Reden wir doch mal Tacheles

Chat Atkins stellt fest, dass Blogs in Deutschland regelmäßig kein Geld verdienen können. Ich interpretiere das einfach mal so. Da hat er ohne Frage recht. Es ist auch einfach zu erklären, wenn man mal den Pathos, Blogs sind der Heilsbringer der Medien, beiseite schiebt. Die Medienlese zum Beispiel soll 2.500 Leser (pro Tag) haben. Das sind doch meiner Meinung nach einfach nur lächerliche Zahlen.

Nehmen wir die Bots und den Google-Fallout, aus dem sich zu 99,99% kein regelmäßiger Leser entwickelt, raus, und schon hat jede Schülerzeitung eine höhere Auflage. Nebenbei bemerkt: Unsere Abizeitung lese ich noch heute gerne — der Blogartikel von gestern ist vergessen. Und das kann exemplarisch für die meisten Blogs, Publikationen fernab des medialen Mainstreams gelten. Und bevor jemand aufschreit, auch für F!XMBR.

Die Holzmedien mögen sich im Umbruch befinden und jahrelang geschlafen haben — sie erreichen trotzdem eine Vielzahl von Menschen. Sie sind relevant, sie sind immer noch trotz aller Unkenrufe fester Bestandteil im Leben der Menschen, sie schaffen Veränderung, in diesem Bereich sind sie noch die Vierte Gewalt im Staate. Ein Interview von Frank-Walter Steinmeier in der BILD, dem SPIEGEL, ja selbst im neben dem Mainstream stehenden Freitag, bringt weitaus mehr, als irgendwelcher Twitter– oder Facebook-Blödsinn oder ein Blogartikel auf vorwaerts.de.

Blogs sind so irrelevant wie der kleine Pickel an meiner Nase, den ich gestern Abend ausgedrückt habe. Das hat Jakob Augstein auf der re:publica schon sehr richtig gesagt.

Und damit willst Du Geld verdienen? Wie denn bitte, wenn ich dann zusätzlich noch davon ausgehe, dass regelmäßige Blogleser internetaffin sind, kritische Menschen sind, also mit Sicherheit einen Adblocker im Einsatz haben.

Du kannst im Prinzip nur hoffen, über Reichweite und Quantität Geld zu scheffeln. Sprich auf Teufel komm raus Leser zu finden. Blogs müssten, bevor sie Geld verdienen, erst einmal SELBST Werbung schalten. Dann werden vielleicht Leser gefunden und somit auch Blogs für mehr Menschen interessant. Danach kommen vielleicht Werbedeals zustande.

40 Mio. Menschen sollen in Deutschland online sein — es dürfen sogar gerne mehr sein. Selbst bei 10.000 Lesern (inkl. Bots und Google-Fallout) wären das 0,025%, die die größten Blogs lesen. Ich lach mich tot. Und diese kleine Randgruppe will Spiegel und Co. das Geschäft erklären? Die Redakteure tun aus ihrer Sicht genau das richtige: Sie lachen über die deutsche Blogosphäre, jede Menge Artikel, auch hier auf F!XMBR zerrissen, zeugen davon — und die unzähligen Blog-, Twitter und anderen Versuche zeigen auch, dass sie trotzdem mit den verschiedenen Medien experimentieren.

Die deutsche Blogosphäre ist in den letzten Jahren zu einem inzestuösen Gesamtwerk verkommen. Wir unterhalten uns über Medien, die vermeintlichen Fehler der Medien, über uns selber. Und sonst? Uns kennt kein Mensch da draußen. Frag doch mal im realen Leben Deine Familie, Deinen Freundeskreis, wer denn Blogs KENNT, noch nicht einmal liest. Ja, jetzt höre ich schon die Antwort, es gibt doch tolle Wein– und Kochblogs, was auch immer. Diese 50-Leute-Veranstaltung interessiert aber nun wirklich nur wenige Liebhaber. Wir reden doch hier jetzt vom Geld verdienen.

Oder zumindest von Veränderungen. Politisch. Gesellschaftlich. Von Blogs ausgehend? ich bekomme hier gleich noch einen Lachanfall.

Warum zum Beispiel ist denn Adnation dieser desaströse Reinfall? Dicke Fresse, nichts dahinter. Da haben sich ein paar Poser Leute zusammengetan und bringen es nicht einmal fertig, ein ganzes Konglomerat von Blogs zu vermarkten. Und selbst wenn es einzelne Kampagnen gab, Peanuts haben die einzelnen Autoren verdient. Und nebenbei gesagt, genau das ist das Geschäftsprinzip von so manchem Messias der deutschen Blogosphäre.

