red doch tacheles

Immer wieder wird man genötigt weiter auszuholen, um Spätgeborenen wieder einmal die Welt zu erklären — weil man da doch immer irgendwie meint mitreden zu können oder gar zu müssen. Wißt ihr ich, und Chris kann ich da mit einschließen, ich kenne ihn halt recht gut, fühle mich nicht alt obwohl ich älter als die meisten daherkomme, die bei uns tagtäglich hereinschneien. Das Netz ist spannend seit Beginn, spannend waren auch schon die nächtlichen Mailboxzeiten oder gar bei Freunden in den 80ern BTX, man quälte sich mit urig langsamen Verbindungen auf dem 64er durch die Telefonleitung und war froh, wenn sie nach dem mühsamen Aufbau der Verbindung, Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile, endlich etwas lesbares auf dem Schirm regte.

Da war Spaß dabei, man gab sich da selbst schon mal recht infantilen Diskussionen hin — der Größenwahn packte einen jedoch noch nicht derart, allenfalls mal gegenüber der Freundin 😉 Nun heute ist es jedoch anders: «3 Semester Studium», Blog mit Webspace, Internet, Praktikum, Nebenjob für den Urlaub, Notebook … schon meint man die Welt zu kennen, jede politische Nuance, jedes geschichtliche Detail, jede Technik. Nun es soll auch Leute geben die kennen schon mehr, das ist eben so im Leben, im Internet, einfach überall. Der Jugendwahn mag zwar in der oberflächlichen Gesellschaft der Bringer sein, er ist es aber nicht in puncto Nachhaltigkeit, da fehlt eben die Erfahrung — ob nun komplettes Studium, Job, Ehe, whatever. Die Dinge kann ich z.B. alle in einen Topf werfen, macht mich nicht immer schlauer als andere, logischerweise jedoch erfahrener. Pißt mir also ein Jungspund ans Bein, der sich gerade mal beispielsweise über die Zwischenprüfung hinweggequält hat und sein 2–3 Praktika aufweist, entgleist mir allenfalls mal ein mitleidiges Lächeln.

Nein hier schwingt nicht die Arroganz der höheren Bildung mit, ich kam selbst über den zweiten Bildungsweg zum Studium und ich schätze so manchen ohne Studium weitaus höher ein, da dort in der Regel mehr Lebenserfahrung im Gepäck ist. Beim Gros der Studis, nur als Beispiel und auch ein wenig pauschal — ich kenne ebenso andere Fälle, fängt die Realität, die tatsächliche Realität, erst nach dem Studium an. Der erste Job, plus Familie, sprich echte Verantwortung, echtes Leben. Auch das spiegelt sich im Web wieder, im Leben, bei Meinung, bei jeglichen Aussagen — Erfahrung eben.

Auch ich kann scheiße reden und habe es sicherlich auch getan, das liegt in der Natur der Sache, man ist wohl nicht perfekt. Basis ist und bleibt jedoch die größere Erfahrung bzw. überhaupt Erfahrung. Aufgrund dieser macht man sich Gedanken, weitreichende Gedanken, die zu bestimmten Schlüssen führen. Die Chance wirklich daneben zu liegen ist also weitaus geringer, wenn auch nicht unmöglich 😀

Schreibe ich solche langen Texte wie diesen hier, denke ich darüber nach. Da blicke ich z.B. auf fast 20 Jahre online Aktivität zurück, ein großer Teil davon im Web, mehr als 30 Jahre Leben mit all seien Höhen und Tiefen und auf 11 Jahre Ehe mit meiner lieben Frau. Da kommt mir teils mein Archäologie/Geschichtsstudium zugute, sowie jetzige Neuorientierung der Profession oder auch die Aktivität in einer Jungpartei früher, aber auch die Dinge die ich mit meiner Frau bespreche etc. Was ist also der gemeinsame Nenner? Erfahrung!

Irgendein Jungspund nun, ich sehe den Begriff gar nicht negativ, meint nun die Welt zu beherrschen, ihm stehen halt alle Möglichkeiten offen, er kann und darf auch überall mitreden und kann auch Glück haben den richtigen Punkt zu treffen oder eben den Griff ins Klo zu landen. Bingo, er hat Erfahrung gesammelt mittels dem Sprung ins kalte Wasser. Ein kleiner, winzig kleiner Schritt, hin zu einem großen Ziel. Man lernt nie aus, jedoch wird es immer einen geben der mehr Erfahrung besitzt und das sollte man respektieren oder zumindest in einem wachen Moment, fernab des pubertären Übermuts beachten.

