Open Society: Lizenzen ohne Copyleft

Es soll kein Rant werden wie gut diese oder jene Lizenz ist und wie freiheitlich sie daher kommt, ein nicht vorhandenes Copyleft bedeutet eben nun einmal ein Plus an Freiheit, aber darum dreht es sich auch nicht primär. Vielmehr hört man desöfteren und ich las davon vor kurzem wieder einmal in einem Forum, daß diejenigen die diese Lizenzen ohne Copyleft nutzen selbst daran schuld seien, schuld eben an einer eventuellen Ausbeutung freier(?) Dinge. Schuld auch daran, wenn die eigene Sache irgendwo genutzt, nichts zurückgegeben oder gar kommerziell ausgenutzt wird. Kurzum man wählte diese recht freiheitliche Lizenz und hat folglich auch nicht zu jammern.

Aber wenn man das ganze realistisch betrachtet war nicht die Aussage mir doch egal der Anlaß für die Wahl einer solchen Lizenz, sondern eben der freiheitliche Gedanke und das Vertrauen, daß andere mitunter diesem guten Beispiel folgen werden. Schön blöd, man muß die Leute zu ihrem Glück zwingen, werden einige entgegnen, aber ist dem so? In einem jeden Staat sehen wir uns mehr oder weniger mit diesem Dilemma konfrontiert: Mißbrauch fördert ein Plus an Einschränkungen. Und darüber hinaus möchte man gar noch diverse Dinge präventiv regulieren, da es einfacher ist als im Nachhinein über vergossene Milch zu jammern. Legitim? Gemäß dem Gros der Leute schon, denn zuviel Freiheit ist einfach nur naiv, oder etwa nicht? Zu Freiheit gehört eben Mut, Mut diese zu wagen und auch mit eventuellem Mißbrauch zu leben, was jedoch nicht den Tadel von Mißbrauch ausschließt.

Wir verlangen vom Staat ein gewaltiges Plus an Vertrauen, das ist legitim insbesondere wenn es sich um präventive Maßnahmen dreht, die auf hypothetischem Mißbrauch basieren. Vice versa stehen wir jedoch ebenso in der Pflicht dieses Plus an Freiheit zu wagen, wenn wir dieses Plus auch für uns selbst einfordern und mit eine gesundern Gesellschaft kontern, einer Gesellschaft von Individuen, die einander Vertrauen schenken. Denkt mal drüber nach, Freiheit hat gewiß ihre Grenzen, aber man sollte sich dieser stetig annähern, um diese Freiheit letztendlich mit Nachhaltigkeit zu versehen.

2 Antworten zu “Open Society: Lizenzen ohne Copyleft”

  1. Filzo sagt:

    Bezieht sich der Eintrag inhaltlich hierdrauf?

  2. Oliver sagt:

    Nein ursprünglich ein Forum, deshalb auch allgemein verfaßt.

    Diese Seite/Blog/whatever kenne ich nicht, im übrigen liegt der werte Herr ein wenig daneben. Das Copyright mußte man zuvor in den USA explizit anmelden (deswegen existiert eine Menge rechtfreies Material in den Staaten) und die Beschreibung dort paßt zum deutschen Urheberrecht, keineswegs aber zum Copyright. Da gibts keinen Urheber nur einen Rechteinhaber, Schöpfung yada yada ist hier der initiale Gedanke. Was dort also geschieht ist nur wieder back to the roots. Fair use regelt alles übrige, wenn auch deutlich eingeschränkt mittels des DMCA. Aber das nur nebenbei, dazu würde ich keinen Text hier verschwenden, zumal die Dinge dort schon faktisch falsch dargestellt sind und mit meine Thematik wenn überhaupt nur völlig abseits berührt.

    Noch einmal zum mitschreiben, es geht um das Geben und Nehmen in einer Gemeinschaft und diese Freiheit, die doch mehr oder weniger nur dann Gültigkeit besitzt solange ein persönlicher Vorteil damit verknüpft ist.

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