Polizeigewalt — ChaosComputerClub sucht Zeugen (Update II)

Bei der Demonstration Freiheit statt Angst ist es zu einer sehr unschönen Szene gekommen. Genau wegen solchen Vorfällen muss man mittlerweile Angst vor unserer Polizei haben. Offenbar hat sich ein Radfahrer bei der Polizei nach Personalien erkundigt, um Anzeige zu erstatten, wie Fefe schreibt. Er und mindestens eine weitere Person wurden dann offensichtlich grundlos niedergeschlagen und verletzt.

Hochauflösendes Video zum Download hier. (250 MB)

Der CCC sucht Zeugen, die sich bitte unter mail [at] ccc [punkt] de melden. Auch wenn Ihr die Polizisten kennt, wäre geholfen, um den Übergriff aufzuklären. Die taz berichtet über das Video und weitere kleine Ausschreitungen zwischen Polizei und Antifa.

Fefe immer wieder mit Updates (immer mal wieder schauen).

Nachtrag: Die Pressemitteilung der Polizei.

Die Vorgehensweise der an der Festnahme beteiligten Beamten einer Einsatzhundertschaft, die auch in einer im Internet verbreiteten Videosequenz erkennbar ist, hat die Polizei veranlasst, ein Strafverfahren wegen Körperverletzung im Amt einzuleiten. Das Ermittlungsverfahren wird durch das zuständige Fachdezernat beim Landeskriminalamt mit Vorrang geführt.

Nachtrag 2: Ein neues Video, das Vergehen des Fahrradfahrers: Er hat nach der Dienstnummer gefragt. Jaja, und Prügel (obiges Video) waren offenbar die Antwort…

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16 Antworten zu “Polizeigewalt — ChaosComputerClub sucht Zeugen (Update II)”

  1. Have A Peek sagt:

    Polizeigewalt auf der FSA09 (?)…

    Insgesamt scheint die Freiheit-Statt-Angst-09 ja sehr friedlich gewesen zu sein, für eine Veranstaltung dieser Größenordnung. Am Rande muss man da ja immer mit gewaltbereiten Gruppen rechnen. Aber inzwischen ist dieses Video aufgetaucht, das zeigt, das…

  2. […] (Alternativquelle, noch eine Alternativquelle, Via, Zeugen gesucht) […]

  3. Robert B. sagt:

    Ab wann wohl Kameras auch zu den „unerwünschten Gegenständen“ auf Demos gehören …

    Da könnt ihr, liebe Uniformierte, mal sehen, wie gut eurem Ruf solche Randale tut. Ich sag es immer wieder gerne, weil ich ähnliche Situationen auch schon erlebt habe: Irgend etwas ist doch falsch im Lande, wenn man noch nicht einmal Polizisten trauen kann! Denk mal darüber nach.

  4. Anonymous sagt:

    Das Video beweist quasi, dass das Motto der Demo weder pathetisch noch überzogen war: Es gehört schon Mut dazu, sich da hin zu stellen und im Angesichte dieser Brüder eine Anzeige schreiben zu wollen, weil man meint, ein Kollege sei durch die Polizei Unrecht geschehen. Wenn sich dann als Reaktion 4, 5 glattrasierte Stiernacken (ohne Uniform möchte man den gefilmten Herren im Dunkeln möglichst nicht begegnen, Optik = «primitiver Schlägertyp, wenig in Birne») auf einen stürzen und einen zu Boden reißen und verprügeln, hat man wohl nur noch Angst. Und mit Freiheit ist da nicht mehr so viel. Warum sind die eigentlich immer noch nicht identifizierbar gekennzeichnet? Wer will das nicht, welche Partei? Sollte man genau recherchieren. Mit einem transparenten Rechtsstaat hat das wenig zu tun. Ironisch natürlich, dass eine «Bürgerüberwachungskamera» den Beweis liefert. Aber nur auf ersten Blick: Es geht ja nicht um ein allgmeines Bildermachverbot wie bei den Taliban, sondern darum, dass genau dieser selber zunehmend intransparente Staat die Demonstrationsteilnehmer ausgiebig filmt, und dabei gar nicht nachvollziehbar ist, warum, oder was mit den Bildern geschieht. Die Gewalttätigkeiten festzuhalten ist dagegen pure Notwendigkeit — gäbe es keine Bilder, würden unsere rechtslastigen Mitte-Mitbürger schnell von Verschwörungstheorien faseln, und behaupten, das habe man wohl eher geträumt. Sowas gebe es nicht, Punkt. Wer wohl das Video bei youtube immer als «inapropriate» flaggt? Jedenfalls jemand, der den Streisand-Effekt noch nicht kannte.

