finde, mit allen Videos wieder kpl. zu YouTube zurückzuziehen. Die Pressemeldungen von Sevenload selbst, haben in den letzten Monaten schon alle Alarmsirenen bei mir anspringen lassen — nun ist der Bogen endgültig überspannt worden.

Felix fasst es gut zusammen:

rechte-inhaber, kopierschutz, DRM, DMCA, fairplay, plays for sure — ich kann das alles nicht mehr hören. leiden konnte ich es auch noch nie. […]

[nochmal kurz erklärbärig: am 5. august kündigt sevenload an, sich künftig verstärkt für „den Schutz des Urheberrechts Forderungen der Content-Eigentümer“ einzusetzen und „professionelle Content Partners“ zu schützen indem es künftig der UGC-Richtlinie folge. am 7. august kickt sevenload lanus und strappatos video über onkel bankhöfer. wie gesagt. die nachricht kommt an: geht weg, wir wollen euch nicht.]

Genug Plattformen da draußen teilen es den Mitgliedern eher kryptisch mit, dass sie nicht gewünscht sind, vielleicht noch als Klickvieh — notgedrungen — geduldet werden. Kaum eine Plattform sagt es seinen Usern so direkt, wie Sevenload: Wir wollen Euch nicht, Big Brother & Co. ist unser Niveau und unsere Zukunft. So sei es. Der Deal mit dem magentafarbenen T (guggst Du hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier) hat schon gezeigt, das Big Brother für Sevenload anscheinend nicht nur eine TV-Sendung ist. Nun denn liebe Leute von Sevenload. Geht, aber geht mit Gott. Gehabt Euch wohl. Wir wollen Euch auch nicht.

Alternativen zu Sevenload bitte in die Kommentare wenn gewünscht. Die gibt es ja mittlerweile wie Sand am Meer. Sevenload braucht dementsprechend kein Mensch. 😉

Screenshot: de.sevenload.com, Verfremdung: F!XMBR

Nachtrag: Ibo schreibt in den Kommentaren:

Hallo Leute,

bei sevenload löscht keiner Filme. Wir haben ein Anwaltsschreiben bekommen. Wir mussten reagieren. Derzeit überprüfen wir, ob es Sinn macht den genannten Film redaktionell zu bearbeiten. Diese Entscheidung wird schon sehr bald getroffen.
Ich persönlich bin doch der Freund der Leute. Ich höre gerne eure Tips und wir versuchen gemeinsam das umzusetzen.

Liebe Grüße

Ibo

Nachtrag 2: Mike Schnoor, der sensationsgeile Blogger.

Zumindest war er das mal, wie er schreibt. Heute soll Felix sensationsgeil sein, wie auch meine Wenigkeit. Leider verkennt der ehemals sensationsgeile Herr Schnoor, der heute ganz seriös daher kommt — zumindest meint er das offensichtlich selbst, er arbeitet ja nun bei Sevenload — die Tatsachen.

Lieber Herr Schnoor, es geht nicht nur um das Bankhofer-Video.

1. Es geht um die Content-Mafia allgemein.

2. Es geht um die Ankündigung Sevenloads, der UGC-Richtlinie zu folgen, sprich bei dem Dreck mitzumachen.

3. Es geht um Kritik an der Kooperation mit T-Online.

4. Es geht um Kritik an (dem TV-Format) Big Brother.

5. Es geht um Alternativen zu Sevenload.

Alles klar soweit Herr Schnoor oder soll ich buchstabieren? Wie man sieht, ist gerade Punkt 5 offensichtlich von entscheidender Bedeutung. Oder ist das jetzt auch wieder sensationsgeil? Naja, lassen wir das — schließlich wurde aus dem Hause Sevenload selbst schon zugegeben, dass die eigene Informationspolitik verbesserungswürdig ist. Nützt nur offenbar nichts, wenn man dann solche Mitarbeiter hat, die per Twitter auf dicken Max machen. Und auch die Copy & Paste-Kommentare sind eher peinlich. Aber egal — die User werden entscheiden. Ich gönne Sevenload den Erfolg — mit Formaten wie Big Brother & Co… 😉

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22 Antworten zu “Sevenload will uns User nicht [Update 2]”

  1. caschy sagt:

    Danke Chris:

    Caschy ist

    Manchmal brauche ich eine Erinnerung 😉

  2. Chris sagt:

    *g*

    Sehr fein… 😉

  3. Hallo Leute,

    bei sevenload löscht keiner Filme. Wir haben ein Anwaltsschreiben bekommen. Wir mussten reagieren. Derzeit überprüfen wir, ob es Sinn macht den genannten Film redaktionell zu bearbeiten. Diese Entscheidung wird schon sehr bald getroffen.

    Ich persönlich bin doch der Freund der Leute. Ich höre gerne eure Tips und wir versuchen gemeinsam das umzusetzen.

