Personensuchmaschinen

Spock.com braucht wohl nicht mehr erwähnt zu werden, in der jetzigen Phase ist es kaum der Rede wert außerhalb der USA. Mitunter aber sollte man sich nicht zu früh freuen, denn man legt es dort bei diesem Dienst wirklich darauf an, ähnlich wie Google, den kommenden Platzhirsch der Personensuche zu mimen. In Deutschland hingegen besitzen wir nun yasni, standesgemäß, usus bei Web 2.0 heutzutage, natürlich beta. Nach Aussage des Gründers von Yasni, wird initial bei Anfrage mit der Erstellung des Profils begonnen, sprich man trägt nicht wie bei Spock Daten selbstständig zusammen, Allerdings ist es mir auch relativ egal wer denn da möchte, wer frägt zum Beispiel denjenigen, dessen Profil erstellt werden soll, nach dessen Meinung? Alles in allem sehe ich derlei Dienste als äußerst bedenklich an, wobei Spock im Moment mittels des einhergehenden Automatismus noch schneller zur Nemesis des Netzes gereichen könnte. Sicherlich sind die Daten erhältlich im Netz, aber gleiches gilt auch im Alltag und da wurden schon diversen Versuchen diverse Daten mit Sat-Bildern etc. zu verknüpfen in der Vergangenheit Riegel vorgeschoben — Gott-sei-Dank.

Was wäre also das Ende vom Lied? Anonymisiert durchs Netz? Da macht einem schon Vater Staat einen Strich durch die Rechnung, indem er die Nutzer von Webangeboten zu einem Impressum nötigt, mittels schwammig formulierter Auflagen. Offen zu sein gegenüber anderen ist zunehmend eine Gefahr für die eigene Person wie es scheint. Anonymität hingegen ist nicht immer ein probates Mittel im Umgang miteinander. Dem Dilemma könnte man höchstens entfliehen, wenn denn Vater Staat diesen Bereich mit Bedacht regulieren würde, das Gegenteil ist leider der Fall, der Staat verdingt sich als Profiler Nummer Eins.

Nicht wirklich also eine wünschenswerte Entwicklung im Netz, zumal eine Verquickung von Reallife und Virtuallife in geradezu astronomischer Geschwindigkeit von statten geht.

Virtuelles Datenschutzbüro

5 Antworten zu “Personensuchmaschinen”

  1. Chris sagt:

    Die Leute sollten auf ihren Demonstrationen keine Schäublone mit sich führen, sondern einen Spiegel. Das wird immer verrückter. Da tun sich sogenannte Mediendienste auf und fragen Webseitenbetreiber für dessen Profil nach einem Portraitfoto (siehe Lanu). Ich hab gestern mal wieder nach mir selbst gegoogelt — bis auf das Impressum hier und .get privacy gibt es nur 2 weitere nichtssagende Einträge bei del.icio.us.

    Da müsste man praktisch nebenan und hier alles kl. zu suchen um überhaupt etwas Privates zu erfahren, mit dem ich ja sehr sparsam umgehe — Ausnahme: Der Hundeflüsterer. 😀

    Das Problem allgemein gesprochen ist nicht unsere Bundesregierung, die agiert am Rand und macht das, was möglich ist. Möglich ist, was die Bevölkerung akzeptiert. Alles von sich preiszugeben, Überwachung ist möglich, ein neuer Zeitgeist — man hat ja nichts zu verbergen.

    Ich fühl mich da nicht wirklich wohl mit…

  2. Steffen sagt:

    Na ich find schon, dass da yasni ein ganz gutes Bild zu Ihrer Person zeichnet. Nicht nur Get-Privacy und FIX!MBR, auch viel zum Thema StudiVZ und was zum OpenMusicContenst. Aber richtig: es sind im Wesentlichen Zitate bei anderen Quellen aus diesem Blog und von Ihnen selbst veröffentlicht!

    Zumindest hat man sich die manuelle Suche bei den zahllosen Netzwerken erspart … 😉

    Aber möchten Sie vielleicht direkt mal reinschauen und dann einen (wie auch immer aussehenden) 2. Eindruck (oder auch 1.) gewinnen?

  3. Chris sagt:

    Danke, ich verzichte. So ein Dreck wie Yasni, ich mag mich nicht weiter drüber auslassen wollen.

    Wer hat Ihnen eigentlich die Erlaubnis erteilt, über mich Daten zusammenzutragen — und sei es nur der moralische Aspekt?

    Projekte wie Yasni oder Spock.com sind vom Datenschutz her ein absoluter Super-GAU — wie ich oben schrieb, leider dem Zeitgeist angepasst. Aber — irgendwann kommt der große Knall. Ich stehe dann nur kopfschüttelnd daneben, wie ich es jetzt auch schon tue.

    Ihren Pingback in doppelter Ausführung habe ich gelöscht. Wer sich nicht mal im Ansatz mit der Seite auseinandersetzt, die er verlinkt (es heißt F!XMBR), den muss ich hier nicht haben (wer täglich vor dem PC sitzt, damit Geld verdient und nicht weiß, was der Befehl fixmbr ist, sollte man darüber nachdenken, den Job zu wechseln), wer gleich unverschämterweise meinen Namen in irgendeine Suchmaschine tippt, und sei es nur die eigene, der hat hier nichts verloren.

    Unsere Bundesregerierung, vertreten in Person von Dr. Wolfgang Schäuble, ist ein Witz gegen solche Leute Ihren Schlages. Der totalitäre Überwachungsstaat, den viele für die Zukunft befürchten, ist nur möglich, weil die Bevölkerung, Bürger wie Sie, es abnicken, es fördern, es der Politik gleich tun.

    Mir ist schlecht.

  4. Steffen sagt:

    Oh — sorry. War ja nur ein konstruktives Angebot …

  5. Falk sagt:

    …aber die Kommentare so unverständlich, gelle. Dabei hab ich mich noch nicht mal eingemischt — respektloses Gesindel nenn ich sowas normalerweise.

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