Polizeigewalt und die Reaktionen einiger Polizisten

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Nicht nur ich habe mittlerweile ein großes Unbehagen, wenn ich mehr als 2 Polizisten zusammen auf der Straße begegne. In den letzten Tagen habe ich immer mehr Kommentare gelesen, dass Polizeigewalt offenbar in unserem Land alltäglich ist. Es gibt mittlerweile mehrere Videos mit den Geschehnissen der Gewaltszenen auf der Demonstration Freiheit statt Angst 2009. Adrian hat eine Liste zusammengestellt. Und wo wir gerade bei Adrian sind — er hat hat auf die Pressemitteilung der Polizei geantwortet: Von einer massiven Störung kann also auch hier nicht gesprochen werden. Der erwähnte 37-Jährige ist wohl der Radfahrer. Sein störendes Verhalten bestand darin, nach der (in der Pressemeldung nicht erwähnten ersten Verhaftung) eine Dienstnummer zu verlangen.

John Dean ist dem nachgegangen und ist in die Tiefen eines privat betriebenen Polizeiforums gestiegen. Der Geruch, der einem dort empor steigt, ist schon mehr als schlimm. Viele Polizisten stehen offenbar nicht mit beiden Beinen innerhalb unserer Demokratie und unserer Gesellschaft. Es scheint eine Menge Cops zu geben, die der Meinung sind, sie stehen über dem Gesetz, weil sie das selbige verteidigen — und das mit allen Mitteln, die ihnen, von der Ausbildung her, körperlich, zur Verfügung stehen. Die Polizei — Dein Freund und Helfer? Aber nicht doch. Der stellvertretende Administrator stellt gleich zu Beginn klar:

die meisten halten es so wie ich und suchen sich ihre freunde selber aus.

Wie sollte auch anders sein — der Radfahrer ist natürlich schuld:

Es wurde ein Platzverweis ausgesprochen. Der Radfahrer trollte sich. Entweder verstieß er gegen die Weisung Platzverweis, oder er beleidigte, wie auch immer sollte er festgenommen werden.

Er wurde am T-Shirt gepackt, zurückgezogen, zu Boden gebracht und festgenommen. Natürlich kurz und heftig, aber die Zeit zum diskutieren war vorbei.

Und die Dienstnummer notieren zu wollen, ist selbstverständlich nicht das Recht eines Bundesbürgers, sondern Provokation:

Provokant wollte er noch ne Dienstnummer, und die aufschreiben. Das sind dumme Provokationen.

Und natürlich hat der Radfahrer Widerstand geleistet:

Widerstände jeglicher Art wurde mit einfacher körperlicher Gewalt gebrochen das dies nicht immer schön ist muss jedem klar sein, und wenn es zu so einem Gerangel kommt will ich mal einen von den Schreihälsen hier sehen der da noch absolut gezielt den Straftäter trifft

Und natürlich macht man sich um die Polizeigewalt der Kollegen lustig:

Es ist knifflig.. wer konnte damit rechnen, dass der bereits festgehaltene möchtegern-Anzeigeerstatter die Faust des Polizeibeamten mit Kopfstößen angreifen würde?

Völlig absurd — der Radfahrer hat Gewalt angewendet:

Nun, wenn du das so siehst, so sehe ich einen provokannten Radfahrer welcher nach Platzverweis rumstänkert, diesen nicht befolgt und festgenommen werden soll. Da er sich bei der Festnahme wehrt und nach Beamten tritt, wurde er mitteils körperlicher Gewalt zu Boden gebracht und fixiert.

Und ausgelacht werden die, die auf die Gewalt hinweisen, dann auch:

Ihr seid auch nicht mehr als wir und ihr habt genauso wenig eine Chance euch durchzusetzen — sonst würdet ihr nach 40 Jahren an der Macht sein und nicht immer noch auf der Straße rummrennen und heulen wenns mal auf die Nase gibt.