    Liebe Grüße

    Ibo

  4. Chris sagt:

    Das hätte man vielleicht gegenüber der BooCompany besser kommunizieren sollen… 😉

    Ihr gehört doch zum Web 20.-Gedöns wo Jeder Jeden kennt und Jeder mit Jedem kommuniziert… 😉

  5. Stimmt. Ich wollte ja was sagen, aber ich war nicht im Office. Und leider ist das Ganze Speerverfahren bei uns automatisiert. Was wir sofort auch verbessern ist der Text vom Support.

    Trotzdem danke für die Hinweise. Auch wir müssen langsam verstehen wie das ganze funktioniert.

  6. Chris sagt:

    Ich habe oben Nachtrag 2 verfasst…

  7. Alice sagt:

    Anwaltsschreiben. Sehr beeindruckend.

  8. Chris sagt:

    Wenn sowas auf dem Schreibtisch liegt, muss reagiert werden. Ob allerdings ein Unternehmen wie Sevenload mit ein paar Euro in Hinterhand derart reagieren muss, sei dahingestellt.

    Ich frag mich, wo da das Urheberrecht verletzt wurde. IMHO ist der Ausschnitt durch das Zitatrecht locker abgesichert — das Video ist ein selbstständiges, eigenständiges Werk geworden. Zum Beispiel auch nicht mit der TV Total-Entscheidung zu vergleichen. Dort wurden wirklich nur die Ausschnitte verschiedener TV-Sendungen verwertet. Keine Rechtsberatung, meine Meinung. 😉

  9. Hallo chris,

    1. Ja. copy/paste ist peinlich.
    2. Ja, kritische Blogger als «sensationsgeil» zu beschimpfen ist wehleidig.
    3. Ja, die Content-Industrie hat den Schuss nicht gehört (das sagen wir denen auch direkt) und die Künstler profitieren von dem Geschachere wenig.
    4. Aber: wir sind immer noch diejenigen, die versuchen, das ein wenig zu verbessern. Das funktioniert nur, wenn wir differenziert vorgehen. Daher die UGC Principles
    5. Nein, die Kooperation mit T-Online macht uns noch nicht zu Verrätern an den freien Künstlern. Nicht bei mehr als 200 solchen Sendungen.
    6. Ja, das Format Big Brother muss nicht jedem gefallen, tut es auch nicht. Aber hey, wir haben mehr gemacht, als eine TV-Sendung ins Netz zu stellen, wir haben versucht, auch kritischen Austausch zu fördern. 7. Wenn wir die Medien verändern wollen, so dass es auch eine starke Wirkung hat, dann müssen wir es auch schaffen, mit den Grossen der Branche Projekte zu machen, die auch aus bestehenden Plattformen neue Formate werden lassen. Ja, wir wollen uns dabei nicht vereinnahmen lassen — aber das will auch keiner tun. Es ist ein bisschen wie bei 68, «Marsch durch die Institutaionen» und so…
    8. JA! jeder Nutzer hat das Recht zu Alternativen zu sevenload — und jeder Blogger das Recht sie zu empfehlen. Und wir das Recht zu kommentieren, wenn wir meinen, die Empfehlung basiert auf Vorwürfen, die wir nicht fair finden.
    9. Wir haben NIE, auch nicht indirekt, gesagt, wir stehen nicht mehr für Unabhängige Autoren und User zur Verfügung.

    Es ist einfach zu sagen, sevenload hat jetzt die dicke Kohle von den bösen Magentafarbenen. Es ist doch für uns ein viel besserer Garant der Unabhängigkeit, aus Venture Mitteln von einem weltweit operierenden Telekommunikationskonzern finanziert zu sein, als aus Mitteln eines Fernseh– oder Content-Konzerns. Überlegt doch mal in welchem Wettbewerb wir stehen. Ich wünsche mir, Du könntest Dich bitte wenigstens ein bisschen mit uns freuen, wenn wir uns am Markt als Unabhängige aufrecht erhalten…

  10. Mike Schnoor sagt:

    @Chris — Die Kritik finde ich durchaus gut. Schließlich leben wir in der kritischen Masse. Doch darf man nicht gleichermaßen selbst Kritik an der manchmal vorschnellen Blogosphäre üben? Außerdem ist Sensationsgeilheit bzw. Sensationslust ja gesund — davon lebt ja auch der moderne Journalismus. Doch ein Anruf oder eine E-Mail hilft in der Regel auch.

    Nur als kleiner Hinweis: Es ging bei dem Tweet sogar nicht um den Artikel von Felix, den ich zu dem Moment meines Tweets noch gar nicht im Netz wahrgenommen hatte. Wenn er das aber auf sich persönlich referenzieren möchte, indem er selbst darauf aufspringt, dann kann er das gerne machen — das ist jedoch seine Sache, leider.

