Piratenpartei — Heulen und Zähneknirschen, jetzt erst recht (Update)

Logo PiratenparteiFiddle.Knows hat sich mit der Kritik an der Piratenpartei und insbesondere den Reaktionen auf diese Kritik eingehend auseinandergesetzt. Jeder Pirat und alle Sympathisanten sollten sofort zu Internetausdruckern werden, und diesen Text über ihr Bett hängen. Und das meine ich durchaus ernst. Der Artikel zeigt unter anderem, dass sich zum Beispiel Felix von Leitner in seiner Replik auf die Kritik eines Vokabulars bemächtigt, dass nicht nur politisch und demokratisch bedenklich erscheint, es ist ein fast schon auffälliger Fanatismus. Fiddle.Knows schreibt: Ich halte weder die Piraten im Allgemeinen noch Fefe im Besonderen für rechts oder gar rechtsextrem, aber in ihrer verächtlichen Haltung gegenüber Kritik und Dissens scheinen sich mir Begriffe wie «Heuler» und «Zähneknirscher» allzugut in die Reihe «Meckerer», «Miesmacher» und «Nörgler» einzufügen, und diese Haltung finde ich abstoßend und beängstigend, ebenso wie die Forderung, die damit einhergeht, kritiklos mitzujubeln. «Pack» ist dann fast noch eine Schublade tiefer. Es gab im Übrigen Zeiten, da sah Fefe das mit der Jungen Freiheit noch anders — aber da ging es ja nicht im die Piratenpartei. ;-)

Die letzten Tage haben es eindeutig gezeigt, die Ultrarechten, wie auch die Rechtskonservativen, wie die FAZ und die Welt, umarmen mit unglaublicher Vehemenz die Piratenpartei. Das tun sie nicht ohne Grund, schließlich geht es hier um Politik. Die verfassungsfeindlichen Rechtsaußen verkaufen sich im Sog der Piratenpartei als seriös, viele Piraten erwidern diese Anbiederungen. Bei so genannten Journalisten wie Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ, dürften noch tiefergehende Gedanken eine Rolle spielen. Spätestens 2013 wird versucht werden, eine Rot-Rot-Grüne Koalition im Bund zu initiieren. Sollte die Piratenpartei 2013 in den Bundestag einziehen, kämen sie als möglicher Koalitionspartner für Schwarz-Gelb in Betracht. Und wenn ich die derzeitigen Reaktionen auf der einen wie auch auf der anderen Seite sehe, dann ist diese Möglichkeit durchaus gegeben. Man wird der Piratenpartei einen kleinen Brocken hinwerfen, vielleicht nicht das Internetministerium, aber einen Staatssekretär, der für das Internet zuständig ist — und schon finden sich die Piraten im Koalitionsbett mit der Union wieder. Zugegeben, eine durchaus gewagte These — aber wer sich in die rechte Ecke begibt, muss sich nicht wundern, wenn diese ihn nicht wieder gehen lässt. Derzeit steht die Piratenpartei Schwarz-Gelb viel näher, als Rot-Rot-Grün.

Ein kleiner Zwischenruf zur Telepolis: Dass diese qualitativ immer mehr in Richtung Focus und Bild abdriftet, ist ein offenes Geheimnis. Wenn aber, wie in diesem Fall geschehen, der Chefredakteur einer Nazipostille unwidersprochen Verschwörungstheorien in den Welt tragen darf, bzgl. einer Verbindung zwischen der taz und den Grünen, dann ist das nicht nur journalistisch höchst bedenklich. Das ist die Saat, aus der die Rechten ihre Anhänger rekrutieren — und wie man im Fall der Piratenpartei mittlerweile sieht, stehen auch dort die Verschwörungstheoretiker Schlange. Diese Saat wird durch solche Artikel gesät. Fremdschämen war der erste Begriff, der mir in den Sinn kam, als ich den Artikel gelesen hatte. Ich hatte gestern geschrieben: Die Piratenpartei befindet sich zur Zeit im Wahlkampf — ich kann durchaus nachvollziehen, dass man da andere Dinge zu erledigen hat. […] Ich hoffe aber, dass die Piraten nach der Bundestagswahl ihren Saustall aufräumen und sich klar von Rechts abgrenzen. Liebe Piraten, klarmachen zum Ausmisten. Man kann da wirklich nur das beste hoffen, denn das sei den Piraten, Fefe, gesagt: Ihr seid mir durchaus sympathisch. Bei der Europawahl habe ich Euch noch gewählt.

piraten_yeah

Der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Jens Seipenbusch, hatte versucht, Kritiker, mit dem Ausspruch Mit Schmuddelkindern spricht man nicht verächtlich zu machen. Fiddle.Knows dazu: Aber genau das sagt das Grundgesetz, wenn es um Nazis und andere Antidemokraten geht: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern. Und bisher war es nicht nur Gesetz, sondern auch weitgehend ein gesellschaftlicher Konsens, der — anscheinend vergessen das manche — nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern historisch gut begründet ist. Ich kann zwar nicht die Einschätzung teilen, dass es gut ist, wenn wir eine Debatte darüber führen — Rechte wollen ebenso wenig diskutieren, sondern unsere Demokratie stürzen und einen neuen faschistischen Staat aufbauen. Und dabei gehen sie mittlerweile ganz subtil und intelligent vor — von Piraten, die vorgeben ebenso intelligent und pragmatisch zu sein, erwarte ich in naher Zukunft genau diese Einsicht. Literatur dazu gibt es im Netz zuhauf.

Mein ganzes Unbehagen zur Piratenpartei findet sich im Übrigen im neuesten Artikel von Jens Seipenbusch wieder, der — es wundert nicht — wieder in der FAZ1 erschienen ist. Es werden wichtige Fragen gestellt — doch wo bleibt zumindest der Versuch, Antworten zu finden? Selbstverständlich kann ich die Antworten nicht von heute auf morgen erwarten, aber von dem Vorsitzenden einer Partei, die davon träumt, in den Bundestag einzuziehen, erwarte ich zumindest einen Weg, wie die Menschen und unser Land zu diesen Antworten kommen. Fragen stellen kann jeder. Und genau hier liegt die Crux mit der Piratenpartei: Sie hat keine Antworten, sie weist den Menschen keinen Weg, sie lehnt ab, sie ist Protestpartei. Und dafür ist mir meine Stimme, wenn man bedenkt, was in unserem Land nach der Wahl geschehen wird, zu schade.

Die Piratenpartei hat keine Antwort auf die wichtigste Frage im 21. Jahrhundert, die der sozialen Frage. Wie steht die Piratenpartei zur sozialen Gerechtigkeit? Unsere Gesellschaft steht vor großen Verwerfungen, die Arbeitslosigkeit wird stark ansteigen, die Ausgaben steigen, die Einnahmen sinken, und ein paar Euro Schulden hat dieses Land auch. Wer soll für diese Krise bezahlen? Soll Hartz IV gekürzt werden — oder vielleicht eine Reichensteuer eingeführt werden? Welche Ideen hat die Piratenpartei, dass es in diesem Land nicht zu sozialen Unruhen kommt? Muss bald vielleicht sogar die Bundeswehr im Inneren eingesetzt werden? Ich habe da ehrlich gesagt große Bedenken, wenn ich mir — insbesondere — das Selbstverständnis der Piratenpartei anschaue. Wir sind intelligent, wir sind weder links noch rechts, wir sind pragmatisch. So kann man wohl die Meinung vieler Piraten übersetzen. Und genau hier liegt der Hund begraben. Ein Sozialstaat ist nicht pragmatisch, so werden zum Beispiel die sozial Schwächeren von den stärkeren Schultern getragen, noch ist dies gesellschaftlicher Konsens. Eine rein pragmatische Politik würde einer Abschaffung unseres Sozialstaates gleichkommen — hier muss die Piratenpartei schnellstens in eine Wertediskussion eintreten, und sagen, wo sie politisch steht. Die Menschen haben ein Anrecht auf diese Antwort.

Nun habe ich aber schon wieder viel zu viel geschrieben — eigentlich wollte ich nur nach nebenan verweisen. Fiddle.Knows hat da einen ganz hervorragenden Artikel geschrieben. Auf, nach nebenan:

Heulen und Zähneknirschen, jetzt erst recht

Update: Wie zur Bestätigung dieses Artikels:

seipenbusch_rechts

In einem Interview mit dem konservativen Cicero hat der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Jens Seipenbusch, zur Koalitionsfrage gesagt:

Von der Linken bis zur CDU ist alles drin?
Im Bundestag — Ja.

Damit ist obiger Artikel bestätigt, es ist meine Einschätzung, dass in der derzeitigen Aufstellung der Piratenpartei eine Koalition mit der CDU wahrscheinlicher ist, als andere Koalitionen.

  1. Mit der FAZ darf und muss man reden, damit keine Missverständnisse entstehen, nur ist sie der verlängerte Arm von Schwarz-Gelb, eben rechtskonservativ. Die FAZ ist gut und wichtig für unsere Demokratie und den poltischen Diskurs und steht nicht im Ansatz mit einen Bein außerhalb unserer Gesellschaft. []

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115 Antworten zu “Piratenpartei — Heulen und Zähneknirschen, jetzt erst recht (Update)”

  1. Anonymous sagt:

    Ein Sozialstaat ist nicht pragmatisch???
    Dann schau Dir mal an, wie es in einem Unsozial-Staat aussieht (USA). Da kann ich nur sagen: Sozialstaat ist sehr pragmatisch.
    Wie immer mal wieder hier an den Haaren aus der letzten Ecke herbeigezogene Unterstellungen. Immerhin: mit der FAZ darf man noch reden, das ist doch mal schön.

    Ansonsten: ausdrucken und übers Bett hängen ist ne Super-Idee.

    Denn es wirkt mittlerweile SOWAS von einschläfernd…

  2. no0ne sagt:

    Also so langsam wird es wirklich hanebüchen mit deinen Theorien. Hört sich alles nach Verschwörungstheorien an, Piraten sollen 2013 mit der CDU und der FDP mit regieren? Jo na klar, ist ja nicht so, dass wir eine Koalition mit unserem Hassgegner CDU ausschließen und auf die Dampfplauderer von der FDP nicht reinfallen.
    Hört sich alles nur nach wilder Spekulation gepaart mit einer Abneigung gegen Piraten an.

    Und der aggressive Mob im Internet sind sicherlich keine Piraten, vllt. nur Sympathisanten … wir Piraten versuchen zu überzeugen, nicht zu beleidigen oder ähnliches. Wenn du dir mal die Mühe gemacht hättest und selber mal mitgearbeitet hättest — statt nur zu jammern -, wüsstest du das auch.

    Und Fefe ist afaik auch kein Pirat … übrigens tendiere ich dazu den Grünen meine Erststimme zu geben und lasse mich durch schlechte Grünensympathisanten wie dich, nicht davon abbringen ;-)

    Nichts für ungut
    Grüße Daniel

  3. Chris sagt:

    @Anonymous & Erwin Jurschitza: Schlaft gut. :)

    @no0ne: Ihr steht von Eurer Ideologie derzeit der Union und der FDP näher, als anderen Parteien. Das ist nach meiner Einschätzung ganz einfach so. Dass eine Koalition eine gewagte These ist, schrieb ich selbst. Aber ich verstehe, das passt nicht in Deinen Kommentar. ;-) Und im aggressiven Mob outen sich viele als Piraten — kann man anonym ja auch machen, wo man ja so auf Transparenz steht. ;-) Und jammern tue ich nicht, ich gebe konkrete Hilfestellung, was die Piraten dringend anpacken sollten. Jammern, beleidigen und viel schlimmere Dinge, das ist Terrain vieler Piraten (-Sympathisanten). Und Grünensympathisant bin ich auch nicht — auch wenn ich überlege, um eben die Opposition zu stären, ihnen diesmal meine Stimme zu geben. Auch das hätte man wissen können, wenn man die Diskussionen verfolgt hätte — vielleicht sollte man das demnächst vor dem platten Kommentieren tun. ;-)

  4. Palich sagt:

    Langsam wird Deine Piratenfresserei albern und peinlich.

  5. Andreas sagt:

    Wobei die plötzliche Liebe der FAZ zu den Piraten schon etwas überrascht.

    War es doch die FAZ, die in den letzten Monaten ganze Salven von Artikeln pro Verschärfung des Urheberrechts und contra Open Access gedruckt hat.

    Sie hat den Heidelberger Appell und die Hamburger Erklärung propagandistisch begleitet. Gegenrede kam in der FAZ nicht vor.

  6. Chris sagt:

    @Palich: Peinlich sind Piraten, die von Transparenz schwafeln, und hier nicht den Mut haben, mit ihrem Namen zu ihren, teilweise befremdlichen, Kommentaren zu stehen. Hey, Ihr seid Piraten, wo bleibt da die Transparenz? :D

    @Andreas: Das hat mich auch überrascht. Schauen wir mal, was da noch folgt…

  7. der wanderer sagt:

    Sehr guter Artikel, Kompliment, so mag ich das ;-)

  8. Frank sagt:

    Ich weiß gar nicht, was diese Piraten wollen. Wer links und rechts zu Kategorien von gestern erklärt, ist für mich von Hause aus ein Rechter. Und Marktwirtschaft, also das Recht auf Hunger und Klimakatastrophe, finden sie doch auch toll.

