Raubleser aufgepasst: DRM & Co. für Webseiten

Die Musik– und Filmindustrie sensibilisiere die Nutzer bereits für den Wert von Inhalten wie Filme und Musik und appelliere an einen fairen Umgang. „Die Medienunternehmen sollten diesem Beispiel folgen“, sagt Fischbuch.

So die ZEIT und Holger Fischbuch, Leiter Electronic Media der Financial Times Deutschland, über die Internetnutzer, die Werbeblocker wie Adblock Plus einsetzen. Mal vom pseudo-objektiven Artikel über Adblock Plus der ZEIT abgesehen: Meint der Herr Fischbuch das ernst? Wie kann ich mir das vorstellen? Zukünftig soll also jeder Webseitenbesucher, der einen Adblocker einsetzt, kriminalisiert, verfolgt und mit Abmahnungen überhäuft werden? Soll demnächst ein DRM-System entwickelt werden? Nur mit bestimmter Browser-Konfiguration kann eine Seite aufgerufen werden. Nicht mehr der Internetnutzer hat die Herrschaft über seinen PC und seinen Browser — die Medienunternehmen bestimmen, was wie wo installiert und angezeigt wird. Werden wir demnächst das Wort Raubleser zu hören und zu lesen bekommen? Wie kann man nur die kundenfeindlichen Machenschaften der Musik– und Filmindustrie in dieser Art und Weise verniedlichen? Ich bestimme, was und wie auf meinem PC angezeigt wird. Wenn ich Adblock Plus oder Proxomitron einsetze, ist das mein gutes Recht — ebenso wie es dann meine Entscheidung ist, bestimmte Seiten auf die Whitelist zu setzen. Wenn mir jemand etwas von Fair Use erzählen will und als Beispiel die Musik– und Filmindustrie nennt, dann sei mir der Hinweis nach einem Realitätscheck des betreffenden Herrn gestattet. (via)

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15 Antworten zu “Raubleser aufgepasst: DRM & Co. für Webseiten”

  1. Spunkmeyer sagt:

    Den Nutzer sensibilisieren finde ich in Ordnung. Aber man sollte ihm auf keinen Fall vorschreiben, was er zu installieren oder zu deinstallieren hat!

    Viele Webservices finanzieren sich durch Werbung und kosten daher nichts. Das finde ich in Ordnung und unterstütze das auch.

    Trotzdem sollten Webmaster darauf achten, und zwar gerade jetzt, das sie sich nicht ausschliesslich durch Werbung finanzieren. Diese Einnahmequelle ist ja offensichtlich gefährdet.

  2. Oliver sagt:

    >Das finde ich in Ordnung und unterstütze das auch.

    Wie habe ich mir das jetzt vorzustellen? Also du surft dann solidarisch ohne Adblocker auf den jeweiligen Seiten und kaufst auch gelegentlich die beworbenen Produkte? Denn nur so macht es Sinn und wenn dir im TV ein Film gefällt heißt es für die Familie Werbung schauen im Gegenwert und danach regelmäßig die Konsumlemminge geben? Denn nur auf diese Art und Weise funktioniert es.

    Aber ich kann dir noch eine bittere Wahrheit mit auf den Weg geben, alle Menschen die tagtäglich irgendwelche Produkte kaufen finanzieren dieses Werbe-Bohei fortwährend — egal ob sich sich damit das Hirn vollpumpen lassen oder der Werbung völlig entsagen. Logisch betrachtet ist das Werbegeschäft, ein Geschäft der Grenzdebilität das vom Kunden so oder so finanziert wird.

  3. Spunkmeyer sagt:

    Ich bin dafür, Werbung zu revolutionieren. Also nicht mehr dem Kunden zu sagen, was er braucht, sondern dem Kunden Lösungen zu seinen Problemen vorzustellen.

    Ich habe kein TV ^^

    Und im Internet sehe ich mir Werbung an, solange sie nicht übertrieben ist. Hin und wieder klicke ich auch auf Werbung, allein das Einblenden und das Klicken bringt doch schon Werbeeinnahmen.

    Ich habe schon so einige interessante Dinge durch Werbung gefunden, die ich ohne Werbung nicht hätte. Es sind vielleicht keine Dinge großer Wichtigkeit, aber für mich lohnt es sich.

    Ich schaue mir außerdem lieber personalisierte Internetwerbung an, anstelle täglich meinen Briefkasten mit toten Bäumen befüllen zu lassen!