    Hast du eigentlich mit dem Gedanken gespielt, das besagte Video selbst bei dir auf deinem Server zu hosten — ich glaube, das Resultat davon wäre leider nur ein «Anwaltsschreiben».

  11. morgaine sagt:

    Na solange hier Leute aus dem Office im Speerverfahren aufgespießt werden (oder nicht?), kann der vorformulierte Text der Rausschmeißer ja nur besser werden. Pun intended — auch wenn’s flach ist, ich konnte einfach nicht widerstehen.

  12. Chris sagt:

    Ich bin kein Unternehmen mit ein paar Euro im Rücken. Im Gegensatz zu Sevenload. Von Sevenload hätte ich durchaus erwartet, dass sie das Video online lassen — zumal meiner Meinung nach die Rechtslage nicht eindeutig ist. Aber gut — wenn nicht, dann nicht. Dann sollte man aber mit seinen Usern kommunizieren.

    Und man sollte als Web 2.0-Gedöns-Unternehmen vielleicht die Blogs im Auge haben. Lanu und die BC sind nicht gerade unbekannt. Lanu ihren Hinweis seit dem 07.08. nachmittags online und kündigt den Boo an. 2 Tage später erst haben Felix und meine Wenigkeit reagiert. Und ihr merkt es erst, als die Pingbacks bei Euch aufschlagen? Das ist einfach schwach, sehr schwach. Ihr liebt die User? Ihr lest sie nicht einmal… 😉

  13. Mike Schnoor sagt:

    Klar, die reine Systemmeldung selbst ist kein Aushängeschild. Aber wir sind selbst Menschen und keine Maschinen — zumindest spielen wir mit offenen Karten und kommunizieren.

    Andere machen dann lieber gar keinen Schritt in die Richtung und verharren in Position — sowas wie ein kommunikatives Nirvana. Dann lieber mit etwas Verspätung kommunizieren und nicht wenige Minuten nach Bekanntwerden des Themas in purer Überhitzung reagieren. Das ist allemal besser als überhaupt nicht zu reagieren — finde zumindest ich. :)

  14. Chris sagt:

    Kann ich mit leben. Nun klärt das aber mit Lanu selbst — hier ist alles besprochen… 😉

  15. Lanu lässt gerade keine Kommentare zu, deswegen hier doch noch eins:

    Ein ehrliches Eingeständnis von dem, was wir nicht richtig machen, ist noch kein «der GF fällt dem Mitarbeiter in den Rücken».

    Wer «Unternehmenskultur 2.0″ gut findet, sollte uns nicht an überkommenen Hierarchie-Vorstellungen messen.

    Uns geht es übrigens auch nicht um PR, sondern um unsere Beziehung zur Blogosphäre und um das von Dir so vermisste Signal in Richtung User.

  16. […] mein Gott, wenn die uns Unser halt nicht wollen, dann gehen wir woanders hin. Ich wette, die werden demnächst auch Terabytes von Festplatten an […]

  17. watchblog-tv sagt:

    Der Fall Bankhofer…

    Nach diversen Berichten aus der Blogosphäre wurde ein Video, das den “Fall Bankhofer” dokumentiert, von sevenload nach einer Abmahnung entfernt. Die Reaktionen auf die Sperrung des Videos aus der Blogosphäre durch Lanu, Felix, Chris oder …

  18. […] unserer Kommunikation gemacht, die wir eingestehen. Das Ergebnis liest sich unter anderem bei Lanu, Chris, Felix und bei BooCompany. Nachdem wir uns über diesen speziellen Fall rege ausgetauscht […]

  19. […] Ich hatte mich ja aus der Diskussion zurückgezogen — zumal F!XMBR der völlig falsche Ansprechpartner war. lanu und strappato sind die Macher des grandiosen Bankhofer-Videos. Nun klärt das aber mit lanu selbst — hier ist alles besprochen. So waren meine letzten — doch sehr weisen — Worte. Hätten sie nur auf mich gehört. Als gestern Abend hier ein Pingback von Mike aufschlug, sowie ein Trackback von der super-dupi-neu-kritischen Web 2.0-Plattform watchblog-tv habe ich laut gelacht und mit dem Kopf geschüttelt. Wieso wusste ich nur, was folgen würde? Zur Erinnerung: Da wurde also dieses Bankhofer-Video von Sevenload gelöscht — die mehr als schwache Diskussionen mit den Sevenload-Machern danach, interessiert jetzt nicht. Und was passiert? Zur eigenen Vermarktung, Reputation wird ein neues Blog gestartet und das Video, welches ein paar Tage vorher erst gelöscht wurde, wird wieder eingestellt — natürlich journalistisch überarbeitet. Bitte?!? […]

  20. […] diese Löschaktion von sevenload, plus die folgende Kommunikation, nicht wirklich gut bei allen Bloggern ankam, merkten die Herrschaften von sevenload wohl ganz eigenständig und […]

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