Piraten, die Feinde von Opensource

Man kennt wohl die Aussage Gates aus früheren Zeiten und sieht wie heute die ausstehende Zeche eingezogen wird,

Gates shed some light on his own hard-nosed business philosophy. «Although about 3 million computers get sold every year in China, but people don’t pay for the software,» he said. «Someday they will, though. As long as they are going to steal it, we want them to steal ours. They’ll get sort of addicted, and then we’ll somehow figure out how to collect sometime in the next decade.»

cnet, 1998

Und auch die neuerliche Aussage Gates bestätigt dies nur allzu gut, Unsere Software kann besser mit Linux konkurrieren, wenn es Piraterie gibt, als wenn es keine gebe. Kurzum heute fordert man die ausstehende Zeche im Westen ein, morgen im Rest der Welt. An forderster Front steht jedoch der regelmäßige Nutzer illegaler Software, der Cracker — all jene die massiv dabei mithelfen kommerzielle Produkte zu entschützen und unters Volk zu bringen. Dies sind die tatsächlichen Feinde von Opensource!

9 Antworten zu “Piraten, die Feinde von Opensource”

  1. gnokii sagt:

    bingo, bisher der grund noch nicht mitglied der piratenpartei zu sein, weil man sich noch nicht deutlich genug von crackern und raubkopierern distanziert

  2. kobalt sagt:

    Daß Windows geknackt wird ist IMHO auch ein Imageproblem von OSS. Wären Qualität und Fähigkeiten Freier Software bekannt, würde niemand Windows raubkopieren. OSS benötigt schlichtweg einen höheren Bekanntheitsgrad.

    Meine bessere Hälfte geht mit KWord und OpenOffice ähnlich sicher um wie mit MS-Word. An der Bedienbarkeit kann es also nicht liegen. Es scheint eher die Befürchtung zu sein, daß Dokumente, die sie hier schreibt, inkompatibel zu MS-Produkten seien. (Womit deutlich wird, wieso MS sein OOXML-Format als Standard festschreiben lassen will.)
    Neulich waren wir in einem Copyshop und hatten eine .png-Datei dabei. Das kannten die dort nicht («Wie mach ich das denn jetz’ auf?!»).

    Alles eine Frage des Bekanntheitsgrades.

  3. Oliver sagt:

    Nein nicht des Bekanntheitsgrades, es ist eine Frage der Einstellung.
    Warum soll man etwas kostenloses nehmen, wenn man das andere ebenso kostenlos erhält? Die Leute bezeichnen freie Betriebssysteme z.B. als Gefrickel und geben sich haarsträubenden Versuchen hin bestimmte Software laufen zu lassen — illegal versteht sich. Nicht zu vergessen die Horde von Schwachmaten die ebenso über das Frickeln lamentiert und MacOS zu Tode patcht, nur damit es auf nicht Apple-Hardware läuft. Könnte man so als _Dummheit_ bezeichnen, oder?

  4. kobalt sagt:

    Frickeleien… Du sagst das, als ob zu frickeln etwas schlechtes wäre. 😉

    Wenn man es einfach haben will, soll man eben zu *buntu greifen.
    Wer es ganz bunt haben will, kann sich ja ELive herunterladen. Da ist Debian drunter und es sieht, wenn man drauf steht, gut aus. Oder Mandriva. Das ist auch sehr bunt und bei Metisse könnte ich mir vorstellen, daß Windows-Benutzer neidisch werden.

    Für Multimedia gibt es beispielsweise die GeexBox. Für Kinder gibt es GCompris.

    Aber das wissen die Leute eben nicht. Die können nicht glauben, daß jemand sich hinsetzt und hochwertige Software schreibt, ohne dafür bezahlt zu werden. Hier kommt die von genannte Einstellung zum tragen. OSS hat natürlich etwas mit Philosophie zu tun.

    [quote]Warum soll man etwas kostenloses nehmen, wenn man das andere ebenso kostenlos erhält?[/quote]
    Weil eines der beiden illegal ist.

    [quote]MacOS zu Tode patcht, nur damit es auf nicht Apple-Hardware läuft.[/quote]
    Das ist gegen jeden Geschäftssinn.

  5. Oliver sagt:

    >Frickeleien? Du sagst das, als ob zu frickeln etwas schlechtes wäre.

    Das erste Wort das mir immer an den Kopf geworfen wird.

    >Weil eines der beiden illegal ist.

    >Das ist gegen jeden Geschäftssinn.

    Du mißverstehst hier zwei Dinge völlig. Ersteres ist den Leuten völlig egal, kostenlos ist dort kostenlos. Es verdeutlicht alleine die Aussage, das weder die Illegalität juckt, noch der Gedanke hinter Opensource.