    Sich stur hinzustellen und nur noch Produkte zu kaufen, für die es keine Werbung gibt, ist meiner Meinung nach verschwendete Energie.

  4. erlehmann sagt:

    DRM verträgt sich nicht mit dem W3C. Bleibt also nur noch Flashkrebs.

  5. Chris sagt:

    Gut, dass Du das jetzt gesagt hast. Sonst hätte vielleicht jemand diese Polemik noch ernst genommen. Den Link zu Deiner Webseite habe ich aufgrund fragwürdiger Kommentare in Deiner Sidebar entfernt. Du solltest Dich vielleicht mal um Dein Blog kümmern — anstelle Dir irgendwelche Gedanken um DRM auf Webseiten zu machen. (Porno-) SPAM ist real, während DRM auf Webseiten nur auf den Umstand aufmerksam machen soll, dass da einer den Umgang der Film– und Musikindustrie mit den Kunden auch für Medienunternehmen fordert.

  6. Oliver sagt:

    >Sich stur hinzustellen und nur noch Produkte zu kaufen, für die es keine Werbung gibt,

    Jedes Produkt wird beworben und jegliche Werbung ist schon bezahlt mittels der Konsumenten oder was meinst du wie diese Firmen sonst ihr Spielgeld in der Werbeindustrie verjubeln könnten? Richtig es geht nur über den Kunden.

    Die beste Werbung ist für mich der Rat eines Freundes/Bekannten und wenn dieser mit der Zeit nur Mist erzählt ist auch das hinfällig. Ich benötige nur die Essenz, eventuell ein profanes «Hallo hier bin ich» und dann möchte ich Informationsextrakt en detail. Alles andere ist unter meinem Niveau und gilt nur der Verwirrung des Geistes, um oftmals minderwertige Produkte anzupreisen.

  7. Spunkmeyer sagt:

    @Oliver: Dann sind wir ja fast einer Meinung. Werbung muss sich ändern. Aber noch eine Frage: Woher haben denn deine Freunde die Infos, die sie dir geben? Ich finde es egoistisch, wenn andere sich für dich Informieren oder Produkte testen.

    Desweiteren muss man auch den (wenn auch seltenen) positiven Effekt auf die Web-Gemeinschaft sehen: Werbung sorgt dafür, das Web-Communities bekannt werden. Eine Community ist absolut uninteressant, wenn nicht genug Leute mitmachen. Und ohne Werbung wären manche guten Websites nicht so, wie sie heute wären.

    Deshalb finde ich es zu schwarz-weiß gedacht, wenn man schreibt «…das Werbegeschäft, ein Geschäft der Grenzdebilität…» …

  8. Steffen sagt:

    Schon mal mit AdBlock tweaktown.com besucht?

    Nach wenigen Sekunden wird man mit einem «freundlichen» Hinweis, den Werbeblocker auszuschalten, von der Seite geworfen:
    http://www.tweaktown.com/.….tus.html

    Finde ich eine Frechheit.

  9. ori sagt:

    Ich seh das wie folgt:

    Wenn ich Werbung zulasse und kein Adblock verwende habe ich folgende nachteile:

    - Meine Daten geraten an Drittanbieter, die damit mein Surfverhalten kennen (Google zb, aber auch andere, nicht nur die)

    - Ich setzte mich der potentiellen gefahr von Angriffen auf meinen Rechner aus. Nicht selten wurden über bannerads schon diverse schädlinge verteilt.

    Das ist für mich schlimm genug zu sagen Adblock und NoScript zu benutzen. Seiten supporten schön und gut, das versteh ich alles, ich kenne selber genug leute die sich darüber finanzieren.

    Allerdings fordert RTL auch nicht das alle Hersteller von TV Geräten und Fernbedienungen eine «Umschalt»-Sperre einbauen, sodass bei Werbung nicht einfach weggeschaltet werden kann…

  10. Oliver sagt:

    >Ich finde es egoistisch, wenn andere sich für dich Informieren oder Produkte testen.

    Ich glaube du mißverstehst mich hier völlig falsch, meine Freunde/Bekannte haben in der Regel eine eigene Erfahrung gemacht, vice versa funktioniert dies natürlich ebenso — ist keine Einbahnstraße. Mit Werbung informiert man sich nicht, man wird angefixt — ein gewaltiger Unterschied. Die tatsächliche Information bezüglich des jeweiligen Produktes erhalte ich nur abseits der PR-Marionetten.

