Postcard licence?

Oli schon länger tiefergehend, ich mittlerweile auch — wir beide denken über verschiedene Lizenzmodelle nach. GPL ist crap — da sind wir uns einig. Und auch die CC-Lizenz bringt Probleme mit sich, wenn man z. B. Fremdinhalte verwendet, kann das böse enden. Das ganze Lizenz-Gedöns ist einfach mal scheiße. Im Prinzip hat man nur 2 Möglichkeiten:

  1. Man pocht auf das eigene Urheberrecht, und in den Artikeln, in denen man Fremdinhalte verwendet, verwendet man die jeweilige Lizenz.
  2. Man stellt alles frei, und in den Artikeln, in denen man Fremdinhalte verwendet, verwendet man eben die jeweilige Lizenz.

Alles andere führt zwangsläufig zu Inkompatibilität. Wir freunden uns hier gerade mit der 2. Lösung an — mit einer kleinen Einschränkung: Neben der Namensnennung, die sowieso gesetzlich vorgeschrieben ist, sollen die, die unsere Werke verwenden, uns eine Postkarte schicken. :)

Fein, oder?

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14 Antworten zu “Postcard licence?”

  1. Musikdieb sagt:

    Super Idee! Nee echt. Die Option habe ich insgeheim auch schon vermisst bei den verschiedenen Lizenzen.

    Aber bei einem Blog? Muss man dann jedesmal eine Postkarte schicken, wenn man ein längeres Zitat von euch bringt? Reicht da nicht auch ne Mail? 😉

  2. itti sagt:

    ich wär für beerlicence 😀

  3. Oliver sagt:

    Aber bei einem Blog? Muss man dann jedesmal eine Postkarte schicken, wenn man ein längeres Zitat von euch bringt?

    Wenn man weiß was ein Zitat ist und was nicht, nein dann eigentlich nicht.

  4. Oliver sagt:

    @itti ohne Alkohol zu konsumieren ist die recht sinnfrei, ich jedoch nutze auf dem auswärtigen Blog die COFFEE-WARE-License 😉

  5. meillo sagt:

    … nur ein Problem:

    siehe dazu Wikipedia — Debian Free Software Guidelines

    «Desert Island»-Test
    und «Chinese Dissident»-Test

  6. Musikdieb sagt:

    Wenn man weiß was ein Zitat ist und was nicht, nein dann eigentlich nicht.

    Ok, ich habe mich was unscharf ausgedrückt und zwei Fragestellungen in einen Satz gepackt.

    Zum einen meine ich so Sachen wie: Es ist doch in der Blogsphäre üblich, ein oder zwei Sätze mit der Kernaussage aus einem Posting zu zitieren und dann zum ausführlichen Lesen auf das Posting zu verlinken. Jetzt kann man sich nach meinen bisherigen Informationen über das Zitatrecht darüber streiten, ob das ein Zitat ist. Da gibt eine freie Lizenz halt ein Stück mehr Sicherheit.

    Zum anderen meinte ich, ob es nicht wirklich reicht, ne Mail zu schicken. Um den ?Desert Island?-Test und den ?Chinese Dissident?-Test zu bestehen, könnte man dann ja sagen, dass nur bei kommerzieller Verwendung ne Nachricht geschickt werden muss.

    So eine Lizenz fände ich echt nicht schlecht. :-)

  7. Oliver sagt:

    Zum einen meine ich so Sachen wie: Es ist doch in der Blogsphäre üblich, ein oder zwei Sätze mit der Kernaussage aus einem Posting zu zitieren und dann zum ausführlichen Lesen auf das Posting zu verlinken.