Einige Jugendliche, mit denen ich auch gelegentlich zu tun habe, legen da gar immenses Wissen an den Tag, auch das Wissen das mitunter in gewissen Bereichen null Erfahrung vorhanden ist, die lernen schnell und haben ihr Ziel meist in immens kurzer Zeit erreicht. Das sind jedoch leider die Ausnahmen. Da wäre auch nichts schlimmes daran zu finden, Vorteil früher — ich gebs gerne zu — wir hatten kein Medium um uns gepflegt zum Affen zu machen, so konnten wir eine einigermaßen vernünftige Entwicklung durchleben, der gelebte Größenwahnheute, gereicht dann allenfalls mal ab und an zu gepflegter Polemik in schriftlicher Form, aber ansonsten gibt man sich *allen* Facetten des Lebens hin. Ist die Jugend also per se dumm? Mitnichten, teils hochintelligent — nur eben massiv unerfahren. So manch einer der seine Lehre beginnt, lernt beispielsweise Dinge, die jemand mit Studium wohl nie erlernen wird — da fehlt ein großer Teil der Erfahrung. Der Spalt zwischen Arbeiten und Studierten kommt nicht von ungefähr …

Mein Tipp also, Praktika, die Einschreibung in ein Studium mit hippen Begriffen, der eigene Webspace etc. bringt noch lange nichts, wenn denn die Erfahrung fehlt. Da mutet es doch schon recht befremdlich an, um den Bogen zur Einleitung zu spannen, wenn da jemand hereinspaziert und uns das Netz erklärt etc., da surften wir schon während dieser noch unterm Tisch herumkrabbelte bei den Eltern. Wenn man anscheißen will in jungen Jahren, riskiert man entweder den Sprung ins kalte Wasser und ebenso eine kräftige Unterkühlung, die recht wahrscheinlich ist oder aber man übt daheim erst mal vor dem Spiegel, wagt sich in den Freundeskreis vor, traut sich die ersten zaghaften Gespräche mit Erwachsenen zu, lernt dort dumme und intelligente Vertreter kennen, und geht last not least im Netz auf dem eigenen Webspace lospoltern. Dann aber weiß man das ein Echo kommt, dann kann man auch einschätzen das vieles ein Griff ins Klo war, dann klappts auch mit der Kommunikation. Kein Wundermittel, aber eine Basis.

Ein Politiker mit Doktor-Titel ist nicht automatisch der Menschenfreund schlechthin, das Gegenteil kann gar der Fall sein, aber es ist eine gute Basis, wenns darum geht komplizierte Dinge anzugehen. Wie gesagt eine gute Basis, da kann man auch viel schleifen lassen — ohne eine Basis jedoch klappt gar nichts und die Basis Abi + x Semester ist in der Regel nicht wirklich berauschend. Den guten Autofahrer gibts auch erst mit der Zeit, nicht mit Bestehung der Prüfung und Auto fahren ist immens leichter :)

Also wenn ihr scheißen wollt, übt erst einmal daheim in den eigenen vier Wänden. Ich sehe da großes Potential, vor allem ist man in dem Alter noch steigerungsfähig. So mancher Erwachsene der hier reinpoltert ist meist schon am Zenit, da ist Hopfen und Malz verloren, der Lerneffekt nur noch seltenst anwendbar. Aber um diese gings hier auch nicht, nur als Beispiel für einige die da meinen ah altklug und Jugendhasser … dazu habe ich ehrlich gesagt zuviel gute Freunde die auch im Alter von 18 sehr intelligent daherkommen 😉

Ich spreche da nur zu Teilen pauschal, die Erfahrung, grundlegend spreche ich einige Jungspunde an, die uns frequentieren bzw. meinen ihre Weisheiten zu verkünden. Noch ist nicht aller Tage Abend, auch an euch glaube ich noch.

