R.I.P. Torpark

Hier hatte ich schon einmal vor etwas längerer Zeit darauf hingewiesen, dass es wohl an der Zeit ist, Torpark zu beerdigen (Screenshot bei Server-Crash verlorengegangen, unerheblich). Heute haben sich meine damaligen Bedenken für mich bestätigt. Ich aktualisiere gerade meinen Portable Apps–Ordner, und so schaute ich auch auf der Homepage von Torpark vorbei — nur gibt es diese nicht mehr. Man wird zu der Seite von XeroBank weitergeleitet.

XeroBank Home

Ein kommerzielles Privacy-Angebot wird dort dem interessierten Leser gemacht:

XeroBank specializes in turn-key solutions for internet privacy.

Our internet security software and services include the privacy optimized xB Browser for anonymous surfing via proxy server. xB Mail enables anonymous email access for internet privacy. XeroBank accounts offer the fastest anonymous proxy services for anonymous surfing. Bypass firewalls and internet censorship with XeroBank’s anonymity network.

All of XeroBank’s products are pre-configured, open source, and USB portable; because we believe privacy and security shouldn’t have to be complicated or inconvenient. Open a account today and enjoy internet privacy at broadband speeds. Every account includes anonymous web surfing and anonymous email. Try a demo of XeroBank Plus for free anonymous surfing.

All XeroBank products are available pre-configured for XeroBank’s clients.

Und was sehen meine müden Augen? Im Header ist doch tatsächlich ein Hinweis auf Torpark versteckt — Torpark? Schauen wir doch mal nach. Man landet auf einer Seite, auf der erklärt wird, was mit torrif.com passiert ist, der ehemaligen Homepage von Torpark.

What happened to Torrify?
Due to visitor confusion between Torrify and the Tor Project, Torrify has rebranded to XeroBank. Our apologies to the Tor Project and everyone else for the delay.

What’s up with Torpark? Does that have a new name too?
Yes. It will be known as xB Browser.

Torpark ist tot, das Projekt, der Browser hat einen neuen Namen bekommen — nun heißt er xB Browser, öfter mal was neues. Dann laden wir uns das gute Stück, welches auf Mozilla Firefox 2.x basiert, doch mal herunter.

xb Browser Logo

Früher hieß Raider noch Twix — Torpark heißt nun xb Browser und die Macher haben das ganze zu einem Geschäft entwickelt und bieten anonymes Surfen Surfen an — mit garantierter Geschwindigkeit, die aber auch ihren Preis hat. Die schnellste Variante kostet mal eben schlappe 500,- Dollar im Monat.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Macher eines solch erfolgreichen Projekts nun damit Geld verdienen. Was trotzdem bleibt, ist ein ganz schlechtes Gefühl. Gewinnmaximierung und Privacy sind zwei Dinge, die sich nicht miteinander vertragen. Wie ich schon damals schrieb — R.I.P. Torpark — and thanks for the fish…

Xb Browser Home

xb Browser Download

12 Antworten zu “R.I.P. Torpark”

  1. kobalt sagt:

    Wenn die Macher auf Firefox aufsetzen und TOR nutzen, sind sie hoffentlich so anständig, die beiden Projekte finanziell zu unterstützen.

  2. Oliver sagt:

    TOR läuft unter der BSD-Linzenz und die nutzte man eben ob solcher Möglichkeiten, eben um tatsächliche Freiheit zu ermöglichen. Die Möglichkeit der Anonymität, sprich die eigentliche _Sache_, war den Machern da wichtiger als Copyleft und Co.

    Firefox läuft unter mehreren Lizenzen, u.a. unter der MPL, dieser ermöglicht den obigen Vertrieb. «Anständig» ist also relativ, auch in diesem Fall sind sie «anständig».

  3. Bernd sagt:

    Früher hieß Raider noch Twix
    Andersrum. 😀

    Der kleine Klugscheisser ist ja schon wieder still.

  4. kobalt sagt:

    @Oliver:
    Du weißt aber was ich meine, oder?

  5. Oliver sagt:

    Interessant auch der Artikel dieses Admins dort, der Mitglied bei Hacktivismo ist. Die Logik des Gesagten dort ist auch nicht unbedingt von der Hand zu weisen.

  6. kobalt sagt:

    Der Gedanke ist einfach der:
    Jemand nutzt (mehr oder weniger freie) Freie Software, und sollte, aus Gründen des Anstandes/der Moral/der Fairness/weil es sich einfach so gehört, etwas zurückgeben, wenn er dazu in der Lage ist.

  7. cpunk sagt:

    Torpark schon lange gestorben…
    Schon im November 2006 legte Roger Dingledine, einer der Tor-Entwickler, in der Mailingliste or-talk eine lange Liste offener Fragen bezüglich Torpark vor. Dingledine scheint das Projekt doch mit sehr gemischten Gefühlen betrachtet zu haben. Verfolgt man den Thread ein wenig weiter, konnten die Fragen auch nicht wirklich zur Zufriedenheit beantwortet werden.
    Artikel @ cpunk.de

  8. cpunk sagt:

    Torpark schon lange gestorben…
    Schon im November 2006 legte Roger Dingledine, einer der Tor-Entwickler, in der Mailingliste or-talk eine lange Liste offener Fragen bezüglich Torpark vor. Dingledine scheint das Projekt doch mit sehr gemischten Gefühlen betrachtet zu haben. Verfolgt man den Thread ein wenig weiter, konnten die Fragen auch nicht wirklich zur Zufriedenheit beantwortet werden.
    Artikel @ cpunk.de

  9. Oliver sagt:

    @kobalt, das mag so sein — aber wenn man Lizenzen wie MPL, BSD, MIT usw. nimmt — sprich mit kaum vorhandenem oder null copyleft — dann nimmt man genau eben das bewußt in Kauf. Ich mache es auch bewußt so, das ist mein Weg zu richtiger Freiheit. Die Bilder von mir z.B. kann jeder nehmen und wenn jemand größere braucht, frägt er halt noch. Ob kommerziell oder privat verwertet ist mir dabei völlig schnuppe. Das ist halt eine andere Denkweise, die Leute die Angst davor haben, also vor Freiheit, nehmen die GPL und sonstige Teile mit starkem copyleft bzw. wählen CDU bzw. vice versa Bush in den USA.

  10. […] Torpark beispielsweise sollte gemieden werden, nennt sich nun xB-Browser. Warum und wieso kann man hier nachlesen. Soweit so gut, nun sah ich das inzwischen auch, dasEigenkompilate von Tor im Netz auftauchen, kann […]

  11. alpha-3000 sagt:

    Hi zusammen,

    also irgendwie kann ich die Kritik nicht so ganz nachvollziehen. xB-Browser ist nach wie vor kostenlos -> sehr gut. Die kostenpflichtigen Varianten benutzen NICHT das Tornetzwerk, also wo ist das Problem???

  12. […] sondern einfach entpacken und loslegen. Torpark selbst hat zwar eine schwierige Zeit hinter sich (F!xmbr berichtete), jedoch hat der Foebud das Ganze neu […]


RSS-Feed abonnieren