Post-Privacy-Fetischisten sind keine Piraten

piraten_dystopie

Liebe Piraten,

normalerweise würde ich ja ob der Realsatire, würdet Ihr die Schramm und ihr Gefolge in den Vorstand wählen, laut lachen. Ich glaube, ich hätte dann jeden Tag etwas über die Piraten und den Spackeria-Wahnsinn zu schreiben. Da kann das Leben als Blogger schon verdammt lustig sein. Doch darauf verzichte ich liebend gerne. Der Punkt ist:

Die Piraten sind als Alternative derzeit alternativlos.

Darum lasst das doch bitte mit diesen Deppen, die ihren Post-Privacy-Unsinn einzig und allein zur Selbstdarstellung und –vermarktung nutzen. Ich möchte nicht in die Situation kommen, zwischen Euch und den Grünen das kleinere Übel wählen zu müssen. Mein Kreuz würde dann zu den Grünen wandern, weil ich gerade auf kommunaler Ebene Menschen kenne, die dort als Grüne unermüdlich arbeiten und die Rest-Glaubwürdigkeit der Grünen ausmachen.

Ich habe Euch schon gelobt und viel mehr kritisiert. That’s life. Das würde ich nicht tun, würde ich nicht in Euch eine Chance sehen. Doch ihr seid gerade dabei, die Frank-Mill-Gedächtnis-Partei zu werden.

Nun könnte man argumentieren, ach der Chris wieder, Eure Umfragen sind derzeit überragend und der Einzug in den Bundestag zum Greifen nah. Stellt sich dann allerdings die Frage, ob ihr aus Überzeugung gewählt werden wollt oder als Protestpartei. Die gleichen Umfragen zeigen nämlich auch, dass die Mehrheit der Menschen Euch im Moment aus reinen Protest wählen (würden). Das hat sich nach Berlin nicht geändert, sondern manifestiert.

Ihr habt nicht mehr viele Chancen. Nutzt die, die jetzt noch da sind. Ihr habt viele gute Leute in Euren Reihen, seien es nun der ruhige, aber grandiose Martin Haase oder der lautere, aber ebenso wichtige Christopher Lauer. Lasst es mich direkt sagen:

Post-Privacy-Fetischisten sind keine Piraten.

Ich habe die Piraten anders kennengelernt und habe eigentlich gedacht, dass der Datenschutz und die informationelle Selbstbestimmung Kernanliegen der Piraten sind. Schramm und ihr Gefolge konterkarieren diese Kernanliegen. Protestwählern ist das völlig egal, wahrscheinlich gäbe es sogar ein paar Stimmen mehr, würde Schramm mit tiefen Dekolleté bei Günter Jauch sitzen — denen, die den Namen Rickard Falkvinge schon kannten, als es die Piraten in Deutschland noch nicht gab, eben nicht. Und immer daran denken: Die nächste Protestpartei ist schon in Gründung.

Es ist Eure Entscheidung, ob man Euch in Zukunft ernst nehmen kann.

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Eine Antwort zu “Post-Privacy-Fetischisten sind keine Piraten”

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