    2–3 Sätze, Link und Smilie als Eigenleistung wäre nach Zitatrecht unbestreitbar keines, da es in keinem Verhältnis zur Eigenleistung steht. Verwende ich desöfteren Zitate von kommerziellen Online-Magazinen — würde ich mir ganz gewaltig gedanken machen, schwenken diese denn mal um in ihrer Gesinnung, wirds gefährlich.
    Im übrigen, wenn man sich nicht sicher ist, schreibt man die jeweiligen Magazine an. Chris schrieb da mal vor langer Zeit auch Heise an, ich glaube das war noch zu Forenzeiten und die eingeräumten Rechte diesbezüglich sind recht knapp bemessen, wie auch im eigentlichen Gesetzestext.
    Man kann ja … es interessiert ja keinen … nicht kommerziell usw. alles schön und gut, aber man arbeitet in einer Grauzone. Wenn jemand etwas einfordert, könnten viele dafür bluten.

    Da gibt eine freie Lizenz halt ein Stück mehr Sicherheit.

    Welche denn im Falle der CC? Auf dem einem Block ist die CC derart das ich Texte z.B. nur ganz oder gar nicht kopieren darf — kommt öfters vor als man denkt, ergo keine Veränderung.
    Dann kommt hier wiederum das Zitatrecht ins Spiel und das Verhältnis von Eigenleistung und Größe des untergebrachten Zitats. Und das Gros der Blogger liest die Lizenz nicht einmal, da man erst einmal alles «so» verwendet und beim Stempel CC ohnehin an «immer frei» glaubt. Dabei bietet gerade die CC diverse Möglichkeiten von profaner Namensnennung bis starkem copyleft. Imo schrott und dafür kann sich wahrscheinlich auch nur irgendeine Anwalt begeistern, ein normaler Mensch der im Sinne von *frei* denkt, schüttelt da nur den Kopf.

  8. Musikdieb sagt:

    2–3 Sätze, Link und Smilie als Eigenleistung wäre nach Zitatrecht unbestreitbar keines, da es in keinem Verhältnis zur Eigenleistung steht.

    Ich vermute mal, dass das die gängige Auffassung ist. Genau das meinte ich ja. Aber könnte man sich nicht auf den Standpunkt stellen, dass ein Blog ein «Gesamtwerk» ist, welches als solches schon mal selber ein urheberrechtlich relevantes Werk ist und dass der Zitierzweck die Untermalung der Kernaussagen des Blogs ist? Naja, ist nur Spekulation, aber ich finde, das zeigt die Schwachstellen bei der Geschichte im Medium Internet, welches im Gegensatz zu bisherigen Medien nicht linear und wesentlich vielseitiger ist…

    Grundsätzlich gebe ich dir völlig recht, da blicken wirklich nur noch Juristen durch oder Leute, die sich jahrelang mit dem Thema befassen, auch bei den freien Lizenzen…

  9. Falk sagt:

    Ich vermute mal, dass das die gängige Auffassung ist.

    Nicht nur gängige Auffassung, sondern hierzulande auch so im Urheberrecht verankert. Deswegen sind ja die meisten Zitate in Blogs eben keine, weil eben nur zitiert und sonst nichts weiter geschrieben wird. Klar gilt dann, wo kein Kläger, da auch kein Richter. Aber es gibt da auch weniger nette Mitmenschen, die dir aus Sowas schnell einen Strick drehen.

    Und Oli sagts richtig, nicht alles, wo CC draufsteht, lässt sich bedenkenlos in Zitatform verwenden, eben weil meist die Bearbeitung (und damit das Zitieren) untersagt ist. Hier hilft dann tatsächlich nur ein Nachfragen, ob und was man darf — da auch bei der CC ja noch anderweitige Nutzungen vom Urheber erlaubt werden können und dürfen.

    Und ich persönlich bin der Auffassung, solang der Urheber erkennbar ist, soll halt mit meinem Kram gemacht werden, was will. Ist mir eigentlich recht wurscht.

  10. Oliver sagt:

    Aber könnte man sich nicht auf den Standpunkt stellen, dass ein Blog ein ?Gesamtwerk? ist, welches als solches schon mal selber ein urheberrechtlich relevantes Werk ist und dass der Zitierzweck die Untermalung der Kernaussagen des Blogs ist?