Ich schätze so manches Blog da draußen, ob der Thematik, der Schreiber, die hinter dem jeweiligen Projekt stehen. Würde ich für auch nur ein Blog aus unserer Leseliste Geld bezahlen? Nein. Nicht einen Cent. Ich gebe, also wird mir gegeben. That’s it. Verschwindet morgen ein Blog, nimmt übermorgen ein anderes seinen Platz ein. Das gilt für die Medienlese, WEISSGARNIX, den Spiegelfechter — und selbstverständlich auch für F!XMBR.

Blogs sind Nische, eine wunderbare Nische. Teilweise von tollen Menschen betrieben und mit Leben gefüllt. Nur lässt sich damit so gut wie kein Geld verdienen. Gott sei Dank. Ich kenne mittlerweile den einen oder anderen Blogger privat. Verschwindet morgen sein Blog — who cares. Der gemeinsame Kaffee schmeckt noch genauso gut, vielleicht sogar öfter, weil der Blogkontakt fehlt.

Ganz ehrlich: Ich freue mich jeden Tag, dass sich mit Blogs in Deutschland kein Geld verdienen lässt. Und die Chancen stehen hervorragend, dass die kommerzielle Karawane bald woanders ihre Kreise zieht. Vielleicht kann es dann einen Neuanfang geben, auch im Verhältnis zu den Holzmedien. Vielleicht begreifen beide Seiten dann, dass man sich wunderbar ergänzen kann, beide ohne den anderen in Zukunft auch nicht mehr leben wollen. Und dann können sich vielleicht auch professionelle Blogs etablieren. Eventuell geschieht dies nie, die Platzhirsche wissen durchaus, auch durch negative campaigning, ihre Stellung zu bewahren. Jamba und Abmahnungen waren nie der Beginn, sie waren der Anfang vom Ende. Hoffen wir also auf einen Neuanfang.

We will see…

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21 Antworten zu “Reden wir doch mal Tacheles”

  1. phoibos sagt:

    ich glaube, da haben einige den ursprung der blogs vergessen. blogs sind onlinetagebücher. und als solche spannend oder erzlangweilig. wie die tagebücher aufm papier. von dem einen sehr spannend zu lesen, von dem anderen papierverschwendung. tagebücher werden erst dann relevant, wenn die historiker sie ausgraben. solange die tagebücher zu nahe an unserer zeit dran sind, lesen sie sich so wie die «auto«biographien von sternchen und sternleinchen. erst mit dem abstand zur ist-zeit gewinnen tagebücher an relevanz. niemand interessierte sich für die tagebücher einer anne frank, eines goebbels, eines goethes, bis diese personen teil der geschichte wurden (egal, ob sie noch lebten oder nicht). onlinetagebücher oder neudeutsch blogs sind quasi echtzeit und damit irrelevant, weil sie keine historische relevanz haben — mal abgesehen vom uspräsidenten-blog (angies podcast interessiert vielleicht auch noch den einen oder anderen).
    ich denke, blog und kommerziell widersprechen sich per definitionem.

    ciao
    phoibos

  2. Antje sagt:

    @Chris
    Das mag ich so an deinen Beiträgen. Du bist gut und kritisch, ja, haust auch mal «einen raus», aber nimmst dich eben selbst auch nicht so wichtig. Und deshalb lese ich F!XMBR auch gerne. Und, weil das eben ohne Kommerz ist und Ihr Euch so viel Mühe macht, muss Frau das ja auch mal sagen (sic!).

  3. Solarix sagt:

    Ich kann der Schlussfolgerung von Phoibos nur zustimmen. Blogs sind Onlinetagebuecher.

    «Professionell bloggen» wuerde mir persoenlich nie in den Sinn kommen, mir persoenlich fehlt der Bezug dazu und zwar komplett. Sicher es gibt qualitativ gute Blogs (wozu ich meinen nicht unbedingt zaehle) wie unter anderem Euch.

    Was auch immer sich manche Menschen davon versprechen mit Blogs Geld zu verdienen ist meiner Meinung nach an der Art des Mediums zum scheitern verurteilt. Mit heisser Luft verdient man kein Geld. Mir ist es auch lieber, ein Stueck Papier in die Hand zu nehmen und dort zu lesen, als auf einem Bildschirm.