    Nach der grünen FDP kriegen wir jetzt auch noch die braune, das zeigen ja die «JF»-Interviews ebenso wie der von außen erzwungene Rauswurf des Antisemiten Bodo Thiesen. Ich wünsche Schiffbruch.

  9. Perle sagt:

    @1–3:
    Kritik muss erneuert werden, wenn nix passiert. Insb. wenn man damit so gut umgehen kann, dass man das schon langweilig findet, gähnt oder einschläft. Das zeigt doch erst recht die Fixierung auf nur ein Ziel… und den Rest *schnarch*

  10. Palich sagt:

    @Chris

    1. Ich bin gar kein Pirat. Muss jeder, der Deine Texte nicht gut findet, ein Pirat sein? Ein bißchen viel Schwarzweiß-Denke.

    2. Du bietest die Möglichkeit (relativ) anonym zu posten. Warum darf ich das dann nicht nutzen? Und was genau ist an meinem Kommentar befremdlich? Ich empfinde einfach nur Deine Piratenjagd als konstruiert (Koaltion mit der CDU?) und kampangenhaft.

  11. Kuhfladen sagt:

    also, nach wahl-o-mat liegen die piraten mit minimaler differenz vorne vor den linken und dann den grünen…weeeeiiiit abgeschlagen liegen die anderen parteien…nun frage ich mich, wie die piraten dann mit den anderen «großen» parteien klarkommen sollen.…also nix mit rot-gelb-orange…

  12. Chris sagt:

    @Palich: Selbstverständlich gestehe ich anonyme Kommentare zu, sonst würde ich es ausschalten. Aber wenn nicht die Piraten, wer soll dann für Transparenz stehen — auch beim Kommentieren. Dass Dich nun gerade der Vorwurf der Doppelmoral getroffen hat — ja mei, kurze Zeit nach Veröffentlichung hier so angestiefelt kommen, da war die Schlussfolgerung naheliegend. ;-)

    Und was die CDU angeht: Ich schrieb gewagte These — eine kleine Spitze, mehr nicht. Wenn man die letzten Wochen allerdings sieht, nicht von der Hand zu weisen…

  13. Hi Chris,

    Muss bald vielleicht sogar die Bundeswehr im Inneren eingesetzt werden?

    Dass du dies hier aufführt zeigt deinen Infromationsstand zur Piratenpartei. Jemand der so harsch kritisiert sollte auch wissen wen er kritisiert.

    @no0ne: Ihr steht von Eurer Ideologie derzeit der Union und der FDP näher, als anderen Parteien. Das ist nach meiner Einschätzung ganz einfach so.

    Ich muss dir leider sagen, dass deine Einschätzung, ganz einfach so, schätzungsweise mal voll verschätzt ist. Die Piraten stehen in keiner Weise der CDU nahe. Ideell der FDP wahrscheinlich schon, aber realpolitisch wohl eher nicht. Da ändert auch deine Hetze nichts dran. Natürlich kann man solche Nähe versuchen herbeizureden. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg dabei!

    Und im aggressiven Mob outen sich viele als Piraten – kann man anonym ja auch machen, wo man ja so auf Transparenz steht. ;-)

    Ich zähle mich mal zu diesem aggressiven Mob, der durch die Kritiker Blogs zieht und wütend, mit Spießen und Mistgabeln bewaffnet, alles kurz und klein schlägt — obwohl ich weder anonym noch Pirat bin. Dass du hier wieder Transparenz anführst belegt erneut dein Verständnis der Sachthemen der Piratenpartei. Ich nehme mal an, dass du sogar weißt warum das Transparenzargument hier falsch ist. Hältst du deine Leser für Dumm, dass du das hier anführst?

    Deine hetzerische, reißerische und unqualifizierte Blogposts wecken inzwischen ein gewisses Gefühl von Übelkeit in mir. Ganz im Gegensatz zum verlinkten Blog von Fiddle.Knows, der sicherlich auch kritisch ist, aber wenigstens a) auf dem Boden der Tatsachen bleibt und b) meine Tischkante schont. Was ist dir eigentlich widerfahren, dass du so verbittert bist?

  14. Palich sagt:

    @Chris

    Hat zwar nichts, mit dem Blogeintrag zu tun, aber da Du es gerade ansprichst. Warum sollten denn die Piraten mit Realname posten? Als Zeichen für Transparenz? Ich dachte, die stehen eher für Datenschutz und Meinungsfreiheit, da passt anonymes Posten doch gut ins Konzept, oder?

    (Unabhängig davon, werden schlechte Postings und Kommentare auch mit Realname nicht besser.:-)

  15. Carlos sagt:

    So ziemlich das beste, was ich zu den Piraten, deren Kritikfähigkeit und den Rechten bisher gelesen habe. Danke für den Link, das Blog merk ich mir mal…

  16. grinspause sagt:

    Lieber Chris, find es echt schade, dass Du meinen Eintrag zensiert hast. Darf man zu deinen Texten sachlich keine Stellung nehmen? Du unterstellst den Piraten ein etwas zugegebenerweise an den Haaren herbeigezogenes Verhalten, verhältst dich selber aber nicht glaubwürdiger. Ich finde Deine Argumentation unlogisch und führt den Text inhaltich ad absurdum. Das fällt doch auf.
    Bitte sei so lieb und zensiere dieses Mal diesen Kommentar nicht. Wer dermaßen unausgewogen kritisieren möchte sollte sich auch fair auf Kritik einlassen können. LG, Johannes

  17. Oliver sagt:

    >(Unabhängig davon, werden schlechte Postings und Kommentare auch mit Realname nicht besser.:-)

    Klaro Idioten gibts so oder so, aber manche dieser überlegen es sich mit ihrem echten Namen — zumindest wenn dahinter auch eine Publikation steht — zweimal was sie schreiben. Kurzum man denkt zuvor :-)

  18. Peterhase sagt:

    soviel zu rechts:

    Piraten und Grüne

    … und es den Internetaktivisten gelingen wird, ihr Thema als allgemeine Bedrohung der Freiheit zu vermitteln und gleichzeitig die offenbar linksextreme Gesinnung der Hauptaktivisten nicht in den Vordergrund treten zu lassen.

  19. Chris sagt:

    @Daniel:

    Dass du dies hier aufführt zeigt deinen Infromationsstand zur Piratenpartei. Jemand der so harsch kritisiert sollte auch wissen wen er kritisiert.

    Du solltest an Deiner Mediemkompetenz und Deinem Textverständnis arbeiten. Dringend. Mir ist selbstverständlich bewusst, dass diese Frage ein No-go der Piraten ist, ich habe darauf gehofft, damit eine Antwort auf die soziale Frage, evtl. zu erwartenden Unruhen herauszukitzeln. Man sollte niemals einen Text wortwörtlich nehmen. Das geht schief. ;-)

    Btw, der nächste Kommentar, der von Hetze spricht, geht in die Tonne. Wenn ich sehe, wie Leute, wie Du, hier aufschlagen, wird es abenteuerlich. Ihr wollt für Meinungsfreiheit einstehen? Tue es doch einfach — aber Euer Vokabular beweist das Gegenteil. ;-)

    Und es sei Dir gesagt — ich bin nicht verbittert. Es ist nur erheiternd hier die Reaktionen zu beobachten. Ihr schießt Euch selbst ins Abseits. Und nein, Du musst nicht mehr antworten, mein Kommentar ist ja hetzerisch, reißerisch und unqualifiziert. :)

  20. Oliver sagt:

    @palish

    >empfinde einfach nur Deine Piratenjagd als konstruiert (Koaltion mit der CDU?) und kampangenhaft.

    So konkret ihre Vorschläge für eine Regierungsbeteiligung sind — auf die Frage, mit welcher Volkspartei sie sich am ehesten vorstellen können, ihre Ziele umzusetzen, konnten die Piraten keinen Favoriten nennen. Für Parteivorstandsmitglied Hornung sei es ohnehin «untergeordnet», mit welcher Partei ihre Forderungen umgesetzt würden. «Wichtig ist, dass sie überhaupt aufgegriffen werden.»

    taz

    Konstruiert also?

  21. Frank sagt:

    Zitat: «Die Piraten stehen in keiner Weise der CDU nahe. Ideell der FDP wahrscheinlich schon, aber realpolitisch wohl eher nicht.»

    Sach’ ich doch. Rechts von der FDP ist im Bundestag seit jeher die Wand.

  22. Chris sagt:

    @grinspause: Dein erster Kommentar war Müll, und nachdem ich schon mehrere hier freigeschaltet habe, hatte ich darauf keine Lust mehr. Zumindest in den paar Sätzen jetzt, lässt sich etwas herauslesen.

    Gegenfrage: Findest Du es nicht extrem bedenklich, dass die Junge Freiheit, andere Rechte noch von den Piraten verteidigt wurden, jetzt bei der kleinen Spitze mit der CDU aber so ein Aufschrei hier stattfindet?

    Ich finde das sehr bedenklich und unterstreicht schon gehörte Äußerung, man solle lieber mit der NPD reden, als mit Ursula von der Leyen. Ihr müsst mehr als dringend innerparteilich in Klausur gehen. Stichwort Werte…

  23. onli sagt:

    Wo soll die Nähe zwischen CDU und Piraten denn herkommen? Selbst wenn die Piraten keine ideologischen Hürden gegen die CDU aufbauen, beharren sie als Ein-Themen-Partei ja wohl auf ihr Thema. Und ihre Ziele bei diesem Thema stehen den derzeitigen Plänen und Maßnahmen der CDU — wie sagt man so schön — diametral gegenüber.

    Eine Koalition mit der CDU ist daher völlig unwahrscheinlich und dein Artikel hier wirkt entsprechend unfundiert.

    Natürlich ist die soziale Frage eine wesentliche Frage und eine Partei, die dazu keine Position hat, dürfte im Bundestag vor ganz praktische Problemen stehen: Sich bei allem, was nicht mit Internet zu tun hat, enthalten? Oder sich an einem Koalitionspartner orientieren, als Piraten in der Politik nur die Netzthemen entern und sonst mitziehen? Nichtsdestotrotz ist die CDU für solche Pläne keine Option.
    Gruß
    Ein Nicht-Pirat

  24. Chris sagt:

    @onli: Man sollte auch die Kommentare unter einem Artikel lesen, sonst steht man hinterher mit heruntergelassenen Hosen da — wie Du nun. ;-)

    Also, bitte einmal nachlesen…

    Kleine Spitze, mehr nicht. Und ich schrieb es gerade auf Identi.ca:

    Ich glaube das nicht. Da werden die Rechten bis aufs Blut von den Piraten verteidigt. nun gibt es eine kleine Spitze von mir, von wegen Koalition mit der CDU — und ein Aufschrei geht durchs Land. Wtf???

    Denkt da mal in ruhiger Stunde drüber nach…

  25. StoKy sagt:

    Ich bin Parteimitglied und werde die Piraten auch wählen um ihre Themen auf die politische Tagesordnung zu bringen.
    Wenn die Piraten eine realistische Chance hätten in den Bundestag einzuziehen würde ich sie auf keinen Fall wählen. Ich kenne die Kandidaten kaum und halte sie auch für zu unerfahren.

    Aus genau diesem Grund halte ich die ganze Debatte nicht für falsch, aber für übertrieben scharf.
    Grüße Martin

    P.S.: Die Piraten fordert einen transparenten Staat, keinen gläsernen Bürger,. Daher greift die Forderung nach Transparenz nicht, wenn hier Parteimitglieder _privat_ ihre Meinung (die ja nicht die «Parteimeinung» sein muss) kund tun.

  26. onli sagt:

    Eigentlich habe ich die Kommentare gelesen. Ich sehe auch hier keine echte Begründung für die Behauptung, die Piraten und die CDU stünden sich nahe, höchstens Versatzstücke.

    «Ihr steht von Eurer Ideologie derzeit der Union und der FDP näher, als anderen Parteien.«
    Nur durch den Pragmatismus? Nur durch das Interview mit der jungen Freiheit? Wo doch die Programme so gar nicht passen?
    Nein, das überzeugt mich nicht — das sehe ich nicht so.

    Dass das nur eine Spitze sein soll ist klar — aber eine so leere Provokation, ohne jeglichen Inhalt, sogar ohne die Nähe begründen zu können? Das hab ich hier tatsächlich nicht vermutet.
    Gruß

  27. Chris sagt:

    @StoKy:

    Ich bin Parteimitglied und werde die Piraten auch wählen um ihre Themen auf die politische Tagesordnung zu bringen.

    Das wäre tatsächlich ein Grund, die Piraten zu wählen. Nur reicht das nicht. Wir stehen vor viel größeren Problemen.

    @online: Okay, nimm es einfach als kleine Spitze hin, wegen meiner auch ohne jegliche Grundlage — doch stimmen mich die Reaktionen nachdenklich, wenn ich im Vergleich die Verteidigung der Rechten durch die Piraten sehe.

  28. no0ne sagt:

    @Chris
    Transparenz des Staates hat wenig mit Namensnennung hier bei dir auf deinem Blog zu tun, was soll das bitte für ein Argument sein? Aber wenn es dich interessiert, kannst du gerne meinen Namen im Impressum oder via denic nachlesen, vllt. schickst du mir sogar eine Postkarte? ;)

    Und welche «Ideologie» haben wir, dass wir CDU nah sind? Der FDP stehen wir da schon näher, aber nicht so nah wie du vllt. meinst. Wieder verbreitest du nur heisse Luft und nennst keine konkreten Beispiele.

