Quo vadis Deutschland?

Wohin geht Deutschland bzw. seine Führer? Abseits vom asozialen Gebaren unserer Gesellschaft und auch unserer Politiker macht sich wieder großer Fremdenhaß breit. Fremdenhaß der Deutschland keineswegs fremd ist und auch nie wirklich ausgemerzt wurde. Mittels demokratiefeindlicher Tiraden die den globalen, omnipotenten Terror als Drohkulisse in Deutschland etablieren, geht auch indirekt ein massive Hetze gegenüber Mitbürgern anderer Nationen einher. Folgert man die absichtliche Fahrlässigkeit bei Überwachung und Gängelung mittels demokratiefeindlicher Maßnahmen allgemein, so muß man auch die Fremdenfeindlichkeit in einem Atemzug tadeln.

Die Ingredienzien dieser Drohkulisse sind wie üblich vage Formulierungen, gepaart mit oberflächlichem Aktionismus. Beides gereicht zur Furcht vor dem Terror, beides gereicht zur Durchsetzung machterhaltender Maßnahmen, beides gereicht dazu, um die Angst vor und auch gleichzeitige Wut auf ausländische Mitbürger zu schüren. Denn nicht griffige Botschaften gen Volk, triggern in der Regel ob ihres verkürzenden Charakters eben jene Charakteristiken die Deutschland in der Welt berüchtigt machten.

Deutschland muß geschützt werden, Freiheit muß geschützt werden — mit allen Mitteln? Auch vielleicht mittels eines einhergehenden Kollateralschadens? Ein Begriff der durch asoziale Vertreter der Menschheit, die ihre Mitmenschen als Nummern betrachten, salonfähig gemacht wurde. Ein Kollateralschaden, der Bürger wieder einmal unfrei werden läßt, um ihres Schutzes willen? Ein Kollateralschaden der ausländische Mitbürger, ob ihrer Andersartigkeit, wieder einmal zum Sündenbock macht, zum Sündenbock einer Gesellschaft die es bis heute nicht verstanden hat Freiheit zu leben, Freiheit zu schützen, indem man Freiheit lebt und anderen mutig eben diese Freiheit feilbietet?

Was sind 60 Jahre? Kann man sich anhand von ein paar Jahrzehnten freikaufen vom Tod Millionen von Menschen? Kann man sich reinwaschen vom Mord an Großeltern, Müttern, Vätern, Kindern, auseinandergerissenen Familien, dahingemordet auf brutalste Art und Weise, teils vor den Augen ihrer noch heute lebenden Verwandtschaft? Es ist genug, ich kanns nicht mehr hören. — was kann man nicht mehr hören? Die paar Themenfetzen im Geschichtsunterricht oder die Knoppschen Kriegsstories im ZDF? Wo ist denn die tatsächliche Beschäftigung des Einzelnen mit dieser Sache, die Beschäftigung warum der Fremdenhaß, der immer und überall vorherrschte, in Deutschland diesen perversen Höhepunkt fand? Wo ist die oft postulierte Verantwortung unserer Politversager? Bis heute müssen Sklaven deutscher Firmen des dritten Reiches, den Erben dieser vor dem Kadi den Kampf ansagen.

Man hat die Nase voll davon, man möchte nicht mehr in der Büßerrolle gesehen werden. Aber man legte doch noch nie das Büßergewand an, man betrachtete es allenfalls, stattdessen konnten die Rechten in den 60ern(!) nochmal in der BRD Fuß fassen und auch in den 80ern in Bayern kam nichts Gutes daher, selbst in der EU konnten sich letztere etablieren. Deutschland hat Fremdenhaß und Feinden der Freiheit noch nie den Kampf angesagt. Man begab sich stattdessen immer auf einen Schlingerkurs, auf einen Schlingerkurs der Halbwahrheiten, der Ausflüchte und mutiert mehr und mehr zu einem menschenverachtenden System. Der Rechtspopulismus führender Politiker ist offenbar und dennoch erhebt sich Volkes Stimme nicht dagegen. Die eigentliche Macht im Land schweigt und gibt sich wie sooft dem Schreibtischtätertum hin.

Das ist arm, sehr arm. Deutschland muß nicht zu Kreuze kriechen, jedoch sollte sich Deutschland seiner Verantwortung bewußt sein gegenüber Frieden und Freiheit. Deutschland müßte die führende Rolle gegenüber der Beseitung des Fremdenhasses einnehmen und quasi zum Friedensapostel par excellence gereichen, zwei angefangene Weltkriege wären Grund genug.

Stattdessen hetzt man, lügt man, führt das Volk an der Nase herum, errichtet eine Drohkulisse, tolleriert indirekt Fremdenfeindlichkeit und schwimmt sogar am rechten Ufer mit, wenns dem Wählerfang gereicht. Wohin soll das führen? In eine düstere Zukunft. Deutschland hat nie wirklich gebüßt, sich nie wirklich mit der Materie beschäftigt, hat sich nie hervorgetan als Vorreiter gegen dieses unmenschliche Verhalten. Ist Deutschland ein Land der Feiglinge, der Duckmäuser, der Mitläufer? Stolz war man auf Deutschland zu Zeiten der WM und wehe dem der dies tadelte. Könnte man auch nicht stolz auf ein Deutschland sein, das anderen mutig echte Freiheit vorlebt und in dem verschiedene Kulturen nebeneinander in Eintracht existieren können?

Sicherlich ein nobler Traum, einige werden diesen vielleicht auch als naiv bezeichnen. Aber was wäre so falsch daran sich diesem stetig anzunähern, anstatt aus Deutschland ein Land der Oberflächlichkeiten zu machen, das noch nicht einmal mehr die Bedeutung der postulieren Worthülsen, Multikulti, Freiheit, Demokratie im Ansatz mit Inhalt zu füllen vermag?

Nichts wäre falsch daran, doch wie immer gilt: homo homini lupus. Anstatt auch nur einen Schritt in die richtige Richtung zu tätigen, ergibt man sich den immer gleichen Ausreden und sucht sich behände den nächstbesten Sündenbock. Problemlösung a la Deutschland. o tempora, o mores

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