Pech gehabt, Bürokraten waren am Werk

Nach dem Tod eines 20-jährigen Arbeitslosen durch Verhungern haben die zuständigen Behörden die Verantwortung für den Fall zurückgewiesen. «Wir hätten nichts tun können», sagte ein Vertreter der regionalen Arbeitsgemeinschaft für die Betreuung von Hartz-IV-Empfängern.

swr

Was solls, ein Fresser weniger, mehr für die anderen und schließlich hat man wie immer in Deutschland korrekt gehandelt. Das negative Bild von den deutschen Behörden und dessen Beamten/Angestellten kommt ja nicht von ungefähr. Ich will hier ja gar nichts mutmaßen, kenne ja die näheren Umstände überhaupt nicht, aber Schreibtischtäter gabs hier in Deutschland auch desöfteren die sich mit falschem Pflichtbewußtsein davonstehlen wollten. Aber das hier war schließlich nur ein Unglück, nicht wahr?

12 Antworten zu “Pech gehabt, Bürokraten waren am Werk”

  1. kobalt sagt:

    Rechtlich gesehen geht der Tod des jungen Mannes in Ordnung. Wir leben in einem Rechtsstaat.
    *empört ist*

  2. Chris sagt:

    Die Entschuldigung für den Selbstmord des jungen Mannes haben die Behörden ja gestern schon mitgeliefert — er hat mehrere Arbeitsangebote abgelehnt, da wurden die Leistungen gestrichen — selbst schuld war die Aussage… Schröder, Müntefering und Co. haben mit der Agenda 2010 erreicht was sie wollten: manch Asozialer weniger…

  3. Oliver sagt:

    >er hat mehrere Arbeitsangebote abgelehnt

    Hinterher kann man alles behaupten und Fehler wegdiskutieren. Der war faul ist das was Volk hören möchte, denn so etwas kanns hier ja gar nicht geben … die SPD leugnete in ihrer Amtszeit die Kinderarmut und Obdachlose kanns bei uns ja auch nicht geben. Die sind alle freiwillig so …

  4. Hätte es schon nur einen Verdacht gegeben, dass die Empfänger Vermögen gehabt oder schwarz gearbeitet hätten, wären wohl keine 3 Tage vergangen, bis eine zweiköpfige Stasi-Kontrolle der ARGE auf der Matte gestanden hätte. Dass Menschen, denen man keine Hilfe mehr gibt, obwohl sie auf diese angewiesen sind, Schaden nehmen oder sterben können, liegt natürlich nicht im Rahmen des Möglichen. Hauptsache der fette Vermieter hat weiter sein Geld bekommen.

    PS: Im Dritten Reich ging auch alles mit rechten Dingen zu, d.h. alles war «rechtlich in Ordnung». Noch Fragen?

    Gruß

    Alex

  5. dr. hufner sagt:

    Jaja. Aber! Mir kann keiner erzählen, dass man so einfach verhungert, egal, ob mit gekürzten Mitteln oder nicht — in Anwesenheit der Mutter zumal.

    So einfach sollte man es sich mit den Schuldzuweisungen dann aber auch nicht machen.

  6. Chris sagt:

    Ja, die Mutter ist wegen Unterernährung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sie ist wohl ebenso psychisch krank wie ihr Sohn. Selbst schuld? Geh weg…

  7. Oliver sagt:

    Ja, war halt ne faule, arbeitsscheue Sau und die Schreibtischtäter taten wie immer nur ihre Pflicht. Bei uns gibts Obdachlose auch nur, weil die zu faul sind sich zu bewegen und Kinderarmut, wenn diejenigen nicht ihre Gameboys bekommen. In welcher irealitätsfernen Welt muß man leben um derlei Dinge überhaupt nur zu denken?

  8. dr. hufner sagt:

    Hallo, gehts noch? Wer trampelt hier denn Vorurteile?

    Hat doch nichts mit selbst-schuld zu tun. Oder mit Seinepflichttun. Warum ist es denn so schwer zu begreifen, dass derlei indieweltposaunte Monokausalitäten von den Gründen eher wegführen als hinleiten, bzw. daran etwas ändern. Einfacher ist das ja. Siehe Gedicht von Bartsch.

    Es gibt auch so etwas wie Empörungprofessionalität. Dann meide ich besser solche Orte zukünftig und gehe in meine irrealitätsferne Welt (nettes Kompliment) zurück.

  9. stefan sagt:

    Ich muss zugeben, was an Kommentaren hier
    unkreativ: Müssen Arbeitslose frieren und hungern?
    aufgeschlagen ist, hat mir die Sprache verschlagen :-(

  10. Oliver sagt:

    Hats die Sprache verschlagen — prima. Wo liegt das Problem bei der Sache? Neid? Selbst wenn es Mißbrauch gibt, den gibts über auch bei Steuern etc., ist das allenfalls im Promillebereich. Der Rest wird eh abgefertigt mit Minimalansprüchen. Und wo ist also das Problem? Genau nirgends, man ist halt immer schnell dabei für die eigenen Unzulänglichkeiten Randgruppen in die Verantwortung zu ziehen. Ich gehe lieber von 100% Rechtschaffenen aus, als nur einen falsch zu verdächtigen. Tratsch und Stammtischgelaber wird in Zukunft direkt gelöscht a la «ich kenn da wen», ich kenne auch Hartz 4 Empfänger, feine Menschen und ich kenne inzwischen eine große Masse von Leuten, denen ich nie begegnen möchte, die sich hier im Netz die Kante geben und inhumane shayze labern.

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