Und immer wieder die gleiche Leier — der Radfahrer hat provoziert:

1. jemand streitet sich mit der Polizei
2. «zufällig» filmt das jemand
3. es kommt zu einem offensichtlichen Ausraster eines Polizisten
4. «zufällig» wird das auch noch bei youtube eingestellt
Eins steht für mich fest, das blaue «T-Sirt» hat provoziert!

Ich habe wohl ein anderes Video gesehen:

Der Radler stänkert und bekommt im Prinzip sogar, was er möchte. Dann befolgt er eine Anweisung vermutlich absichtlich falsch, was nach einer Reihe Stänkereien das Faß zum überlaufen brachte und die Festnahme nach sich zog. So weit, so korrekt.

Die blutige Nase holte sich der andere junge Mann als er den festnehmenden Beamten anging und behinderte. Somit hat der Polizist mit seiner Faust eigentlich nichts weiter als Nothilfe für den Kollegen geleistet.

Selbst schuld:

Er möchte eine Dienstnummer von einem der PB haben (WARUM WILL NUR KEINER VERSTEHEN, DASS ES IN DEUTSCHLAND KEINE DIENSTNUMMERN GIBT?!?! NAME/DIENSTSTELLE reichen aus, müssen aber nicht bei jeder einfachen Sofortmaßnahme genannt werden…)

Durch einfache körperliche Gewalt wird der Radfahrer zurückgezogen und m.E. aufgrund des Nichtbefolgens des Platzverweises in Gewahrsam genommen (bzw. wird der Platzverweis mit Zwang durchgesetzt). Dass die Situation so eskaliert, liegt hier auch zum Teil am Radfahrer selbst, der sich effekthascherisch sträubt und an den Umstehenden, von denen einer entrüstet versucht, die polizeiliche Maßnahme zu stören/zu verhindern.

Respekt vor den Polizisten:

Die Leute haben einfach keinen Respekt mehr vor der Polizei. Wenn man irgendwo in Spanien oer Griechenland von einem Polizist eine Anweisung bekommt, kommt man der nach, sonst klatscht es. Von daher habe ich kein Mitleid mit dem Radfahrer.

Gewalt scheint die Regelmäßigkeit zu sein:

Ob man dem in die Fresse bolzen muss? Keine Ahnung, gibt sicherlich elegantere Möglichkeiten. Die Rechtmäßigkeit scheitert aber nicht an mangelnder Eleganz. Ich führe auch ab und an Schläge ins Gesicht aus. Das hilft nämlich meist. Da in der Sequenz sechs Mann in acht Richtungen zerrten und Ette sich scheinbar dennoch weiter sperrte…? Könnte rechtmäßig sein. Um den DA stattfindenden Widerstand zu brechen.

Man weiß sich rechtlich zu wehren:

Beim gezielten Faustschlag (unterstellt, dass der dahin zielt, wo wenig kaputt gehen kann) mit kontrollierter Kraft geht wenig kaputt. Da ist das ziehen und zerren rund um den Bänder– Wirbelsäulenapparat deutlich verletzungsriskanter. Es sieht halt — wie richtig festgestellt — ungleich beschissener aus. Dafür wirkt es halt, weil es a) nicht erwartet wird und b) vom ‘Störer’ bemerkt wird.

Beim Zerren denkt man meist: Och, mei, da ist was. Da geh ich mal die andere Richtung. Beim Faustschlag rappelt’s und man denkt sich: Ups, hoffentlich kommt nicht noch einer. Auch, wenn der nicht so heftig war.

Darum wende ich den — wie gesagt — auch desöfteren an: Der wirkt. Nur muss man es halt danach auch in der Anzeige würdigen und rechtfertigen.

Und eine Gefangenenbefreiung war es auch:

Es ist sehr aufschlussreich, wie hier aus einer offensichtlich vollkommen rechtmäßigen Ingewahrsamnahme, der anschließend versuchten gewaltsamen Gefangenenbefreiung durch den Herrn mit der Trainingsjacke ( er hat sich übrigens — wie auf den Videos sichtbar– ja zunächst nach dem Scheitern seines kriminellen Tuns vom Tatort entfernt, und er möge bitte das Rückgrat besitzen sich selbst zu stellen) ein Theaterstück inszeniert und behauptet wird, die Mitte der Gesellschaft wurde durch Polizeibrutalität getroffen.

