retro Bücher?

Retro ist heutzutage ein Schlagwort, welches man nur allzu gerne mit Inhalt füllt, gibt es doch ein wenig Halt im medialen Overkill. Da existiert die Retro-Welle im Bereich der Spiele, im Bereich der Musik, der Filme, ja gar auch in der Mode oder just gesehen sogar bei Koch-Utensilien. Retro überall. Ein Bereich blieb da bisher ausgespart, sieht man mal von Klassikern oder Leuten wie meinereiner ab, die gelegentlich in Archiven abhängen und zwar die Retro-Bücher. Im Prinzip nur ein neumodischer Begriff für eine seit Ewigkeiten existierende Sache, aber im Netz da wirkts doch peppiger 😉

Den Auftakt macht hier die Retro-Bibliothek, die mit solch illustren Titeln wie Meyers Konversationslexikon von 1885 oder u.a. auch Biblische Real– und Verbal-Handkonkordanz aufwarten kann. Sicherlich wird so mancher bemerken, who cares? Aber es ist ein Bestandteil der Kultur und gar viele der Einträge mögen zwar en detail überholt sein, was ganz und gar nicht auf alle Sparten zutrifft, und dennoch bieten diese immer noch eine geballte Ladung Wissen im Zusammenspiel mit anderen Quellen. Wo wäre z.B. heute der Alterumsforscher ohne den Pauli1 , selbst in der 1970er Ausgabe, oder ohne Mommsens Römische Geschichte?. Diese Dinge gelten zurecht als Standard-Werke und stellen trotz ihres Alters die Grundfeiler, welche man gelegentlich mit aktuellem Wissen auffrischt. Insofern findet man auch in der Retro-Bibliothek ein Quell des Wissens, der unter Vorbehalt, wie jede andere Quelle ebenso, genutzt werden kann. Die eine oder andere Perle des Wissens ist einfach zeitlos 😉

Bild: Wikipedia

  1. aktuell als Der kleine Pauli erhältlich []

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7 Antworten zu “retro Bücher?”

  1. phoibos sagt:

    danke für den tipp!

    im bereich antike und philologie zieht mich immer der erste schritt zu den uralten büchern. sooooooo überholt sind sie nun auch nicht, aber bieten dafür details in einer komprimierten form an, die heute seinesgleichen sucht. ohne re kein referat oder hausarbeit (den neuen pauly nehm ich nur der literaturhinweise wegen).

  2. Björn sagt:

    Als jemand der seit Monaten jeden Tag mit dem Ding arbeitet, muss ich eine dieser unbeliebten Rechtschreibkorrekturen anbringen: Der «Pauli» hat leider nie Ede Stoiber gestürzt und schreibt sich darum «Pauly» mit Y am Ende. Und, wo ich schon dabei bin, die akutelle Version des Pauly ist eigentlich nicht der DKP aus den Siebzigern, sondern der seit 1996 erscheinende Neue Pauly.

    Sorry wegen der Klugscheißerei.

  3. Oliver sagt:

    Der Pauly aus den 70ern ist einfach der Pauly, große schwere Exemplare, kennt der gemeine Historiker oder Lehramtskandidat überlicherweise überhaupt nicht. Es existiert ein ähnliches Werk in der Vor– u. Frühgeschichte, nennt sich «der Müller-Karpe» (Marke «schlagmichtot»), «Nomenklatur» in Fachkreisen. Der kleine Pauly ist für mich die 79er Ausgabe bis zur aktuellen Ausgabe (ich glaube inzwischen rot), meiner noch seit 95 in Mausgrau. Geht man also als Archäologe wie meinereiner im Fach umher, stehen dort die großen alten Exemplare, genannt profan Pauly. Die reguläre Ausgabe nicht fest gebunden wird gemeinhin der kleine Pauly genannt gemäß seines ursprünglichen Namens als dieser noch zusammen mit dem Pauly existierte und ob seiner Abmessungen, entgegen jeglicher Nomenklatur sonst.

    Und mir isses eigentlich bei derlei Dingen auch völlig schnurz wie der deutsche Korinthenkacker dies benennt, wenn ich es seit über 13 Jahren in diesem Bereich so kenne und nutze, ebenso wie alle anderen.

    Und wenn du das eben nicht derart kennst, weil nie erlebt dann ist das schön, aber halt nicht die Regel. Mit Verlagsnamen korinthenkacken führt in Fachkreisen nur zu einem müden Lächeln, ich kenne so gut wie kein Standard-Werk das tatsächlich mittels des oft wechselnden Aufdrucks bezeichnet wird.

    Und damit du siehst was ich meine, hier ein Bild:

    Der ist klein und heißt zufälligerweise auch so, ich meine mit 70er Pauly den richtigen Pauly — der heute mittels der kleinen Ausgabe komplett ersetzt wurde. Zuvor gab es getrennte Linien, die ich auch oben korrekt benenne.

    Ich wollte das nonsense Posting nun nicht gleich löschen wie sonst üblich, weil ich von dir sonst langatmige Denkprozesse gewöhnt bin bevor etwas niedergeschrieben wird.

  4. phoibos sagt:

    @ oli: den pauly kenne ich gar nicht. ich kenne nur die RE (also den uralten pauly-wissowa oder so ähnlich, die realencyclopädie), den kleinen pauly und den neuen pauly. nun bin ich verwirrt… oder meinen wir mit pauly und re die gleichen regalmeter bücher?

  5. Oliver sagt:

    Jener der in Metern oder Kilo bemessen wird 😉 — schlicht «der Pauly». Da der hier immer noch Anwendung fand bezeichnete den jeder so und den anderen eben als «kleinen Pauly» und selbst jetzt bezeichnet man den «neuen» Pauly mit vereinheitlichter Namensgebung immer noch als kleinen Pauly ob seines Formats. Die RE bekam übrigens ebenso in den 70ern noch eine Neuauflage, obiger abfotografierter kleiner Pauly ist jedoch ebenso die Auflage von 79. Da sich jedoch meist nur die Literaturhinweise ändern, ob dieser der «kleine» Pauly auch gerne genutzt wird, ließ ich den «neuen»/«kleinen» Pauly bleiben — da habe ich auch genügend andere Literatur mit der ich umfassender auf die Materie zurückgreifen kann.

  6. phoibos sagt:

    ich glaub, dass ich dann beruhigt sein kann und wir das gleiche meinen. ich befürchtete bereits, mir wäre da etwas essentielles entgangen…

  7. Oliver sagt:

    Soviel ich weiß hat sich auch einiges in puncto Namen geändert ob veränderter Rechte beim Druck.

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