Qype und die Sache mit dem Geldverdienen im Web 2.0

In Deutschland überzeugt Qype.de. Gründer Stephan Uhrenbacher lässt die Internetnutzer in typischer Web-2.0-Manier ein Branchenbuch zusammenstellen. So die FAZ über Qype. Ob Qype nun überzeugt, oder nicht, ist gerade mal unerheblich. Viel spannender ist die Frage, wie profitabel so ein Web 2.0–Vorzeigeunternehmen doch ist. Vor mittlerweile einem Jahr wurde Qype gegründet — da sollte so langsam mal der Break-Even-Point erreicht werden. Schließlich hat man nicht wenig Geld investiert, in die Gehälter, die Infrastruktur, etc. pp. — und das sogar mit fremder Hilfe. Wann also sollen schwarze Zahlen geschrieben werden?

Ende 2008 wollen wir profitabel sein. Bitte was? Das sind noch knapp 2 Jahre — wieviel Geld bitte will man bis dahin noch verbrennen? Und wieviele Jahre will man dann brauchen, um allein die Investitionskosten zu amortisieren? Böse Zungen würden nun fragen, ob nicht einfach ein Exit geplant ist, die Userbeiträge und –daten verkauft werden, und damit hat sich die Geschichte. Aber so böse sind wir ja nicht, und so geben auch wir uns den Träumen der harten Realität hin, dass ein Unternehmen Zeit braucht, aber nach ein paar Jahren halt doch schwarze Zahlen schreibt — insbesondere so ein User generated Content Web 2.0-Unternehmen.

Die ganze Web 2.0-Blase — sie ist herrlich anzuschauen. Irgendwie ist das alles ganz witzig, wie sich irgendwelche Wichtigtuer1 auf Podien und Kongressen gegenseitig ob der genialen Idee loben, wo normaler Mensch nur kopfschüttelnd daneben steht. Witzig auch in dem Zusammenhang, wie sich Qype selbst definiert — als Konkurrenz zu Google. Auch für ihn heißt der Hauptkonkurrent Google. […] Hier heißt die Devise zurzeit: Alle gegen Google. Natürlich ist man Mitbewerber von Google, so als Global Player am Gänsemarkt.2

Man mag mich korrigieren — aber zum erfolgreichen Führen eines Unternehmens gehört auch, das eigene Unternehmen korrekt einzuschätzen, und wenn man sich da bei Qype als Mitbewerber von Google positionieren möchte, wirkt das nicht wirklich so. Aber hey, ich bin Außenstehender, ich kenne da nicht die Internas, man mag es mir nachsehen, wenn ich da falsch liege. Auch mag man mir nachsehen, wenn ich da dann die Frage nach dem Rückgrat stelle, wenn ich lese, dass man mit Google gemeinsame Sache macht. Ja was denn nun liebe Leute?

Ich weiß nicht, was da zur Zeit in den Medien los ist, aber auch die SZ nimmt sich den Web 2.0-Hype vor, und fragt nach den Zahlen der Web 2.0-Unternehmen — besser gesagt, nach den schwarzen Zahlen. Wenn man sie gefunden hat, mag man mir bescheid geben, aber wahrscheinlich suchen sie die Ostereier des Webs noch, wenn wir über Web 5.0 schreiben — und das ist auch gut so, liebe Leserinnen und Leser, denn sonst hätte ich nur halb so viel zu lachen im WWW. 😀

  1. Und bevor jetzt irgendwer wieder anfängt zu heulen, damit ist niemand bestimmtes angesprochen. []
  2. Konkurrenz zuGoogle ist immer gut, aber Qype, ich bitte Euch… []

Eine Antwort zu “Qype und die Sache mit dem Geldverdienen im Web 2.0”

  1. Marnem sagt:

    Hmm, Web2.0 und Medien sind ein komisches Geflecht. Einerseits ist Web2.0 natürlich der Feind der klassischen medien, denn schließlich wildert das Web2.0 im Hausgarten der alten Medien. Andererseits lässt sich über Web2.0 Unternehmen immer mindestens zwei mal schreiben: Einmal beim hochloben und das zweite mal um die Niedergang zu beschreiben. Allerdings werden gerade bei Qype nach der Abmahngeschichte die beiden Artikel sehr eng beieinander liegen…

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