Ich nehme nicht an an das viele diesen Text lesen werden und gemäß der Jungspund-Natur wird man sich, falls man denn den ganzen Text liest, sehr angepißt fühlen. Das soll auch so sein, aber auch einen Denkanstoß liefern, der muß nicht in die gleiche Richtung gehen, das Denken alleine wäre da schon wichtiger. Hier schrieb ich Gedanken nieder, kein Gesetz, kein Codex, einfach nur etwas das mir durch den Kopf ging, worüber ich auch schon mit anderen redete. Es hilft auch nichts wenn die üblichen Comments oder gar Mails eintrudeln und in Fäkaliensprache von meinem überzogenen Ego fabulieren. Zumindest bin ich in der Lage eigenständig zu denken, aus vielfältiger Erfahrung heraus und mit dem Wissen echtes Leben schon desöfteren in den vielen Jahren gemeistert zu haben. Das zahlt sich eben aus auf lange Sicht. Da packe ich es auch mehr als die Blog-üblichen «3-Zeiler» aus dem Hut zu zaubern und schaffe es gar mehrseitige Texte verstehend zu lesen — kann/will mans nicht, muß man nicht drauf antworten, dann übt man erst im stillen Kämmerlein und tritt später erneut, dieses mal mit Erfahrung/Wissen gestählt, auf die Netzbühne.

Eine Garantie dafür sich nicht eine blutige Nase zu holen ist das selbstredend nicht, aber es ist eine Garantie überhaupt ernst genommen zu werden — denn selbst ein erwachsener der recht naiv daherkommen mag, lebt zumindest in der Regel alleine, hat also etwas gemeistert das anderen noch völlig fehlt.

Insofern, für die Lernwilligen:

per aspera ad astra

und für die Trolle:

de te fabula narratur

😀

Und ein letztes an die mußt du so einen Käse schreiben und dich ob deines Egos fortwährend selbsterklären–Fraktion. Nein! Aber ich kann es, ich kann denken und auch Gedanken ausformulieren, wenn ihr mich tadelt beweist mir das ihr es auch könnt, mit eigenen Worten, mit mehr als 3–6 Zeilen, mit mehr als angehäuften Textbausteinen ob der unsrigen, recht liberalen Lizenz. Beweist es mir oder trabt von dannen.

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15 Antworten zu “red doch tacheles”

  1. Dirk sagt:

    Hehe, klasse Beitrag, der mir in vielen Punkte aus der Seele spricht. Und ja, ich hab ihn ganz gelesen und verstanden *g*.

  2. Filzo sagt:

    Hu Oliver. Öhm. Ich hatte nie Latein in der Schule. Willst du die beiden Phrasen vielleicht übersetzen?
    Ansonsten: Ich gehöre wohl, aus deiner Sicht, zu den Menschen, die du in dem Eintrag beschreibst — vom Alter her definitiv. Denkst du man kann fehlende Kompetenzen, in welcher Form auch immer, immer und zwangsweise auf fehlende Erfahrung zurückführen? Oder anders: Hast du noch nie einen 60-jährigen Vollidioten gesehen?

  3. Samthammel sagt:

    Schöner Beitrag, kann ich nachvollziehen. Es ist in der Gesellschaft halt leider so daß Erfahrung, im Gegensatz zu einem Zeugnis auf Papier, weniger Wert ist.

  4. Samthammel sagt:

    @Filzo: Wikipedia hilft. :-)

  5. Oliver sagt:

    >Ansonsten: Ich gehöre wohl, aus deiner Sicht, zu den Menschen, die du in dem Eintrag beschreibst — vom Alter her definitiv.

    Aber auch nur vom Alter, würd ich dich explizit gemeint haben, wäre wohl kaum mit meiner kommentierenden Präsenz auf deinem Blog zu rechnen 😉

    >Oder anders: Hast du noch nie einen 60-jährigen Vollidioten gesehen?

