Open Source: eine realistische Betrachtungsweise

Intels Linux-Chef, Dirk Hohndel, hat harte Worte für Open Source über, jedoch eher mit einem Hang zur Realität. Dies verdeutlichte auch er damit, indem er auf dem Linux-Tag keine Präsentation vorführte, da Powerpoint dumm mache und OpenOffice nicht viel schlauer sei. Wenn man übliche Meetings bzw. Vorträge an Universitäten betrachtet ist dem leider in vielen Fällen heutzutage ganz und gar nicht zu widersprechen. Open Source heutzutage hat nicht mehr viel mit dem jugendlichen Programmierer gemein — so seine These, der daheim im stillen Kämmerlein seiner Arbeit nachgeht, sondern heute ist das Gros jener Programmierer bei Firmen fest angestellt. Firmen denen es auch weniger um die Community per se geht, wie allgemein gerne angenommen, sondern um harte monetäre Fakten, machmal soll auch einfach nur ein Konkurrent aus der Reserve gelockt werden.

Er plädiert auch eher für den UNIX-Ansatz wenige Funktionen aufzunehmen, diese dafür aber um so besser zu realisieren — als negatives Beispiel dafür nannte er den heute recht aufgeblähten Firefox-Browser und als positives Beispiel Mac OS X, das zwar gemäß seinen Aussagen ein schreckliches UNIX-Betriebssystem sei, die verbleibenden Aufgaben jedoch um so besser meistere. Seiner Ansicht nach sollten auch Open Source Projekte erfolgsorientiert arbeiten, viele jedoch arbeiten mehr gemäß just for fun und lassen die Erfolge missen.

Und wenn ich mich diesem Tenor auch in der Regel anschließen kann, so sehe ich dennoch die Firmendominanz mit Unbehagen, denn letztendlich sind es auch oft jene Firmen die die bekannte Treiberqualität unter Windows zu verantworten haben bzw. den Schlingerkurs per se den Windows seit Jahren verfolgt. Und ohne jetzt Linux großartig dissen zu wollen, aber es bewegt sich auch vieles in diese unsägliche Windows-Ausrichtung, gerade ob dieser Firmen. Man wird sehen wohin die Zukunft führt eine gute Zusammenarbeit ist wohl unabdingbar, jedoch sollte ein nicht kommerziell orientierter Diskurs ebenso dazu gehören.

golem

18 Antworten zu “Open Source: eine realistische Betrachtungsweise”

  1. Konstantin sagt:

    Ich schätze vor allem die fehlenden Pläne oder Vorstellungen wohin die Entwicklung gehen soll sind ein Problem. Sowohl für reine Community basierte Projekte als auch für hybride Unternehmens/Community Projekte.
    Bei Linux resultiert es aus der Tatsache, dass Firmen im Laufe der Zeit zu viel Einfluß erhalten haben. Direkt über die Entwickler in den eigenen Reihen und indirekt indem sie Konstrukte wie die Linux Foundation finanzieren.

    Ein Gegenbeispiel wäre (Open)Solaris, hier hat eine Firma — Sun — praktisch die volle Kontrolle über die Entwicklung und das Ergebnis sieht dennoch ordentlich aus.
    Oder auch die BSDs, sie sind zwar auch nicht unbedingt straffer Organisiert, haben aber dennoch eine klarere Entwicklung durchlaufen.

    Zum Firefox, er hat eine deutliche Entwicklung nach unten durchgemacht. Mit den frühen Versionen noch unter den Namen Phoenix und Firebird war er richtig gut. Sobald die Mozilla Foundation übernommen hatte sank die zugegeben gefühlte Qualität, er wurde langsamer, träger, zäher in der Bedienung.
    Jetzt gibt es es Unternehmen dafür und was kommt? Datamining…

  2. Oliver sagt:

    Das kann man wohl so nur unterschreiben …

  3. Bogus sagt:

    Also ich kann das geschriebene nicht nachvollziehen. Die meisten machen halt den fehler, nur das zusehen was in der Öffentlichkeit nach aussen getragen wird. Die meisten guten Programme bleiben leider meist unentdeckt und sind mest auch nicht auf Kommenzielle gezimmt.
    Leider entdeckt ich nur noch selten projekte, die nicht auf das Geld verdienen aussind, das ist eigentlich auch nichts schlimmes, nur der user wird nicht imemr aber meist als VErsuchshasen ausgenutzt und wenn es gut läuft, dann heisst es, och wir machen nun auf Geld verdienen lol

    Aber das mit dem Treiberqualität kann ich gut nachempfinden und leider, aber man kann da leider nicht viel machen, ausser versuchen druck auf die Hersteller auszuüben.