Demonstrationen sind evil:

Das Problem ist dass die Polizei Woche für Woche den Kopf hinmalten muss, weil irgendjemand meint «demonstrieren» zu müssen.

Oder hat etwa eine korpulente Dame den Vorfall provoziert:

Bei Minute 0:48 ist zu erkennen, wie die Dame mit dem üppigen Gesäss nach der Beamtin schlägt. Diese dreht sich leicht nach rechts, sodass der Fausthieb auf deren Helm landet.

Vorausgegangen ist augenscheinlich nur ein normales Gespräch. Ich sehe hier unagemessene linke Gewalt!

Kritik wird sachlich gekontert:

In meinen Augen seid ihr richtig blöde Menschen, die einfach nichts zu tun haben, … Schreibt den Schrott doch in euren Foren und solidarisiert euch zu Bullenhassern, wie ihr wollt, aber verschwindet aus der Copzone, denn hier wird ausschließlich auf einem Niveau über Polizeiarbeit diskutiert, an das ihr nicht annähernd herankommt. Und wenn einer dieses Niveau nicht hat, dann verhält er sich auch so und ihm wird geholfen.

Meine Fresse, seid ihr ein paar Nichtsnutze in unserer Gesellschaft!

Es ist wirklich kein Wunder, wenn immer mehr Menschen Angst vor Polizisten haben? Selbstverständlich hat der Beruf des Polizisten noch ein hohes Ansehen, Oma Käthe, die zu Hause auf dem Sofa sitzt, muss keine Angst haben — wohl aber politisch engagierte Menschen. Das beweisen solche Übergriffe, aber noch viel mehr die Reaktionen der Polizisten und deren Aussagen. Sie sind offenbar der Meinung, sie verteidigen nicht Recht und Gesetz, sondern sie stehen darüber. Erschreckend.

Symbolbild: Climate Change Media Partnership || CC-Lizenz

(Rechtschreibung wie im Original)

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23 Antworten zu “Polizeigewalt und die Reaktionen einiger Polizisten”

  1. Oliver sagt:

    Also in einem Punkt muss ich dem ja zustimmen. Ich habe keinen Respekt vor einer SOLCHEN Polizei. Den heb ich mir dann doch lieber für Leute auf, die ihn auch verdienen.

  2. Anonymous sagt:

    Wir waren kurzzeitig zwischen dem schwarzen Block und den sich einreihenden Polizisten. Mir war unwohl und wir haben uns aus der Demo verabschiedet!
    Heute habe ich ein Video gesehen und einen wiedererkannt. der hat bei einer Festnahme ordentlich zugehauen!

    Manchmal hat man es im Urin, wenns stinkt!

    Ganz Übel ist die Aktion mit dem Mann im Rollstuhl!

  3. Chris sagt:

    bezeichnend auch die Einstellung des stellv. Admins:

    «Es gibt in diesem Forum Gute und Böse. Wer die Bösen sind, entscheiden die Guten.»

    *kopfschüttel*

  4. […] an der Dienstkleidung tragen durften. Nur um zuletzt zugeben zu müssen, dass nahezu keiner der Polizisten da mitmachte. Die Zahl der “Vorkommnisse” stieg eher als dass sie sank. Nach einem […]

  5. phoibos sagt:

    um mal etwas querzutreiben: ich halte derartiges fehlverhalten für ein symptom, dessen ursachen bekämpft werden müssen. wenn ich mir angucke, was die jungs in grün von diesem radfahrersabbelfuzzi ertragen müssen…

    wir brauchen eine bessere bezahlung und mehr freizeit, bessere ausbildung und vor allem eine bessere betreuung der polizisten. ich kann mir gut vorstellen, dass gerade am letzteren gespart wird… ein guter polizist ist er dann, wenn er ausgeglichen ist — dummerweise scheinen mir grad die pooligans vom schwarzen block dieses nicht zu sein.