    Ein Politiker mit Doktor-Titel ist nicht automatisch der Menschenfreund schlechthin, das Gegenteil kann gar der Fall sein, aber es ist eine gute Basis, wenns darum geht komplizierte Dinge anzugehen. Wie gesagt eine gute Basis, da kann man auch viel schleifen lassen — ohne eine Basis jedoch klappt gar nichts und die BasisAbi + x Semester ist in der Regel nicht wirklich berauschend. Den guten Autofahrer gibts auch erst mit der Zeit, nicht mit Bestehung der Prüfung und Auto fahren ist immens leichter

    Also wenn ihr scheißen wollt, übt erst einmal daheim in den eigenen vier Wänden. Ich sehe da großes Potential, vor allem ist man in dem Alter noch steigerungsfähig. So mancher Erwachsene der hier reinpoltert ist meist schon am Zenit, da ist Hopfen und Malz verloren, der Lerneffekt nur noch seltenst anwendbar. Aber um diese gings hier auch nicht, nur als Beispiel für einige die da meinen ah altklug und Jugendhasser ? dazu habe ich ehrlich gesagt zuviel gute Freunde die auch im Alter von 18 sehr intelligent daherkommen

    Ich übe mich mal im Selbstzitat, denn das steht da oben und sollte es anschaulich erklären bzw. differenzieren.

    Selbst der größte Idiot der selbstständig lebt, kann doch nicht der größte sein, wenn er es denn packt alleine zu leben. Auch da zählt die Erfahrung, selbst wenn sie nicht dazu gereichte mehr draus zu machen.

    Wo nichts ist, kann also auf jeden Fall noch was draus werden — aber dafür brauchts halt erst einmal seine Zeit, oder?

  6. lana sagt:

    Der Artikel spricht mir aus der Seele. Danke dafür!

  7. Bernd sagt:

    Also wenn ihr scheißen wollt, übt erst einmal daheim in den eigenen vier Wänden.

    Gleich hagelts Beschwerdemails von unzähligen Eltern, weil ihre Jungspunde das wort-wörtlich genommen haben. 😀 *scnr*

    Ein Problem kann sein, wenn man Zuhause oder im Freundeskreis einfach keine richtigen Gegner hat — ach dafür gibts ja heise 😉

  8. Falk sagt:

    «Warum tust du das?» — «Weil ich es kann!» — da musste ich ja schon schmunzeln.

    @ Bernd: Wieso eigentlich Gegner? Ich kann auch sehr gut kontrovers über Themen diskutieren, reden, mich streiten, ohne den Gegenüber direkt als Gegner anzuschaun. Vielleicht liegt in dem Denken, immer besser als Andere sein zu müssen, ein grundlegendes Problem? Und grad in jungen Jahren neigt ein Jeder dazu, es sich und seiner Umwelt immer wieder zu beweisen. Das was wir dann jetzt im Netz sehen, ist imho auch nur eine Kanalisation dieses Machtgerangels.

  9. Oliver sagt:

    >Vielleicht liegt in dem Denken, immer besser als Andere sein zu müssen,

    Ob da jeder so denkt bezweifle ich stark, in der Regel dürfte es eher Selbstfindung sein und mangels Erfahrung äußert sich das alles meist eher grob — wenn in späteren Jahren das ganze immer noch vorherrscht, nun dann haben wir vielleicht ein neues Mitglied in der oftzitierten Ellbogengesellschaft — dem Deppensystem für asoziale Mitmenschen.

  10. Falk sagt:

    Okay, die Aussage war pauschal, aber ich hab schon den Eindruck, das ein Gros der Menschen sich in einem stetigen Wettbewerb befinden. Ich mag mich da vielleicht täuschen und hoff es an sich auch.

  11. Bernd sagt:

    @Falk:

    Ich meinte mit Gegner schlicht einen Diskussionspartner, völlig wertefrei. Man hat ja trotz des Versuchs über den Tellerrand zu schauen und die Dinge von verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten immer noch bzw. nur zwei Augen und zwei Gehirnhälften — somit meine ich, dass eine Diskussion, sogar ein Streit vielleicht, eine Bereicherung an Sichtweisen sein kann. Wenn Du allerdings nur Leute um dich rum hast, die Dich bei einer Diskussion wie ein Hund anschauen und nichts dazu wissen, dann ist erstens die Diskussion schnell beendet und zweitens bleibt man wohl arm an Sichtweisen bzw. man muss sein Hirn noch mehr quälen und ob das gemacht wird oder ob da folglich auch was gutes bei raus kommt — wer weiß. :)

    Zum Wettbewerb sei noch gesagt, dass man ihn auch auf einer friedlichen, freundschaftlichen und respektvollen Ebene halten kann — nach dem olympischen Motto: Dabeisein ist alles. Unter diesen Bedingungen, trete ich immer gern als Mitstreiter an.