  4. FieserKiller sagt:

    Also aus hackersicht kann ich die entwicklung nur begrüßen — zum einen ist der code sauberer wenn die entwickler irgendwo angestellt sind/waren und das ganze nicht nur zum spass machten — da gelten halt oft die richtlinien des unternehmens, z.b. ein mindestmaß an kommentaren, doku usw ist vorhanden, durchgängiger codestyle usw usf. Was der privatmann in seiner freizeit eher locker sieht halt, dem der mal eben den pfad verfolgen, einen bug fixen oder eine funktion implementieren will aber das leben sehr erleichtern.

    Des weiteren bin ich überzeugt dass es eine recht einfache regel beim coden gibt: Je mehr mannstunden in einem projekt stecken, desto besser wird es. Dabei ist es unerheblich wo die entwickler herkommen, obs der einsame geek in der kellerwohnung ist der die OS welt aus überzeugung weiterbringen will oder der entwickler im unternehmen seine 8 stunden am tag abhackt, dem es herzlich egal ist obs OS oder CS wird, hauptsache es tut sich was.

    Vor Windowsianisierung schützt uns die GPL recht zuverlässig, egal wer da mitmischt, ob kommerz oder nicht, die quellen sind offen, jeder kanns forken und anders machen wenn ihm die entwicklungsrichtung nicht gefällt, das bessere wird sich durchsetzen oder es werden alternativen coexistieren für die jeweiligen zielgruppen der all-inclusive und small-is-beautyful fans. Keiner muss das Rad neu erfinden, man kann den code der bezahlten programmierer der firma XY in seinem programm nutzen falls die jungs eine besonders gute lösung gefunden haben. Das mach OS aus und funktioniert aktuell besser denn je, je mehr stakeholder da sind, egal mit welchem background.

    The future ist also shiny, ums mal ganz blöde zu fromulieren.

  5. Bogus sagt:

    Aber an Intels Stelle würde ich mal ganz still sein, wenn ich mir das aktuelle geschehen um den Pakt zwischen Media Markt und Intel so ansehe. Damit machen sie selber den Markt kaputt. Und das er den Mac als Beispiel nennt kommt auch nicht von ungefähr, da ja der mac auf Intel PC läuft

  6. Oliver sagt:

    >da gelten halt oft die richtlinien des unternehmens,

    Exakt *irgendwelche* Richtlienen, pro Firma bitte eine. Die saubere Vorgehensweise lernt man nicht in Firmen, Dokumentation erst recht nicht. Erst kürzlich gab Intel bekannt tatsächliche *Dokumentation* schreiben zu müssen (Intel Grafikchip), um diese auch veröffentlichen zu können und das ist auch gerade bei Firmen in der Regel usus. Und bei Linux meint man teils zusammengehackter Code, der eben funktioniert, lange als Dokumentation und so findet man mehr Witze im Kernel, denn tatsächlich nützliches.

    >Vor Windowsianisierung schützt uns die GPL recht zuverlässig,

    Es geht nicht um die Paranoia der Fundamentalisten freier Software, es geht um die Qualität.

    >jeder kanns forken und anders machen wenn ihm die entwicklungsrichtung nicht gefällt,

    Ein Traum, forke doch mal den Kernel oder Mysql. Debian packt es schon nicht einmal cdrtools richtig zu pflegen und hinkt mangels knowhow der Entwicklung von Schilys Brennertool weit hinterher. Ich glaube hier schlitter Wunschdenken massiv an der Realität vorbei. Ein großer Konzern also könnte forken, um den realitätsfernen Traum vom Ponyhof «Opensource» dreht es sich oben.

    >The future ist also shiny, ums mal ganz blöde zu fromulieren.

    Derart dachte ich anno 95 als ich Linux nutze, wir schreiben heute 2008, das bitte ich zu bedenken und die Realität spricht das Gegenteil. Ich denke man sollte nicht Wunschdenken projizieren, sondern einfach nur die Realität Revue passieren lassen.

  7. Oliver sagt:

    @Bogus,

    als Nerd sind mir erst einmal fundamentalistische Gedankengänge fremd und so war ich auch in den 90ern ein fröhlicher Mac-User, dem jedoch der Computer bei Apple mit der Zeit verlustig ging. Für die entsprechende Klientel bieten sie im Moment das beste System, es paßt mir nicht, aber es paßt für das angepeilte Publikum und das bekommt weder Windows hin, noch irgendein freies System. Da ich jedoch beispielsweise auch andere Qualitäten schwöre, ging mein Weg von anno tobak Irix zu NetBSD, Linux und letztendlich FreeBSD, Intermezzos nebenher auch auf Windows, weil man in den 90ern noch nicht umhin kam in gewissen Bereichen, vor allem im wissenschaftlichen Bereich.