    ciao
    phoibos

  6. Max sagt:

    Interessant ist immerhin das es einer der Forenposter, es schafft klar zu stellen des in Deutschlandland keine Dienstnummer gibt, und man stattdessen nach Name und Dienststelle fragen sollte.
    Den Namen und die Dienstelle müssen die Polizisten nennen, solange es die Situation zu lässt.

    Anstonsten konnte in dem zum Zeitpunkt meines Lesens 13 Seiten langen Thread kein Polizist dazu durchzuringen zu sagen: «Das sieht nach einer Überreaktion aus.» Aber keine Sorge, es ist alles in Ordnung, da den CopZone-Polizisten Corpsgeist natürlich ebenfalls nie Untergekommen ist.

  7. Anonymous sagt:

    Ich bin Polizeibeamter und habe mir dieses Video ebenfalls angesehen und mit meinen Kollegen darüber diskutiert. Die Äußerungen im Forum bei Copzone kann ich nicht nachvollziehen und möchte ich auch nicht bewerten. Wir sind jedenfalls zu dem Schluss gekommen, dass diese Aktion sinnlos war, da es nach außen den Anschein hatte, als wolle sich der Radfahrer entfernen. Allerdings ist die Gefahr einer falschen Bewertung der Situation bei einem solchen Video auch nicht zu vernachlässigen, da dieses Video nur eine Momentaufnahme darstellt und für eine vernünftige Bewertung auch die vorhergehenden Geschehnisse bekannt sein müssen. Auf jeden Fall bedarf dieser Vorfall einer lückenlosen Aufklärung.

  8. Anonymous sagt:

    >Auf jeden Fall bedarf dieser Vorfall einer lückenlosen Aufklärung.

    Warum sind die Notizen des Radfahrers verschwunden?
    An eine lückenlose Aufkärung kann ich nicht glauben.

  9. Anonymous sagt:

    «wir brauchen eine bessere bezahlung und mehr freizeit, bessere ausbildung und vor allem eine bessere betreuung der polizisten»

    Seh ich genauso. Wenn man sich schon auf die Fahne schreibt «Hüter des Gesetzes» zu sein, sollte man wenigstens die Gesetze auch kennen. Wie oft musste ich beispielsweise schon entsetzten Beamten erklären dass «Ausweispflicht» bedeutet dass ich einen gültigen Ausweis BESITZEN muss — und nicht mitführen. Zweimal wurde mir ein Ordnungswidrigkeiten Dingens angedroht — beide male wurde die Drohung nach Rücksprache mit der Dienststelle zurückgenommen. «Man lernt ja nie aus», hat einer dann gesagt…
    Den Kommentar «Und manche fangen erst garnicht an» hab ich mir dann aber doch verkniffen. Auch dass wahlloses Ausweiskontrollieren ohne Verdachtsmoment nicht geht verstehen die meisten wohl nicht. Auf die Frage warum ich mich denn nicht kontrollieren lassen will habe ich mal gewagt nur mit den Worten «Artikel 11, Grundgesetz» zu antworten. Fanden die Herrschaften gar nicht lustig…Es hieß dann: «Sie sind wohl ein ganz schlauer, ich hoffe sie haben heute nichts mehr vor, denn das hier wird sich jetzt ein wenig in die Länge ziehen.». Aber auch hier war Gott sei dank nach Rücksprache mit der Dienststelle schluss und ich konnte meinen Heimweg fortsetzen. Den Ausweis hab ich übrigens immer dabei 😉

  10. Anonymous sagt:

    Nein, ich habe keine Angst vor der Polizei. Weder vor den zweifellos vorhandenen Vernünftigen und Korrekten, noch vor diesen prügelnden Schwachköpfen. Aber ich habe auch kein Bedauern mehr, wenn einer von denen blutend am Boden liegt.