  5. Foxxis Blog sagt:

    Was erlauben Volk?…

    Nach einer großen Demonstration, die ja bekanntlich auch als eine Willensbekundung angesehen werden kann, ist es üblich sich die Berichterstattungen anzuschauen. Als Teilnehmer kann man dann nochmal nachlesen und hat eine schöne Erinnerung, bis auf die…

  6. Anonymous sagt:

    Hier der Torrent zum FullQualityVideo:
    Polizeigewalt zur Demonstration «Freiheit statt Angst» 2009-09-12
    (Der geht übrigens richtig steil, hervorragende Redundanz für die kurze Zeit)

    Zur Szene selbst…Mir ist mal was ähnliches passiert, bei einer Studentendemo in Frankfurt/M. Ich habe mich zusammen mit nem Kumpel von dem Hauptfeld der Demo entfernt weil uns die Füße wehtaten. Wir haben uns an eine Strassenbahnhaltestelle gesetzt. Wir hatten beide keinerlei Transparente, Buttons oder ähnliche Periphänalien bei uns die uns rein optisch mit dem etwa 50m entfernten Demozug in Verbindung gebracht hätten. Auf einmal bemerkten wir dass die Polizei anfing von einer Seitenstraße her auf den Platz wo die Haltestelle ist vorzurücken. 2 von den Imperial Troopers (Genso sehen die nämlich inzwischen aus) lösten sich aus der Kette und kamen auf uns zu.
    Stormtrooper 1 zu Stormtrooper 2 : «Nehmen wir die mit ?«
    Stormtropper 2 zu Stormtrooper 1 : «Na Klar die kommen doch gerade recht!«
    (Mit stark sächsischem Akzent, wtf?)
    Und dann fing das geschubse an, ohne vorwanrung. Wir sind dann erstmal Fix ein paar Schritte rückwärts gegangen um auszuweichen — da hat sich ein unbeteiligter Passant(ca 50jähriger Banker im Anzug) mit den Worten «So geht das aber nicht» dazwischen gestellt, um sofort eine Backpfeife von dem Stormtrooper 1 zu fangen(wohlgemrkt mit dem dicken Handschuh der «RiotGear»).
    Zum Glück sind die beiden just in dem Moment von der Gruppenleitung zurück in die Reihe gerufen worden weil man sich wohl entschlossen hat den Angriff durch eine andere Strasse zu starten. Ich bin dann hinterher zum Gruppenleiter und hab ihn gefragt was das sollte. «Wenn sie der polizeilichen Anordnung folge leisten passiert sowas nicht, und jetzt verschwinde wenn du kein Andenken mitnehmen willst.» War die Antwort die ich bekam.

    Natürlich sind nicht alle Polizisten so. Sogar die Mehrheit würde ich behaupten. Das merkt man daran, dass wenn eine größere Demo ansteht, die anständigen Kollegen sich massenhaft wegen «Rückenschmerzen» krank melden 😉
    Zu meinem Hinweis auf den «Sächsischen Akzent», Es ist wohl so dass die Polizei zu solchen Veranstaltungen vorwiegend Kammeraden aus anderen Bundesländern einkarrt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Auf «fremde» lässt es sich einfacher eindräschen als auf Leute die einem im Heimatdorf im Metzger begegnen könnten. (Das deutsche Urlauber-Syndrom 😉 Hier kennt mich keiner da kann ich mich benehmen wie Sau…) Eine Praxis die übrigens auch mit Grenzsoldaten in der DDR wunderbar geklappt hat.