    Die Rechten verteidigt hier eh keiner, weiß gar nicht was du hast. Irgendwie kommt es mir so vor, als ob du nur trollst. Ich sehe nichts fundiertes von dir, von dem wir nicht selber wissen und woran wir arbeiten. Du könntest ja mal statt nur zu schwaraffeln, konkrete Punkte aufführen wo du Probleme siehst … vllt. mal ohne Polemik etc. damit man dich auch ernst nimmt.

    Da bin ich mal gespannt.

  29. Chris sagt:

    @no0ne: Du kannst wieder gehen. Weder habe ich Dich angesprochen wegen der Transparenz, noch einen Anlaß gegeben, dass Du gemeint sein könntest.

    Die Rechten verteidigt hier eh keiner

    Und damit bist Du dann, neben der Anmerkung, ich würde auf meiner eigenen Publikation trollen, kpl. raus. Einfach mal all die Diskussionen der letzten Tage nachlesen.

  30. grinspause sagt:

    Lieber Chris, darf ich antworten?
    Ich kann den Wind, der um die JF-Interviews entstanden ist, nicht ganz verstehen. Zugegeben, es gibt sicher bessere Interviewpartner, aber das hier sieht mir alles zu sehr konstruiert aus, bedenkt man dabei auch noch, dass die Piraten sich in der Sache treu sind und sie ihren Bonus als Jungpartei haben dürfen. Ich finde auch nicht, dass mein erster Kommentar «Müll» war. Das was man hier aber so zusammenreimt ist keineswegs seriös, die CDU-Argumente hier empfinde ich als arg an den Haaren herbeigezogen. Mehr hab ich nicht gesagt und ich sehe in dieser Kritik wenig Grund zur Zensur. Auch habe ich deinen erwähnten «Aufschrei» wegen dieser angeblichen «CDU-Spitze» nicht erlebt. Sondern nur Kommentare, die die Unglaubwürdigkeit Deiner Aussagen assistieren. Wo ist das Problem?
    Liebe Grüße, Johannes

    bitte nicht zensieren! danke

  31. Chris sagt:

    ich zitiere mich hier jetzt nicht 20mal selbst…

  32. Zur Diskussion wo die Piratenpartei politisch steht empfehle ich hier mal den Teil unserer gestrigen PK zum Ministerium für die Wissens– und Informationsgesellschaft.

    Pressekonferenz: Ein neues Ministerium für Deutschland

    Aufgrund Thiesen und eines Interviews mit der JF zu behaupten, die Piratenpartei sei rechts ist nicht nur absurd, es zeigt auch, dass sich die behauptenden in keiner Weise mit dem Programm der Partei auseinander gesetzt haben.

    Gruß

    Christopher

  33. Chris sagt:

    @Christopher: Da sind ein paar Leute auf der Bühne, zugeben wichtige Leute, aber vielleicht solltest Du mal tief in Euer Miliieu steigen. Da trieft es braun, und deswegen ist eine Abgrenzung dringend nötig…

  34. Pavel Mayer und auch Nicole Hornung machen meiner Meinung nach relativ deutlich klar, dass für rechte, Menschenverachtende Ideologien in der Piratenpartei kein Platz ist. Deutlicher kann man es meiner Meinung nach nicht formulieren.

  35. Thaniell sagt:

    @Chris: Was die unterschiedliche Reaktion auf deine Spitze angeht: Ich finde das sind zwei paar Schuh: ein Interview zu geben bzw. dies angeblich auch zu tun um mit potentiellen Rechtswählern also möglicherweise auch NPDlern zu kommunizieren, was keine inhaltliche Nähe auf ideologischer Ebene nahelegt und deine Aussage, die Piraten stünden ideologisch der CDU nahe und würden aktiv Politik mit ihr betreiben. Der Versuch den Rechten Wähler zu entziehen ohne sich selbst deren Inhalte zu eigen zu machen und die Unterstellung einer Partei nahezustehen die praktisch für das genaue Gegenteil der Piratenstandpunkte steht, da finde ich unterschiedliche Reaktionen schon für nachvollziehbar. Wobei du jeweils ja auch hauptsächlich (heftige) Reaktionen von Piratensympathisanten hast… was über die Partei wiederum nur wenig aussagt.
    Gegen eine politische Zusammenarbeit mit der NPD würde die Piratenbasis sicherlich massiv Sturm laufen, sollte jemals ein Vorstand auf die verkorkste Idee kommen (und nein, danach sieht es ja auch definitiv nicht aus!).

  36. Key sagt:

    «Ich weiß gar nicht, was diese Piraten wollen. Wer links und rechts zu Kategorien von gestern erklärt, ist für mich von Hause aus ein Rechter.»

    Nein, es sind nur nicht die politisch für die Sache der Piraten relevanten Kategorien (die wohl doch linksliberal sind). Im übrigen sind rechts und links mit unterschiedlichen Auffassungen symbolisch aufladbar. Sie erleichtern die Einordnung in einer komplexen politischen Welt.

    «Und Marktwirtschaft, also das Recht auf Hunger und Klimakatastrophe, finden sie doch auch toll.»

    Was hat Hunger und Klimawandel mit einem Marktsystem zu tun?

    «Nach der grünen FDP kriegen wir jetzt auch noch die braune, das zeigen ja die “JF”-Interviews ebenso wie der von außen erzwungene Rauswurf des Antisemiten Bodo Thiesen. Ich wünsche Schiffbruch.»

    Sehr lustig. Ne, nicht wirklich.

  37. Chris sagt:

    @Christopher: Auf einer PK, die kein Mensch mitbekommen hat? Da muss offensiv gegen vorgegangen werden, es muss etwas *getan* werden. Wozu habt ihr das Internet, eine Pressestelle, ein Wiki und ein Blog? Engagiert Euch gegen rechts, bevor sich die Rechten für Euch engagieren und Ihr nicht mehr ohne könnt, weil diese die Mehrheit stellen.

  38. Anonymous sagt:

    Was habt ihr den für Reaktionen erwartet? Die Piratenpartei hat sehr viele junge und internetaffine Anhänger, von denen sich auch einige in euren Blog verirren. Wenn ihr die Piraten jetzt in die braune Ecke rückt, und sei es nun berechtigt oder nur ironisch gemeint, werden sich doch naturgemäß der ein oder andere junge Piratenanhänger «kritisch» über euch äußern. Das liegt auch einfach daran, dass vielen die Gelassenheit fehlt. Desweiteren ist bei vielen (auch älteren) Piratenanhängern eine sehr starke Abwehrreaktion gegen jede Kritik zu erwarten, da viele die Piraten als letzte Zuflucht vor dem Überwachungsstaat sehen. Denn der Überwachungsstaat und auch das angedrohte Verbot von Killerspielen ruft bei ihnen große Ängste hervor.

    Werden sie dadurch unwählbar? Kommt drauf an, wenn einem eine klare Kante gegen Rechts am Herzen liegt, anscheinend schon. Wenn einem die Reaktionen von einer unbestimmten Menge (Man kann weder sagen, dass es alle sind noch, dass es wenige sind) an Anhängern abschreckt auch.

    Sind sie durch ihre programmatische Eingeschränktheit unwählbar? Kommt auch drauf an, wenn einem andere Themen deutlicher am Herzen liegen evtl. auch. Aber es bleibt wie für den Großteil der Bevölkerung am Ende nur die Suche nach dem kleinsten Übel. Keine Partei ist Perfekt. Für manche haben jedenfalls auch die Grünen und die Linken Leichen im Keller die sie unwählbar machen, von den anderen drei Großen ganz zu schweigen. Man muss sich auch klar sein, dass es die Piraten evtl. nicht schaffen die 5% zu knacken.

    Wird es Schwarz-Gelb-Orange geben? Sehr unwahrscheinlich, also von einer inhaltlichen Nähe zu CDU und FDP zu sprechen ist schon sehr abenteuerlich. Es bleibt eigentlich nur eine winzige Schnittmenge mit der FDP bei den Freiheitsaspekten, dem Gegenüber stehen aber die Belange des Urheberrechts und die Tatsache, dass die FDP die Freiheit sehr gerne für das große Geld aufgibt. Desweiteren Sehe ich zwischen CDU und Piraten überhaupt keine Schnittmenge. Also mal außer acht gelassen, dass die Piraten erst mal die 5% knacken müssen. Wäre in dem Fall nicht Rot-Rot-Grün-Orange oder Jamaika wahrscheinlicher? Mit Dunkelrot und Grün haben sie doch die deutlichste Überschneidung. Und bei der SPD wären, wenn sie schon bereit sind mit der Linken was zum machen, die Differenzen mit den Piraten wirklich das kleinste Problem.

  39. @Chris,

    Schließe bitte nicht von Dir auf andere.

  40. Chris sagt:

    @Christopher: Bis jetzt 170 Aufrufe, da haben wir mehr Gäste während ich diesen Kommentar schreibe — und ja, plus die Fanboys, die es live gesehen haben. Warme Worte helfen auch nicht viel, zumal auf einer PK, wo Ihr Euch verkauft. Tut was, gerade Ihr habt die Infrastruktur…

  41. bloedbabbler sagt:

    Bisher ist mir –zumindest zwischen der CDU und den Piraten– hauptsächlich das unsägliche Orange aufgefallen das eine Gemeinsamkeit darstellt ;-) . Das sich hier einige Piraten –ideell (sic!)- ich vermute hier ist ideologisch gemeint, mit der FDP auf einer gemeinsamen Ebene sehen, sollte zu denken geben. Wer den –in den letzten Jahrzehnten immer stärker zurückgedrängten Bürgerrechtsflügel heranzieht, wird über kurz oder lang auch den anderen plausiblen, weil pragmatischen Versprechungen der blau-gelben Umverteiler Gehör schenken.
    Und das Kuscheln mit dem rechten Rand ist zumindest dumm, wenn man auch nicht gleich «Gefahr im Verzug!» schreien muss, so ist es mittelfristig jedoch ein Irrweg.
    Ich vermute aber einfach mal, wenn das Gros der Piraten im RL, ähnlich ist, wie die Leute die ich kenne, die sich entschlossen haben Pirat zu werden, wird sich das mit rechten Flirtversuchen oder naiven Interviews mittelfristig legen. Gebt den Piraten einfach noch ein wenig Zeit sich vom Unrat zu verabschieden und dann 2013 passt das schon.
    Und lasst den Chris mal ruhig den Finger in die eitrigen Wunden legen, wenn er das bei den etablierten Parteien getan hat, fandet Ihr das ja auch gut.
    @Chris
    Pack die Kassandra mal wieder in den Schrank — und nicht ärgern, sondern denke dran im Zweifel wird der Prophet genagelt.

    Ihnen Ihr Blödbabbler

  42. Pic sagt:

    Die Frage der sozialen Gerechtigkeit ist sicher eine der wichtigen Fragen dieses Jahrhunderts. Aus verschiedenen Gründen. Globalisierung, Klimawandel und Ressourcenproblematik. Vielleicht auch mehr.
    Doch ob man dieses Problem behandelt ist nicht die Frage — denn jeder wird mit der Nase darauf gestoßen! Die Frage ist: Wie geht man damit um? Versucht man sozial Benachteiliigte mundtot zu machen, wie es in den letzten Jahren des häufigeren gefordert wurde? (Weniger Wahlrecht, weniger Geld, mehr Arbeit… soziale Schere) oder betont man genau diesen Faktor?
    Die Frage ist, ob soziale Gerechtigkeit zwar ein Thema höherer Priorität ist und doch von anderen «Werten» (wie z.B. (Meinungs-)freiheit, Gleichheit und anderen) abhängt! Was ist, wenn man sich zuerst mit der (erneuten) Umsetzung dieser «Werte» beschäftigt und dadurch das «große Ziel» doch erreicht?

    Ich bin nicht der Meinung, dass die Piraten sich mit diesem Thema –gar nicht– auseinandersetzen. Ich glaube daran, dass Demokratie auf Freiheit und Gleichheit aufbaut, nach diesen beiden verlangt und ohne sie nicht möglich ist. Und auch soziale Gerechtigkeit wird mit der Einschränkung dieser beiden Faktoren nur leiden. Eine Partei, die sich nun fast ausschließlich damit beschäftigt, beschäftigt sich damit auch mit Fragen, die daraus folgen. Oder nicht?

    Pic.

  43. bert sagt:

    Trotzallem sieht es ganz gut aus:

    Größte Umfrage zur Bundestagswahl bei studiVZ/meinVZ mit 1,2 Millionen Nutzern/ Piratenpartei schafft locker die 5-Prozent-Hürde

    «Mit über 1,2 Millionen Teilnehmern fand innerhalb von nur 36 Stunden die größte Umfrage zur Bundestagswahl bei studiVZ/meinVZ statt: „Wen würdest du wählen, wenn heute Bundestagswahl wäre?“ Die Piratenpartei schafft demnach mit 15,9 Prozent locker die 5-Prozent-Hürde und somit den Einzug in den Deutschen Bundestag. Als Sieger der Bundestagswahl geht bei der VZ-Umfrage die CDU/CSU mit 23,22 Prozent hervor, gefolgt von der SPD mit 16,97 Prozent der Stimmen.»