    CU

  11. Solon sagt:

    Auf dem neu aufgetauchten Video (http://www.youtube.com/wa.….Be5Kr0aQ) kann man in der 17./18. Sekunde sehen, wie ein weiterer Polizist (kleinere Statur, schwarzhaarig) einer anderen Person, die zwar lautstark redet, aber sich ansonsten ruhig verhält und bewegungslos ca. einen Meter vor dem Polizisten steht, plötzlich mit dem rechten Arm einen Fausthieb versetzt.

  12. […] Polizeigewalt und die Reaktionen einiger Polizisten » F!XMBR Man gebe den Menschen Macht und sie werden sie mißbrauchen. (tags: dafälltmirmomentankeintageinumdaseinzuordneneventuellnochinwelchkrankerweltlebenwirdenn) […]

  13. Wolle sagt:

    IHMO sind nicht alle Poster in der copzone Polizisten. Das hoffe ich jetzt einmal, im Zweifel für den/die Angeklagten. Aber manche Aussagen sind da schon faschistoid. Warum die dortigen Moderatoren nicht eingreifen, ist allerdings mehr als fragwürdig. Im anderen Kontext heißt das dann: «Man macht sich die Aussagen zu eigen.» und das sagt dann wieder einiges über copzone.

  14. Daniel sagt:

    Ich nehme an zwei Demonstrationen pro Jahr teil, die von Inhalt und Form alles andere als militanten Charakter haben.

    Jedes einzelne Mal wurde ich mit massiven Gesetzesbrüchen von Seiten der Polizei konfrontiert. Und ich möchte jetzt mal gar nicht die spektakulären Fälle nennen, oder von unberechtigter Gewalt reden. Auch die ist leider nicht so selten. Aber es fängt schon bei ganz anderen Dingen an: Die Polizei benutzt z.B. Videokameras systematisch zur Einschüchterung und ohne gesetzliche Grundlage. Das Niedersächsische Polizeigesetz erlaubt Videoaufnahmen durch die Polizei nur dann, wenn _tatsächliche Anhaltspunkte_ (Vermutung reicht nicht) dafür sprechen, dass eine _erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit_ ausgeht. In der Praxis sieht das z.B. so aus, dass sich die Beamten auch in völlig harmlosen Situationen breitbeinig und in Kampfmontur vor eine Reihe von vier ca. 14 Jahre alten Mädchen aufbauen, die ein kleineres und völlig harmloses, selbstgemaltesTransparent halten («Atomkraftwerke abschalten»), die Kamera einschalten und demonstrativ der Reihe nach direkt in die Gesichter filmen. Welche Wirkung das auf die wegen der massiven Polizeipräsenz ohnehin schon verängstigten Mädchen hatte, dürfte klar sein. Aber der Bürger hat sich das gefallen zu lassen, wir sind ja die Polizei.

    Wenn man solche Leute nach Namen und Dienststelle des Einsatz– oder Gruppenleiters fragt, demonstrativ ruhig und sachlich, wird einem die Auskunft meist auf extrem aggresive Art und Weise verweigert («Hau ab»), rechtswidrige Platzverweise erteilt und auch mal massiv gedroht. Zuletzt hörte ich ein «Wir sehen uns später noch. Sehen Sie diesen Handschuh?» (zeigt mir die geballte Faust).

    Ich notiere mir mittlerweile grundsätzlich die Uhrzeit, Kennzeichen der Fahrzeuge und die Nummer von Einheiten und lege Widerspruch ein — und das mache ich gewiss nicht gerne. Leider sehe ich keinen anderen Weg, etwas gegen die Gesetzesbrüche der Polizei zu tun. Konsquenzen für die Verantwortlichen hat das nicht, aber sie müssen den Papierkram regeln und reflektieren vielleicht mal das eigene Verhalten, auch wenn ich da nicht so recht daran glaube. Denn die sind ja die Polizei.

