quel malheur

Als mir anno 1992 ein guter Freund von den Vorzügen seines monochromen Tintenstrahlers Marke Olivetti vorschwärmte, da war ich hin und weg. Das Schriftbild und die kaum vorhandene Lautstärke erschienen gegenüber meinem Panasonic 24 Nadler einfach göttlich, vice versa standen die damaligen Preise für diese irdische Glückseligkeit dem Anspruch in nichts nach.

Die Nadler gingen, die Strahler kamen — immer mehr davon, Legionen standen bereit, um die Börse des willigen Konsumenten zu buhlen. Und Anfangs herrschte auch überall eitel Sonnenschein im Tintenstrahlerland — angemessene Qualität, zu angemessenen Preisen. Doch oh Schreck, der Mainstream machte sich auch dort breit, die Preise purzelten, die Qualität hielt … noch. Mit der Zeit jedoch purzelte auch die Qualität, ja sie bröckelte gar regelrecht vor sich hin — denn noch niedrigere Preise wurden gefordert und die Industrie gab nach. Grausame Halbwertszeiten etablierten sich und verlustig gegangene Margen kompensierte man mit proprietären Zusätzen in Form von Tinte.

Heute gibt man sich einzig der Hoffnung hin, vielleicht hält eben dieser Kauf was er verspricht, übersteht u.U. gar die Garantiezeit ohne Makel. Mit dieser Hoffnung gewappnet springt man von Marke zu Marke, gibt sich einer Gralssuche hin, wohlwissend das eben diese Suche vergeblich ist. Canon, HP, Epson und wie sie alle heißen starben in den letzten Jahren vor sich hin. Ja anfänglich da war alles anders und die Arbeitstiere aus dem Hause HP berühmt … doch heute?

Just ließ mich ein zweijähriger HP Photosmart in größter drucktechnischer Not im Stich — gen Limbus mit ihm und später ins reinigende Fegefeuer — Murphy’s Law läßt grüßen. Vor genau zwei Jahren war es ebenfalls ein zweijähriger Kandidat, Marke Canon Pixma — eine wirkliche Größe, aber ach der Geist war willig und das Netzteil segnete mit allerlei Bohei das Zeitliche. Heute, in der Stunde größter drucktechnischer Not, da ist es wieder einer dieser Pixmas. Genauer gesagt ein Canon Pixma 4600 — ich bin gespannt wie lange dieser hält.

Tja und Kollege Laser? Nun es gibt drucktechnische Anforderungen abseits von Bildern, die kann ein monochromer Laser nur ungenügend erfüllen, zudem war ein adäquater Gebrauchter nicht umgehend verfügbar. Der letzte hier genutzte war keinesfalls eine Wucht, auch in jenen Gefilden schlug der Mainstream gnadenlos zu, und das gebrauchte Prachtexemplar mit allerlei Emulationen etc. pp. schob man vor sich her … weil, der eine tut es ja noch.

Kurzum, das Arbeitstier Laser findet bald eine neue Heimat, der Tintenstrahler erfüllt bis dahin noch seinen Zweck 😉

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8 Antworten zu “quel malheur”

  1. Anonymous sagt:

    Um das Geld hättest du dir wahrscheinlich schon einen HP OfficeJet K5400 kaufen können.

    Ich hatte bisher keine gröberen Probleme, da er für etwas höhere als «normale» Druckaufkommen ausgelegt ist. (>1000 Seiten / Woche)

  2. Oliver sagt:

    Tja den HP zuvor gabs auch nicht geschenkt und da ich von allen Tintenstrahlern nicht viel halte, mußte zumindest eine andere Marke als Folgemodell herhalten — aber mehr per Zufall. Es hätte auch ein Epson sein können.

  3. Seraphyn sagt:

    Tja, ich habe zwar einen Laser, aber für Code und einiges andere wird ein netter alter Star LC24-200 bemüht. Da mein anderer Nadler aus vergangenen Zeiten genau jene seglich gesegnet hatte, habe ich mir den vor 4 Jahren auf einen Flomarkt gekauft. Und wie Du sagst, damals war die Qualität wirklich gut. Leider ist mein Okipage Laser irgendwann auch gestorben. Und ich kenne das Mainstreamproblem sehr Gut.…
    Gruss

  4. Anonymous sagt:

    Mein Kyocera FS-3400 ist 15 Jahre alt und funktioniert einwandfrei. Davor hatte ich einen DM292.

  5. Grainger sagt:

    Ich habe ein eher niedriges Druckaufkommen und benötige fast nie Farbdruck.

    Bei den Tintenspritzern hatte ich permanent damit zu kämpfen, das die Druckköpfe eingetrocknet waren. Das ging mir irgendwann mal dermaßen auf den Keks, dass ich mir vor ein paar Jahren einen Laserdrucker hingestellt habe (das damalige Mainstream-Modell von Brother).

    Und der versieht bis heute klaglos seinen Dienst (übrigens immer noch mit der ersten Tonerkartusche, was wohl verdeutlicht, wie niedrig mein Druckaufkommen tatsächlich ist).

  6. Niklas sagt:

    Kann nicht klagen — mein Epson Stylus Color 740 wird im Herbst 10 Jahre alt.

  7. Oliver sagt:

    Vor 10 oder mehr Jahren klagte ich auch nicht, erst zunehmend in «letzter Zeit» — siehe obiger Text unterhalb von «quel malheur».

  8. […] schon desöfteren Raum und Redundanz macht sich allmählich breit, dennoch … meine neueste Errungenschaft bietet sich geradezu diesbezüglich […]

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