  44. Boomel sagt:

    möglicher Koalitionspartner für Schwarz-Gelb in Betracht

    :D :D

    wo kann man das Zeug kaufen und ist es teuer?

  45. Pic sagt:

    Hmm… vielleicht ist noch ein Zusatz erlaubt, der mir beim erneuten Durchlesen der Kommentare gekommen ist:
    Chris: Du schreibst, dass es heute «wichtigere Probleme» gibt als die, die auf der Tagesordnung der PPartei sind. Nach meinem löchrigen Geschichtswissen sind genau diese Punkte zuerst von dem Menschen gefordert worden und erst dannach stellt sich die Frage nach anderem (z.B. Monetäre oder soziale Fragen). Ich empfinde die Politik in den letzten Jahren als massiven Rückschritt hinter viele Forderungen unserer «Vorfahren». Alle anderen (z.B. Soziale Faktoren wie Krankenversicherung o.ä.) sind zumindest in Deutschland — aber auch in Amerika von Obama — eher von oben eingeführt.
    Was ich damit sagen will: Die Lösung vieler «wichtiger Fragen» ist für mich nachrangig hinter der Bereitstellung ihrer Voraussetzungen!

    Nun gut… ein Doppelkommentar sollte es nun bleiben. Mehr nicht.
    Viele Grüße,
    Pic.

  46. Chris sagt:

    @Boomel: Endlich lacht mal jemand und nimmt das nicht so bierernst… :D

    @bert: Macht Euch nichts vor, das VZ-Dingens ist alles andere als repräsentativ…

    @Pic: Ein interessanter Einwand, nur werden dem Hartz-IV-Empfänger die Bürgerrechte am Bobbes vorbei gehen, wenn er nichts zu essen hat. Über 2,5 Mio. Kinder leben in Armut — ob mit oder ohne Überwachung, egal. Nach der Bundestagswahl wird die Zahl der Transferempfänger auf über 10 Mio. ansteigen. Diese können mit den Freiheiten, für die die Piraten vielleicht einstehen mögen, nichts anfangen, weil zum Beispiel das Geld für den Bus zur nächsten Demonstration fehlt. Das ließe sich endlos fortsetzen…

  47. Tom sagt:

    Ich hab mir auf Anraten in Fefes verlinktem Artikel tatsächlich mal das Interview mit Popp durchgelesen. Ich hab nichts gefunden, was mich nun dazu bringen würde zu behaupten, die Piraten schwenken nach rechts. Bei der Frage nach möglichen Koalitionen wird das sogar explizit ausgeschlossen.
    Also mal vom Umstand abgesehen, dass die Junge Freiheit ein rechtes Blatt ist, ist an dem Interview genau was auszusetzen? Ich meine die Frage durchaus ernst. Gibt vielleicht Infos, die ich nicht kenne. Aber so richtig verstehe ich die Aufregung nicht.
    Was die «Forderung» nach mehr Stellungnahmen angeht, steh ich allerdings auf deiner Seite. Eine Meinung hat man immer, man muss nur auch dazu stehen. Dennoch werde ich sie wählen. Sie werden uns ja nicht auf einmal regieren müssen/dürfen. Also keine Panik.

  48. Oliver sagt:

    >Was ich damit sagen will: Die Lösung vieler “wichtiger Fragen” ist für mich nachrangig hinter der Bereitstellung ihrer Voraussetzungen!

    Gutes Argument, nur spricht es eben gegen die Piraten. Freiheit ist keine Vorraussetzung per se, um Freiheit für alle, respektive Freiheit per se überhaupt zu ermöglichen braucht es Soziales, Bildung etc. pp. Also bitte nicht nach eigenem Gusto oder «Piratenlogik» das Pferd von hinten aufzäumen. Und das «Netzrefugium» tangiert am allerwenigsten bzw. residiert mitunter an tertiärer Stelle. Letzteres ist dann interessant und insbesondere die logische Schlußfolgerung, wenn Freiheit für alle ermöglicht ist, diese auch zu sichern und nutzbar zu machen — verstanden als weiteres Medium im Rest der (Offline)Welt.

    Die Foderung beispielsweise nach einem Internetminister unterstreicht diesen asozialen Habitus. Wobei ich den Piraten nicht einmal echte rechte Tendenzen etc. unterstelle, aber die Naivität mit der vorgegangen wird verlangt manches mal weniger nach der berüchtigten «Nazikeule», sondern der «ich hämmere denen mal politisch-historisches Grundwissen ein»-Keule. Und wenn ich jede zweite Kritik mit «… aber die Grünen» beantwortet komme, bleibt mir eigentlich nur ein «geht sterben und macht keinen Lärm dabei». Mir entzieht sich bei dieser Dummbratzen-Rethorik wirklich wo dieses «wir sind besser, wir machen alles anders» herkommen soll? Ganz ehrlich bis jetzt sehe ich nur plagiierte Worthülsen. Seit 2006 hätte man schon etwas mehr auf die Beine stellen können, zumindest Grundlagen politischen Handeln und Wirkens. Ansonsten wirkt nämlich dieses stetige «aber wir wollen es anders machen» mehr wie «wir haben null Ahnung».

    Im übrigen habe ich permanent ein Deja Vu, diese Art wüsten Beschimpfungen und «ihr habt ja keine Ahnung» etc. ist Programm bei den Genossen und trieb mich letztendlich auch von denen endgültig weg. Zumindest diesen Teil der Politik habt ihr schon wirklich gut drauf :-)

  49. Chris sagt:

    @Tom: Habs aus den Untiefen der DB geholt…

    Die Erwiderung steht schon hier, Frédéric hat dies dazu gesagt:

    Das hat sich die Knobloch auch schon gesagt. Und nach dem Interview beschlossen, mit der JF nie wieder zu reden. Was sie gesagt hat, weiß keiner mehr: dass sie es der JF gesagt hat, das wissen offensichtlich viele hier. So wird es in zwei Jahren (nehmen wir ein krudes Beispiel) dem Vorsitzenden des ADAC gehen. Wenn der der JF ein Interview gibt, dann werden alle sagen: aber die Knobloch. Und der Kishon. Und die Piratenpartei. Und keiner wird sich mehr daran erinnern, was Popp tatsächlich gesagt hat. Ihr wisst gar nicht, wie sehr ihr den Piraten schadet, wenn ihr einen Fehler dadurch zu vertuschen versucht, indem ihr ein Blatt von Nazis und Nazifreunden vor lauter Vertuschung in Schutz nehmt.

    #args

  50. ADoernor sagt:

    Ich find die Einordnung der Piraten ins politische Spektrum immer wieder bemerkenswert. Zypries sagt Piraten sind konservativ. Grüne sagen sie sind neoliberal oder rechtsradikal. CDUler halten Piraten für Anarchisten und FDPler meinen es handelt sich um Kommunisten. Die Rechten erschrecken sich auch oft, wenn sie merken, dass es um den Schutz des GG geht und nicht um absolute Narrenfreiheit.
    Sie sind wohl eher sozialliberal/progressiv. An einem bedingungslosen Grundeinkommen wird bereits gearbeitet… damit würden sie alle linke Parteien mit bundespolitischer Relevanz betreffs Sozialität schlagen und auch die Liberalen in Sachen Freiheit. Bezüglich des Erhalts des GG würden sie die CDU ausstechen^^. Sie befinden sich halt innerhalb des Wertedreiecks in einer Ecke die keine Partei bisher ausfüllte.

    Außerdem besteht sehr wohl ein enger Zusammenhang zwischen der taz und den Grünen. Die «Piratenjägerin» ist extra bei den Grünen ausgetreten, um neutral erscheinen zu können. Glaubt wirklich jemand, dass es neutrale Zeitungen gibt? Wenn es schwarze, rote und gelbe Zeitungen gibt, so auch Grüne.

  51. Chris sagt:

    Danke, und genauso wenig sind Piraten pragmatisch, objektiv — sie sind genauso manipulativ und intelligent wie andere Parteien… :)

  52. Micxs sagt:

    Hallo Chris
    Wieder ein Artikel der mir gut gefällt. Auch der verlinkte Artikel bei Fiddle.knows fand ich gut. Nun aber mal zu deinen Kritikpunkten.
    Ich bin deiner Meinung was die fehlenden Antworten der Piraten auf die sozialen Fragen angeht, denn diese sind überaus wichtig um den sozialen Frieden in diesem Land zu gewährleisten. Daher ist diese Wahl auch so wichtig denn sie entscheidet darüber ob es einen weiteren Kahlschlag im Gesundheitswesen und Sozialwesen geben wird oder ob die die für die Krise Verantwortlichen auch für ihre Casinospielereien zur Verantwortung und auch zur Kasse gebeten werden. Daher kommt für mich auch nur eine Partei in Frage und es sind nicht die Piraten. Nicht das die Themen der Piraten unwichtig sind aber es gibt zur Zeit wichtigere Fragen die die Zukunft dieses Landes und das Zusammenleben der Menschen stark zum negativen verändern können.

    Ich denke was Transparenz in Kommentar Bereich oder bei politischen Diskussionen angeht bin ich der Meinung von Oliver. Es verhindert keine Deppenkommentare aber Menschen die mit Realdaten posten haben meist qualitativ hochwertiger Kommentare und können auch auf Beleidigungen verzichten. Im Schutze der Anonymität rutscht dem einen oder anderen schon mal ein grenzwertiger Beitrag heraus. Daher bevorzuge ich bei politischen Diskussionen die Menschen die zu identifizieren sind. Es hat für mich auch was mit Rückgrat zu tun. Wenn man eine politischen Meinung hat, dann kann und sollte man da auch offen zu stehen können. Frei nach dem Motto : Gib dem Protest ein Gesicht.

    Ich beobachte eigentliche nur die Mailinglisten (Aktive, BGE, Politik) der Piraten und wenn ich es einschätzen müsste würde ich die Piraten irgendwo zwischen FDP und Grüne einordnen mit Einflüssen von beiden Rändern. Ich denke bei den Piraten findet man das komplette Spektrum von politischen Positionierungen. Das reicht von rechts bis links wobei die meisten in der Mitte oder auch vorne ;) zu finden sind. Ich denke nach der Wahl wird es darum auch eine Zerreißprobe geben und viele werden wieder austreten und andere wiederum eintreten. Gerade die von dir angesprochenen Positionierungen zu sozialen Themen wie Mindestlohn, BGE oder/und Ersetzung von Hartz4 durch eine neue Regelung sowie Energiefragen, Krankenkassensystem und strikte Regelung des Finanzwesen werden darüber entscheiden ob die Piraten 2013 kentern oder ändern werden.

    Das mit der Koalition mit der CDU fand ich dann aber auch witzig. ;)

    Grüße Micxs

  53. Oliver sagt:

    >Außerdem besteht sehr wohl ein enger Zusammenhang zwischen der taz und den Grünen. Die “Piratenjägerin” ist extra bei den Grünen ausgetreten, um neutral erscheinen zu können. Glaubt wirklich jemand, dass es neutrale Zeitungen gibt? Wenn es schwarze, rote und gelbe Zeitungen gibt, so auch Grüne.

    Mir als Grüner gefällt diese Konstellation ebenso wenig mit der Frau in der taz. Aber dem ist nun einmal so und wenn man es weiß blendet man die Artikel einfach aus oder nimmt sie im Zuge der Quellenkritik als weitere Information wahr.

    Zwar gibt es selten wirklich politisch gefärbte Zeitungen, aber es existiert zumindest die historisch begründet Oberhoheit der Genossen beim Print und da würden gar einige staunen wieviel offensichtlich konservatives Material tatsächlich in der Hand der SPD ist. Aber auch das ist schnuppe, es ist schlicht panem et circenses. Dort schreibt man in der Zeitung mal für den Nerd, dort mal gegen ihn, hier lobpreist man die Netcitizens, anderen Ortes verdammt man sie als Übel per se, heute jagen wir HartzIV-Empfänger und morgen bauchpinsel wir sie aber richtig usw. Warum das alles? Nun es treibt die Quote nach oben und hält dennoch die Leser mehr oder weniger bei Stange. Das Netz wirkt dem entgegen und bricht das Meinungsmonopol auf, das ist aber auch alles, intelligenter sind die Netcitizens keineswegs nur weiter verstreut, keine Kundschaft des Print mehr.

  54. Oliver sagt:

    Addendum: noch einmal zum mitschreiben liebe binär gepolte Piraten … der Chris der schrieb das obige und ist kein Pirat, kein Grüner, kein SPDler, kein xyz. Ich bin der Grüne seit einem halben Jahr, würde aber eher die Partei Partei sein lassen, als denn grenzdebile Parteisoldaten zu mimen, wie es die Piraten stetig zu Schau stellen. Für mich kommt an erster Stelle die Humanistische Union, der CCC und danach die Partei, heute in Form der Grünen — für grenzwertige Bereiche in denen erstere nicht wirklich etwas erreichen können.

    Dieses ewige «aber immerhin sind wir nicht die Grünen …» ist einfach nur infantil. Ihr habt einfach nichts auf der Pfanne, nichts in der Birne um es mal auf eurem Niveau auszudrücken. Die Grünen haben bei ihrer regierungstechnischen Feuertaufe einiges an Fehlern gemacht bzw. sich mit ihren 6.7% weitläufig über den Tisch ziehen lassen, aber sie decken konsequent jene Bereiche ab die notwenig sind, um weitläufig von Humanismus zu sprechen. Und bei einer solchen Bandbreite geschehen Fehler, insbesondere bei Regierungsverantwortung als Junior-Partner. Keine Relativierung, nur eine Feststellung.

