schau mal mein Wuffi …

Fußfesseln sind wieder hoch in Mode, während man in Großbritannien die Vorreiterrolle in puncto mißbräuchlicher Technologie einnimmt, gibt man sich in Österreich ersteinmal der humaneren Methode hin. Die Fußfessel wird da, anders als bei Running Man, nicht zur letalen Bestrafung1 genutzt, sondern als Tracking-Device. Wie das en detail funktioniert erfährt man wie immer auf ravenhorst. Nicht nur die üblichen Freigänger sollen damit beglückt werden, sondern auch Häftlinge in Untersuchungshaft. Kann man als Hafterleichterung oder auch Reintegrationsmöglichkeit betrachten, ich sehe es einfach nur als unmenschlich an, wenn ein Mensch wie ein Tier an der Leine geführt wird … nicht das ich es bei Tieren besser finde.

futurezone.orf

  1. dort eine Halskrause []

7 Antworten zu “schau mal mein Wuffi …”

  1. Jochen Hoff sagt:

    Ich verstehe deine Ablehnung aus moralischer und ethischer Sicht. Aber ich frage mich, ob eine nichtsichtbare elektronische Fußfessel die ein vollständiges Tracking der Personenbewegung bedeutet, nicht dem einsperren vorzuziehen ist.

    Viele Lapidarstrafen, vor allem da absitzen von Geldstrafen, aber auch anderes ließe sich damit vielleicht humaner regeln. Eben auch unnötige Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr.

    In der Wahl zwischen den beiden Übeln, Wegsperren oder Fußfessel, wäre ich für die Fußfessel.

  2. Oliver sagt:

    Sicherlich, wenn man dem z.B. die teils vorsinflutlichen Gefängnisse gegenüberstellt, die in manchen Ländern noch aus der Kaiserzeit stammen. Human ist beides nicht und abwägen möchte ich da auch nicht unbedingt, hat mir so den Charakter als würde ich versuchen den Teufel mit Belzebub auszutreiben.

  3. Santi sagt:

    Finde Jochens Argumentation gar nicht schlecht. Hätte ich selbst die Wahl (vor die ich nicht gestellt werden möchte) würde ich mich für GPS entscheiden. Möchte allerdings nicht wissen wieviele Leute zur Überwachung allein eines solchen GPS-Emitters nötig sind.

  4. Oliver sagt:

    Ob ich jemanden nun wie einen Hund im Zwinger halte oder spazieren führe machte die Sache auch nicht humaner.

  5. Santi sagt:

    Humanität hin oder her, hier genauso wie in den Staaten laufen Subjekte Personen herum, die man irgendwie an der Leine halten muss, bevor Schlimmeres passiert. Die in ihrer Tollwut auch nicht mit dir oder mir vergleichbar sind, insofern ist es unsinnig sich in die Rolle des von der Maßnahme (Zwinger oder Leine) betroffenen zu versetzen. Für jeden normal denkenden Menschen sind beide unhuman, keine Frage.

  6. Oliver sagt:

    Man muß Menschen nicht inhuman behandeln und um tatsächlich schwere Delikte dreht es sich auch nicht bei diesen Maßnahmen. Die schweren Fälle, von denen du sprichst, gehen eh nicht auf Freigang und wenn dies geschieht, so war dies bisher immer ein Lapsus der Behörder vor Ort. Die leichteren Fälle muß man nicht wie Tiere behandeln und wenn man zudem die Haftbedingungen verbessert, weg von der Zwingerhaltung und Schutz vor Übergriffen von Mithäftlingen, dann klappts auch u.U. mit der Resozialisierung. Was viele beim deutschen Rechtssystem nicht verstanden haben, es geht nicht per se um Abstrafung, auch wenn dies einige gerne so hätten a la der Luther’schen Interpretation «Auge um Auge, Zahn um Zahn», sondern primär um Resozialisierung. Aus diesem Grund existiert bei uns auch keine lebenslängliche Haft wie in den Staaten oder gar die Todesstrafe!

  7. Santi sagt:

    Hm, haste Recht. Da hab ich nicht weit genug gedacht. Resozialisierung funktioniert natürlich eher nicht, wenn man so ein staatliches Misstrauenszeugnis am Handgelenk trägt, das einen generell als Verbrecher brandmarkt.

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