R.I.P. Songbird

Dass ich von diesem ganzen Mozilla-Gedöns nicht viel halte (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13), mit Ausnahme vom Thunderbird, aber auch nur wegen Enigmail und nicht dem Programm selbst, sollte bekannt sein. Heute habe ich mich mal ein wenig um die Mp3s auf meiner Festplatte gekümmert. Bisher habe ich immer noch den guten, alten Winamp 2.95 genutzt, ja — Ihr lest richtig. All:My:Faults oder auch t r y ^ d kamen hier in den Genuß des unerschütterlichen alten Winamp-Players. Alles, was danach kam, war einfach mal Grütze. 😀

Doch heute dann lief mir ein Link zur neuen Version über den Weg — zum 10. Geburtstag hat sich Winamp (fast) neu erfunden. Ich muss schon sagen — es gefällt richtig gut. Und wenn dieser AOL-Dreck nicht wäre, könnte man das gute Stück glatt empfehlen. 😉

Winamp
(Klick für größere Version)

Die eine oder andere Funktion am neuen Winamp kam mir doch glatt bekannt vor — und richtig, nachdem ich tief in meinem Gedächtnis gekramt hatte — shit, ich werd älter — fiel mir der Songbird ein. Ein Opensource-Player aus dem Hause Mozilla mit der Technik des VLC unter der Haube. Ich verweise einfach mal auf einen Artikel bei Frank, der sich den Songbird auch schon angesehen hat.

Ich habe den Songbird dann aber nicht installiert, um ihn dem Winamp gegenüber zu stellen oder und ihn zu testen. Warum? Mir war die deutsche Anlaufstelle vor dem guten Stück noch bekannt — songbirdnest.de. URL eingetippt und Opera öffnet überraschenderweise 2 Seiten, songbirdnest im Vordergrund und im Hintergrund eine zweite Seite. Oh, habe ich mir gedacht, ein Popup, welches an Proxomitron vorbei den Weg gefunden hat? Weit gefehlt. Es ist mal wieder die typische deutsche Mozilla-Krankheit. Geld regiert die Welt, und so wird bei Aufruf von songbirdnest.de gleichzeitig auch akuma.de — so ein verdrecktes Mp3-Portal — geöffnet. Diesen Dreck, dieses Ausnutzen vom Namen Mozilla — egal, was man von den Programmen hält — gibt es nur in unserem Land. Bei vielen Dingen hat man mittlerweile das Gefühl, es wird nur getan, um Geld zu verdienen. Community-Gedanken? Was ist das. Etwas zurückgeben, was man über Jahre im Netz erfahren hat? Hör doch auf. Im Blog vom Songbird wird selbtverständlich so getan, als würde akuma.de zur Community gehören — unser MP3-Musikdienst akuma.de hat einen neuen Anstrich und eine Reihe neuer Funktionen bekommen. Popups sind ja schon eine Seuche, aber bei einem Aufruf einer Internetseite, eine zweite zu öffnen — das ist fast mal wieder ein Höhepunkt negativer Erfahrung im Netz.

Songbirdnest ist für mich tot, dieses Programm wird ganz bestimmt nicht seinen Weg auf meine Festplatte finden. Ich werde mir noch ein wenig Winamp in der neuen Version anschauen, und wenn mich dieser AOL-Dreck nicht allzu sehr stört, werde ich dabei bleiben — er muss nur ab und zu mal ein paar Mp3s abspielen, den einen oder anderen Podcast und gut. Bei Winamp, AOL & Co. weiß ich woran ich bin — bei einer angeblichen Opensource-Community, die offensichtlich nur ihr Mp3-Portal an den Mann bringen will, nicht. Ach geht doch weg — mich nerven solche Netzbeschmutzer mittlerweile extrem…

Das beste, was der Firefox jemals rausgebracht hat, war dieser Kornkreis, das hatte Stil und Klasse. 😀

Kornkreis

Oliver, ich glaube, wir brauchen hier so langsam mal eine Mozilla-Kategorie mit Bild in der Sidebar… 😉

25 Antworten zu “R.I.P. Songbird”

  1. tontechniker sagt:

    Mit WinAmp konnte ich mich noch nie anfreunden, einfach zuviel klickibunti. Wenn die Playlist von VLC nicht mehr reicht würde ich für Windows musikCube empfehlen. Speicherverbrauch wie VLC, schlichtes Inteface und auch im Umgang mit sehr vielen Dateien recht souverän. Und kein Mozilla 😉

  2. Chris sagt:

    musikCube hatte ich mal angetestet — hat mir vom Handling überhaupt nicht zugesagt…

  3. Roman sagt:

    Bald kommt ja endlich Amarok für Windows. Das wird dann hoffentlich noch dieses Jahr mein Winamp ersetzten 😉

  4. tontechniker sagt:

    Ok — das Handling ist nicht unbedingt intuitiv, aber man kann sich daran gewöhnen glaub ich. Playlisten füllt man per drag & drop und wenn man etwa ein Album über die Suche ausfindig macht wird das ganze Album in die Auswahl übernommen.
    Funktional auf jeden Fall eine Alternative zu iTunes und Winamp. Persöhnlich bevorzuge ich immer noch VLC. Die Playlist ist zwar nicht toll, reicht aber für 20–30 Tracks auf einmal aus.

  5. Ralph sagt:

    Also ich kann deine Aufregung nicht ganz nachvollziehen. Sieh dir doch mal die Info der deutschen Songbird Fan-Seite an:

    Songbirdnest.de ist nicht die offizielle Webseite des Musik-Webplayers Songbird. Es ist eine deutsche Fanseite, die sich ausschließlich mit diesem Projekt beschäftigt.

    Es ist eine Fan– und nicht die offizielle Seite. Ist doch das gleiche wie bei ‘WordPress Deutschland’ und dem offiziellen Webauftritt.

    Versteh nicht, was dich jetzt so vom Probieren von Songbird abhält, nur weil die deutsche Fan-Seite (deren Inhaber übrigens laut Impressum auch der Inhaber von Akuma ist), deiner Meinung nach Mist gebaut hat.

  6. Chris sagt:

    Und? Zu WPD habe ich auch meine Meinung verfasst…

  7. Marcus sagt:

    Unter Windows geht nichts über foobar2000 wenn man das gute Stück mal auf seine Bedürfnisse hin angepasst und erweitert hat. Ich hab Winamp vor ca einem Jahr für foobar aufgegeben und kann mir heute nicht mehr vorstellen wieder Winamp zu benutzen, das enhält inzwischen zuviel Bloat.

  8. Falk sagt:

    Dann mal noch eine Empfehlung von mir (allerdings in der Version, wie ich sie nutze, kostenpflichtig): MediaMonkey

    Hab mittlerweile wohl so ziemlich jedes Programm durch, was es für Windows gibt und dieses ist mir bisher das angenehmste von allen gewesen. Zumindest für meinen Bedarf, ein riesiges Archiv und ständig neu hinzukommende und oftmals mies getaggte Files zu verwalten.

  9. Chris sagt:

    Hm, foobar — installiert, angetestet, deinstalliert. Das ist es auch nicht wirklich.

    @Falk: Das kleine Easteregg gesehen? 😀

  10. Ralph sagt:

    Jup, hast du — und nutzt es auch weiterhin, obwohl deine Meinung alles andere als positiv war.

    Ist ja auch egal. Ich kanns halt nicht nachvollziehen, wie man aufgrund eines Fehlverhaltens einer Fan-Seite — in diesem Fall einer dreisten Kommerz-Seite — eines Produkts eben dieses ablehnen kann.

  11. Chris sagt:

    Es ist die deutsche Anlaufstelle für Songbird, ob da nun offiziell oder inoffiziell dranpappt, ist unerheblich. Und damit sollte es auch gut sein, auch Deine Hinweise auf WordPress, sonst geleite ich Dich zur Tür. Ist ja schlimm hier, ich muss mir in einem Songbird-Artikel aufgrund vergangener WP-Diskussionen vorwerfen lassen, ich würde weiterhin auf WP bauen — mal völlig abgesehen davon, dass ich diesen Punkt bereits erklärt habe. Gehts noch?