    Die Piraten hingegen machen es sich recht einfach, neben dem Umstand unzähliger plagiierter Worthülsen, hält man das Programm eng begrenzt und gerät dennoch mit diesem als Witz neben Organisationen wie CCC oder Humanistische Union. Das heißt es fehlt schlicht die Nachhaltigkeit … und alle so yeah … und dann wird man im Regen stehen gelassen. Eine Beleidigung der Intelligenz eines jeden mündigen Bürgers.

    Als Opposition im weitesten Sinne darf man das natürlich, man darf sich weit hinaus lehnen, jedem ans Bein pinkeln, vom Land in dem Milch und Honig fließt fabulieren, das internettechnische Utopia prophezeien usw. Anders oder besser ist das jedoch keineswegs, es ist schlicht business as usal. Nur seit ihr anscheinend der Meinung mit dem Dreck werfen und den Worthülsen schmieden beginnen zu müssen, als denn tatsächlich ureigene Inhalte zu liefern.

  55. Tom sagt:

    Ich bin ein Soziopath, auch unter dem Namen nanuk bekannt.

  56. Timm sagt:

    Vorab: Ich symphatisiere mit den Piraten und werde Sie wählen. Mein Kommentar wird daher eher subjektiv zu verstehen sein.

    Die Piraten haben eine gute Politik. Noch stark eingeschränkt, aber ausbaufähig. Das größte Problem bei den Piraten ist das Sie leider ein Talent dafür haben die ungeeignetsten Personen in höhere Ämter zu setzen. Ob Thiessen oder Popp — und wer da noch so kommen mag. Ich gebe Ihnen eine Chance und werde mir dann anschauen wie die Lage in 4 Jahren aussieht.

    Politik bekommt man meist nicht in die Wiege gelegt und ich gebe jedem eine gewisse Zeit zum lernen (ausser den rechtsextremen Parteien, denn die lernens ja nie — sonst wären sie nicht rechtsextrem). Diese Zeit beschränkt sich nun erstmal auf 4 Jahre, dann sehen wir weiter.

    Der Rest der zur Zeit abgeht ist einfach nur ziemlich dreckiger Wahlkampf. Wie immer.

  57. Pic sagt:

    Hallo Oliver und Chris!

    Ich bin schon fast der Meinung, dass wir in Deutschlanda auf einem ziemlich hohen Ross sitzen. Ihr habt sicher Recht. Es ist (viel?) schlechter als noch vor Jahren mit Hartz IV und anderen sozialen Unterstützungen.
    Die Menge des Geldes hat aber in meinen Augen nichts mit «sozialer Gerechtigkeit» zu tun. Vielmehr hat die Einstellung zu Arbeitslosen an sich in der Gesellschaft damit zu tun. Themen wie dieses sind Themen, die gesamtgesellschaftlich gelöst werden müssen. Da hilft ein «von oben» der Regierung (im Sinne von «wir machen, wir tun, wir erreichen mit unserer Politik) wenig.
    Deshalb glaube ich auch nicht, dass es gut ist, dieses Thema im Wahlkampf und bei der Auswahl der Politiker all zu hoch zu schaukeln.
    Nun: Vielleicht bin ich zu sehr Idealist um die Feinheiten herauszusuchen. Doch eine Partei, die sich der (Meinungs)freiheit verschrieben hat (auch wenn einige Piraten meinen, dass es lediglich auf das Internet gehen sollte — der InetMinister ist Schrott!) ist mir in diesem Zusammenhang lieber als eine Partei, bei der die ganze neoliberale Weltrevolution mitschwimmt (Ganz nach Guido Westerwelle, der zu Lafontain gemeint hat, bei der Linken stehe unter jedem Gesetzesentwurf die ganze marxistisch-leninistische Weltrevolution).

    Ich glaube (!) daran, dass mit dem Inhalt der Worte «Freiheit», «Gleichheit» und «Gemeinschaft» eine Gesellschaft entstehen und erhalten werden kann (je nachdem welcher Meinung man ist), die Probleme wie «soziale Gerechtigkeit» sehr einfach lösen kann. Man sieht: Ich wäre FDPwähler, wenn nicht — siehe oben.

    Ich gebe euch beiden Recht mit jeder Kritik, die ihr an den Piraten äußert. Jedoch bin ich mir sicher, dass das bei anderen Parteien nicht sehr viel anders aussieht (Im Sinne der Quantität der Kritik). Und ich wähle die Piraten nicht, weil ich der Meinung bin, das Internet sei alles. Ich wähle sie, weil sie es BISHER noch hinbekommen haben, mir das Gefühl zu geben, dass hinter den konkreten Ausformungen (Internetminister) noch ein kleiner Idealismus steckt. Diesen vermisse ich schon länger bei ALLEN anderen Parteien.

    Naja. Einen schönen Abend! :-)
    Pic.

  58. Oliver sagt:

    >Jedoch bin ich mir sicher, dass das bei anderen Parteien nicht sehr viel anders aussieht (Im Sinne der Quantität der Kritik).

    Bei bis dato 6487 Artikeln auf dieser Publikation muß uns das irgendwie entgangen sein. Die Themen die sich bei uns mit den Piraten befassen — auf politischer Ebene — sind verschwindend gering.

  59. Pic sagt:

    Ich habe ja nicht gesagt, dass ihr diese Kritik nicht übt, oder? Hihi.
    Du hast ja Recht… Mein Punkt lag ja woanders.

    Pic.

  60. Pic sagt:

    Hmm… Entschuldige. Ich wollte damit sagen, dass ihr diese Kritik nicht übt. Danke für die Aufmerksamkeit in Bezug auf mein Gefasel. Mein Punkt liegt nicht dort.
    VIele Grüße,
    Pic.

  61. Jens sagt:

    Wenn der piratische Schwarm im Netz zum anonym kommentierenden Mob verkommt, so ist das bedauerlich, weil es die engagierte Arbeit derer diskreditiert, die ernsthaft und differenziert wichtige Themen aufgreifen und voranbringen wollen. Für das allabendliche Trollposting in diversen Foren und Blogs aber dürften damit gerade diese real politische arbeitenden wenig Zeit — und vermutlich auch wenig Interesse — aufbringen. Es ist mehr als nur schlechter Stil, hier ein für die — durchaus streitbare — Piratenpartei represäntatives Moment herauslesen zu wollen.

    Der Begriff der Meinungsfreiheit ist ein Thema, das nur in Grenzbereichen überhaupt diskussionswürdig werden kann, schlicht weil der gesellschaftliche Konsens keiner Verteidigung bedarf. Unbestritten leidenschaftlich besetzt sollten dennoch unterschiedliche Priorisierungen im individuellen Wertekosmos zugestanden werden, ohne gegenteilige Überzeugungen als Schwachfug oder versteckte Sympathien zu braunen Widerwärtigkeiten zu verorten. Einen Ansatzpunkt zum gegenseitigen Verständnis kann der vergleichsweise herrlich unaufgeregte Artikel unter Free Speech, Teil 1: Warum die USA Holocaust-Leugner schützen bieten, so man sich auf den Blick über den eigenen Tellerand einlassen will.

    Letzlich verwundert die Vehemenz, mit der eine durchgängig rechte Ideologie großen Teilen der Piraten angedichtet werden sollen, durchaus bei manchen Autoren und Autorinnen, gerade auch vor dem Hintergrund, den die Grünen mit der Jungen Freiheit teilen:

    Rolf Stolz
    *** Links zur Jungen Freiheit hier nicht

    Auch dieser Artikel ist, mit Verweisen auf die jungen Grünen, nicht gänzlich uninteressant:

    Braune Grüne

    Werden sie damit unwählbar? Sicherlich nicht. Es gilt auch hier, andere Meinungen der Diskussion zu stellen, nicht, sie zu verbieten. Ob man diesen Meinungen ein eigenes Forum stellen muss, ist eine andere Frage, die bei Grünen und Piraten manchmal wohl auch anders beantwortet wird. Wer den Piraten aber binäre Denke unterstellt, sollte selbst etwas differenzierter an seine Beobachtungen gehen und sich nicht in schwarz-weisser Diffamierung üben.

  62. Pic sagt:

    SPAM! Ich schreibe und verhasple mich, weil ich zu schnell bin. Diese Mischung aus Gedankenverlorenheit und fehlendem Nachdenken. Es tut mir Leid. Erneut (der 3te…):
    – Ihr übt diese Kritik sehr ausführlich. Das ist ja das Schöne hier.
    – Vielen Dank, dass du mich auf den Punkt aufmerksam gemacht hast. Das kann man natürlich missverstehen.
    – Mir ging es aber nicht um diesen Punkt.
    So. Klar gegliedert. Unmissverständlich. Ohne Fehler. Und nun Schluss mit dem Spam. :-(
    Pic.

  63. Moritz sagt:

    Wenn ich sehe, wie wenige Piraten sich diese Kritik wirklich zu Herzen nehmen, dann sehe ich erst richtig, wie richtig sie doch ist.

    Komisch finde ich auch, dass viele Piraten so gegen die Wähler der Linken und Grünen wettern. Die wollen in Sachen Netz doch genau die gleichen Dinge, und haben zudem auch noch weitere Programme — Piraten für Fortgeschrittene quasi, und da sollte es jedem Piraten doch nur recht sein, dass man links und grün, statt gelb und schwarz wählt. Aber nein, nur Orange ist gut, weil es sich nichts fürs Volk interessiert, oder so.

  64. Chris sagt:

    @Pic:

    Ich glaube (!) daran, dass mit dem Inhalt der Worte “Freiheit”, “Gleichheit” und “Gemeinschaft” eine Gesellschaft entstehen und erhalten werden kann

    Glaube ich nicht, weil diese Begriff zu aller Zeit missbraucht wurden. Der Spiegelfechter schreibt nebenan: kaum ein anderer Begriff ist derart politisch umstritten, wie der der Freiheit. […] Freiheit ist eine leere Hülse, in die man so ziemlich jeden Inhalt packen kann. Die rechtsextreme österreichische FPÖ trägt die Freiheit in ihren Namen, ebenso wie die wirtschaftsliberale FDP und auch die rechtsextreme Zeitung Junge Freiheit. Freiheit wollen sie auf ihre Art alle – Freiheit für die Starken in der Gesellschaft, die sich vor einem „sozialistischen Umverteilungsstaat“ fürchten, Freiheit für die Rechten, wieder offen den Holocaust zu relativieren oder Geschichtsrevisionismus zu betreiben. Besonders weit gehen hier die Libertären, die vor allem in den USA ihren Pakt mit den Ultrarechten geschlossen haben und vor allem in der Zielgruppe der Piraten auch sehr beliebt sind – man denke nur an den Hype um Ron Paul im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen.

    @Jens: Wir sind die nicht USA, wir sind die Bundesrepublik Deutschland. Wir haben eine ganz andere Geschichte und Verantwortung als die USA. Wir definieren Freiheit anders. Da auf die USA zu verweisen, geht völlig am Thema vorbei — auch mit Hinweis, Blick über den Tellerrand. Deutschland trägt eine besondere geschichtliche Verantwortung. Ebenso der Verweis auf Stolz, er ist nicht Parteivorsitzender. Und vielleicht sollte man endlich mal kapieren, dass die Reaktionen auf die Interviews in der Nazipostille das Verheerende sind. Diese Reaktionen sind erschreckend. Ich schrieb gestern: Schon jetzt gibt es auf rechten Webseiten Überlegungen, die Piraten zu einer Zusammenarbeit zu bewegen. Die durchgeknallten Irren von Politically Incorrect, die der Verfassungsschutz auf dem Zettel hat, jubeln auf dem Blog des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Piratenpartei zu. In den Kommentaren der Welt werden freiheitlich-rechte Patrioten dazu aufgefordert, in die Piratenpartei einzutreten.

    Die Reaktionen, gepaart mit der Unfähig– und Teilnahmslosigkeit der Parteiführung der Piraten, macht die Partei unwählbar. Man kauft nicht nur die Katze im Sack — man muss befürchten, dass man die «andere Seite des Spektrums» wählt, setzt man sein Kreuz bei den Piraten.

  65. KeinPirat sagt:

    «dass nicht nur politisch und demokratisch bedenklich erscheint» …

    Ist es politisch und demokratisch nicht auch bedenklich, wenn man das Logo einer Partei, welche für Freiheit, Transparenz und Gerechtigkeit steht, als Nazi-Emblem umformt? Ist es nicht auch bedenklich, wenn man zu rethorisch bedenklichen Kindergartenjargon wechselt (wer ist denn hier gerade am «Heulen»)? Ich bin kein Pirat, ich habe sicherlich einige Sympathien zu Ihnen, und bei der Europawahl habe ich sogar mein Kreuz gemacht. Aber wie hier (ich spreche vom MasterBootRecord) auf die öffentliche Mainstream-Dresche eingegangen wird ist mindestens genauso daneben wie alle Kritikgegner der Piraten. Ich empfinde diese sinnlose Schlammschlacht als Kindergarten.

