Rocky Mountain News — Final Edition

Heute ist die letzte Ausgabe der Rocky Mountain News erschienen. Gegründet wurde die Zeitung 1859. Und wenn hier und andernorts immer flapsig über das Waldsterben gesprochen wird, möchte ich anmerken, dass damit die dilettantischen Versuche (deutscher) Großverlage gemeint sind, im Internet Fuß zu fassen oder neue, sensationelle, schon mit der ersten Ausgabe zum Scheitern verurteilte Magazine an den Mann zu bringen. Wenn wirklicher Print stirbt, wie im Fall der Rocky Mountain News, ist das kein Grund zum Feiern. Im Gegenteil. Ich liebe Print – trotz allem. Leider lohnt es in Deutschland nicht, eine kpl. Ausgabe der FAZ, der SZ oder der Zeit zu kaufen. Im Regelfall reicht es, den Gegenüber in der U-Bahn um die eine oder andere Seite zu bitten. Bei mir bleibt es zum Wochenende hin meist beim Kauf des Freitag. Die Redaktion der Rocky Mountain News hat zum Abschied ein Video online gestellt. Es zeigt die letzten Monate einer Zeitung, die gelebt hat, von den Menschen, den Machern, den Redakteuren – und natürlich von den Lesern. Eine Zeitung mit großem Herz, die aber wirtschaftlich nicht überlebt hat. Wenn eine Zeitung wie die Rocky Mountain News stirbt, verlieren die Menschen mehr als eine Zeitung. Einen täglichen Wegbegleiter, ein Stück des eigenen Lebens – es entsteht ein großes, schwarzes Loch. Für die Leser wie auch für alle Beteiligten. Wenn man das Video schaut, schnürt es einem ein wenig die Kehle zu. (via)

Foto: ladydog22 | CC-Lizenz

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2 Antworten zu “Rocky Mountain News — Final Edition”

  1. […] Kurz vor ihrem 150sten Geburtstag ist die Rocky Mountain News aus Denver geschlossen worden. Bei allem Engagement für Online-Medien ist es doch ein sehr trauriger Moment, Dank an Chris für diese Entdeckung und seine Gedanken darüber. […]

  2. Schöner Nachruf — aber am Leben erhalten werden die Zeitungen von den Käufern und Werbeeinnahmen. Bleiben die Käufer weg, bleiben auch die Werbeeinnahmen weg und dann kommt es zu dem o. geschilderten Ereignis.
    Ich habe eine Tageszeitung abonniert, obwohl ich nicht immer alles lese.
    Die Tante-Emma-Läden sind seinerzeit einen ähnlichen Weg gegangen.
    Also — kauft Zeitungen, werdet Abonnent, kann man da nur rufen.


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