Panikstimmung bei Kreditkartenunternehmen?

Udo schreibt in seinen Kommentaren (#70):

Da hat keiner damit gerechnet, dass die Politik den kleinen Dienst jetzt als Riesenerfolgsmeldung und Pioniertat in die Presse tragen wird. Der verantwortliche Hausjurist soll seinen Kopf schon unter dem Arm tragen. Man fürchtet um nichts weniger als um das Geschäftsmodell.

Selbst schuld, oder was soll man davon halten? Muss ich jetzt Mitleid haben mit diesen Datenterroristen Datenhändlern, den beteiligten Unternehmen? Ich bin ehrlich gesagt immer noch sprachlos — man hat es gestern schon gemerkt, dass ich ausser dem Link nicht viel zu schreiben wusste (naja, abends haben wir es nochmal bei digg.com angemeldet — nur da fehlt uns ein Netzwerk ;-)). Man ist vieles gewohnt, aber das, was gestern passiert ist, hat eine erschreckende, neue Qualität, Kai gestern dazu:

Das Einzige, was mich noch angesichts der generellen «Kreditkarten-Rasterfahndung», die jedem Polizeistaat würdig ist, überrascht und erschreckt, ist das Größenverhältnis, das Totalitäre als bereits selbstverständlicher «Arbeitsgrundlage» und die Konsequenz, mit der die vollständige Eliminierung der Unschuldsvermutung und des Datenschutzes hier praktiziert wurde. Ein neuer Dammbruch.

Kann das sein, dass wir in einem Staat leben, in dem die Terroristen auf der Regierungsbank und den Vorstandsetagen der Unternehmen sitzen?

Wie kann man den beteiligten Kreditkartenunternehmen auf die Füsse treten?

Und wie kann man den Argumenten — es ging doch gegen Kinderpornos, also ist alles gut — begegnen?

Liest hier irgendjemand von VISA, American Express, whatever mit? Wenn ja, was habt Ihr Euch dabei gedacht?

Fragen über Fragen ob einer Fassungslosigkeit, die kaum in Worte zu fassen ist.

7 Antworten zu “Panikstimmung bei Kreditkartenunternehmen?”

  1. Mellowbox sagt:

    Und wie kann man den Argumenten — es ging doch gegen Kinderpornos, also ist alles gut — begegnen?

    Gegen einen Mob konnte man sich noch nie wehren, dass ist es, was die Politik ausnutzt mit seiner verdummten Bevölkerung.

    http://de.wikipedia.org/w.….sonen%29

  2. […] Kreditkartentransaktionen und Onlinebanking leben zu einem Gutteil vom Vertrauen der Nutzer in die Sicherheit ihrer Transaktionsdaten. Das scheint auch den Kreditkartengesellschaften klar zu sein. Sehr geehrte Damen und Herren, […]

  3. […] Aber wie sagte man mir als kleines Kind immer: “Jung, denk nach bevor du etwas tust, damit du es hinterher nicht bereust.” Und wie war das doch ist — jetzt geht plötzlich der Aufschrei los, da unsere Poiltkaste die Zusammenarbeit als den größten Erfolg gegen Kinderpornographie feiert. Das allerdings grad Kreditkartenunternehmen zu einem nicht unbeträchtlichen Teil vom “Sex-Sells”-Prinzip leben, daran hat wohl keiner gedacht. Und nun ist das Kind also in den Brunnen gefallen. (siehe auch nebenan) […]

  4. Grainger sagt:

    Auch im Kampf gegen Kinderpornographie heiligt der Zweck imho noch längst nicht alle Mittel.

    Da ich weder die entsprechende sexuelle Neigung noch eine Kreditkarte besitze könnte es mir eigentlich egal sein, ist es aber trotzdem nicht.

    Die Vergangenheit (nicht nur in Deutschland) hat gezeigt, dass (auch und gerade in Demokratien) die Ausübung staatlicher Gewalt permanent kontrolliert und reglementiert werden muss, solche Prozeße gewinnen sonst eine nicht mehr zu bremsende Eigendynamik.

    Bestimmt haben die Kreditinistute gehofft das die Ermittlungsbehörden diese uneingeschränkte und freiwillige Zusammenarbeit ebenso vertraulich behandeln wie sie ihre Kundendaten. 😀

  5. logic7 sagt:

    Warum sollte bei den Kreditkartenunternehmen Panik ausbrechen? Das ist doch eher frommes Wunschdenken. Gekauft und konsumiert wird weiterhin und im Zweifelsfall können sich die Banken und Kreditkartenunternehmen darauf zurückziehen, daß der Staat sie unter Druck gesetzt hat.

  6. Chris sagt:

    Vielleicht einfach mal den Links folgen logic7, ne? *rolleyes*

  7. […] Kreditkartenunternehmen fürchten um ihr Geschäft: Aber wie sagte man mir als kleines Kind immer: “Jung, denk nach bevor du… […]

RSS-Feed abonnieren