    Den Hype um die «Blogosphaere» geschweige den das Wort habe ich nie verstanden. Geschweige den die Diskussion darueber, vielleicht auch nur einfach deshalb, weil ich wie oben erwaehnt das Blog als Online Tagebuch sehe und nicht als Geldmaschine. Dafuer habe ich naemlich einen Beruf, den ich sehr liebe. Wenn mal was aus dem Job fuer das Blog abfaellt und jemand etwas davon hat, soll es mir auch recht sein, wenn ich einfach mal belanglosen Stuss blogge, tut es niemandem weh. Wenn ich mich ueber etwas aufrege oder politisch was ablasse, kann ich meinen Frust ventilieren, oder im Optimalfall evtl. jemand zum Nachdenken bringen. Oder etwas zu einer Diskussion beitragen.

    Noch einen schoenen Sonntag an alle. :D

  4. FoolMoon sagt:

    Momentan bin ich damit beschäftigt eine Schülerzeitung für unsere Schule zu publizieren. In Verbindung mit einem Blog ist es sicherlich eine effiziente Einnahmequelle für die Printversion. Eine Schülerzeitung erscheint auch nur alle 2 bis 3 Monate. In der Zwischenzeit kann man die Leser über den Blog ansprechen und bei Laune halten. Man hat genug Leser und genügend Redakteure. 3 Artikel am Tag halte ich für erträglich für beide Parteien.

  5. Medienjunkie sagt:

    @Chris u. Solarix:
    Ihr vergesst immer, dass nicht alle in der glücklichen Lage sind, einen Job zu haben, von dem sie leben können und den sie auch noch lieben, wie ihr beide. Klar besteht dann kein Grund mehr, mit einem nebenbei betriebenen Blog Geld verdienen zu wollen. Genauso wenig wie man mit Briefmarkensammeln oder Musikhören in seiner Freizeit Geld verdienen will. Wenn man jedoch dank Medienkrise und massenhaftem Stellenabbau bei etablierten Medien keine Chance hat, mit Journalismus für «klassische» Medien seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, was spricht dann dagegen, mit einem Blog zumindest einen Teil desselben verdienen zu wollen? Aus euren Äußerungen spricht einfach die Arroganz des Berufstätigen, der sich keine Gedanken über seine nächste Miete machen muss, in seiner Freizeit sorglos vor sich hin bloggen kann, und dann anderen Leuten, denen es finanziell nicht so gut geht, vorwirft, geldgierig zu sein, weil sie eventuell mit ihrem Blog ein paar Euro verdienen wollen. Das ist, wenn auch vielleicht unbeabsichtigt, ziemlich zynisch.

  6. FoolMoon sagt:

    Warum wurde der Link von meiner Seite entfernt?
    Hab ich etwas falsch gemacht?

  7. Chris sagt:

    @FoolMoon: Das Barecelona-Dinges war ja okay, diese Seite schaut mir zu sehr nach Werbung aus. Sollte ich mich irren, ich bin per Mail erreichbar.

    @Medienjunkie: Es gibt zig Leute da draußen, denen es finanziell auch nicht gerade rosig geht. Die schalten keine Werbung auf ihren Blogs. Der Vorwurf trifft also ins Leere. Und oft genug verkaufen sie nicht nur sich und ihre Texte, sondern auch das Bloggen generell. Seht her, ich bin unabhängiger Blogger — sprechen und handeln also in ihren Werbeaussagen für alle. Und sowas mag ich auch nicht wirklich.

  8. Solarix sagt:

    @Medienjunkie,

    ich nehme mal an das Du hier was in den falschen hals bekommen hast.

    Ich vergesse das keineswegs, waere ich nicht vor ueber zwei Jahren ins Ausland gegangen, haette ich moeglicherweise auch keinen Job und die Arbeitswelt im anglo amerikanischen Raum ist auf andere Weise mindestens genau so hart wie unsere. Allerdings habe ich gelernt das Selbstmitleid nichts hilft (bitte nicht falsch verstehen) man muss sich bewegen und was «wollen».

    Bitte erzaehl mir nichts von Geld fuer die Miete, ich hab zwei Konkurse von Arbeitgebern mitgemacht, war selbststaendig, von daher schwimme ich auch nicht unbedingt im Geld.

    Wenn jemand mit einem Blog Geld verdienen will, sei es drum. Aber A) glaub ich das dies keine Zukunft hat, dafuer ist die Nehmer und Geiz ist Geil Mentalitaet im Netz zu stark ausgepraegt.

    IMHO gibts Stellenabbau ueberall, mein Arbeitgeber hat in den letzten 14 Monaten 8000 Leute auf die Strasse gesetzt, die Entlassungswellen hab ich bisher ueberlebt, allerdings hat es viele Kollegen erwischst, was auch der Grund ist wieso ich dort das weite suche. Also so sorglos lebt man dann auch nicht.