  12. Oliver sagt:

    Obiges foobar in Windows oder wers braucht in dem Umfang WxMusik.

    Das Mozilla Gedöns hat inzwischen beinahe den viralen Charakter wie Ubuntu …

  13. phoibos sagt:

    mmm, ich hab so ziemlich alle player und datenbank für mp3s ausprobiert und bin immer wieder zu winamp zurückgegangen. für eine sammlung meines umfanges werden die datenbanken recht schnell superbehäbig bis unbrauchbar und ich kenne keinen player, der so simpel zu bedienen ist wie winamp und dabei mit einer fülle an features kommt, die ich lange nicht brauchte, aber dennoch nicht missen möchte (ipod-transfer, radio-browser, skinfähigkeiten! (irrelevant ob nun classic oder newskins, ich mag meine minimalistischen skin und das rumgeflenne von wegen speicherverbrauch etc kann ich dabei nicht nachvollziehen), plugin-unterstützung (und übersichtliche downloadmöglichkeiten!), netzwerkfernbedienung, zur not auch ripper und brenner).
    zur musikdatenbank: mittlerweile bin ich mit der windowssuche und winamp sehr zufrieden. zwei gute tagger nebenbei noch und alles ist gut :-)

    ciao
    phoibos

  14. Anselm sagt:

    Winamp war der Anfang, den hab ich sofort mit dem Beginn meiner Musikhörerzeit (die eigentlich mit dem Beginn der Internetnutzerzeit zusammenfällt) heruntergeladen und seitdem genutzt. Zeitweilig hatte ich dann — weil nur Linux — den ganz simplen mpg123 mit Playlisten, nach einem Rücksprung zu Windoof dann wieder Winamp und letztes Jahr für ca 5 Monate Musikcube, als der aber mit Version 1.00 Final in der Datenbank dermaßen unstabil und langsam wurde drängte es mich zu Winamp zurück.

    Jetzt arbeite ich seit einem halben Jahr mit Foobar2000. Meiner Meinung nach das beste was mir geschehen konnte, alles ist konsequent in PlugIns unterteilt und Abstürze sind kein Thema, die Datenbanke ist unerhört schnell (und toppt auch Musikcube in der 0.9er) mit den PlugIns könnte ich theoretisch auch EAC ins Abseits verbannen. Tagging von Discogs ist sehr angenehm und Flexibles Tagging wird von Haus aus unterstützt. Replay Gain ist für alle Formate vorhanden. Wer auch immer sich für einen Tag konsequent durch Anleitungen liest wird in Foobar alles finden was er braucht, gleich ob aufgeblasene Oberflächen alles kann gestaltet werden. Nur: Man muss es selbst tun!

    Belohnt wird man mit SPEEEEEEED!

  15. Scharlach sagt:

    Also nach hab nun AIMP2 und bin damit ziemlich zufrieden. Auch ein wirklich toller Player! Der gruppiert sogar die Songs nach Alben in der Playlist, anstatt alle Songs einfach runterzurattern. Playlists haben Tabs. Hat Plugins, etc.

  16. tontechniker sagt:

    Oliver, ich glaube, wir brauchen hier so langsam mal eine Mozilla-Kategorie mit Bild in der Sidebar…

    Gerade nochmal langeweile gehabt:

  17. tontechniker sagt:

    Sag doch, dass du keine eingebeten Bilder magst (ok wie ich gerade sehen rendert die Vorschau sogar IFrame).

  18. dakira sagt:

    Das Mozilla Gedöns hat inzwischen beinahe den viralen Charakter wie Ubuntu …

    Was hast du denn gegen viralen Charakter? 😉

  19. Grainger sagt:

    Ich schwöre inzwischen auch auf foobar, allerdings ist meine persönliche Konfiguration im Laufe der Zeit entstanden und wird ab und zu immer wieder mal in Details gepflegt.

    WinAMP schlummert in irgendeiner der 5er Versionen auch noch auf meiner Festplatte, wird aber nur noch selten genutzt. Dessen ständiger dran, nach Hause zu telefonieren, schmeckt mir nämlich gar nicht.

