Seehofer handelt …

Stante pede möchte Seehofer die EU-Tabakwerbung Verordnung umgesetzt wissen in Deutschland. Das natürlich die Industrie ob der Verluste ebenso direkt mit dem Gesezter beginnt und das Damoklesschwert Arbeitsplatzverlust zum schwingen bringt, ist wohl zu erwarten gewesen. Einerseits hat die Werbung ja nichts mit der Sucht zu tun, glaubt man der Industrie, andererseits zetern sie ob gewaltiger Verluste, falls diese ausetzt … kurios, nicht wahr?

8 Antworten zu “Seehofer handelt …”

  1. Grainger sagt:

    Vielleicht ist die EU dann endlich auch mal so konsequent und stellt die Subventionen für den Tabakanbau ein?

    Man muss ich das mal vorstellen:

    ? werden mit staatlichen Subventionen suchterzeugende Gewächse angebaut
    ? werden mit staatlicher Förderung gleichzeitig Kampagnen gegen diese Sucht finanziert
    ? werden die aus dieser Sucht resultierenden Krankheitsschäden von der Solidargemeinschaft finanziert während gleichzeitig die Steuereinnahmen aus dem Verkauf der Drogen natürlich für ganz andere Sachen verwendet werden
    ? darf (zumindest bisher) von den Dealern öffentlich geworben werden
    ? in Deutschland hängen Zigarettenautomaten frei zugänglich (also auch für Minderjährige) überall herum

    Und jetzt kommt mal wieder das Totschlagargument das an diesem irrwitzigen Kreislauf jede Menge Arbeitsplätze hängen.

    Einzig logisches Fazit:

    ? jegliche finanzielle Förderung einstellen
    ? totales Werbeverbot für Zigaretten,
    ? Rauchverbot in allen öfentlichen Gebäuden
    ? Tabaksteuer solange erhöhen bis die aus der Sucht resultierenden Folgekosten durch die Steuereinnahmen gedeckt werden, den Sozialsysteme diese Steuereinnahmen gutschreiben und diese somit entsprechend entlasten.

    Kostet eine Packung Zigaretten dann eben ab 10 Euro aufwärts, mir doch egal 😀

    PS: ich war früher selbst Raucher.

  2. Falk sagt:

    Ich bin Raucher — kann aber nachvollziehen, was ich letztens mal irgendwie gelesen habe: «Es ist verdammt schwer in Deutschland nicht zu rauchen». Da ist was Wahres dran. Allerdings bin ich der Meinung, dass auch manche Nichtraucher — vor allem die Ex-Raucher stellenweise ein wenig überziehen. Aber bisschen Respekt voreinander ist immer angebracht.

    ? jegliche finanzielle Förderung einstellen

    Vollkommen unterstützenswerter Vorschlag, von den Subventionen ist die Industrie nicht abhängig.

    ? totales Werbeverbot für Zigaretten

    Die kommen dir dann mit Gleichbehandlung und solchem Blabla — aber auch hier wäre ich sehr angetan davon :) Wenn diese nicht durch dann noch dümmere Werbung ersetzt werden würde.

    ? Rauchverbot in allen öfentlichen Gebäuden

    Eigentlich sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein und Orte in der Öffentlichkeit (Kneipen) eher die Ausnahme darstellen. Ich find zum Beispiel die rauchfreien Bahnhöfe sehr genial :)

    ? Tabaksteuer solange erhöhen bis

    Unrealistisch — denn von der Tabaksteuer fliesst so gut wie kein Geld ins Gesundheitswesen. Genausowenig wie von der Steuer auf Fahrzeuge Strassen gebaut werden. Gerechteres Verteilungssystem und Rauchen eventuell mit etwas erhöhten Abgaben in die Krankenversicherung zu «bestrafen» wäre da meines Erachtens sinnvoller.

    Btw. die genialste Melkkuh der Nation sind rauchende Autofahrer :)

  3. Oli sagt:

    «Unrealistisch — denn von der Tabaksteuer fliesst so gut wie kein Geld ins Gesundheitswesen.»

    Und wieviel da fließt, es ist pure Augenwischerei der Politiker wenn behauptet wird, diese und jene Abgaben/Steuern wären für einen bestimmten Zweck. Da wird schon seit Gründung der BRD und davor, hier mal weggenommen, neues Loch ist da, von anderswo wirds wieder gestopft etc. Quasi eine Art desaströse Mischkalkulation.

    Gegenseitiger Respekt ist immer gut, so richtig militante Nichtraucher wie in anderen Ländern gibts ja bei uns gar nicht und vergleiche ich mal mit vielen Länden wie Frankreich, USA, etc. dann gehts den Rauchern hier geradezu blendend.