    Das zu Tode patchen hat nichts mit Geschäftssinn zu tun, da es sich auf jene bezieht die MacOS auf ihrem normalen PC zum laufen bringen möchten und somit die Frickelei in Kauf nehmen, mit der sie doch zugleich Linux & Co tadeln. Es ist nicht Apple damit gemeint.

    >Aber das wissen die Leute eben nicht.

    Ich betone es noch mal, meine Erfahrung ist da über ein Jahrzehnt recht weitreichend — man weiß es. Man brauchts jedoch nicht, weil man die anderen Dinge ebenso kostenlos erhält. Bestätigt wird dies auch durch die hohe Verbreitung von Windows & Office (außerhalb vom Firmenbereich). Man kommt als OEM dran, zumindest heute noch Windows (früher auch Office) oder klaut es.

    Mit dem «ich wußte nichts davon» redet man sich schon seit Jahren heraus. Das ist kaum glaubhaft, wenn man es näher beleuchtet. Und selbst wenn bei einigen das Argument zutrifft, das mangelnde Interesse ergibt sich dort ebenso aus dem schon (illegal) gestillten Bedarf.

  6. BlackVivi sagt:

    Ich glaube, dass größte Einstellungsproblem was die Leute haben ist dieses verbissene Etwas. Sie installieren Linux bzw. BSD weil sie einen Ersatz möchten und deinstallieren es wieder, weil die Vorstellungen von Linux/BSD vollkommen anders sind. Benutzerfreundlichkeit ist keine Erfindung von Windows. Eine grafische Oberfläche ist keine Definition von Benutzerfreundlichkeit.

    Beispiel Synaptic und APT-GET, ob ich nun Synaptic start’ und nach dem Paket such… ewig rumscroll weil überall gesucht wird… oder mir einfach die Befehlsparameter von APT-GET via MAN erklären lass und direkt seh was passiert, ich find letzteres wesentlich Benutzerfreundlicher. Weniger aufgedunsen, schneller, logischer. Andere Menschen kriegen das aber eher weniger in den Schädel… Es ist wie Visual Basic die Programmierlogik der Menschen versaut (ich sprech’ aus Erfahrung), zerstört Windows die Definition von Benutzerfreundlich und vielen anderen Sachen…

    Alleine schon die Ordnerstrukturen von Windows und Linux… Naja, lassen wir das.

  7. Oliver sagt:

    Ja BASIC, aber imo war es damals eine gute Sache. Man schaltete den Computer ein und konnte direkt drauf los werkeln. Von der Nachhaltigkeit dieses Spaghetti-Codes sprechen wir dann lieber nicht 😀

  8. BlackVivi sagt:

    Hey, Basic ist toll!

    10 print «Hallo Oliver!«
    20 goto 10

    Visual Basic aber nicht. Wir haben bei uns an der Privatschule, endlich bin ich da weg…, Java und VB gelernt, die Leute wollten kein Java mehr lernen weil das «voll unlogisch ist und so»… Bah.

  9. dejot sagt:

    vollkommen richtig erkannt. ohne gecrackte windowsvarianten, die, man schaue sich nur mal im xyz* um, in jeder möglichen und unmöglichen form verbreitung und «absatz» finden, wäre es imo niemals zu diesem monopol gekommen. allein dadurch, dass die privatuser windows benutzen, oft eben ohne es gekauft zu haben, teilweise vll noch als oem-version, sind firmen/entwickler geradezu gezwungen, um ihre software an den mann bringen zu können, für windows zu entwickeln. ein selbstläufer.

    nunja, in sachen philosophie stimme ich auch zu. in dieser wirtschaftsorientierten welt kann sich eben niemand aka kaum jemand vorstellen, dass jemand etwas uneigennützig tut. besonders nicht im software/it-bereich.

    eine erfahrung, die ich gemacht habe ist diejenige, dass menschen zB in angesicht solcher eye-candies wie metisse, beryl etc und wenn man ihnen dann klar gemacht hat, dass es tatsächlich kostenlos ist (wobei die meisten den gedanken von frei im sinne von open source ganz einfach nicht verstehen können oder wollen), unbedingt linux probieren wollen. sie stellen sich aber ein besseres windows vor, und wenn sie eben das nicht bekommen, sind sie enttäuscht. dabei ist die tatsache, dass es freie software ist, und nicht gecrackte, zwar interessant, aber anscheinend doch unwichtig. sehr schade das ganze.

    * wird hier nicht genannt; Oliver

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