    Darüber hinaus, wenn ich mir Opensource betrachte, bin ich eher um das Gleichgewicht besorgt, denn um jene genannten fundamentalistischen Gedankengänge einer GPL. Denn Opensource trat an diese Art von Software den Firmen schmackhafter zu machen, dieser den beinahe religiösen Habitus einer GPL zu rauben. Die Firmen kontrollieren jedoch inzwischen die Majorität dieser Projekte mittels fragwürdiger Qualitäten, die fern von Codequalität und Dokumentation anzufinden sind. Das war auch nie der Ansatzpunkt von Linux, Torvalds propagierte it just works in bekannter MacGyver-Manier inkl. aller Risiken und Nebenwirkungen. Aber das nur nebenbei, schlimmer ist die ausschließliche Fixierung auf monetäre Gesichtspunkte der schon in Windows seltsame Blüten trieb. Und der Fork in der Hinterhand ist ein Traum der 90er mit einem winzigen Kernel und beschaulichen Softwareprojekten.

    Selbst Zeitgenossen wie Alan Cox oder Andrew Morton wird dies ab und an in einem wachen Moment gewahr wie man auf der LKML desöfteren verfolgen kann. Wenn der gutmütige Diktator dann ein Machtwort spricht, ist jedoch alles wieder in Butter. Kurzum Opensource ist schon lange der Community entglitten und es interessiert eigentlich keinen was Leute wie ich oder andere Dinosaurier diesbezüglich denken.

  8. FieserKiller sagt:

    »Vor Windowsianisierung schützt uns die GPL recht zuverlässig,
    >Es geht nicht um die Paranoia der Fundamentalisten freier Software, es geht um die Qualität.

    Eben — die GPL sorgt für qualität — zumindest manchmal. Ich fixe in meiner freizeit bei lust und laune auch gern sachen die mich stören, obs treiber sind, anwendungen oder sonstwas. Das erhöht tendenziell die qualität der software. Das machen auch andere und es funktioniert dank freier lizenzen.

    »jeder kanns forken und anders machen wenn ihm die entwicklungsrichtung nicht gefällt,
    >Ein Traum, forke doch mal den Kernel oder Mysql.

    Ja könnt ich machen. Aber halt nur im kleinen Rahmen, ist klar. Trotzdem kann man auch große Sachen forken falls die entwicklung in eine rechtung geht die _genügend_ menschen nicht passt. xfree86 -> xorg wäre z.b. so ein beispiel wenn ich mich recht entsinne. zum viel geschundenen firefox gibts ja auch genug alternativen von leuten die einfach nur gecko mit schlankem überbau nutzen wollten.

    »The future ist also shiny, ums mal ganz blöde zu fromulieren.
    >Derart dachte ich anno 95 als ich Linux nutze, wir schreiben heute 2008, das bitte ich zu bedenken und die Realität spricht das Gegenteil. Ich denke man sollte nicht Wunschdenken projizieren, sondern einfach nur die Realität Revue passieren lassen.

    Ja die Realität ist bekanntlich subjektiv. Ich bin erst seit 1999 mit linux unterwegs, lasse die 8 jahre mal revue passieren und empfinde die entwicklug ziemlich exponenziell. Der kernel unterstützt 99% der üblichen hardware, die distributionen sind kinderleicht zu installieren, alle wichtigen Anwendungsgebiete sind mit guter software abgedeckt, es fehlen jetzt noch die spezialanwendungen, die aufgrund mangelnden öffentlichen interesses wohl Closedscource bleiben werden und von den herstellern selbst auf *nix portiert werden müssen.

    @oliver: Also vllt habe ich einfach noch nicht verstanden wo aus deiner sicht das Problem ist. Das Firmen ihre Kommerzinteressen in der Software ausdrücken? Es gibt doch so gut wie immer alternativen für jeden geschmack, oder meinst du was anderes? Die cdrtools problematik habe ich eigentlich nie verfolgt. Hab sie immer nur installiert und genutzt. Ist die Version von Hr. Schilling nicht frei?

  9. Bogus sagt:

    ich denke Oliver meint eher den Einfluss der Firmen, sieht auch bei Novell, wer hätte jemals gedacht das eine Linux Dist mal mit den grossen aus Redmont ein Packt eingehen würde.

