Pleiten, Pech und Pannen — Sevenload, eine Reinkarnation aus Zeiten der New Economy?

Ich hatte mich ja aus der Diskussion zurückgezogen — zumal F!XMBR der völlig falsche Ansprechpartner war. lanu und hockeystick sind die Macher des grandiosen Bankhofer-Videos. Nun klärt das aber mit lanu selbst — hier ist alles besprochen. So waren meine letzten — doch sehr weisen — Worte. Hätten sie nur auf mich gehört. Als hier gestern Abend ein Pingback von Mike aufschlug, sowie ein Trackback von der super-dupi-neu-kritischen Web 2.0-Plattform watchblog-tv habe ich laut gelacht und mit dem Kopf geschüttelt. Wieso wusste ich nur, was folgen würde? Zur Erinnerung: Da wurde also dieses Bankhofer-Video von Sevenload gelöscht — die mehr als schwache Diskussion mit den Sevenload-Machern danach, interessiert jetzt nicht. Und was passiert? Zur eigenen Vermarktung, Reputation wird ein neues Blog gestartet und das Video, welches ein paar Tage vorher erst gelöscht wurde, wird wieder eingestellt — natürlich journalistisch überarbeitet. Bitte?!?

Wie strappato sagt, da wird im Bankhofer-Umfeld seit Anfang 2007 recherchiert, als Krönung wird ein Video veröffentlicht, Bankhofer wird gefeuert, lässt bei Sevenload das Video per Anwaltsschreiben löschen — und Sevenload will das ganze dann als ganz großen PR-Coup gewinnbringend verwenden? Ich habe ja schon viele Formen des AAL-Prinzips gesehen — das hier ist aber eine ganz besondere Dreistigkeit. Um es mal diplomatisch auszudrücken. Ein Traum der BooCompany und der Gesundheitsblogger wurde war — sie wurden Steigbügelhalter für den Journalismus 2.0 à la Sevenload. Selbstverständlich — dass man das überhaupt vorausgesetzt hat, ist unfassbar — war lanu mit der Veröffentlichung des Videos in dieser Form — und vor allen Dingen: unter diesen Voraussetzungen, in diesem Umfeld — nicht einverstanden. Kleinlaut entfernte man das Video vom super-dupi-kritischen watchblog-tv-Blog. Um gleich wieder voll in den Kameldung zu greifen: Das Video wurde von dem Urheber zurückgezogen — so stand dort geschrieben.

lanus Antwort ließ nicht lange auf sich warten — und wieder musste Sevenload korrigieren: Da es sich beim Video um einen Beitrag des kritischen Blogger-Journalismus handelt und eben nicht um eine Verletzung des Urheberrechts, wollten wir hier auf watchblog-tv dem Beitrag eine Plattform geben. Damit ist lanu nicht einverstanden, weil sie unser Format, dessen Macher und unsere Kommunikation ablehnen. Das respektieren wir und ziehen den Beitrag zurück. Damit kann lanu nun leben. Sevenload sicherlich nicht. Was sind das für Experten dort in der PR-Abteilung, die sich derart verrennen, vorführen lassen — eine PR-Katastrophe nach der anderen produzieren?

Okay, die Antwort findet man auf watchblog-tv. Ein Video zum Start dieser super-dupi-neu-kritischen Web 2.0-Plattform. Ibrahim Evsan und Axel Schmiegelow, die Macher von Sevenload, in einer Web 2.0-Satire, wie sie kein Karikaturist hätte besser zeichnen können. Das wirklich tragische an der Sache: Sie meinen es offensichtlich ernst. strappato: Buzz-Words haben die drauf, die Jungs. Das muss man ihnen lassen. lanu daraufhin: Wenn die es nicht ernst meinen würden, wäre das Einführungsgespräch eine super Parodie auf alte NE-Zeiten. Damit ist eigentlich alles gesagt. Wer die Blase 2.0 live und in farbe erleben will, sollte sich das Video mal anschauen. Ein Lehrstück an Selbstüberschätzung. Ein nicht wirklich pfiffiger Versuch, die Leute zum AAL-Prinzip zu überreden. Ich weiß nicht, was ich da sonst zu schreiben soll — positiv ausgedrückt: Es ist gnadenlos naiv. Denn wir wissen ja — man liebt die Blogs.

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Wir werden Meinungen zulassen — so weit es geht. So die Aussage der beiden Herren im Video. Stimmt wohl — es geht bis zum Anwaltsschreiben, bis zur Kritik an dem eigenen Kooperationspartner, bis zur UGC-Richtlinie. Nachts ist es kälter als draußen — und Sevenload ist auf einmal die Anlaufstelle für kritischen Journalismus. Bankhofer ist nicht wegen sondern trotz Sevenload gefallen. Die Säue, die in den letzten Jahren durch Kleinbloggersdorf getrieben wurden, waren auch ohne Sevenload erfolgreich. Ihr seid keine Journalisten. Ihr habt keine Redaktion. Ihr seid Unternehmer, die schwarze Zahlen schreiben müssen. Blogs können mit einer zentralen Anlaufstelle rein gar nichts bewegen. Wenn Blogger etwas bewegen, dann weil sie dezentral organisiert sind und viele Blogger mit in eine Thematik einsteigen, etwas schreiben — die Welle überschwappt. watchblog-tv ist meiner Meinung nach der peinliche Versuch, sich als Speerspitze der kritischen Blogosphäre zu positionieren. Und das ist gründlich schief gegangen. Ein Blick in meine Kristallkugel: Es werden ein paar Call-In-TV-Beiträge dort veröffentlicht — und irgendwann verschwindet die Speerspitze des kritischen Journalismus wieder in der Versenkung. Diesmal ohne Tischgespräch.

Was bisher geschah:

lanu — Glaubts endlich, ihr Deppen, sevenload sind die Guten
F!XMBR — Sevenload will uns User nicht
Felix — Konsumenten sind nur als Schafe erwünscht
BooCompany — sevenload macht sich ebenfalls zum Handlanger des Herrn Bankhofer

Screenshot: de.sevenload.com, Verfremdung: F!XMBR

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4 Antworten zu “Pleiten, Pech und Pannen — Sevenload, eine Reinkarnation aus Zeiten der New Economy?”

  1. Oliver sagt:

    Wie heißt es dann immer so schön? Die Karawane zieht weiter …. Ich seh zwar auch nicht bei Youtube die Gralshüter par excellence, aber letztendlich klappts dort allgemein doch irgendwie besser.

  2. Sebastian sagt:

    Etwas am Thema vorbei: Was ist den das für ein super MP3-Player? Ist das ein WordPress-plugin?
    Ist der opensource/freeware/irgendwo im Netz zu finden?

    Grüße
    Sebastian

  3. […] von sevenload, plus die folgende Kommunikation, nicht wirklich gut bei allen Bloggern ankam, merkten die Herrschaften von sevenload wohl ganz eigenständig und tüftelten einen […]

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