    Der Eindruck, der beim Bürger hinterlassen wird, ist fatal. Der Eindruck ist: Die Polizei ist euer Feind. Das kann doch auch nicht im Interesse der Polizei sein, oder?

  15. Anonymous sagt:

    Ums mal mit Plato bzw. Luvenalis zu sagen:

    «Quis custodiet ipsos custodes ?«
    «Wer passt auf die Aufpasser auf ? «
    (Stegreif Übersetzung geht sicherlich auch eleganter)

  16. Luca sagt:

    «Wer überwacht die Überwacher?» finde ich schöner.

    Ich finde, es gibt sowohl gesetzestreue Polizisten als auch Möchtegern-Cowboys. Leider sitzen erstere bevorzugt in der Strafverfolgung oder generell «höheren Positionen» (warum wohl?) und letztere werden auf Demonstranten losgelassen. Da sollte man nicht von einer Crowd reden, allerdings auch nicht pauschalisieren.

  17. Oliver sagt:

    >Leider sitzen erstere bevorzugt in der Strafverfolgung oder generell “höheren Positionen” (warum wohl?)

    Damits auch weiterhin Verschwörungstheorien fürs gemeine Volk gibt?

    >allerdings auch nicht pauschalisieren

    Exakt, das kann man beiden Seiten nicht häufig genug sagen.

  18. John Dean sagt:

    Ich habe den Eindruck, dass den Copzone– Admins der eigene Thread ziemlich fix (etwa: um 17:30 Uhr) zu heiß geworden ist. So ganz geheuer war ihnen wohl auch nicht, was ihre Stamm-Nutzer da so von sich gaben.

  19. Anonymous sagt:

    Erstaunt darüber, was Ihr auf dieser Site macht: sozusagen an vorderster Front der Volksgemeinschaft (zumindest derjenigen, die Lesen und Schreiben können) schafft Ihr es, wenigstens den einen oder anderen Kollegen aus der Copzone vom Sofa zu locken und sich zumindest mal zu äußern (wie ist erst mal egal, genauso wie man froh ist, wenn die Taliban wenigstens mal gesprächsbereit sind oder ein Autist wenigstens mal einen Ton von sich gibt). HIer entsteht offensichtlich so was wie die ersten Triebe eines gesellschaftlichen Diskurses, und das ist schon mal gut so. Was mir bisschen fehlt sind die Stimmen von Kollegen, die sich darüber klar sind, dass die ganze Geschichte gerade mal anfängt ein wenig aus dem Ruder zu laufen und man sich selbst keinen Gefallen damit tut, das «eigene Nest» sauberzuhalten, wo es doch in Wirklichkeit von den debilen Wahlbürgern finanziert wird, die anscheinend nicht mehr ganz so gleichgültig sind wie früher. Hier wäre rechtzeitig aufwachen und Grundgesetz lesen durchaus hilfreich. Auch wenn man dann vielleicht den Job aufgeben müsste… Aber klar — Rente, Kredit abzahlen, Dienstwagen und Dienstwaffe sind wichtiger.

  20. Anonymous sagt:

    Alle Verlinkungen auf Copzone.de laufen mittlerweile ins leere («Seite nicht gefunden»).

  21. Chris sagt:

    Die haben Panik…

  22. dakira sagt:

    Nachdem ich etliche Jahre lang aktiv massive Polizeigewalt mitbekommen habe regt mich Eines besonders auf. Es hat NIE Konsequenzen fuer die Taeter.