    Gestern war doch die Open Expo, von einem CMS weiss ich das dieses wohl bald in der Ubuntu als Deb wohl auftauchen wird, da sich ein Ubuntu Entwickler von dem CMS angetang fühlte. Also es gibt auch solche Wege ;D

    Ich bab früher unter SuSe meinen Kernel noch selber übersetzt, heute macht es nicht mehr, k.a warum ;D

  10. Bogus sagt:

    Ach man regt sich über dies und über jenes auf, aber ehrlich gesagt, ist OSS das einzigware was es im IT-Bereich noch gibt.

    Ich hab letzte Zeit einige schöne Programme gefunden, die man unter Windows lange suchen müsste.

    Ausserdem es gibts schlimmeres als eune Firma die OSS für sich ausnutzt. DAs ist wenn sie es nicht zugeben wil und ich bin mir ziemlich sicher, das die aus Redmond auch welches in ihrem Code versteckt haben.

  11. Oliver sagt:

    Microsoft ist gerade ein Beispiel einer Firma, die in den Opensource Bereich vordringen und die Deals mit einigen Linux-Distributoren habe ich da ebenso noch im Hinterkopf.

  12. Konstantin sagt:

    Wie ich schon oben schrieb, das Problem ist nicht, dass Firmen wie RedHat, IBM, Novell und ja auch Microsoft von OpenSource profitieren oder sich generell daran beteiligen.

    Es gibt ja sehr gute Beispiele, dass genau dies ein Projekt erst entstehen lässt, indem eine Firma eins ihrer Produkte öffnet oder ein neues Projekt startet. Es gibt auch gute Beispiele wie sich Firmen an OpenSource-Projekten beteiligen.

    Schwierig ist es, dass Firmen natürlich eigene Interessen haben. Wenn eine Firma also z.B. einen Treiber entwickelt und ihn an kernel.org übermittelt, dann ist dies in der Regel gut.
    Wenn sie nun anfangen das Projekt in die Richtung zu treiben, die ihnen gefällt, dann sieht es schon anders aus.
    Bei Linux sieht man in den Mailinglisten immer mal wieder Beschwerden darüber, dass es auf einem einfachen Desktopsystem (also kein Rechner mit 16 Kernen, 8GB RAM, Raid usw) träge wäre. Es wurde aber kaum verfolgt oder verbessert, weil von den zentralen Entwicklern keiner Interesse daran hatte.
    Die Entwickler werden meist von Firmen gestellt, die kein Interesse am Desktop haben (Beispielsweise IBM oder HP), weil sie selbst entweder keine Desktopsysteme verkaufen oder dort bereits durch Windows vertreten sind.

    Mir fehlt bei vielen größeren Projekten einfach ein klarer Fokus, eine klar strukturierte Entwicklung usw um eben zu verhindern, dass einzelne Firmen oder Gruppen von Firmen ihre Interessen auf Kosten des Gesamtprojekts durchsetzen können.
    Das Argument mit dem Forken ist dabei wenig tragfähig, weil es kaum erfolgreiche Forks gibt. Gerade X.org war ja ein Fork eines reinen OpenSource-Projekts durch _FIRMEN_.

    Vielleicht sehe ich die Situation auch etwas anders als die meisten, weil ich auch Kontrastprogramme durch FreeBSD und die anderen BSDs habe.
    Ich oute mich hier auch als Mac-Nutzer, weil er mir als Desktop gefällt.
    Es soll jedenfalls kein stumpfsinniges herumgehacke auf Linux sein.

  13. Oliver sagt:

    >Es soll jedenfalls kein stumpfsinniges herumgehacke auf Linux sein.

    Wie auch, das können die auch in der Regel selbst am besten. Viel lieber mache ich das auch bei Apple 😀

    >Bei Linux sieht man in den Mailinglisten immer mal wieder Beschwerden darüber,

    Ehrlich gesagt ich arbeite u.a. auch mit Linux (Slackware) und das nur weil ich eine spezielle Hardware benötige, ck-Kernel oder der neue — Jacke wie Hose. Man muß da unterscheiden zwischen *Desktop* und FPS-geilen Usern die auch das Gras wachsen hören können. Man kennt diese Spiele in Windows-Gefilden. Egal welches freie System man betrachtet, primär ist die Server-Ausrichtung und warum? Nun weil Linux und BSD nicht einmal die Relevanz auf dem Desktop aufbringen, die Apple schon hat und der Rest ist Windows. Linux allerorten und ein wenig BSD in anderen Gefilden ist der Server-Bereich. Wer den Knuddelfaktor benötigt, der nimmt Mac OS X und wer das riesige Software-Angebot benötigt bleibt bei Windows. Möchte man mehr Kontrolle, heißt es auch eine steilere Lernkurve hinzulegen. So kann man letztendlich alles nutzen, es kommt darauf an was man unter einem Desktop verstehen. Es ist also Ansichtssache und nicht PR-Geblubber von Apple und Microsoft.

