Qualitätsjournalisten decken dank der Jusos neuen Skandal um Jürgen Rüttgers auf

Deutschen Qualitätsjournalisten ist heute ein sensationeller Scoop gelungen. Auf allen Kanälen schallt uns entgegen: Jürgen Rüttgers beleidigt Rumänen. Endlich wird dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen die Maske heruntergerissen. Gott sei Dank gibt es noch den guten, alten Journalismus in diesem Land. Da kann man nur laut Danke in die Redaktionen dieses Landes rufen. An diesem Beispiel sieht man, dass unsere Gesellschaft, dieses Land nicht auf den guten, alten und so immens wichtigen Journalismus nicht verzichten kann. Für diese hochqualitative Arbeit würden die Menschen sogar bezahlen, da bin ich mir ganz sicher! Ich bin wirklich ergriffen ob dieser investigativen Leistung.

Dabei fällt mir ein, wo habe ich nur dieses Video schon einmal gesehen? Beim SPIEGEL? Beim STERN? Bei der SZ? Bei der ZEIT? Nein, bei Malte. Vor 7 Tagen, im Netz eine gefühlte Ewigkeit und schon lange wieder vergessen. Bis, ja bis unseren Qualitätsjournalisten dieser sensationelle Scoop gelungen ist…

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8 Antworten zu “Qualitätsjournalisten decken dank der Jusos neuen Skandal um Jürgen Rüttgers auf”

  1. Oliver sagt:

    Na immerhin und das an nem Freitag. Haben die MItarbeiter wohl im Netz gesurft und diese Perle ausgegraben. Und die Verzögerung läßt sich auch damit erklären, dass die Meldung nicht über den Standard-PR-Ticker des Wahrheitsministeriums rein kam… :-/

    Und wie werden die Konsequenzen aussehen?! Na?! Weiss es wer? Genau. Konsequenzen gibt es nicht. Ist doch alles nur ein Versehen gewesen und ausserdem ist doch auch gerade Wahlkampf! Da sitzt man so etwas lieber aus. Todschweigen sozusagen. Ausser es hat ein Vertreter einer anderen Partei gesagt…

  2. Knuddelbacke sagt:

    Die von NRW– Ministerpräsident Rüttgers (CDU) geäußerten ausländerfeindlichen Verbalattacken gegen Rumänen haben die Bestsellerautoren Marita Vollborn und Vlad Georgescu dazu veranlasst, alle in Deutschland lebenden Migranten zum Boykott der CDU bei den kommenden Bundestagswahlen aufzurufen.

    Dem kann man nur beipflichten Bravo!!!
    Rüttgers GAU: Bestsellerautoren rufen Migranten zum CDU-Boykott auf

  3. Chris sagt:

    Wenn man diesen Text nicht als Ironie erkennt, dann nehme ich mir die Arroganz heraus zu sagen, man ist nicht intelligent genug für F!XMBR. Vielleicht sollte der eine oder andere Kommentator vielleicht mal seine eigene Augenkrebs-Seite überarbeiten, anstatt das Netz mit Spam-Kommentaren zu verseuchen…

  4. Prospero sagt:

    Wir brauchen einfach einen neuen Journalismus — nein, nicht einfach Journalimus 2.0, generell müsste man überdenken ob das, was gelehrt wird noch mit dem übereinstimmt was praktiziert wird. Momentan: Eher nicht. Online ist halt das Schmuddelkind, Print das Kind aus gutem Haus — allenfalls trifft man sich mal auf dem Spielplatz aber wenn, dann auch nur gezwungen.

    Journalisten könnten weitaus flexibler und offen gegenüber ihren Infoquellen sein — sie sind es nicht. Das ist schade. Na ja, hab halt ich den Spaß und das Vergnügen… :-)

  5. John Dean sagt:

    Das späte Abkupfern von Internet-Inhalten ist die neue Form von Investigativjournalismus, der sogenannten Qualitätsmedien. Aber nun, dass ist die schöne neue Medienwirklichkeit: Interviews erfolgen überwiegend mit abgestimmten Gefälligkeitsfragen, und die Zeit reicht gerade so eben, um eine Agenturmeldung sachte und nach Art des Hauses umzuschreiben. Man kann es sich in den Redaktionen nicht erlauben, einen der wenigen politischen Journalisten ein Dutzend Wahlkampfveranstaltungen besuchen zu lassen — und das auch noch in kritischer Haltung. Das ist zu teuer. Wer im «News»-Bereich tätig ist, der muss vor allem fix sein — und oberflächlich.

    Hinhören darauf, was so ein Politiker in öffentlichen Veranstaltungen sagt, das gehört nicht dazu. Wozu gibt es Emails und von PR-Arschenturen fein abgewogene, locker herunterladbare Stellungnahmen?

    Aber, einen Ausweg daraus habe ich auch nicht. Man kann nur hoffen, dass Journalisten wie Strunz (N24 — «was erlauben Strunz») sich vermehren, dass es einen Trend für Qualität und Sorgfalt gibt. Die sinkenden Anzeigenumsätze der Printmedien lassen eher das Gegenteil erwarten.

  6. Chris sagt:

    Ich hoffe nicht, dass sich solche Typen wie Strunz vermehren. Nur weil er Glück hatte, und Kubicki sich verplattert hatte, bleibt er doch Springer-Vasalle…

  7. John Dean sagt:

    Ich finde Strunz ziemlich klasse.

    Den FDP-Heini hat er in Sachen Steuerdemagogie 1A auseinander genommen. Als Broder und irgendein merkwürdiger Anmelder einer «revolutionären» 1-Mai-Demo bei ihm saßen, fand ich ihn auch ziemlich gut, trotz ziemlich schwieriger Besucher. Er bohrt nach. Er bereitet sich vor. Er ist nicht blöd und auf eine angenehme Weise schlagfertig. Und, auch das finde ich nicht verkehrt, er gibt dabei weder den uninformierten, verständnisvoll dauergrinsenden Schleimer (das dt. Standardmodell eines TV-Moderators) noch den Erbarmungslosen, wie das z.B. von diesem (ehemaligen…) CDU-Kokser veranstaltet wird. Man kommt als Zuschauer aus seinen Sendungen mitunter schlauer heraus, als man hinein gekommen ist, und seine Gäste verlieren, trotz teils harter Fragen, niemals ihre Würde.

    Wie gesagt: Was ich bisher gesehen habe, das hat mir gefallen. Sein Vorleben bei Springer würde ich nicht überbewerten — es ist nicht so, dass der Weg als Journalist in die Berufswelt auf Rosen gebettet ist oder von allzuviel Alternativoptionen begleitet ist. Bislang jedenfalls habe ich von ihm in seiner Springerphase noch nichts entdecken können, wo man sich fremdschämen müsste.

    Im Übrigen hat der neue Wirtschaftschef von SpOn ebenfalls ein Vorleben bei Springer — und ist ziemlich klasse. Die Wirtschaftsredaktion des SpOn hat die Polit-Redaktion weit links überholt (schon gemerkt?), und mischt den Laden auch intern gut auf. Es ist nicht alles schlecht, was von Springer kommt…

  8. […] könne doch nicht ernsthaft Rüttgers mit wirklichen Hetzern vergleichen und überhaupt. Als dann einige Tage später der Spiegel darüber berichtete, beeilte man sich dort, hinzuzufügen, Rüttgers habe die Sätze ganz anders […]

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