Schäuble warnt vor Netzspionage

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat auf dem 10. IT-Sicherheitskongress in Bonn vor einer «massiven Zunahme von asymmetrischen Bedrohungen im Internet» gewarnt. Die Angriffe seien zunehmend darauf ausgerichtet, Regierung und Wirtschaft auszuspionieren.

heise

Also diese ganze Drohkulisse die darf aufgebaut wird, erinnert massiv an den Bundestrojaner bzw. das staatliche Begehren allgemein. Das diese Drohkulisse nun wiederum zu einer schärferen Überwachung gereichen soll, das Kunststück bringt nur unsere Regierung fertig. Vor wem sollen wir uns jetzt mehr ängstigen? Der Regierung oder den bösen Wirtschaftsterroristen?

Schäuble wies außerdem auf die zunehmende Verletzlichkeit kritischer Infrastrukturen wie dem Verkehrs– und Gesundheitswesen hin.

Deshalb nutzen wir auch vermeht unsichere Wahlcomputer und leicht knackbare Gesundheitskarten. Ehrlich hier strahlt geradezu eine göttliche Inkompetenz.

8 Antworten zu “Schäuble warnt vor Netzspionage”

  1. kobalt sagt:

    Warnt der herr Schäuble also vor sich selbst? 😉

  2. Grainger sagt:

    Was — zum Teufel — sind denn asymmetrischen Bedrohungen?

    Hört sich zwar toll, oberwichtig und unheimlich bedeutend an, sagt mir aber erst mal nichts.

  3. fmat sagt:

    @Grainger: Eine asymmetrischen Bedrohungen liegt dann vor, wenn der Staat Dich ohne Rechtsgrundlage bedroht, und Du, als Opfer, kein Recht hast Dich zu wehren; z.B Razzien im Zusammenhang mit den G8 Gegendemos.

    Oder wie geplant: Der Verbot der Nutzung von Softwarewerkzeugen die Sicherheitslücken aufdecken können (nmap etc.).


  4. Falk sagt:

    Dem Sprachwunder Schäuble ist wohl der Begriff einseitig nicht eingefallen. Und so Pfeifen regieren hierzulande. Meine Fresse.

    Aber schon fein zu sehen, dass man auf eine imaginäre Bedrohung mit einer Drohkulisse reagiert. Das ist Eskalation pur.

  5. Grainger sagt:

    Aber der Herr Stoiber sieht doch Regierung und Wirtschaft durch Angriffe aus dem Internet asymmetrisch bedroht, also eigentlich genau umgekehrt wie von Dir geschildert.

    Also hat da mal wieder ein Politiker einen Begriff (den er scheinbar gar nicht versteht) falsch verwendet oder sieht Herr Stoiber tatsächlich den Staat durch die Bürger asymmetrisch bedroht?

  6. kobalt sagt:

    Grainger:
    «asymmetrisch» bedeutet ein Kräfteungleichgewicht. Wenn die USA Atombomben besitzen, Bin Laden aber nicht, die USA sich trotzdem durch Bin Laden bedroht fühlen, dann ist diese Bedrohungslage asymmetrisch, weil die USA Atombomben haben, Bin Laden aber nicht. Die Bedrohungslage wäre symmetrisch, wenn Bin Laden ebenfalls Atombomben hätte.

    Eine andere schöne Formulierung lautet «abstrakte Gefahrenlage». Das bedeutet «Hm, irgendwie fühle ich mich bedoht, mein Bauchgefühl sagt, das da was im Busch ist.» Abstrakt=unkonkret, Gegenstandslos.

  7. […] kobalt: Grainger: “asymmetrisch&#8 221; bedeutet ein Kräfteungleichgewicht .… […]

  8. Grainger sagt:

    Danke, das habe ich soweit schon verstanden.

    Was ich aber immer noch nicht verstehe ist, wie Schäuble auf die Idee kommen kann es gäbe ein Kräfteungleichgewicht zu Ungunsten von Regierung und Wirtschaft.

    Ich empfinde das eher umgekehrt, obwohl es eigentlich das Wesen einer echten Demokratie (Volksherrschaft) sein müsste, das sich das Kräfteungleichgewicht immer zu Ungusten der Regierung und zu Gunsten des Volkes entwickelt.

    Denn die Regierung ist nicht das Volk, sie sollte nur der Erfüllungsgehilfe des Volkes sein.

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