  12. Nurleute sagt:

    Erfahrung wird oft unterschätzt, ja.

    Aber ebenso oft wird unterschätzt, wie hinderlich Erfahrung auch sein kann.

    Die Weitsicht von Jung und Alt hängt meiner Erfahrung nach 😉 mehr ab vom Zulassen andersartiger Perspektiven, als von Erfahrung, die dabei ebenso behilflich sein, wie im Wege stehen kann.

    Man kann sicher darüber streiten, was öfter vorkommt. Aber es ist sicher kein Zufall, dass bedeutenden wissenschaftliche Durchbrüche (z.B.) oft von besonders jungen Wissenschaftlern gemacht werden.

  13. Oliver sagt:

    >dass bedeutenden wissenschaftliche Durchbrüche (z.B.) oft von besonders jungen Wissenschaftlern gemacht werden.

    Was kein Maß für die Intelligenz darstellt, mitunter sah der ältere Wissenschaftler schlicht keinen Sinn darin. Nicht jede hochgejubelte Entdeckung brillierte durch Nachhaltigkeit — auch das ein Punkt der Erfahrung.

    Und zudem rücken wir bei Wissenschaftlern schon wieder komplett von dem Feld ab, das ich hier beschrieb. Die haben schon Erfahrung, ob nun zahllose Praktika bzw. auch die Promotion gen Schluß, die eben die selbstständige wissenschaftliche Arbeit in der Praxis belegt. Die selbstständige wissenschaftliche Arbeit beginnt dort mit der Promotion, davor sucht man erst gar nicht.

    Zudem definierte ich keine Hardcore Aussage, sonderen differenzierte mehr als deutlich. Ich bitte also auch darum, wenn man sich denn äußert, auch den Text tatsächlich zu lesen.

  14. Bernd sagt:

    @Nurleute:

    Man kann sicher darüber streiten, was öfter vorkommt. Aber es ist sicher kein Zufall, dass bedeutenden wissenschaftliche Durchbrüche (z.B.) oft von besonders jungen Wissenschaftlern gemacht werden.

    *Räusper* Das liegt daran, dass Jungvolk forscht, während die etwas älteren Damen und Herren (äh die Profs/Chefs) eher noch die Beraterfunktion inne haben und sich um den Laden und dessen Forschungsrichtung sowie Lehre kümmern, damit Jungvolk überhaupt weiß, an was es zu forschen hat. 😉

    Außerdem ist der Forscheralltag kein Zuckerschlecken — zum Großteil zu harte Arbeitsbedingungen für Schmalspurlohn — das macht folglich nur Jungvolk. 😉

  15. Nurleute sagt:

    @ Oliver
    Autsch. Das sollte keine Kritik am Text, sondern eine andere Perspektive sein. Das mit den Wissenschaftlern war — wie schon gesagt — nur ein Beispiel. Wer das Beispiel ernst nimmt, wird — so hatte ich gehofft — eine gewisse Allgemeingültigkeit darin erkennen.

    @Bernd
    Man kann hier sicher viele Argumente und Gegenargumente austauschen. Lass es mich anders ausdrücken: Von den bedeutenden Durchbrüchen junger Wissenschaftler sind überproportional viele Revolutionäre — im Gegensatz zu Evolutionären — dabei.

    Ein Beispiel(!). Als Albert Einstein die Spezielle Relativitätstheorie veröffentlichte, war er 26. Viele Wissenschaftler sagen heute: Eine so revolutionäre Theorie konnte er nur in jungen Jahren entwickeln. Erfahrene Wissenschaftler hätten zu viele mentale Barrieren überspringen müssen, um sich auf so unkonventionelle Denkmuster einzulassen.

    Wenn ein Student nun zu Hause bei Mutti wohnt und sich von ihr die Wäsche waschen lässt, so hat er anderen etwas voraus — den Schutz vor der Realität. Denn die Realität ist nur eine von vielen Möglichen. Wer meint, das sei aber die einzig Wahre, impliziert, dass sie nicht zu ändern sei.

    Nochmal: Das ist KEINE Kritik am Text. Vielen Dingen stimme ich ausdrücklich zu (das hatte ich auch mit dem ersten Satz zum Ausdruck bringen wollen). Aber die Kommentare nur auf Zustimmung zu beschränken, wäre etwas langweilig.

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