re:publica — Grundsätzliches

Ich hatte gestern schon ein paar Worte geschrieben. Zugegeben: Innerhalb 5 Minuten runtergerasselt, deshalb kommen die Zeilen ein wenig wirr und teils unverständlich daher. Zur Vertiefung: Es ist richtig, dass ich einen der Macher mehr als kritisch sehe — das muss jedoch als Antwort genügen. Wenn ich der Meinung bin, da gibt es was zu bereden, dann werde ich mich in Berlin melden. Ebenso richtig ist, dass ich Markus sehr schätze, und es deshalb nicht einfach ist, die passenden Worte zu finden. 😉 Nichtsdestotrotz glaube ich nicht, dass hier eine unterschiedliche Meinung zu Spannungen führen wird. Warum auch.

Ich schrieb, dass ich solche Massenveranstaltungen hasse — darunter leidet die Qualität. Wenn ich heute das Programm sehe, fühle ich mich in meinen schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Nach dem Start geht es gleich los, WeBlog! — Wir bloggen aber wie. Aha, wer da eine Antwort sucht, sollte besser gar nicht anfangen, zu bloggen, meiner Meinung nach ziemlich sinnfrei. Im nächsten Beitrag referiert Torsten, u. a. freier Mitarbeiter von Heise, zum Thema ROTFLMAO!!!! — Trolle im Netz. Während der StudiVZ-Zeit hatte ich mit Torsten Kontakt, mit ihm telefoniert, da kann ich nichts schlechtes sagen, ein intelligenter, freundlicher Mensch. Aber: Wie kann ich einen (freien) Mitarbeiter von Heise zu diesem Thema sprechen lassen? Seit zig Jahren, zu einer Zeit, als man Weblogs in Deutschland noch gar nicht kannte, sprach man im Zusammenhang mit Heise immer von den typischen Forentrollen. Teufel, Bezelbub? 😉

Zu Leben im Netz — Leben wir im Netz oder tun wir nur so? und Identität im Netz — Identity 2.0? möchte ich wenig sagen — ich grinse nur vor mich hin. Auch hier der Disclaimer: Nichts gegen die Protagonisten persönlich. Zur Blog-Etikette hat der Don schon etwas geschrieben, da wäre hier jetzt auch jedes Wort zuviel. Der letzte Programmpunkt Generation MashUp — Die Remix-Kultur im Netz interessiert mich nicht wirklich, so dass die Erkenntnis bleibt, das ist alles nichts für mich.

Das war jetzt nur der erste Tag, an den nächsten Tagen sieht es ähnlich aus, da muss ich jetzt nichts mehr zu schreiben, nur am Beispiel von Udos Beitrag Darf ich das bloggen? — Was ist erlaubt, was nicht? Was tun bei Abmahnungen? noch ein paar Worte: Ein typisches Beispiel für wir backen an den Symptomen rum, wissen aber sonst nicht, was wir tun sollen. Viel wichtiger wäre, gerade bei den Möglichkeiten dieser Konferenz (Presseberichterstattung, etc. pp.), was können wir bewegen, dass z. B. eine erste Abmahnung kostenfrei bleibt. So doktort man irgendwie rum, wählt einen Titel, damit die Leute kommen und gut — nur passieren wird dabei nichts, man fügt sich dem Schicksal. Ganz klare Sache und sehr traurig das.

Ein weiterer Punkt: Ich schrieb in einer Mail etwas direkt von einer Inzestveranstaltung der (angeblichen) Top-Blogger in Deutschland. Ich mag den einen oder anderen, ich lese den einen oder anderen ganz gerne — doch hier zeigt sich die ganze Schwäche einer solchen Großveranstaltung: Die (angebllichen) Großen referieren, durch den eigenen Auftritt haben sie sicherlich freien Eintritt (der Don hat nochmal klargestellt, dass es keine Spesen gibt, das glaube ich ihm ungesehen, das hätte ich dann auch nicht vermutet) — die Zeche bezahlen diejenigen, die staunend vor der Bühne stehen. Auf der Bühne, das sind genau die Blogger, die man schon zigmal gelesen, gesehen hat, da gibbet auch einfach nichts Neues, was die erzählen können — hinzu kommt natürlich auch, dass neben denen, die ich schätze, viele Business-Pfeifen und auch Warez-Bubis dabei sind. Sorry, aber das riecht einfach mal übel.

Ich schrieb gestern davon, was ich einem vorgegebenem Programm halte, heute habe ich es vertieft. Die ganze Geschichte hat meiner Meinung nach nichts mit der Blogosphäre, einer Gemeinschaft, dem Social Web zu tun. Es ist eine Karikatur dessen.

Natürlich sehe ich das nur von aussen, und sehe solche Dinge grundsätzlich kritisch. Markus schrieb dazu:

Man kann sich aber auch auf eine schöne Konferenz und viele nette Stunden freuen.

Das soll als Abschluß dienen, zu wünschen wäre es den (Mit-) Machern. :)

Kommentare mache ich hier dicht — hier kann weiter diskutiert werden.

2 Antworten zu “re:publica — Grundsätzliches”

  1. […] von 60,- Euro (bzw. 40,- Euro für alle Blogger, die das Banner auf ihrer Seite einbauen) gibt es einige Auseinandersetzungen — auch wenn es natürlich schöner wäre, die Konferenz ähnlich wie bspw. die BarCamps kostenfrei […]

  2. […] dem wahnsinnigen Erfolg der re:publica in diesem Jahr, wird es auch nächstes Jahr wieder erhebliche Einnahmen […]

RSS-Feed abonnieren