    Arbeitslos zu sein ist hart und jeder hat mein Mitgefuehl (nicht Mitleid) aber sich auf dem Status auszuruhen, ist auch nicht Sinn der Sache. Hoert sich boese an, ist aber nicht so gemeint.

    Was das bloggen angeht, um den Bogen zurueck zu schlagen. Ja fuer mich ist es Spass an der Freude und vielleicht kann jemand aus dem was ich schreibe Nutzen ziehen, oder auch nicht, ich betrachte das Blog eben als klassisches Tagebuch und nicht als Cash Cow.

    Teile von dem Zeug was ich so verzapfe koennte ich sicher auch in ein Fachbuch stecken, aber ich veroeffentliche so etwas lieber kurze Haeppchen sind einfacher verdaulich wenn es um Fachthemen geht und der restliche Sermon der in meinem Blog zu finden ist, hat ja eher privaten Charakter.

    Also bitte nicht falsch verstehen. :-)

  9. Oliver sagt:

    > Klar besteht dann kein Grund mehr, mit einem nebenbei betriebenen Blog Geld verdienen zu wollen.

    Was für ein bullshit! Nur weil die Masse fortwährend dem Mammon huldigt und dafür als Gegenleistung auf dem Altar der Debilität Hirnzellen opfert muß man noch lange nicht pauschal auf andere schließen.

    Reden wir tacheles und reden über die Gier! Dann nähern wir uns der Ursache.

  10. Ben sagt:

    Ich denke es geht nicht um Gier, sondern um die Frage, ob man von dem, was man gerne tut, leben kann oder nicht. In unserer Marktwirtschaft bleibt den meisten Menschen diese Möglichkeit nun mal verwehrt, da gibt’s Geld für das, wofür der Kunde zahlen will.

    Trotzdem trifft die Kritik von Medienjunkie hier die Falschen. Ich war vorhin im Park Fussball spielen, und hab mich auch nicht geärgert, dass ich dabei nichts verdiene. Andere kriegen dafür Millionen, aber die sind halt besser, oder hatten mehr Glück.

    Die (richtige) Kritik an der Ausbeutung und strukturellen Arbeitslosigkeit in unserer Gesellschaft sollte nicht dazu führen, die Leute zu verdammen, die ohne finanziellen Interessen einer Leidenschaft nachgehen. Sonst hat man die neoliberale Denkweise doch schon übernommen.

    Die ganze pseudoprofessionelle deutsche Bloggerszene geht mir sonstwo vorbei, ich finde das größtenteils selbstreferentiell, unwichtig und uninteressant. Bei FIXMBR schaue ich trotzdem regelmäßig vorbei, weil Chris und Olli eine Meinung haben, die mich interessiert, auch wenn ich nicht immer mit ihnen übereinstimme. Aber man merkt einfach, dass sie es aus Leidenschaft machen und nicht weil es ihr Job ist.

    Du hast recht, Chris, bezahlen würde ich hierfür nicht (und einen Adblocker verwende ich auch). Trotzdem fände ich es sehr schade, wenn es dieses Blog eines Tages nicht mehr gäbe. Deshalb, auch wenn du dir nichts dafür kaufen kannst, einfach mal: Danke.

  11. Medienjunkie sagt:

    @Ben:
    Du bist wahrscheinlich kein trainierter Profifußballer? Es geht hier nicht darum, mit Hobbys Geld verdienen zu wollen, sondern darum, ob es legitim ist, mit einem Blog u.a. auch Einnahmen erzielen zu wollen. Ich stimme Chris völlig zu, dass das nie die Hauptmotivation eines Bloggers sein sollte. (Und natürlich spricht überhaupt nichts dagegen, ohne finanzielle Interessen einer Leidenschaft nachzugehen, da hast du mich völlig falsch verstanden, Ben. Ich blogge ja auch ohne Werbung.) Aber Chris ist ja anscheinend der Meinung, es sei von vorneherein verwerflich, mit Bloggen AUCH Geld verdienen zu wollen. Das finde ich lächerlich und aus der Position von jemandem, der ja offenbar einen Brotjob hat, der den Lebensunterhalt sichert, auch zynisch.

    @Chris:
    Es gibt Leute ohne Geld, die ohne Werbung bloggen, und Leute ohne Geld, die mit Werbung bloggen. Warum soll das eine jetzt toll sein und das andere verwerflich?

