Planet Terror

Eigentlich mag ich kaum etwas zu Filmen oder Musik schreiben, die muß man sich anschauen bzw. anhören, alles andere würde wirklich empfehlenswerten Vertretern dieser beiden Medien imho kaum gerecht werden. Aber zumindest bei Rodriguez Planet Terror wollte ich eines bemerken, bevor dieser wie üblich im heutigen medialen overkill verlustig geht, der Streifen kommt einfach saumäßig gut rüber.

Ja anfangs da dachte ich nur ach ne der x-te Zombie und dann noch so eine Tarantino Nachahmung, ich wurde definitiv überrascht, abgesehen davon erachte ich Tarantino als vollkommen überbewertet, sieht man mal von Pulp Fiction, Reservoir Dogs, From Dusk til Dawn und Jackie Brown ab. Beim Gros produzierte er ohnehin nur, schrieb mal die Story und ähnliches. Robert Rodriguez ist aber auf jeden Fall jemand den man sich als Fan derartiger Filme definitiv merken sollte, wenn man es denn nicht schon tut 😉

Wichtigster Punkt zuerst, Bruce Willis macht auch mit, den harten Kerl mimen kann er, in so ziemlich jeder Situation. Paßt. Zweiter wichtiger Punkt, der Ekelfaktor, respektive die Verliebtheit ins Detail: bei einem Zombie Flick das A und O. Auch hier: paßt. Die Story: ahm, tja … Story ist halt da, ein wenig böses Gas, ein wenig Osama, dazu noch ein Militär, die ihr eigenes Spiel treiben und ein paar abgefuckte Helden, die last not least so ziemlich alle mehr oder weniger das Zeitliche segnen, nachdem man diese ins Herz geschlossen hat. Mit dabei u.a. ein Teil der Verwandtschaft Rodriguez 😉 und der großartige Tom Savini, der sonst in der Regel mehr der King der Special-Effects ist, aber auch den schauspielerischen Part mehr als gut abdecken kann. Kennt man ihn noch als obercoolen Sexmachine aus From Dusk til Dawn, mimt er hier a la Stallone in Copland den feisten Bullen, der so ziemlich alles fertig bringt, nur nicht das richtige zu tun *g*

Das Go-Go Girl, Cherry Darling mit der MG als Prothese, gespielt von Rose McGowan, war zuerst der Punkt der mir übel aufstieß. Der x-te Zombie Flick wäre nicht wirklich schlimm gewesen, diese genieße ich schon seit den 80ern, nein aber eine dämliche Parodie würde noch in der Sammlung fehlen. Aber weit gefehlt, der Schuß Humor — schwarze Komödie würde es nicht treffen, kann aber die Richtung *teils* umreißen — fehlt natürlich nicht, wird aber a la Yin und Yang perfekt vom Ekelfaktor im Gleichgewicht gehalten. Mitunter werden Zeitgenossen ohne Zombie-Erfahrung weniger Humor, denn Ekel ausmachen 😉
Alles in allem, bekommt man desöfteren einen alternierenden Kontext präsentiert, Humor, Ekel und coole Sprüche geben sich abwechselnd die Klinke in die Hand, teils mit einer brachialen Zäsur, Dirty Harry (Clint Eastwood) oder Chisum (John Wayne) könnten es nicht besser.

Wie man also hier sieht, versuche ich nur die Leute auf den Geschmack zu bringen. Den Plot gibts hier nicht, dazu sollte man sich auch diesen Streifen lieber selbst anschauen. Menschen mit schwachem Magen würden ich von diesem Film abraten, Fans des Genres sollten zugreifen, wenn sie denn nicht schon über die Jahre völlig abgestumpft sind 😉

Last not least noch ein Hinweis, mein persönlicher Liebling, Danny Trejo (u.a. auch bekannt von Dusk til Dawn oder Desperado) wird in einem noch kommenden Streifen zu sehen sein, Machete. Machete war ursprünglich nur als Pseudo-Trailer zu Beginn von Planet Terror gedacht, kam aber derart gut an, das nun ebenfalls ein Film folgen wird — direkt auf DVD. Dem Trailer nach ist Machete so eine Art Underdog/Überheld der 80er, die übliche Story halt: City Hai und ähnliche lassen grüßen. 😀

Hey der Film hat einfach ne Menge Spaß gemacht, leider fehlte, wie damals bei Dusk til Dawn, die holde Weiblichkeit auf dem Nachbarsitz, die sich bei einer der üblichen Szenen beinahe im Kino überschlug 😀

7 Antworten zu “Planet Terror”

  1. Grainger sagt:

    … abgesehen davon erachte ich Tarantino als vollkommen überberwertet, sieht man mal von Pulp Fiction, Reservoir Dogs, From Dusk til Dawn und Jackie Brown ab …

    Was ja immerhin schon erheblich mehr ist als Uwe Boll und etliche andere Regiesseure vorzuweisen haben. 😉

    Aber dem Herrn Boll verhilft vielleicht seine neueste Computerspielverfilmung Postal zum lange ersehnten Durchbruch. 😀

  2. Oliver sagt:

    >Was ja immerhin schon erheblich mehr ist

    Zu Kult gehört als mehr als ab und an Screenplay oder Story 😉

  3. dakira sagt:

    …sieht man mal von Pulp Fiction, Reservoir Dogs, From Dusk til Dawn und Jackie Brown ab

    From Dusk till Dawn ist von Rodriguez 😉 Man sagt Tarantino ja immer viele Filme nach, an denen er in Wirklichkeit nur beteiligt war. Das sieht er uebrigens selbst aehnlich. Nicht umsonst hatte Kill Bill den Untertitel «Quentin Tarantinos fourth movie».. Death Proof waere wohl der fuenfte dann.

  4. Oliver sagt:

    Screenplay (imho recht wichtig für einen Regisseur): Tarantino, produziert u.a. von Rodriguez und Tarantino. Wie man sieht sind die Grenzen fließend. Poltergeist wird als Spielbergs Klassiker bezeichnet, Regie führte jedoch Tobe Hooper. Wem also was zuzusprechen ist muß nach eigenen Kritierien entschieden werden.

  5. […] Oliver: Screenplay (imho recht wichtig für einen Regisseur): Tarantino, produziert… […]

  6. dakira sagt:

    Klar, das stimmt wohl. Was ich oben geschrieben habe war ja auch Tarantinos Selbstsicht. Freu mich auf jeden Fall schon auf den Film.

  7. Oliver sagt:

    Deswegen halte ich ihn ja auch für überschätzt, das fängt schon bei seinem Ego an, Kill Bill beispielsweise … nun ja absoluter Tiefstand imo. Pulp Fiction begründete wohl den Ruhm und dann ging irgendwie der Gaul mit ihm durch.

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