  20. Marc sagt:

    Ehrlich gesagt finde ich keines der Mozilla Produkte besonders gut. Zwar benutze ich SELTEN auch mal Firefox und Thunderbird, aber ich finde keines besonders gut. Vor allem nicht der angeblich so inovative (wenn man den Mozilla Fanboys Glauben schenkt) Firefox, der im Grunde Opera nur alles nachmacht (es ist ein Wunder, dass Version 3.0 nicht mit einem total innovativen Speeddial Fenster beim öffnen eines neuen Tabs erscheint… -.-). Thunderbird ist vielleicht nicht schlecht, aber ich finde, dass sowohl Opera als auch Outlook (und wahrscheinlich noch diverse andere E-Mail Clients) besser sind als Thunderbird. Sunbird ist auch nicht besonders toll, da benutze ich lieber Outlook oder Google Kalender.

  21. Prospero sagt:

    Als Kalender benutze ich höchstens mal meinen PALM, ansonsten Stift und Papier und ab und an gibt Remeber The Milk mir eine Erinnerung in meinen Jabber-Account… Google Kalender? Wirklich? Brrrr…
    Musikplayer: Ich glaub ich hab auch so ziemlich alles durch, eine Weile hatte ich hier Winamp, der allerdings vor einiger Zeit bockte und meinte, meine knapp 7000 MP3s wären gar nicht da. Sind Sie wohl!
    Momentan habe ich Itunes hier wieder installiert in Zusammenarbeit mit Juice tut das seine Dienste wieder — nachdem die Version vorher absoluter Dren war und ich deswegen zu Winamp wechselte. (Nicht, dass ich nicht andere Player ausprobierte so zwischendurch, aber so richtig überzeugen konnte mich keiner.)
    Foobar — hmm — sorry, ich habe besseres zu tun als stundenlang irgendwelche Tutorials zu durchforsten auch wenn ich die FLAC-Unterstützung des Players schätze, aber dafür wertvolle Lebenszeit zu investieren nur um anschließend dann Musik abspielen zu können — nein. Aufwand und Nutzen müssen sich schon die Waage halten.
    Wichtig zudem ist die Bereitstellung eines Scrobbler-Plugins für Last.fm — bringt Winamp schon von zu Hause aus mit, das kann auch Foobar — wenns mich auch irritierte, dass der halt nicht die Last.fm-Software davon in Kenntnis setzt und ich dachte, da würde nichts übermittelt. Itunes kanns mit einem Plugin und gut is.
    Ad Astra

  22. Grainger sagt:

    Die neueste foobar-Version bringt eine Reihe vordefinierter Themes mit, die imho schon ganz ordentlich sind.

    Wer also (im Gegensatz zu mir ;)) nicht stundenlang an der Konfiguration von foobar herumfrickeln möchte sollte sich die neueste Version vielleicht mal ansehen.

  23. […] dem neuen Winamp und dem Reinfall Songbird habe ich eine weitere Musik-Suite getestet — aTunes. Eines vorweg: Es wird nicht jedermanns Sache […]

  24. […] ich heute bei F!XMBR über die neue Winamp-Version gelesen habe, und nachdem ich mit MediaMonkey ja nun nicht mehr so […]

  25. andi sagt:

    Vielen Dank, ich konnte hier viele Links zu mir unbekannten aber interessant klingenden Playern entdecken.
    Ich fand auch soweit alle Argumente hier relativ stichhaltig, ich bin auch schon lange kein Fan von winamp mehr und dem aufgeblähten firefox immer ablehnender gegenüber — gestolpert bin ich nur über den Satz von Chris:
    «Es ist die deutsche Anlaufstelle für Songbird, ob da nun offiziell oder inoffiziell dranpappt, ist unerheblich.«
    Wenn auf der inoffiziellen deutschen Seite vom Oberhaupt der katholischen Kirche stehen würde das wir wir alle mehr Ventilatoren kaufen sollen, dann ist das auch ein Grund den Papst doof zu finden? ^_^

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