    Nein das zählt gemäß Werken und ist auch klar definiert. Denn das Zitat ist ja nur als solches erlaubt, wenn die Eigenleistung erkennbar ist und diese auch im Zusammenhang mit diesem Zitat steht.
    Eine profaner Zitat-Ticker a la fortune cookies in Unices z.B. auf dem Blog wäre ergo nicht rechtlich gedeckelt.

  11. Musikdieb sagt:

    Sooo klar ist das imho nicht definiert. Im Urheberrecht ist ja nicht die Rede von Blogs. Da steht:

    § 51 Zitate

    Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe, wenn in einem durch den Zweck gebotenen Umfang

    1.
    einzelne Werke nach dem Erscheinen in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden,
    2.
    Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden,
    3.
    einzelne Stellen eines erschienenen Werkes der Musik in einem selbständigen Werk der Musik angeführt werden.

    Also hier: «[…] wenn in einem durch den Zweck gebotenen Umfang […] Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden»

    Jetzt stelle ich mir die Frage, könnte man das nicht vielleicht so auslegen: Könnte nicht das gesamte Blog als selbständiges Sprachwerk gelten und der durch den Zweck gebotene Umfang dadurch gegeben sein, dass man in dem selbständigen Sprachwerk Blog eine bestimmte Aussage vertritt, die durch das Zitat unterstützt werden soll?
    Oder kennt ihr da Urteile, die grundsätzlich solche Zitate in Blogs verboten haben? Aber vielleicht ist das auch alles spitzfindig, ich bin außerdem kein Jurist und würde es wohl auch nicht gerne darauf ankommen lassen wollen…

  12. Oliver sagt:

    Großzitate sind nur in wissenschaftlichen Arbeiten zulässig. Voraussetzung für ein Großzitat ist die bereits erfolgte Veröffentlichung (in Deutschland: das Erscheinen).

    Kleinzitate dürfen weiterreichend verwendet werden. Der Zitierzweck muss erkennbar sein. Das Zitat muss also in irgendeiner Beziehung zu der eigenen Leistung stehen, beispielsweise als Erörterungsgrundlage. Der Umfang des Zitats muss dem Zweck angemessen sein.

    Bildzitate sind rechtlich am schwierigsten zu handhaben. Bildzitate sind einerseits als Großzitate (im wissenschaftlichen Bereich) gerechtfertigt, andererseits aber nach herrschender Lehre auch als Große Kleinzitate möglich.

    Filmzitate werden als Sonderform von Bildzitaten angesehen. Allerdings ist es in der Filmbranche nicht unüblich, Parodien auf ganze Filme zu produzieren, die als eigenständige Kunstwerke angesehen und akzeptiert werden, auch wenn das parodierte Original (bei dieser Kunstform notwendigerweise) eindeutig erkennbar ist.

    http://de.wikipedia.org/w.….ki/Zitat

    Das ist zwar kein juristisches Fachblatt, aber so in etwa lernt man es auch in der Uni.

    Der Zitierzweck muss erkennbar sein.

    Dürfte wohl den Blog als «Gesamtwerk» ad absurdum führen. Bei Zeitungen zählen auch die einzelnen Artikel, sprich der jeweilige Kontext.

  13. Musikdieb sagt:

    Vom Zitierzweck habe ich eben ja auch schon gesprochen, «dass der Zitierzweck die Untermalung der Kernaussagen des Blogs ist». Aber du hast wahrscheinlich völlig recht und mit meiner Auslegung käme man nicht durch.
    Würde mich allerdings schon mal interessieren, was ein Jurist dazu sagt…

  14. Oliver sagt:

    Welche Kernaussage hast du in einem Blog? Im Grunde erst einmal keine oder es wäre ein Fachblog der z.B. nur permanent Buchrezis postet –allerdings wärst du dann wieder an dem gleichen Punkt angelangt. Der ausschlaggebende Kontext wäre nicht Buchrezi, sondern eben diese spezielle Buchrezi.
    Die Kernaussage wäre der gemeinsame Nenner, der tatsächliche Kontext, der jeweilige Artikel. Ob du überhaupt den gemeinsamen Nenner konsequent nachweisen könntest, wäre schon mehr als fraglich.

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