    Mehr werde ich auch nicht schreiben, da meine Kommentare hier schon zu oft nicht zugelassen wurden (und da ging es oft lediglich um eine andere Meinung). Von daher stellt sich sowieso die Frage, was das ganze hier im Internet zu suchen hat (vielleicht druckt man in Zukunft die F!xmbr-Texte gleich im Spiegel). Kritik unerwünscht (und trotzdem werde ich hier regelmäßig weiterlesen).

  66. Chris sagt:

    Du verwechselst Satire mit Beleidung. Kein Wunder, dass Dich der Filter immer schnappt. Und nun gehe Deines Weges…

  67. Pic sagt:

    Wie ich schon geschrieben habe, basiert unser Grundgesetz auf nichts anderem als Freiheit (-> Kant, kategorischer Imperativ, Notwendigkeit von Handlungs– und Willensfreiheit — aus denen viele andere Freiheiten UND AUCH VERANTWORTUNG folgt). Natürlich ist der Begriff ausgenutzt worden — das aber heisst nicht, dass man ihn verteufeln kann.
    Die Freiheit, die ich damit (mit obiger Begründung) «brauche und haben möchte» ist eine der Selbstverantwortung. Damit schließen sich viele Handlungen von «Liberalen» von selbst aus (Was folgt aus meiner Handlung? Sollte so jeder handeln, um sein Ziel zu erreichen?). Jedoch auch jede, die anderen Verantwortung abnimmt (Überwachung, Datensammlungen, Einschränkungen in Bewegungs-, Meinungs– und Informationsfreiheit)
    Nunja. Ich möchte hier nicht über –meine– Einstellung schreiben. Aber du bringst mich auf die Idee den Begriff der Freiheit (wieder?) auf schöne kräftige Beine zu stellen. Er scheint ein wenig in Verruf geraten zu sein :-)
    Pic.

  68. Jens sagt:

    @Chris: «Wir» sind nicht die USA, genauso wenig wie «wir» Deutschland sind. Unbestritten hat unsere Gesellschaft eine besondere geschichtliche Verantwortung, die ich aber nicht zu dem Imperativ und der geforderten homogenen Deutungshoheit umdeklarieren kann, die ich bei dir herauszulesen meine.

    Selbst wenn wir geschichtliches erst einmal gleich bewerten, können wir zu unterschiedlichen Konsequenzen kommen, die im Ergebnis wieder auf etwas gemeinsames Zielen. Meinungsfreiheit kann so für mich ein Wert sein, den ich auf meiner Skala höher ansetze als du, schon weil ich der Meinung bin, dass Rechtsradikalismus nicht totgeschwiegen werden kann und Demokratie jeden Tag neu erarbeitet werden muss. Stoppschilder und Denkverbote halte ich für immanent gefährlich, weil sie genauso schnell von den falschen Leuten instrumentalisiert werden können wie du es nicht ganz zu unrecht auch unter dem hehren Begriff der Meinungsfreiheit beobachtest. Aber ist es deshalb an «uns», Freiheit für andere zu definieren, oder sollten wir mündigen Mitmenschen zugestehen, andere Schlüsse zu ziehen, ohne sie gleich in extreme Ecken zu rücken? Können nicht unterschiedliche Wege zum Ziel führen? Wohlgemerkt: Ich rede von der Interpretation des Begriffes der Meinungsfreiheit, nicht vom bewußten Leugnen geschichtlicher Tatsachen, was ich ablehnend unter argumentativem Dauerfeuer sehen möchte, aber eben nicht verbieten würde. Ich verstehe die Bauchschmerzen, die eine Mehrheit damit hat, und kann diese auch nachvollziehen und respektieren. Darf ich für meine Sicht der Dinge auch Verständnis einfordern?

    F!XMBR ist euer streitbarer Blog, hier gilt euer Hausrecht. Das Schwärzen kontextuell nicht ganz irrelevanter Quellenverweise («*** Links zur Jungen Freiheit hier nicht») respektiere ich ebenfalls, es ist als nicht ganz unpassendes Beispiel aber eben jene Auffassung von Freiheit, die viele gerade so nicht teilen, ohne dadurch auch nur in entferntester Form Sympathisant jener rechtsnationalen Postille oder derer Inhalte zu werden. «Sapere aude» heisst auch, schmerzhaftes zur Diskussion zu stellen. Eine Diskussion, bei der ich grundsätzlich vermutlich oft auf der Seite von Oliver und dir stehen würde, wenn auch unter anderen Voraussetzungen und mit einem nicht verwandtem Duktus.

    Zusammengefasst denke ich, dass es viele Piraten gibt, die ähnliches fernab jeder brauner Gesinnung empfinden und sich mangels eigener Ausdrucksfähigkeit doch in unruhige Gewässer manövrieren. Davon ganz unbenommen sehe ich in den Piraten eine junge Partei, die in ihrer Phase der frühen politischen Orientierung Parallelen auch zu den jungen Grünen zeigt und eines starken äußeren und inneren Einflusses bedarf, um nationalistischem Gedankengut schon von Anfang an zuvorzukommen. Man muss grenzwertigen Geistern kein Forum in der eigenen Partei bieten, man darf sie aber nicht generell der Möglichkeit berauben, ihren Meinungen Ausdruck zu verleihen. Dass das nicht unbeschränkt Gültikgeit besitzt, ist auch mir klar. Diskussionswürdig ist stets, wo und warum die Grenzen zu ziehen sind.

    Das Heer der pseudopiratischen Trolle im Netz kotzt mich wahrscheinlich ähnlich an wie dich, nur tust du mir und anderen Unrecht, manche Thesen isoliert vor diesem Hintergrund aufzuarbeiten. Die Piraten sind jung, sie vertreten Standpunkte, die ich wichtig und richtig finde und so in keiner anderen Partei glaubhaft vertreten sehe. Den Fokus auf die eng umrissenen Kompetenzfelder finde ich konsequent — wohin kompetenzfreies Agieren auf unbekannten Politikfeldern führt, zeigt die Netzpolitik der ehemals großen Volksparteien nur all zu deutlich. Vor Fehlern gefeit sind sie sicherlich nicht, die Piraten auf stürmischer See. Mit konstruktiver Kritik begleitet könnte aber eine politische Kraft entstehen, die für die nächsten Jahre notwendige Impulse geben kann. Das Haue und Gesteche beider Seiten hingegen führt zu einer Lähmung in wichtigen Fragen, obwohl man — und hier schliesst sich der Kreis — manchmal doch näher beisammen ist, als man denkt.

  69. Chris sagt:

    @richter169: Kopf einschalten, wenn irgendwie noch möglich: vor dem Kommentieren. Bei der Satire ging es nicht um diesen Text. Danke.

  70. Chris sagt:

    @Jens: Es geht nicht um das Totschweigen von rechten Meinungen, die müssen zwar auch nicht auf F!XMBR stattfinden, hier geht es um Leute, die in unserem Land wieder einen faschistischen Staat einrichten wollen. Die Piraten haben keine Ahnung, worauf sie sich da einlassen.

    Und ja, ich bin in gewisser Weise froh, dass unser Bundesverfassungsgericht dem Persönlichkeitsrecht höhere Priorität einräumt, wie der Meinungsfreiheit. Die Freiheit des Einzelnen darf nicht die Freiheit des Anderen einschränken. Das ist laut Bundesverfassungsgericht der Geist unseres Grundgesetzes. Auch wenn es hier manchmal dazu kommt, dass dies ausgenutzt wird, Stichwort Stolpe-Urteil, bin ich froh, dass es so ist. Wir müssen diese Freiheit nicht mehr definieren, dass haben unsere Gründungsväter getan, das Bundesverfassungsgericht wacht darüber — es ist im Übrigen nicht verhandelbar, weil es Grundrechte sind.

    Dass Piraten noch jung und unerfahren sind, ist unbestritten. Doch dann sollen sie doch bitte Hilfe und Anregungen aufnehmen und nicht Pawlow spielen und sich in Beleidungen üben. Soziopath, Ar***geige, und was noch nicht alles musste ich heute schon löschen. Sicher bin auch nicht nicht allwissend und mache Fehler, doch wenn man mich auf etwas hinweist, korrigiere ich es sofort. Die Piraten präsentieren sich hier als absolut lernresistent. Es ist ja auch nicht so, dass nur F!XMBR Kritik übt — im Gegenteil. Und die Parteiführung? Laut denen ist alles gesagt, und sie gehen auf Tauchstation. Ich sehe da bis auf wenige Ausnahmen niemanden, der Hilfe und Kritik annimmt. Man fechtet einen Flamewar aus und beweist so nebenbei, warum die Öffentlichkeit vom Netz eine so schlechte Meinung hat.

  71. Jens sagt:

    @Chris: D’accord, «die Freiheit des Einzelnen darf nicht die Freiheit des Anderen einschränken». Diesen Freiheitsbegriff akzeptiere auch ich als Ideal, dem es zu folgen gilt. Es sind die Auffassungen und Interpretationsspielräume dieser Definition, die die Freiheit des Einzelnen und die der Anderen eben doch nicht so statisch und in Stein gemeißelt erscheinen lassen, wie du es darstellen willst. Schon der immernoch andauernde Prozess weiblicher Emanzipation oder die sich ändernde Wertung christlicher Referenzen im Gesetzestext zeigen, dass die Auffassung individueller Freiheit und anderer Kernpunkte seit den Zeiten «unserer Gründungsväter» — die mitnichten unfehlbare Gottheiten waren — im stetem Wandel begriffen sind. Politik ist eben auch und gerade der definierende Diskurs darum, wohin dieser Wandel führen soll, und muss hinterfragen dürfen, ohne deshalb wertfrei zu sein.

    Damit möchte ich keinen mangelnden Respekt vor einem Grundgesetz bekunden, welches ich für einen der gelungensten Entwürfe einer nationalstaatlichen Verfassung empfinde, im Gegenteil: zu oft stört mich der geradezu leichtmutige Umgang mit den dort verankert geglaubten Grund– und Bürgerrechten, ich empfinde sie oft als zu «verhandelbar». In den Piraten sehe ich zum größten Teil Verteidiger dieser Werte, nicht deren Gefährder, und hoffe, dass das so bleibt.

    Viele Anhänger der Piraten — und vielleicht manch ein Pirat selbst — präsentieren sich nicht nur als lernresistent, sonder als vollkommen merkbefreiter Pöbel. Aber ist der gemeine Forentroll bei Heise repräsentativ für den aufgeklärten Netzbürger oder das Klischee des überzeichneten Nerds? Hinter dem gewaltigen Rauschen verbergen sich auch individuelle Nutzsignale, die es nicht verdienen, über einen Kamm geschert ob der tagesaktuellen Außenwahrnehmung ihrer Partei abgeurteilt zu werden.

    Auch die Parteiführung der Piraten hat ihre Lektionen in politischer Kommunikation kaum verinnerlicht und noch einen schmerzhaften Lernprozess vor sich — oder ihre Zukunft bereits hinter sich. Nur Hand auf’s Herz: wirklich kompromissbereit, konstruktiv oder deeskalierend kommt mir der Tenor hier und auf manch anderer Plattform auch nicht immer vor. ;-)

    Ich versuch es jetzt mal, gut sein zu lassen, aber ich hoffe, dir in etwa dargelegt haben zu können, was mich manchmal (nicht nur) an eurer Berichterstattung über die Piraten stört, ohne ihr jegliche Substanz absprechen zu wollen.

  72. Jens sagt:

    äh, bei dem lallus auf den du verlinks steht: gegen Willkür und den Willen zur Unfreiheit, wie sie links– und rechtsfaschistischen Ideologien zu eigen ist, abgrenzt und dagegen verteidigt wird. wasn linksfaschismus? — die spinnen diese piraten

  73. Chris sagt:

    @Jens:

    Auch die Parteiführung der Piraten hat ihre Lektionen in politischer Kommunikation kaum verinnerlicht und noch einen schmerzhaften Lernprozess vor sich – oder ihre Zukunft bereits hinter sich. Nur Hand auf’s Herz: wirklich kompromissbereit, konstruktiv oder deeskalierend kommt mir der Tenor hier und auf manch anderer Plattform auch nicht immer vor. ;-)

    D’accord. ;-) Aber, das ist mit der Zeit auch so gewachsen. Ich will aber auch nicht die Piraten verantwortlich für meine — teilweise scharf — formulierte Polemik machen. Ich denke, wir haben trotzdem mehrfach bewiesen, dass wir einer Diskussion aufgeschlossen sind.

    In den Piraten sehe ich zum größten Teil Verteidiger dieser Werte, nicht deren Gefährder, und hoffe, dass das so bleibt.

    Das wollen sie werden — wenn man jedoch ihre Reaktionen auf die Kritik sieht, nicht nur hier, dann muss man das kritisch hinterfragen. Ich habe da so meine Zweifel. Möge ich positiv überrascht werden…

    Aber ist der gemeine Forentroll bei Heise repräsentativ für den aufgeklärten Netzbürger oder das Klischee des überzeichneten Nerds

    Ich hoffe ja, aber es ist deren Milieu, das sind ihre Wähler, ihre Verteidiger, die Personen, die ihre Botschaft ins Netz tragen. Zeig mir Deine Freund und ich sag Dir, wer Du bist. Wollen wir also hoffen, dass nach der Wahl eine Wertediskussion beginnt und der Freiheitsbegriff geklärt wird. Die Piraten haben viele Fragen zu beantworten — sie wurden vor 3 Jahren gegründet. Da ist bisher nicht viel passiert. Andere Parteien, wie die Grünen, waren da weitaus weiter. Es muss jetzt inhaltlich Etwas folgen.

