Quotenlinke

Warum die Linken aka SPD und Co nicht taugen, die Überlinken, gemeinhin als Linkspartei verschrien, mehr machtgeil/etabliert, denn irgendwie Links sind und die wirklichen Marxisten bzw. echten Linken sich überhaupt nicht an einer Regierung in dieser Zusammensetzung beteiligen können. Das wird recht griffig in einem schönen Artikel der Jungen Welt erläutert. Die Ergänzung in puncto den Quoten-Linken der SPD, stammt von mir, indirekt trifft der Artikel der Jungen Welt natürlich auch diese … irgendwie jedenfalls 😉


Wichtige Aspekte einer Strategie der Stärkung und Schaffung von Gegenmacht sind kämpferische Gewerkschaften, die in der Auseinandersetzung mit dem Kapital das Klassenbewußtsein der abhängig Arbeitenden reaktivieren. Unumgänglich ist es zu erreichen, daß die antikapitalistische Linke ihren bisher geringen Einfluß in den Medien deutlich ausbaut und überhaupt wieder eine geistig-kulturelle Kraft darstellt. Ganz wesentlich wird der Erfolg einer Gegenmachtstrategie davon abhängen, ob und inwieweit es gelingt, marxistisches Denken und soziale Bewegungen zusammenzuführen und »Kristallisationskerne von Klassenbewußtsein« (Wolfgang Abendroth) zu entwickeln: mit der Perspektive einer marxistischen Partei der antikapitalistischen Linken mit Masseneinfluß.

Quelle: Junge Welt

Die Aussage, auf die sich JW bezieht, stammt übrigens von Ekkehard Lieberam. Lieberam ist Rechts– und Politikwissenschaftler sowie Sprecher des Marxistischen Forums Sachsen in und bei der Linkspartei.

4 Antworten zu “Quotenlinke”

  1. Grainger sagt:

    Jetzt mal ehrlich:

    Der Marxistische Dialog erscheint mir wie ein Debattierclub von abgehobenen Theoretikern, die schon lange jeglichen Bezug zur Realität verloren haben und für die sich sowieso keiner interessiert.

    Nach jahrzehntelangen Streitigkeiten über grundlegende Positionen der marxistischen Theorie …

    Das sagt doch schon alles.

  2. Oli sagt:

    Schlägt man jedoch nur geistlos los sieht man auch was dabei herauskommt … französische Revolution, Oktoberrevolution etc. Viel heiße Luft, viel Blut … dekadente Systeme im Nachhinein. Gut Ding will eben Weile haben.
    Vordenker müssen zudem nicht immer unbedingt die sein, die aktiv in vorderster Front zu finden sind.

  3. Grainger sagt:

    Nun, nach jahrzehntelangem Vorbereiten und Vordenken wäre es vielleicht auch irgendwann mal an der Zeit dem ganzen Taten folgen zu lassen.

    Der Torten sind genug gewechselt, lasst mich nun Braten sehen!

    Oder so ähnlich … :D)

    Sorry, aber selbsternannte Experten die am grünen Tisch (und vermutlich aus der gesicherten Anstellung als Beamte heraus) kluge Sprüche von sich geben, alles besser wissen und außerdem allen anderen am liebsten vorschreiben wollen wie sie ihr Leben führen sollen haben wir auch jetzt schon mehr als genug, dazu brauche ich einen Marxistischen Dialog doch nicht.

    Und Dummschwätzer bieten die etablierten Parteien auch ausreichend, also ebenfalls keine Marktlücke für die Marxisten.

    Der Marxismus ist in allen seinen real existierenden Ausprägungen ja noch kläglicher gescheitert als es der Kapitalismus bzw. die sog. Soziale Marktwirtschaft sicherlich auch noch tun werden, rein theoretisch mag die reine Lehre des Marxismus die ideale Form menschlichen Zusammenlebens sein, aber er wird immer am ebenfalls real existierenden menschlichen Egoismus (nicht zuletzt an dem seiner Vordenker und politischen Führer) scheitern.

    Und theoretisch mag vieles funktionieren, leider leben wir aber nicht in einer theoretischen Welt sondern müssen uns mit den real existierenden praktischen Unzulänglichkeiten arrangieren, diese schlichtweg zu leugnen oder einfach zu ignorieren (Vogel-Strauss-Taktik) funktioniert unabhängig von der Regierungsform dauerhaft nicht.

  4. Oli sagt:

    Sicherlich ist es eine Theorie und wie in jeder Theorie ist es möglich Teile davon zu übernehmen, die in die Realität passen. Marx war auch kein Aktivist, sondern ein Vordenker, er gab Anreize bzw. seine These vom «richtigen Weg». Ob man das alles exakt Wort für Wort auslegt oder gar eine Parodie daraus erschafft, wie in vielen kommunistischen Regimen, das ist eine ganz andere Sache.
    Die Tatsache ist, das viele intelligente Ideen geliefert werden, Denkansätze etc. Diverse Philosophen beeinflußten das heutige Denken und niemand lebte das Gesagte Wort für Wort aus — das wäre auch Blödsinn.
    Insofern ist dein Ansatz, den Nutzen derlei Theorien umzusetzen der gänzlich falsche.

    Die theoretische und die reale Welt ergänzen sich oft genug, wobei ich aber davon ausgehe das mehr nützliche Ansätze aus der Theorie entstammen, denn der Praxis. Try and error mag zwar funktionieren, aber auf lange Sicht ist Vordenken gefragt — insofern scheitert auch die praktische Politik.

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