    @Solarix: Wenn ich als arbeitsloser oder unterbeschäftigter Journalist versuchen würde, mit einem Blog Geld zu verdienen, hieße das ja gerade, dass ich mich nicht in dieser Lage einrichten will. Wenn die etablierten Medien mich nicht wollen, versuche ich halt, statt zu jammern selbst was aufzuziehen. Da ich kein Kapital habe, um eine Zeitschrift zu gründen, mache ich das im Internet. So what?

    Die Kritik von Oliver in Bezug auf das Zitat verstehe ich leider nicht.

  12. Chris sagt:

    Das Auch habe ich nie behauptet. Nur des Geldes wegen ein Blog zu füllen, Geld ist die Hauptantriebsfeder, habe ich kritisiert.

  13. Oliver sagt:

    >Die Kritik von Oliver in Bezug auf das Zitat verstehe ich leider nicht.

    Dazu gehört natürlich logischerweise auch der Teil zuvor, ich habe mir nur erspart alles zu wiederholen. Sprich jener Teil ebenso: «Ihr vergesst immer, dass nicht alle in der glücklichen Lage sind, einen Job zu haben, von dem sie leben können und den sie auch noch lieben, wie ihr beide.»

  14. […] “Die deutsche Blogosphäre ist zu einem inzestuösen Gesamtwerk verkommen”, sagt Chris. […]

  15. Chat Atkins sagt:

    Was heißt hier, man könne mit Blogs kein Geld verdienen? Ha! Durch Google Adsense habe ich mit meinem ‘Stilstand’ schon sagenhafte 6 Euro erzielt. Irgendwann dann, bei 50 Euro oder so, wird das große Füllhorn geöffnet — und dann, und dann … werfe ich mit den Cent-Stücken nur so um mich!

  16. Chris sagt:

    Oh, dann habe ich mich wohl geirrt. Entschuldigung. :D

  17. Roman sagt:

    Interessanter und zugleich lesenswerter Artikel, danke! Wenn es um «Fachblogs» geht, denke ich, dass es gar nicht wichtig ist, ob das Blog nun ein Blog, eine Website, ein Forum oder was auch immer ist. Die Leser suchen nach bestimmten Informationen und finden sie eben auch in Blogs. Ihnen ist es egal, ob das nun ein Blog oder sonst was ist. Insofern halte ich es teilweise für sinnfrei, die gesamte Blogosphäre in einen Topf zu werfen.

    Auch mit einem Forum oder einer (Web 2.0-) Website lässt sich schwer Geld verdienen. Es gibt nämlich auch in diesem Bereich bloss ein paar wenige (privat initiierte) Ausnahmen, die wirklich Kohle machen. Alle andern dümpeln auch so vor sich her. Hierzu sehe ich eigentlich keinen grossen Unterschied zu den Blogs.

    Aber das zentrale in Deinem Artikel lese ich beim Absatz zu den Nischen. Es stehen Menschen dahinter, die mit Idealismus und Elan ein kleines Töpfchen frei zur Verfügung stellen. Das ist in meinem Augen — und insbesondere im Umfeld der freien Software — deutlich mehr wert, als alle Kohle der Welt. Klar, ich kann gut reden, habe einen Job und ein regelmässiges Auskommen. Trotzdem: Blogs bilden oft die kleinen Inseln in unserer Gesellschaft ab, die das Leben eben lebenswert machen.

  18. Redakteur sagt:

    Das ist ganz hervorragend! Eine der besten Beiträge, die ich gelesen haben. Jetzt müsste man noch deuten, wieviele der «Vordenker» und Experten der neuen Medienwelt nichts anderes tun, als ein meist höchst privates Geschäftsmodell zu forcieren, und sei es desen Abwesenheit als «sie nennen es arbeit». Das ist das Neue: Geschäftsinteressen als angebliche Geschichtsphilosophie. Entspricht in etwa den pseudowissenschaftlichen Dokumentationen, mit denen Derivateverkäufer ihre «Wissenschaft» an den Mann und die Frau bringen wollten.

  19. […] „echten Bloggen“ sowie zum Verhältnis von Bloggen und Kommerz vgl. auch den Betrag von Chris „Reden wir doch mal Tacheles“ in: F!xmbr vom 25. April 2009. Einen Kommentar schreiben « Funkkolleg […]

  20. […] – wer gerne vom Bloggen leben können wolle? Mehr als man denken mag – ihnen sei der Post Reden wir doch mal Tacheles von Christian Sickendieck zum Lesen empfohlen. Mehrere PR-Plattformen hatten im Vorfeld der […]


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