    Wir sind alles grüne Linksfaschisten, wusstest Du das noch nicht? ;-)

  74. Antje sagt:

    @Chris
    Guter Beitrag, wie so oft. Schade nur, dass du (und dein Blog) selbst immer mehr die Fähigkeit zur kleinsten Kritik verlierst. Das war mal anders.
    Aber wahrscheinlich wird der Kommentar auch wieder nicht veröffentlicht.

    Ich habe mit den Piraten übrigens nichts am Hut :-)

  75. Chris sagt:

    @Antje: Ich wiederhole einfach mal, was ich oben geschrieben habe:

    Ich will aber auch nicht die Piraten verantwortlich für meine – teilweise scharf – formulierte Polemik machen. Ich denke, wir haben trotzdem mehrfach bewiesen, dass wir einer Diskussion aufgeschlossen sind.

    Dass bei dem, was hier aufschlägt, eine gewisse Lustlosigkeit und auch Dünnhäutigkeit vorhanden ist, will ich nicht abstreiten. Kann ich aber auch mit leben… ;-)

  76. Antje sagt:

    @Chris
    Verstehe ich — bis zu einem gewissen Grad -. Aber wer so austeilt, sollte, soweit es keine persönlichen, unflätigen Angriffe sind, nicht nur «damit leben können» sie zu unterdrücken, sondern das auch mal aushalten.
    Mir ist das manchmal schlichtweg zu selbstgerecht.

  77. Stonk sagt:

    Soziopath

  78. Chris sagt:

    @Antje: Den Vorwurf kann ich durchaus nachvollziehen, aber schau mal allein den Kommentar unter Dir, den habe ich heute bereits 4– oder 5mal gelöscht. Und das sind keine Einzelfälle. Wenn ich da harsch reagiere — okay, muss ich damit leben, dass mir das zum Vorwurf gemacht wird…

  79. Antje sagt:

    @Chris
    Aber das ist ja auch ein inhaltsleerer, persönlicher Angriff. So etwas braucht die Welt sicher nicht :-)

  80. Chris sagt:

    @Antje: Und keine Ausnahme…

  81. Oliver sagt:

    >Aber das ist ja auch ein inhaltsleerer, persönlicher Angriff.

    Das Gros der Diskussionen im Netz besteht aus diesen, meist wird die Inhaltsleere oder auch ein zementierter Standpunkt einzig mit schön gedrechselten Worten dargeboten und Beleidigungen auf ein höheres Niveau angehoben. Weblogs ähneln da bespielsweise mehr und mehr den arg verteufelten Printmedien.

  82. Antje sagt:

    @Oliver
    Da stimme ich dir unumwunden zu.
    Die Frage ist nur, ob das von Seiten der Blogbetreiber nicht, zumindest teilweise, genauso betrieben wird. Ich finde schon. Wir sollten uns dementsprechend alle um einen anderen «Ton» bemühen. Das würde ich mir schon sehr wünschen. Naiv?

  83. Anonymous sagt:

    Sehr guter Piraten-Artikel, kann garnicht genug davon geben. Immer neue Argumente, immer neue Kritik. Das müssen die Fanboys schon aushalten. Es sind schliesslich sachliche, gute Argumente — natürlich gewürzt mit bischen Satiere. Bin gespannt auf den nächsten Piraten-Artikel. Vielleicht morgen? Bei den Piratenartikeln ist immer so viel los. Da klicke ich dann auch immer wieder drauf.

  84. […] von f!xmbr ist mal wieder sehr kritisch mit den Piraten, aber das tut imho auch not. Die Lapsi und Fehler häufen sich in letzter Zeit und auch ich bin […]

  85. Chris sagt:

    Artikelbestellungen an meine E-Mail-Adresse, das wird aber nicht ganz billig… ;-)

  86. Palich sagt:

    @Oliver

    > Für Parteivorstandsmitglied Hornung sei es ohnehin “untergeordnet”,
    > mit welcher Partei ihre Forderungen umgesetzt würden.

    Stimmt, allerdings ist von allen Parteien die CDU diejenige, mit der es am unwahrscheinlichsten ist Piratenziele durchzusetzen. Deshalb ist die Kritik in meinen Augen konstruiert.

  87. Palich sagt:

    @Jens

    Vielen Dank für Deine guten und sachliche Beiträge.
    Hast du einen Blog?

  88. Heckenpenner sagt:

    Ich denke, dass das Internet der grosze Gleichmacher ist, wenn es um die Meinungsfreiheit geht. Meinungen lassen sich hier nicht verbieten, es gilt quasi die gleiche Freiheit wie in den USA. Und da die Piraten hauptsaechlich aus dem Netz kommen, versuchen sie dies auch auf die reale Welt zu uebetragen. Damit kann ich durchaus sympathisieren; finde es sogar logisch, dass Meinungsfreiheit absolut sein sollte. Schlimm sind solche Schnitzer wie mit der JF. Die «Internetpartei» bekommt es nicht hin mal JF in Google einzutippen? Erschreckend! Meinungsfreiheit heiszt, dass jeder, sei er auch noch so bescheuert, seine Meinung sagen kann. Aber man muss nicht mit jedem reden. Trotzdem werde ich Piraten waehlen, da ich denke, sie sind (hoffentlich) auf dem richten Weg.

    Off topic:
    Was mir unangenehm auffaellt ist, dass einige hier und in den anderen Artikeln ueber die Piraten sich ueber zensierte Posts beschweren. Jeder kann im Netz seinen Meinungsschiss platzieren, nur vielleicht nicht im Vorgarten anderer Leute. Geht zu blogger, twitter oder identi.ca. Da koennt ihr posten was ihr wollt. Ohne «Zensur»

  89. phoibos sagt:

    @Chris:

    ich nicht. ich bin ein schläfer! :D

    ich frage mich, ob der poster, der hier zusammenhanglos ein «soziopath» in die runde rotzte, überhaupt weiß, was das bedeutet?

  90. Arnomane sagt:

    Paradox an Fefes Geschimpfe ist ja auch, dass der Bote schlechter Nachrichten als gemeingefährlicher Miesmacher beschimpft wird, der das ganze Problem durch seine Veröffentlichung erst zum Problem werden lasse und nicht der Verursacher. Er scheint garnicht zu merken, was er da grad gesagt hat:

    Er fordert damit nichts anderes als die totale Abschaffung und Ächtung des Full Disclosure von Bugs. Die Piraten haben dicke Löcher in ihrer Bordwand (=Bugs) und die werden eben jetzt auf den Bugtraqs der Welt publik gemacht.

    Man könnte natürlich auch «Responsible Disclosure» machen und so in privater E-Mail schreiben: Vorsicht ihr habt da Löcher in der Bordwand, passt auf, dass ihr nicht im (braunen) Brackwasser absauft. In 30 Tagen geh ich dann an die Öffentlichkeit… Zwischendrin macht es aber schon Gluckgluck und das (braune) Brackwasser stünde dann den Piraten schon bis zum Halse, bevor es einer richtig mitbekommen hätte.

    Ganz abgesehen davon sollten sich die Piraten nicht wundern, wenn sie meinen das gesamte Internet für sich vereinahmen zu müssen, dass die anderen bisher zu _partei_politischen Themen im Netz (aber meist im Realleben weniger) schweigsamen Netzaktivisten plötzlich zumindest die Deutungshoheit über ihren Teil des Internets wieder von ihnen zurückhaben möchten.

  91. Arne sagt:

    Ich kannte die Piratenpartei vorher gar nicht. So oft wie du über die berichtest, scheint das doch etwas anderes zu sein, als nur eine kleine unbedeutene Splitterpartei. Ich muss mir jetzt doch erstmal das Interview selbst durchlesen und mich mal genauer über die Partei informieren. Die scheinen ja ne ziemlich umfangreiche Webseite zu haben.

  92. Gaston sagt:

    Ich kann die Äußerung von Chris bezüglich der Kommentare nur bestätigen. Was ich wegen meinen Artikeln über mein Angebot der anonymen Kontaktaufnahme (über: privacybox.de eigentlich für Hilfesuchende im Bereich Verbraucherschutz gedacht ;) ) so alles lesen konnte, würde ein ganz miserables Licht auf die Parteianhänger werfen. Allein, was da für ein Mist gekommen war, weil ich einfach anhand der Veröffentlichungen auf Parteienplattformen (! wohlgemerkt, nicht in irgendeinem Blog oder so) behaupte, dass die Piraten zum Spam auffordern, ja selbst die Spamversendung aktiv durch einen Versendungsdienst betreiben.
    Das wirft leider ein sehr schlechtes Licht auf die Anhänger, vor allem in Bezug auf die «Freiheiten» (wobei ich lieber von Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte sprechen möchte) die diese anderen zugestehen wollen.
    Ich frage mich da eher, warum meine Anfrage an die Verantwortlichen (anonym, also nicht als Gaston erkennbar ;) ) bis jetzt zu keinerlei Reaktion geführt hat? Wie übrigens frühere Anfragen (und nicht das man mir jetzt mit dem Stress der Wahl kommt. Das war weit aus früher) auch, weder Anfragen an die Bundespartei, noch an die Länderparteien.

  93. Johannes sagt:

    Hey Chris,
    ich stimme selten mit deiner Meinung überein, dennoch sind deine Beiträge immer wertvoll und treffend (im wahrsten Sinne des Wortes, sonst würden nicht so viele versuchen zurück zu schlagen). Zur Bewahrung deines persönlichen Wohlbefindens rate ich dir im Allgemeinen die Kritik, die du speziell durch Kommentare bekommst, eben nicht zu Herzen zu nehmen.
    Und noch was: Meinungsfreiheit ist nicht das Recht, anderen Leuten etwas ans Haus zu schmieren. Sich auf das Recht zu berufen anonym zu posten und dann nur rumzuschmieren, ist ja wohl ziemlich frech. Das ist das Internet, hier hat jeder die Möglichkeit sein eigenes Blog aufzumachen und eine Antwort auf seinem eigenen Gelände zu posten, wenn er das für nötig hält: das ist Meinungfreiheit! Also beschwert euch nicht über gelöschte Kommentare.
    Das nur auch mal als positive Bestätigung für das was du hier tust!
    Johannes

  94. Tim sagt:

    Möglicherweise sollten einige Kommentatoren ein paar Tage den PC ausschalten und sich vom Internet fern halten. Würde helfen, eine realistsiche Sicht auf die Gesellschaft zu bekommen. Mit all ihren sozialen Verwerfungen und Problemen, den wirtschaftlichen Unwägbarkeiten (beispielsweise dem möglichen Stellenabbau von 2000 Mitarbeitern bei Mercedes in Bremen), den globalen Herausforderungen — ökologisch, sozial, sicherheitspolitisch. Der demographischen Zeitbombe, den Schulden der öffentlichen Haushalte, den Zuständen in den Schulen, der Lage der Kleinunternehmen.

    Wenn man diese realen Aufgaben mit dem medialen Treiben im Internet vergeicht, wird schnell klar, dass die Piraten sich als digitale, medien-affine, informierte Elite verstehen. In dem grundsätzlichen Verdacht gegenüber staatlichem Handeln und der Betonung des mündigen Bürgers sind die Piraten auf einer ideologischen Linie mit FDP und CDU.

  95. […] Piraten: Heulen und Zähneknischen…FIXMBR […]

  96. Frank sagt:

    Zitat Key:
    «Was hat Hunger und Klimawandel mit einem Marktsystem zu tun?»

    Wo siehst Du denn die Ursachen von Armut und Klimakatastrophe? Nicht im herrschenden Wirtschaftssystem?

    Zu den Seeräubern:
    Sie können sich noch so winden, aber den braunen Mief werden sie nicht mehr los. Die Affäre um Bodo Thiesen hat doch allzuviel vom Milieu der Verschwörungstheoretiker und ihrem Hang zu antisemitischen Thesen offen gelegt. Die beiden «JF»-Interviews waren nichts als eine Bestätigung, dass es keine Berührungsängste zu rechtsextremen Positionen gibt. Ich sehe ehrlich gesagt eher eine Nähe zur NPD (Antisemitismus, Deutschland zuerst) und FDP (neo– wie nationalliberaler Flügel) als zur gewesenen Volkspartei CDU mit dem Lieblingsfeindbild der Seeräuber, Frau von der Leyen.

    Eine Bewegung, die sich «Freiheit» als einzigen Inhalt auf die Fahne schreibt – übrigens läuft dieser Nerd-Mob wirklich mit Fahnen durch die Fußgängerzonen, gestern gesehen – kommt gar nicht umhin, politische Meinungen gleichgewichtig nebeneinander zu stellen.

    Das war ja im Fall Thiesen tatsächlich die vorherrschende Meinung unter den Seeräubern, dass seine Ansichten seine «Privatsache» seien. In einer Partei!