    Die Zeiten ändern sich aber, wie FEFE so schön bemerkt:
    «Die gute (Nachricht) ist, dass wir Nerds inzwischen HD-Camcorder haben(…)»

  7. caschy sagt:

    Ich bin schockiert und trage die News mit in die Welt. Siehe Trackback.

  8. Flo sagt:

    bei dem einen kann man ja deutlich deren Nummer auf der Jacke lesen. Vielleicht hilft diese ja neben dem Bild weiter (vielleicht Unterteilung nach Einheit?!)

    Ansonsten schon unfassbar…die haben echt nicht lange gefackelt.

  9. phoibos sagt:

    die polizei ist ja weiterhin mein freund und helfer, wenn sie als bünabe arbeitet etc. pp. dieser schwarze block von pooligans, diese bfe-einheiten, sind doch speziell ausgebildete und ausgerüstete schläger in uniform.
    selbst wenn diese schläger in berlin identifiziert werden, erwarte ich keine sanktionen. der staat arbeitet zum schutz seiner monopolisierten gewalt reibungslos zusammen — von wegen gewaltenteilung (auch wenn es immer wieder lobenswerte ausnahmen gibt: z.b. die vom innensenator alhaus erwünschte eskalierung durch schnellgerichte hat die staatsanwaltschaft abgelehnt, da «justiz und polizei» schließlich getrennt agierten. in heiligendamm ging das noch anders…).
    bewegen wir uns auf einen polizeistaat zu?

    Festnahmestraße wird gesperrt

    im übrigen interessant, wie einmaligkeiten (zur wm diese gefangenensammelstraße mit standgerichten, heiligengeistfeld– und kiezüberwachung) schnell zur gewohnheit werden.

    ciao
    phoibos

  10. Actro sagt:

    Na..ich bin mal gespannt auf die offiziellen Ausreden..

  11. Gedanken zum Abend…

    Nun, Gewalt von Polizisten gegen Passanten geht gar nicht und so ist das, was gestern am Rande der Freiheit statt Angst-Demonstration in Berlin passiert ist, verdammenswert. Auch wenn man es natürlich vor dem Hintergrund solcher Exzesse wie dem am Frei…

  12. ich, wer sonst sagt:

    Früher hieß es: Hilf Deiner Polizei, schlag Dich selbst. Heute heißt es: Hilf Deiner STA und nimm die Digicam.
    Leute, Leute, wie sich die Zeiten ändern

  13. Steffen sagt:

    Da läuft´s einem einfach nur noch kalt den Rücken runter.

  14. Phil sagt:

    Echt nett dieser Schlägertrupps.

  15. Anonymous sagt:

    hallo,
    ich arbeite im rettungsdienst und habe schon echt viel gesehen und erlebt. und ich bin auch echt froh das die polizei hier bei uns anders ist. hier arbeiten wir hand in hand, das heisst, die kollegen von der polizei haben mir mehrere male den rücken freigehalten.
    aber was ich da auf dem video sehe verschlägt mir die sprache. für mich persönlich ist das genauso so schlimm als ob ein vater sein kind halb tot schlägt. beide sind für mich wehrlos und ausgeliefert.
    das schlimme ist das der staat hier als rechtsstaat auch noch die schützende hand drüber hält. es wird nix dabei rumkommen, geschweige denn das die polizisten eine (angemessene) strafe erhalten.zum glück sind nicht alle polizisten so.
    aber ich frage mich was die politik davon hält. über die s-bahn schläger regen sie sich alle auf, aber wenn die eigene exekutive gewalt sich daneben benimmt, wird von denen kein wort verloren. und das obwohl sogar gegen das grundgesetz verstossen wurde, von wegen, die würde des menschen ist unantastbar.

    irgendwann herschen hier genauso zustände wie in den usa. und irgendwann wird die polizeibrutalität so ausarten das hier bürgerkriegsähnliche zustände herschen. so stelle ich mir nicht die zukunft meines landes vor.
    klar, die von der polizei haben es nicht leicht, keine frage, aber wie auch ich, haben die sich den beruf selbst ausgesucht. wie jeder andere in diesem land auch.

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