Nutzt mehr iGoogle

Die personalisierte Startseite ist für Google *die* Investition in die Zukunft. Jeder Depp, der sie nutzt, gibt seine persönlichen Daten dem Suchmaschinenriesen preis. Und genau das ist das Ziel des Don´t be evil-Unternehmens.

Ziel sei es, so sagte Google-CEO Eric Schmidt laut Financial Times, möglichst viele persönliche Daten zu sammeln, so dass man den Benutzern eines Tages sagen könne, welchen Job sie nehmen und was sie morgen machen sollen. Nebenbei würde dadurch das Unternehmen an Einfluss gewinnen, das sich der Mission verschrieben hat, die Informationen der ganzen Welt zu organisieren.

Genau — sag den Leuten, es ist gut für sie, und sie machen jeden Blödsinn mit mit. Ganz grandioses Unternehmens-Sprech…

Als Tipp 2 Firefox-Erweiterungen:

Als nächstes deinstallieren wir dann so einen Blödsinn wie die Toolbar, Google Desktop und was Ihr sonst noch so alles auf dem Rechner habt. Mit Programmen wie Proxomitron lassen sich einige nette Features von Google abstellen. Google Mail nutzen wir dann zukünftig nur noch als Wegwerfadresse. Google Reader & Blogger.com? Selbst schuld. Paranoid? Nun, ich verfahre schon seit Ewigkeiten so — Google nutze ich (leider immer noch zu häufig) als Suchmaschine und gut — selten bekommt man allerdings mitgeteilt, was Google im stillen Kämmerlein wirklich plant, aber ich bin ja schon still, es ist ja gut für uns. 😉

Man denke aber bitte an die Veröffentlichung der AOL Search Logs, zudem noch anonymisiert, als dann später Reporter der New York Times bei einer älteren Dame vor der Tür standen. Was kann Google dann erst? 😉

Heise — Google will noch mehr persönliche Daten der Benutzer sammeln

Guten Tag,

hier ist Ihr persönlicher Google-Prognose-Mangager. Wir wollen Sie wieder auf Grund Ihres Surf-Verhaltens über Ihre kommende Woche informieren:

Auf Grund Ihres Surfverhaltens wollen wir Ihnen weitere interessante Links nennen:

  • mein-viagra.com
  • anonyme-alkoholiker.de
  • von-den-Kollegen-gehasst-was-nun.de
  • psychlogie-forum.de
  • 50-und-ausgebrannt.com

Ihre aktuelle Prognose für diese Woche:

  1. Ihre Krankenkasse wird Ihren Beitrag für Sie wegen gestiegener Risiken verdoppeln, aber das ist kein Problem. Informieren Sie sich hier über andere Angebote: bla.com
  2. Ihr Arbeitgeber wird Ihnen aufgrund gesellschaftlich nicht konformer Neigungen fristlos kündigen; das Gute für Sie: aufgrund der von uns an Ihren Arbeitgeber verkauften Infos bekommen Sie auf Ihrem aktuellen Bonuskonto 16 Bonuspunkte! Informieren Sie sich hier über weitere Jobmöglichkiten: 1-euro-job.de
  3. Ihre Frau wird in 3 Tagen die Scheidung einreichen. Informieren Sie sich hier über Ihre Rechte: anwalt.de
  4. Ihr Schwiegervater wird Sie aus der Erbenliste streichen. Informieren Sie sich hier über Ihre Rechte: erben.de
  5. Wegen zu erwartenden agressiven Fahrverhaltens wird Ihre Kraftfahrzeugversicheerung Ihren Vertrag kündigen. Informieren Sie sich hier: oeffentlicher-nahverkehr.de

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in die neue Woche.

Ihr Google-Prognose-Mangager

Gerade aus dem — oha — Heise-Forum gefischt…

14 Antworten zu “Nutzt mehr iGoogle”

  1. Oliver sagt:

    Mach ich doch, ich nutze iGoogle und GoogleReader regelmäßig. iGoogle neben F!XMBR als Startseite(deswegen die massigen Hits ;)) 😀

    Zu Trackmenot gibts auch was nettes bei Rabenhorst. Ich nutzte das auch, bis dato 😀

    Ich versuche Google als Suchmachine zu meiden, springe mal bei Yahoo umher oder auch bei Metacrawler 1 und 2. Scheint mir das probatere Mittel, um Google tatsächlich einigermaßen wirksam auszuweichen.

    http://scroogle.org/

    Wird z.B. auch gern oft genommen, aber letztens laß ich da auch was drüber — was bringts und vor allem kann ich den Leuten dahinter trauen nur weil sie mir Honig ums Maul schmieren?

    iGoogle ist für mich die übersicht, mit der ich alle Comic Seiten (Garfield, Dilbert, …) zusammentrage — suchen tue ich über divere Suchleisten.