    Ansonsten stimme ich Chris zu, dass die soziale Frage – die meiner Meinung nach nicht von der Zukunftsfrage zu trennen ist, siehe oben – die ist, auf die eine politische Partei heute eine Antwort geben muss. Das allerdings sehe ich tatsächlich bei keiner der antretenden Parteien. Sollte es daran liegen, dass das Parlamant gar nicht die Basis des bürgerlichen Staates ist? Aber das führt hier in dem von der SPD enttäuschten Blog wohl etwas zu weit…

  97. Anonymous sagt:

    die Piraten und schwarz-gelb? was hast du denn geraucht? außerdem, wie wärs mit aufwachen? die piraten schaffen die 5% und es gibt rot-rot-grün nach der wahl. schwarz-gelb ist in zeiten der weltwirtschaftskrise unerwünscht

  98. […] ist lesenswert, dabei harmlos, man sollte es gelesen haben. Eine der interessanteren Wellen ist der Beitrag von Chris bei fixmbr. In diesem wird als «Spitze» die CDU als möglicher Koalitionspartner für die Piraten […]

  99. Chris sagt:

    @phoibos: Pst, nicht zu laut, hier lesen herrschende Kräfte mit… :D

    @no0ne: In einem hat der Herr recht, die Freiheit, die die Piraten und er meinen, stinkt…

  100. Chris sagt:

    Ich habe oben ein Update eingefügt…

  101. Frank sagt:

    Anonymes Zitat: «die Piraten und schwarz-gelb? was hast du denn geraucht?»

    Wahrscheinlich sollte man das Dich fragen. Gerade mit der FDP liegen die Seeräuber ideologisch auf einer Linie. Der Verweis auf «Freiheit» erlaubt praktisch alles.

  102. Carlos sagt:

    Zu dem Update und dem schönen Satz: «Piratenpartei soll keine weitere linke Partei sein, denn dies wäre ein sinnloses politisches Angebot.».

    Also, ich versuche das gerade mal zu verstehen: CDU/CSU = Rechts (Sorry, Konservativ, nicht, das Ihr das jetzt falsch versteht), FDP = Konservativ/Liberal (was auch immer das zu bedeuten hat..), SPD = bis auf wenige Reste mittlerweile Konservativ bis Neoliberal, Grüne = die FDP für Ökologisch angehauchte, die Linke = irgendwie in einem breiteren Spektrum «Links» (von der Kommunistischen Plattform bis zur so-genannten «Mitte» hauptsächlich im Osten der Republik).

    Vielleicht lebe ich ja in einem komplett anders gestalteten Paralleluniversum, aber, das letzte, was dieses Land noch braucht ist eine weitere «Liberale» Partei. Ein bisschen mehr Links inklusive linker Werte könnten weis Gott nicht schaden in diesem Land (Stichwort: Solidargemeinschaft).

    Aber da sind die Piraten anscheinend wohl die völlig falsche Adresse, schade eigentlich.

  103. Oliver sagt:

    Krampf a la mspro, diesem oberflächlichen Alphonso-Nacheiferer, bekommt hier kein Link. Sorry.

  104. Harald Schmitt sagt:

    Glaube zwar nicht, dass die gross genug werden, um als Nummer 3 eine Rolle spielen zu können, weswegen ich diese Gefahr nicht sehe, aber sonst — volle Zustimmung.

  105. Anonymous sagt:

    «Krampf a la mspro, diesem oberflächlichen Alphonso-Nacheiferer, bekommt hier kein Link. Sorry.»

    Hmm, nach seriöser inhaltlicher Auseinandersetzung klingt das nun auch nicht gerade. Eher nach «das soll möglichst niemand lesen». mspro vertritt doch einfach nur eine andere Meinung als ihr. Und euch verlinken doch auch Leute, die eure Meinung trotzdem nicht teilen. Ich sehe hier nur ein ad-hominem-«Argument». Ist natürlich euer blog und Wohnzimmer, eure Entscheidung, was freigeschaltet oder verlinkt wird.

    Nur, ihr wollt doch als Instanz ernstgenommen werden, wollt Diskurs. Oder doch eher Aufmerksamkeit? Sind denn eure Argumente so schwach, dass ihr andere ausblenden müsst, um recht zu behalten, haltet ihr mspros Meinung nicht aus, habt ihr keine Antwort darauf? So kannte ich fixmbr bisher nicht…

  106. Thaniell sagt:

    @Carlos: Naja, generell werden SPD, Linke und Grüne allesamt als ‘links’ betrachtet. Und die wirklich linken Themen, deckt die Linke doch maximal ab — dass das alle für nicht finanzierbar(=übertrieben) oder von den falschen Leuten getragen halten ist eine andere Sache — aber daran kann man als jemand der gerne sozialere Politik sehen möchte etwas ändern: beitreten und mitgestalten.
    Die SPD ist zumindest praktisch momentan derlei sozial abgestumpft dass man sie glatt mit der CDU verwechseln könnte, ja. Teile der Basis und ihr Programm sind aber durchaus noch links, nicht soo links wie die Linke, aber okay, die ist anderen ja wieder zu extrem. Also sich da noch zwischen SPD und Linke zu quetschen hielte ich auch für bescheuert. Die Piraten haben eine gänzlich andere Thematik und sind nunmal sicher keine perfekten umfassenden Weltverbesserer — was niemand wirklich ist, sie stellen nur glaubwürdig ihre Themen zur Wahl.
    Damit unsere Politik wieder sozial werden kann, muss die SPD mal lernen mit der Linken umzugehen und einzusehen, dass sie ihr thematisch am nächsten steht — denn eigentlich gehören diese beiden Parteien meines Erachtens zusammen — praktisch wird es aber erst wieder wirklich linke soziale Politik geben können, wenn die beiden koalieren können.
    Das soziale linke Spektrum noch weiter aufzusplittern in diesem Themenbereich hielte ich in der Tat für famos bescheuert.

    Im übrigen sehe ich in dem Update auch keine Bestätigung für deine These Chris. Natürlich sind die Piraten für alle, auch die CDU, offen — entspricht ja auch völlig allem bisher von ihnen geäußerten, sie glauben eben an die potentielle ‘Vernunft’ in jedem zur Einsicht, dass ihre Argumente in ihren Bereichen die besseren sind ;) Das ist jedenfalls nichts neues.
    Praktisch ist eine Einigung mit der CDU aus meiner Sicht aber dennoch am unwahrscheinlichsten, schlicht weil die Programme da zu weit auseinander klaffen in den typischen Piratenthemen Überwachung und Co. Gut mit der SPD wird es freilich auch nicht einfach, weil die sich ja so ungern an ihr Programm hält^^

  107. Falk sagt:

    Ganz abgesehen davon sollten sich die Piraten nicht wundern,…dass die anderen bisher zu _partei_politischen Themen im Netz (aber meist im Realleben weniger) schweigsamen Netzaktivisten plötzlich zumindest die Deutungshoheit über ihren Teil des Internets wieder von ihnen zurückhaben möchten.

    So schaut das aus. Den Satz kann ich unterschreiben. Momentan gehn mir die meisten Piratenjünger mehr auf den Keks, als Apple-Fanboys und die ganze Parteiwerbung im Fernsehen. Mal ein bißchen mehr Sachlichkeit in der Verbreitung ihrer Thesen stünden den Piraten wirklich gut zu Gesicht.

    Aber an jeder Ecke im Netz muss ich mir grad erzählen lassen, daß das Nonplusultra (mit extra Auslaufschutz) die Piratenpartei und ihr doch eng umrissenes Progrämmchen wäre. Aber selbst mir, als sehr netzaffinen und im Kulturbereich tätigem Menschen, ist das schlicht zu dürftig und eine Protestwahl, wo meine Stimme dann Jemand bekommt, den ich vielleicht gar nicht wählen wollte, kommt für mich nicht in Frage.

    Das bringt mich persönlich und meines Erachtens diese Gesellschaft keinen Deut weiter.

  108. Oliver sagt:

    >Hmm, nach seriöser inhaltlicher Auseinandersetzung klingt das nun auch nicht gerade.

    Das beruht auf Gegenseitigkeit und ist eine ganz andere Geschichte. Wir müssen uns auch nicht mit jedem auseinandersetzen, nur weil hier jemand einen Link hinrotzt. Um ehrlich zu sein, Verlinkungen lese ich in der Regel nicht einmal, ob Zeitmangel, selten ob Desinteresse.

    >Eher nach “das soll möglichst niemand lesen”.

    Webspace gibts für ein paar Groschen oder auch für lau, bedien dich und bring die Wahrheit unters Volk bzw. mache «Werbung» für deine Freunde und Lieblingspublikationen.

    >Nur, ihr wollt doch als Instanz ernstgenommen werden, wollt Diskurs.

    Nein diese Art von Größenwahn wirken andere, wir nicht. Dies ist unser kleiner lauschiger Ort, an welchem wir unsere Meinungen offerieren … unsere Spielwiese. Diskurs ja, Niveau ebenso und letzeres muß in unseren Gefilden zumindest auch unseren Ansprüchen genügen.

    >haltet ihr mspros Meinung nicht aus, habt ihr keine Antwort darauf? So kannte ich fixmbr bisher nicht…

    Wir haben keine Meinung (mehr) dazu, tangiert uns nicht (mehr) wirklich. Das du F!XMBR so bisher nicht kanntest ist ein Problem deinerseits, wir haben dieser Problematik in der Vergangenheit gar eigene Artikel gewidmet.

    Mal dumm in die Landschaft gefragt, wo schnappt man eigentliche diese Art von Arroganz auf? Daß man ein Recht darauf besitzt auf anderer Leute «Anwesen» irgendetwas verlangen zu können? Wir gehen gewiß auch viele Dinge ein, präsentieren aber auch gewiß bei entsprechenden Vorderungen die Rechnung.

    Du möchtest Meinungsfreiheit? Kein Problem, dieses Netz von dem alle schwafeln ist im Moment noch ein Ort der zum Teil diese Möglichkeit bietet. Miete dir Webspace oder geh hin zu Blogger, pinsel deine Meinung diesbezüglich und hoffe darauf das sie jemand liest. Wenn sie interessant ist, verlinkt sie gar jemand … aus eigenem Interesse oder weil man ihn dafür bezahlt.

  109. Oliver sagt:

    @thaniell

    >Praktisch ist eine Einigung mit der CDU aus meiner Sicht aber dennoch am unwahrscheinlichsten, schlicht weil die Programme da zu weit auseinander klaffen in den typischen Piratenthemen Überwachung und Co. Gut mit der SPD wird es freilich auch nicht einfach, weil die sich ja so ungern an ihr Programm hält^^

    Schily’s Otto-Katalog ist ein Begriff? Brandts Radikalenerlass vielleicht ebenso, der zum Berufsverbot linker im öffentlichen Dienst führte bis Anfang der 90er? Ich glaube hier träumen immer noch einige den Traum vom kleineren Übel SPD. Die Fehlungen dieser Partei sind Legion, das Versagen in Angesicht von Freiheit und Demokratie spätestens seit der ersten großen Koalition offenbahr.

  110. Thaniell sagt:

    @Oliver: Ja ist mir schon bekannt, aber gerade weil die SPD so ein Umfaller ist, glaube ich eher dass eine Koalition mit ihr möglich ist.

    Sie gibt sich ja auch bevorzugt mit den Grünen ab, nur dass die eben andere Themen primär durchsetzen wollen. Selbst zur FDP hin würde sie sich verbiegen — okay aus Seeheimer Sicht stellt das natürlich kein Verbiegen dar sondern schlicht die Koalition mit der gelben Schwesterpartei die noch so ein bisschen was von Bürgerfreiheit daherredet.

    Aber vielleicht sollten wir das dann so in 4 Jahren nochmal auf aktualisierter Basis ausdiskutieren, wenn es wirklich zur Debatte steht — denn sollten die Piraten jetzt in den Btag einziehen, bliebe ihnen ja nur die Wahl zwischen Opposition und evtl. CDU-FDP Koalition, denn die SPD mag ja nicht mit der Linken…

    (falls das jetzt zum zweiten mal reinkommt und der andere Beitrag in der Moderation hängt, einmal löschen bitte)

  111. Christian sagt:

    Ich kann ja nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten und die besagen, dass von den Piraten, die sich hier (in Oldenburg) aktiv einbringen, auf Stammtischen vertreten sind etc. ich niemanden zur rechten, sondern tatsächlich eher zur linken Ecke zählen würde (so wie mich selbst übrigens auch). Insofern finde ich es schon sehr an den Haaren herbeigezogen, jetzt über eine Koalition der Piratenpartei mit SchwarzGelb im Jahre 2013 zu spekulieren. Sollte sich die PP allerdings tatsächlich in Richtung einer FDP light entwickeln, wäre für mich auch Schluss — aber allein um das zu verhindern, lohnt es sich doch schon, Mitglied zu sein und sich zu engagieren. Sonst würde man den Gegnern ja gleich das Feld kampflos überlassen und das kann doch wohl kaum Sinn der Sache sein!

    Just my 2 cents…
    Christian

  112. […] surfe ich mal wieder bei meinen ueblichen Blogs von Fefe, Fixmbr vorbei. Fällt mir der Artikel von fixmbr ins […]

  113. […] sie scheitern – und eröffnen möglicherweise „Schwarz-Gelb“ den Weg. Andere fragen sogar, ob die Piraten nicht sogar mit CDU und FDP ein Bündnis eingehen würden, denn über weitere inhaltliche Ausrichtungen ist bisher wenig […]


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