Paukenschlag: «Der Postillon» stellt Betrieb ein

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(F!XMBR) Nun hat es das nächste Medienimperium erwischt: Die seit 1845 unabhängige Zeitung «Der Postillon» stellt zum 11. Marz diesen Jahres, 07.00 Uhr, den Betrieb ein. Das erfuhr F!XMBR aus redaktionsnahen Kreisen. Schuld daran seien nicht das Leistungsschutzrecht oder die allgemeine Stimmung in der Branche, sondern der Berliner Flughafen und dessen neuer Chef Hartmut Mehdorn.

Die Entscheidung, Hartmut Mehdorn zum neuen Chef des Berliner Flughafens zu machen, brachte offensichtlich das Fass zum Überlaufen. «Was private Wirtschaft und Politik seit Monaten veranstalten, lässt sich nur mit dem Wort Realsatire umschreiben. Sie haben uns ganz einfach das Wasser abgegraben. Niemand will mehr unsere Zeitung lesen, wenn er live den Berliner Flughafen, Stuttgart 21, die Elbphilharmonie oder CDU und SPD beobachten kann», so ein Redakteur gegenüber F!XMBR.

«Wir sind die SPD der Zeitungsbranche», heißt es weiter. «Wo wir hinkamen, hatte die Realsatire bereits zugeschlagen.» Wie es mit den Beschäftigten nun weitergeht, wird morgen in einer Betriebsversammlung gemeinsam entschieden. Einige Redakteure sollen bereits ein Angebot von «BILD Mystery» vorliegen haben.

Mit der Zeitung «Der Postillon» verliert der deutsche Zeitungsmarkt eine der profiliertesten und meinungsstärksten Zeitungen. Unvergessen beispielsweise sind die Enthüllungen rund um den Skandalsprung Felix Baumgartners, dessen Weltrekord nach «Der Postillon»-Recherchen annulliert wurde.

Die Bundeskanzlerin war für keine Stellungnahme zu erreichen und ließ über Volker Kauder mitteilen: «Es ist keinesfalls unsere Absicht gewesen, dass «Der Postillon» seine Arbeit einstellt. Doch müssen wir Politiker uns immer wieder den gesellschaftlichen Entwicklungen stellen und dementsprechend handeln.» Kauder kündigte weiter an, ein Sorgentelefon für enttäuschte Twitterer und Facebook-Freunde zu schalten.

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