  2. Chris sagt:

    Das 11. Gebot:

    Du sollst neben F!XMBR keine andere Startseite haben. 😀

  3. Oliver sagt:

    Wenn die Leute nun alle von Google zu Anbieter xy wechseln würde, wäre auch nichts gewonnen. Jeder will da immer irgendwo Daten sammeln, drum ist Vielfalt notwending. Aber das Gros der Leute würde auch Windows zerschlagen und dem heiligen Gral Linux hinterherhüpfen und dabei überhaupt nicht realisieren, das man sich da ein neuerliches «Redmond», dieses mal auf Community-Basis, aufbaut. Ist halt so, alles von einem Anbieter ist die bequemste Lösung und zugleich auch die gefährlichste Lösung.

  4. […] Oliver: Wenn die Leute nun alle von Google zu Anbieter xy wechseln würde, wäre auch… […]

  5. Kai Raven sagt:

    Da wir bei «Geboten» sind und Suchmaschinen, kann man eigentlich aus der unixoiden Welt bezogen auf das Modulare ein einfaches Gebot ableiten: «Du sollst nicht alle Dienste aus einer Hand nutzen» Also nicht alle Internetdienste / –anwendungen komplett über einen monolithischen Anbieter und dessen Programme nutzen (s. «Google Epic’s Master Plan). Ich brauche kein Google Mail, ich kann auch Freemailer X nutzen, ich brauche kein Gtalk, ich kann auch Jabberserver X nutzen, ich brauche kein AJAX/Web 2.0 Dingsbums, ich kann auch lokale Desktopappliaktion von OS-Programmier X nehmen usw. usf. Ganz abseits von der Praktizierung des «harten» technischen Datenschutzes könnte damit jeder schon einiges erreichen, u. a. die Bildung eines monolithischen, zentral geführten Profils.

  6. Kai Raven sagt:

    + erschweren bzw. verhindern im letzten Satz natürlich 😉

  7. WarMac sagt:

    LKCC Portal da gibts auch ein paar nette Comics (Userfriendly, Dilbert, Garfield, Calvin & Hobbes…)

    Naja zu Trackmenot gibt net viel zu sagen, oder? Also ich halte es für überflüssig wenn nicht sogar kontraproduktiv.

  8. Maxx sagt:

    Herrlich, wieder einen schoener Fakt den ich allen um die Ohren hauen werde die Google immer noch fuer nicht boese halten.

    Scroogle nutze ich auch. Dass sie keine Cookies benutzen macht das ganze schon ansprechender fuer mich. Wenn man dann auch noch seine IP ueber TOR verschleiert haben sie eigentlich keine Moeglichkeit jemanden zu tracken.

    Ich benutze es aber vor allem weil es die Werbung aus Google rausfiltert und es nebenbei in einem Textbrowser leichter lesbar ist.

  9. Ich stehe Google auch eher kritisch gegenüber. Vor kurzem habe ich iGoogle mal ausprobiert, aber es macht einfach keinen Sinn, selbst wenn man mal von der Datenfalle absieht.

    Gibt es zu dem ersten Zitat auch einen Link?

  10. Chris sagt:

    Ich packe nicht umsonst Links in meine Artikel — einfach mal Richtung Heise gehen… 😉

  11. @Chris:

    Leider wird das nicht immer so deutlich, was wo dazugehört. Der Heise-Link ist über dem zweiten Zitat, woher soll ich wissen, dass das erste dazu auch gehört?

    Naja, egal.

  12. Chris sagt:

    Ich weiß nicht, wie oft wir das wiederholen sollen. Zu jedem Artikel hier gehören *alle* Links, Kritik schön und gut, aber bitte vorher *alle* Informationen lesen — dann gibt das auch keine Irritationen. 😉

  13. Naja, mit Kritik musst Du schon leben, wenn Du dir ein Zitiersystem ausdenkst, dass Du mit «Zu jedem Artikel hier alle gehören Links» beschreibst, was auch immer das bedeuten soll.

  14. Chris sagt:

    Naja, eigentlich ist der Artikel vor dem Zitat aus dem Heise-Forum beendet. So mach ich das öfter, dass ganz zum Schluß der Hinweis zur Quelle kommt. Durch das Zitat zum Schluß, dass ich kurz vor dem Abschicken gefunden hatte, war es halt ein wenig durcheinander.

    Ändert nichts an der Tatsache, Links folgen und Du wirst die Quelle des gesuchten Zitates finden. 😉

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