  14. Konstantin sagt:

    >Es ist also Ansichtssache und nicht PR-Geblubber von Apple und Microsoft.

    Da hast Du natürlich vollkommen recht.

    >Nun weil Linux und BSD nicht einmal die Relevanz auf dem Desktop aufbringen, die Apple schon hat und der Rest ist Windows.

    Für mich war FreeBSD auf dem Desktop oder auch OSX die bessere Wahl. FreeBSD weil ich mit dem System besser zurecht kam und die Entwicklung angenehmer fand und OSX wegen der Gui.

    Letztendlich ist es natürlich immer eine Geschmackssache (vi vs. emacs!). Ich denke nur, man sollte die Unix-Systeme mit X11 nicht auf ihre Rolle als Server beschränken.
    So gern ich auch mit OSX arbeite, es ist in den Kernkomponenten nicht frei (die gesamte Gui) und auch das dahinterstehende Unternehmen ist oft mit unbehaglichen Entscheidungen in der Presse.

  15. Oliver sagt:

    >Ich denke nur, man sollte die Unix-Systeme mit X11 nicht auf ihre Rolle als Server beschränken.

    Das mache ich auch nicht, nur bin es leid zum x-ten Mal das Jahr es Linux-Desktops zu vernehmen, wenn tatsächlich beide Systeme (Linux und BSD) im Prinzip keine Relevanz auf diesem haben (von der Anzahl der Nutzer ausgegangen). Ich kenne Leute die nutzen OpenBSD als Desktop, es geht alles. Langt es für meine Mutter? Nein, dieser würde ich wahrscheinlich einen iMac oder mini hinstellen, für mich einfacher und für sie ebenso. Meine Schwester kommt auch mit Linux zurecht und meine Frau arbeitet mit den selben Systemen wie ich auch, sie hatte auch damals keine Probleme — bzw. es gab keine andere Möglichkeit zu der Zeit — als unter Irix beispielsweise mit elm eine Mail zu versenden. Der großartige Nutzen sehr früh Mails nutzen zu können, ließ viele über die Konsole locker leicht hinwegsehen 😉

  16. Henry sagt:

    >fundamentalistischen Gedankengänge einer GPL.

    Es wird im Zusammenhang mit der GPL und der FSF im allgemeinen und RMS im besonderen immer von Fundamentalismus und Ideologie gesprochen. Mag sein, dass es in einigen Punkten übertrieben wird.

    Dennoch halte ich die «andere Seite» für viel fundamentalistischer. Jeder Furz wird als schützenswertes «geistiges Eigentum» deklariert und mit unverständlichen Patenten versehen. Kommt eine kleine Firma oder ein einzelner Entwickler mit einem Produkt welches nur annähernd was mit dem Patent zu tun hat, kann er mit Patentklagen überzogen werden, dass ihm hören und sehen vergeht. Anderes Beispiel: ein Schüler der sich einen GEMA-Song für lau zieht wird zum Schwerverbrecher erklärt. Wird er erwischt ist sein Leben im Eimer — denn wer bekommt denn mit einer Vorstrafe schon einen Ausbildungsplatz geschweige denn einen Job?

    Diese Zustände halte ich für viel radikaler als das, was RMS und die FSF sich ausdenken.

  17. Oliver sagt:

    >Dennoch halte ich die “andere Seite” für viel fundamentalistischer.

    Den Feind? Ja okay …

    >Jeder Furz wird als schützenswertes “geistiges Eigentum” deklariert

    Halte ich für ebensolche Hohlköpfe, keine Frage. Ich trete jedoch für Humanismus ein, erst der Mensch, dann die Software auch wenn letztendlich alles zueinander gehört.

    >Wird er erwischt ist sein Leben im Eimer — denn wer bekommt denn mit einer Vorstrafe schon einen Ausbildungsplatz geschweige denn einen Job?

    Ich denke man sollte die legislative und judikative Realität nicht aus den Augen verlieren, wenn man schon derart herumpoltert, die Beispiele wirken sonst arg lächerlich.

RSS-Feed abonnieren