    Ob auf dem Schanzenfest munter Festbesucher und unbeteiligte Passanten verpruegelt werden (besonders beliebt der Tonfa-hieb im Vorbeilaufen), Leuten auf friedlichen Demos mit dem Tonfa das Ohr abgehauen wird oder ein alter Mann niedergeschlagen wird, weil er mit seiner 85jaehrigen Frau versehentlich in einen Kessel geriet und mit einem Regenschirm auf die Polizisten losgeht, weil diese zuvor seine Frau am Verlassen des Kessels gehindert und geschubst haben. Und die Presse schreibt natuerlich immer die Polizeimitteilungen von den boesen gewaltbereiten Demonstranten ab. Bei der Geschichte mit dem Ohr stand im Grunde fest, dass es sich um versuchten Todschlag handelte (laut Hamburger Polizeigesetz ist der Schlagstock im Kopfbereich nur einzusetzen wenn das Leib und Leben des Polizisten bedroht sind). Bestraft wurde niemand.

    Das letzte Mal durfte ich den Knueppel spueren, als ich mit einer Freundin auf dem Buergersteig einer kl. Seitenstrasse lief. Weit ab vom «Geschehen». Da war ausser uns beiden und einigen Anwohner niemand. Aus unerfindlichen Gruenden wurde die Strasse geraeumt. Wir haben extra noch Platz gemacht, aber das reichte nicht. Ohne Ankuendigung wurde geknueppelt. Die Anwohner die das bemerkten haben uns dann ihren privaten Vorgarten als Zufluchtsort angeboten. Da durfte sich dann aber auch niemand mehr aufhalten (privater Grund wohlbemerkt). Als ich die Voegel fotografiert hab und nach Dienstnummern fragte, wurde mir erstmal meine Kamera abgenommen. Nachdem ich unter Zeugen eine Rechtsmittelbelehrung eingefordert habe, bekam ich sie mit der Aussage «wir sehen das eben nicht so gerne» wieder. Danach sollte ich dann auch gleich in Gewahrsam genommen werden (ohne Angabe von Gruenden). Die Anwohner haben mich und meine Freundin dann in ihr Haus gezogen, welches danach noch eine gute Stunde (als die Strasse laengst wieder fuer Passanten frei war) von Polizisten an allen Ein– und Ausgaengen «bewacht» wurde. Einer der Anwohner hatte noch seine drei-jaehrige Enkelin im Auto sitzen (kam gerade vom Einkaufen), stand aber wie alle anderen aus dem Haus unter «Hausarrest». Wir sind nach einer Stunde ueber die Keller abgehauen. Wie lange es noch dauerte bis die Bewohner ihren eigenen Garten wieder betreten durften, weiss ich nicht. Was bleibt ist die wohl beknackteste Erfahrung, die ich bisher mit der Hamburger Polizei machen durfte.

    Positiv moechte ich zum Schluss noch anmerken, dass ich auch bessere Erfahrungen gemacht habe. In der Davidwache gibt es sehr engagierte Leute, die gegen den Druck der eigenen Behoerde bspw. den Einsatz von Hundertschaften auf dem NOBNQ-Fest am Hafen verhinderten und damit ein friedliches Fest garantieren konnten. Fuer die komplette Veranstaltung waren meines Wissens nur 5 Polizisten abgestellt. Kommunikation lief prima.

  23. wanderer sagt:

    Ihr fragt mich nach meinen Gedanken?
    Ich habe folgende Idee für alle nachfolgenden Demos: Tut euch zu einer Kleingruppe zusammen. 2–3 «Kameraleute» und weitere 2–3 Demonstranten. Schon zu Beginn der Demo fragt ihr völlig anlasslos und freundlich die Polizisten in der Nähe, nach deren Name und Dienststelle. Das filmen die Kameraleute natürlich, damit unberechtigte Gewaltanwendung dokumentiert werden kann. Bei Rückfragen, warum ihr das wissen wollt, weil ihr eine Vertrauensbasis zu ihnen aufbauen wollt und hier friedlich demonstrieren wollt. Ausserdem wollt ihr deeskalierend wirken und nicht mit einer blutigen Nase zu Muttern heim kommen.
    Ich hielte dies für konstruktiv und freundlich, darüberhinaus ist es ein Zeichen an die Polizisten und die Politik, daß friedliche Demonstranten ebenso friedlich nach Hause gehen wollen und weiterhin die Dienstnummer am Revers der Beamten fordern.

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