    >Deshalb finde ich es zu schwarz-weiß gedacht, wenn man schreibt “…das Werbegeschäft, ein Geschäft der Grenzdebilität…”

    Es sollte heißen Werbung wird von Grenzdebilen für Grenzdebile gemacht — sorry für die Unschärfe.

    Als ich um meine Frau warb, war dies auch eine Werben, jeder glänzt da wohl ein wenig etc. Ich wollte sie jedoch nicht verwirren, einlullen, hintergehen — diese Ehen halten meist in deutschen Landen 2–3 Jahre. Reden wir also vom Differenzieren, so ist mir sehr wohl bewußt das profanes Aufmerksamkeit erregen das eine ist, ein ganzer Analysepark voller Werbepsychologen jedoch etwas völlig anderes.

    Das Differenzieren beginnt dort, wo die Worte die man nutzt auch in ihrer vollen Tragweite verstanden werden.

    Die Blockadedenkweise wiederum beginnt dort, wo man wirtschaftliche Absurditäten mit profanen Hinweisen irgendwelcher Menschen vergleicht. Ich denke noch eine Generation weiter wird man gar diejenigen stigmatisieren die Werbung überhaupt anzweifeln. Verkehrte Welt …

    Da wird mir Engsternigkeit konstatiert und wie belegt man diese vermeintliche Engsternigkeit? Natürlich mittels eines der Wirtschaft konditionierten Tunnelblicks. q.e.d. Und bevor jetzt noch jemand kommt, «aber du kaufst doch auch Waren oder gehst ins Eckstüble», zieht Leine. Ein gewissen Niveau wird hier schon vorausgesetzt.

  11. Spunkmeyer sagt:

    Ich habe nie gesagt, du seist engstirnig! Ich habe nur deine Aussage als ein Zeichen von Schwarz-Weiß-Denken gedeutet und wollte darauf hinweisen, dass es eben nicht so einfach ist. Also fühl dich nicht beleidigt.

    Und nur weil ich nicht wusste, wie du deine Freunde informierst, also unegoistisch handelst, heisst das noch lange nicht, das ich dich völlig mißverstehe.

    Sorry also, für meine vorschnellen Annahmen!

    Ich denke, das wir generell doch einer Meinung sind.

  12. Chris sagt:

    Und nur weil ich nicht wusste, wie du deine Freunde informierst, also unegoistisch handelst, heisst das noch lange nicht, das ich dich völlig mißverstehe.

    Sorry, aber Dein Freund möchte ich nicht sein. Wie kann man nur davon ausgehen — oder es nicht wissen — dass Freundschaft keine Einbahnstraße ist, sondern ein gegenseitiges Geben und Nehmen.

  13. Spunkmeyer sagt:

    Sorry, aber Dein Freund möchte ich nicht sein. Wie kann man nur davon ausgehen — oder es nicht wissen — dass Freundschaft keine Einbahnstraße ist, sondern ein gegenseitiges Geben und Nehmen.

    Sehr schade, dass du nur wegen dieser Aussage mich gleich beurteilst. Du kennst mich doch gar nicht! Ich habe nicht von Freundschaft gesprochen, sondern nur von der Tätigkeit des Weitererzählens von Produktinformationen / Produktbewertungen.

    Ich wusste leider nicht, das man hier nicht über Einzelaspekte reden kann, ohne das dies gleich interpretiert wird!

    Desweiteren ging es mir nur nebensächlich um die Art des Weiterverbreitens von Produktinformationen und hauptsächlich um die Aussage, das Empfehlungen von Freunden die beste Werbung sei.

  14. Oliver sagt:

    >deine Aussage als ein Zeichen von Schwarz-Weiß-Denken gedeutet

    Wenn man die Aussage nicht versteht und die Publikation hier nicht kennt. Ich sprach von Niveau, das bedeutet nicht du bist doof, wir sind schlau — es bedeutet einfach das wir einen gewissen Level voraussetzen, dem einige nicht folgen können oder wollen.

    Wenn dir bewußt ist was ein *Freund* ist, dann dürfte dir auch klar sein das ich diesem mehr traue als jedem Werbepsychologen mit deren Materie ich mich schon eingehend beschäftigen durfte.

  15. Chris sagt:

    Ich habe nicht von Freundschaft gesprochen

    Kurz zuvor:

    Und nur weil ich nicht wusste, wie du deine Freunde informierst, also unegoistisch handelst,

    Hervorhebung von mir.

    Damit ist die Diskussion hier beendet. War eh nur ein kleiner Rant.

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