    Mir ist auch völlig schnuppe was derjenige mit seiner Gesundheit anstellt, dafür heißt es ja Sozialsystem und wenn ich alles auf die Waagschale lege bin ich auch nicht besser, als der Rest der Asozialen die ich hier desöfteren anprangere.
    Der Punkt jedoch der zu beobachten ist, wie zur Hölle macht den ein Nichtraucher in der Öffentlichkeit einem Raucher das Leben schwer? Umgekehrt kann ich es dir sagen, wenns dich stört das bischen Qualm, dann geh doch :)

  4. Falk sagt:

    «wie zur Hölle macht den ein Nichtraucher in der Öffentlichkeit einem Raucher das Leben schwer?»

    Kam das so rüber? Nein nein — hierzulande haben wir tatsächlich das ganze Gegenteil. Aber so manche Unmutsäußerungen, welche nicht grad von Respekt zeugten, durfte auch ich mir schon anhören. Dabei rauch ich im Zweifel nicht mal zuhause, wenn absoluet Nichtraucher anwesend sind. Das meinte ich damit — ich hab auch schonmal Jugendlichen in der S-Bahn recht rabiat deutlich gemacht, das sie asozial sind, wenn sie meine, dort rauchen zu müssen.

  5. Falk sagt:

    Mal nen kurzer Einwurf in die Richtung Gesundheit — wärs nicht auch konsequent Selbiges auch für Alkohol zu fordern? Denn ich meine mich zu entsinnen, dass mehr Menschen durch Alkohol sterben oder krank werden, als durchs Rauchen. Aber wie gesagt, das muss jetzt nicht stimmen. Und noch mehr Leute sterben glaub ich sogar im Strassenverkehr — also Risikogruppe und damit Steuern rauf bis alle sich das Autofahren abgewöhnt haben :) Bisschen Blödsinnsargumente müssen auch mal sein.

  6. Grainger sagt:

    Ich will hier ja auch gar keinen auf militanten Nichtraucher machen 😉

    Wie gesagt, ich habe bis vor rund 2,5 Jahren selbst geraucht und Leute, die sich vom Saulus zum Paulus wandeln sind mir sowieso suspekt.

    Aber für Raucher höhere Krankenkassenbeiträge zu fordern hört sich vielleicht vordergründig erst mal gut an, scheitert aber spätestens beim dafür notwendigen Kontrollaufwand.

    Das Verursachergerecht über einen Preisaufschlag beim Produkt zu erheben wäre viel einfacher (auch so zahlen dann nur die Raucher).

    Und natürlich wäre es sinnvoll, wenn eine solche Abgabe dann auch im Gesundheitswesen landen würde, aber ganz so naiv bin ich nicht das ich das tatsächlich glauben würde.

  7. Falk sagt:

    Also den Aufwand halt ich für durchaus realisierbar. Im Zweifel brauchts eben ein ärztliches Attest, wenn die Angaben unglaubwürdig erscheinen. Ist bei den privaten Kassen für viele «Risikogruppen» gang und gäbe. Denn ich schätze auch, das ein finanzieller Anreiz eventuell für Nichtraucher durchaus höher einzuschätzen ist, als ständig an der Steuerschraube zu drehen. Wer nicht raucht, zahlt weniger ins Gesundheitswesen. Damit bleibt der Solidargedanke erhalten, aber bewusstes Inkaufnehmen von Krankheiten muss man sich eben «erkaufen».

    Allerdings, um dem gleich vorzubeugen — das Prinzip der privaten Versicherer chronisch Kranken oder Allergikern eventuelle Zahlungen oder die Aufnahme in den Versicherungsschutz zu verweigern oder nur gegen einen immens hohen Aufschlag, empfinde ich auch nicht gerecht. Aber ich glaub man merkt, dass ich dem Gedanken, das Gesundheitswesen in Richtung private Vorsorge mit Grundschutz einiges abgewinnen kann :)

  8. Falk sagt:

    Achja — grad vergessen — der Gedanke konsequent weitergedacht würde dann auch bedeuten, das ein etwas höherer Beitrag von Arbeitgebern eingefordert wird, welche potentiell oder nachweislich gesundheitsgefährdende Arbeitsplätze anbieten. Beispiel Bergbau oder Chemiebetriebe :) Aber ich weiss, das wär alles zu schön, um wahr zu werden. Und solche Arbeitgeber würden auch dann das große Wehklagen anstimmen. Aber unterm Strich interessiert diese das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter dann auch nicht unbedingt.

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